Klarmachen zum Relativieren!

Der Ball liegt in der Spielfeldhälfte der Piraten. Es ist an der Zeit, unverzüglich und entschlossen zu handeln. Freiheit bedeutet nicht, diese ohne Einschränkung auszuleben, sondern zuallererst Verantwortung. Es ist unfassbar, was in den letzten Stunden hier alles angekommen ist. Klarmachen zum Ändern? Warum reagiert man dann in der ersten Krise wie jede etablierte Partei da draußen, sitzt es aus, greift die Kritiker an, und erst, wenn aus dem Sturm ein Hurrikan wurde, wird langsam reagiert? Lernt daraus, liebe Piraten. ihr habt nur diese eine Chance. Nutzt sie.

Vernunft ist innere Freiheit. (Stanislaw Lem)

Das war es mit den Piraten
Offener Brief an die Piratenpartei
Meinungsfreiheit my ass
Piraten, lechts, rinks, Meinungsfreiheit, Holocaust – was ganz subjektives
Die Piratenpartei als tolerantes Irrenhaus
Selbst ein Nerd ist mehr, als ausschließlich ein Nerd
Quo vadis Piratenpartei?
Zum Meinungsfreiheitsverständnis der Piratenpartei
Piraten fürchten um Ansehen

Nachtrag: Die butterweiche Erklärung des Bundesvorstandes. der Piratenpartei.

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53 Antworten zu “Klarmachen zum Relativieren!”

  1. Scytale sagt:

    Die Partei sitzt es mitnichten aus. Im Gegenteil, sie hat schon längst reagiert. Jens hat ein Statement abgegeben, aber was noch viel wichtiger ist, die Basis bloggt und twittert bereits fleißig.

    Während man bei den etablierten Parteien in solchen Fällen nur die vorstandsdiktierte Meinung bekommt, wartet der Vorstand auf die Meinung der Piraten insgesamt. Das ist Basisdemokratie. Das ist eine gute Sache.

    Nur weil „die Partei“ nicht so reagiert wie du es gern hättest, kannst du ihr nicht Untätigkeit vorwerfen.

  2. Pirat4KA sagt:

    @Scytale:

    Und wo ist dieses Statement zu finden? In den wilden Wirrungen des Wikis, auf der Mailingliste? Jedenfalls nicht auf der Startseite der Piratenpartei.

    Untätigkeit will ich keinem vorwerfen und da ich nicht beim BPT09 bei war, stellt sich mir aber eine Frage, da Thiesens «Meinung» anscheinend vor dessen Wahl thematisitert wurde: wievielen Anwesenden war der Inhalt sowohl der ersten Aussagen, als auch der «persoenlichen Meinungsrelativierung» aus dem Wiki bekannt. Also werfe ich (und nur ich) hier eher Unwissenheit oder Desinteresse vor. Aber sicherlich keine Untätigkeit.

    Pirat4KA

  3. M sagt:

    Vielleicht sollte man in der Grafik oben das orange noch braun färben, damit den Piraten schnell klar wird was ihnen gerade blüht.

  4. der d0n sagt:

    Grüße,

    was soll das denn heißen «aussitzen»? Die Basis war gestern den ganzen Tag damit beschäftig diesen Vorfall zu diskutieren und ein Statement gibt es von Jens auch schon.
    Bis gestern wusste der größte Teil der Basis überhaupt nichts von den Vorfällen mit Bodo. Und nun wird halt von den Diskutanten hin und her überlegt, was als nächstes passieren sollte und wie der Vorfall zu bewerten ist.
    Was sich auf jedenfall rauskristallisiert hat und auch gefordert wird, ein Statement von Bodo dazu. Danach wird sich alles weitere richten, wobei ich auf jedenfall davon ausgehe, dass er zumindest seinen offiziellen Posten verliert, bzw. selber abgibt. Am besten für die Partei wäre natürlich, wenn er austreten würde und wir uns klar von ihm distanzieren, aber ob es wirklich nötig ist, dass wird noch entschieden.
    Also hab noch etwas Geduld :)

  5. Klaus sagt:

    Eine klare Aussage vom neuen Bundesvorsitzenden Jens Seipenbusch steht unter

    Interview mit Jens Seipenbusch von der Piratenpartei

  6. Dunkelangst sagt:

    Ich bin nicht der Meinung, dass die Mitglieder anderer Parteien in einem derart krassen Fall von Faschismus die Meinung der Führungsebene der jeweiligen Partei diktiert bekommen. Viel mehr ist es so, dass auch die Mitglieder der Führungsebenen der anderen Parteien hier ihre eigene individuelle Meinung sagen und dies durch ihre freie Meinungsäußerung natürlich auch dürfen.

    In so einem Fall würde sich jedes Mitglied der Führungsebene seperat und Pressewirksam von einem solchen Mitglied distanzieren, da man diesen Menschen nicht erst erklären braucht, dass sich so etwas schreckliches wie ein Nationalsozialistisches Regime niemals wiederholen darf.

    Ich finde es sehr schade, wenn eine Führungsebene einer Partei erst durch die Basis erfahren muss, dass faschistische Äußerungen einfach nicht in Ordnung sind. Ganz genau genommen läuft der Führungsebene der Piraten gerade aus gutem Grund die Basis davon (wie Du u.a. hier in diesem Blog lesen kannst) und genau dies ist überaus traurig.

    Es ist für jedes einzelne Mitglied der Piratenpartei (egal ob Führungsebene oder nicht) ein leichtes sich von einem derartigen Mitglied zu distanzieren — dies vermisse ich bisher von der Führungsebene. Die Führungsebene hat zu dem die Möglichkeit dies Pressewirksam zu machen und auch dies vermisse ich.

    Was hat das mit «Basisdemokratie» zu tun, wenn man sich von so offensichtlichen Faschismus nicht distanziert? Dieser Punkt ist mir nicht vermittelbar, denn es ist für mich eine Selbstverständlichkeit Faschismus nicht zu tollerieren.

  7. Yuri sagt:

    Geht es jetzt wieder um Bodo Thiesen? Dass das immer wieder ausgegraben wird… allerdings finde ich den Vorwurf, die Piratenpartei saesse das aus, falsch. Es gibt ausfuehrliche Diskussionen dazu [insbesondere auf der Mailinglist, aber iirc auch im Forum und natuerlich anderweitig]. Es gibt eine Ruege von Seiten der Partei fuer die getaetigten Aussagen. Es gibt eine Stellungnahme seitens Bodo zu dem Thema.

    Bloss, weil sich nicht mal wieder irgendein Vorstandsmitglied albernerweise sofort ‘distanziert’, heisst das doch nicht, dass nichts getan wird?!

  8. Alex sagt:

    Also ich war gestern geschockt, als ich von Bodo erfuhr. Ich hatte vor die Piraten zu wählen. Aber das kann ich nun leider nicht mehr, weil auf dem Parteitag eine Mehrheit für einen Menschen wie Bodo nicht nur gestimmt, sondern auch applaudiert und gejubelt hat. Ziemlich widerwärtig.

    schade eigentlich…

  9. Alex sagt:

    Ergänzung: man kann es sich auf youtube ansehen. hier der Link:

    Ersatzrichter-Wahl II: Kandidat Bodo Thiesen #BPT09

  10. saarworres sagt:

    Hier ist die Erklärung:

    Piratenpartei distanziert sich von Äußerungen eines einzelnen Mitglieds

    Der Bundesvorstand der Piratenpartei fordert das Parteimitglied Bodo
    Thiesen dazu auf, sich eindeutig und endgültig von seinen fragwürdigen
    Äußerungen zum Holocaust zu distanzieren. Bereits im Juni 2008 hatte der
    Vorstand Thiesen dafür eine Verwarnung erteilt. Durch die erneut laut
    gewordene Kritik innerhalb der Partei sowie in der Blog– und
    Twittersphäre hält der Vorstand eine noch klarere und deutlichere
    Distanzierung für nötig. Sollte Bodo Thiesen dieser Aufforderung nicht
    binnen 24 Stunden nachkommen, wird der Bundesvorstand die entsprechenden Maßnahmen ergreifen.…

    Piratenpartei distanziert sich von Äußerungen eines einzelnen Mitglieds

  11. […] erklärt ihr Geschichtsverständnis. Und spricht eine Verwarnung an Bodo Thiesen aus. Nun rudert F!xMBR wieder ein bisschen zurück (quo vadis F!XMBR? ) und der Pantoffelpunk schreibt einen […]

  12. Pepe sagt:

    Einige scheinen noch nicht verstanden zu haben, dass Holocaustleugnung rein gar nichts mit freier Meinungsäußerung zu tun hat. Der Holocaust ist erwiesen, da kann man nicht anderer Auffassung sein oder etwas schön reden.

    Bin über folgenden Kommtar gestolper:

    «Nun, bis vor einigen Monaten glaubte ich auch, daß diejenigen, die «Auschwitz leugnen» einfach nur pupertäre spinner sind. Damals hatte ich aber auch noch nicht Germar Rudolf gelesen. Sorry, aber das Buch prägt einfach — zumindest wenn man objektiv ran geht. –Bodo Thiesen 19:50, 15. Jul 2004

    Quelle

    Solche Leute schaden der Partei. Will das denn keiner der Piraten verstehen? Je länger jetzt gewartet wird, desto mehr Image verliert ihr. Spätestens im September wird dieses Thema von der großen Presse wieder ausgegraben und dann könnt ihr eure 5% sonst wo hinschreiben.

    Wenn der Junge nicht über Board geworfen wird, dann geht ihr mit ihm unter.

    @Thiesen:
    Wenn Ihnen wirklich so viel an der Partei liegt, wie Sie in dem Wiki der PP schreiben, dann sollten sie nicht länger warten und Konsequenzen ziehen. Ersparen Sie dem Bundesvorstand eine peinliche Stellungnahme und treten sie unverzüglich von allen Ämtern zurück. Vielleicht bleibt Ihnen so ein Ausschluss erpart.
    Desweitern empfehle ich Ihnen dringend ein Besuch im KZ Auschwitz-Birkenau, das hat schon bei manchen Zweiflern Wunder gewirkt.

  13. der wanderer sagt:

    Also, ich glaube diese Seite ist wohl so der aktuelle Diskussionsort für die Piraten:

    Benutzer Diskussion:Bodo Thiesen/Stellungnahme persönliche Meinung vs. Parteimeinung

    Ist ganz interessant, sollte sich jeder mal ansehen und dann darauf seine Meinung bilden.

  14. PZK sagt:

    @saarworres:
    Das wurde auch Zeit! Vielleicht zu spät, aber so ist das halt bei einer kleinen Partei die solche Werte vertritt und man Personen schließlich nur vor den Kopf gucken kann.

  15. saarworres sagt:

    @PZK
    So ist das vor allem bei einer Partei, die sich über eine Mailing-Liste, ein Forum und per direktem Austausch mit der eignen Basis koordiniert, keine Bundesgeschäftsstelle hat sondern bestenfalls ein Büro für die Posteingänge und keine festen angestellten die 8h pro Tag nichts anderes tun als diese Koordination zu ermöglichen.

    Mir ist es lieber jeder kann seinen Senf dazu geben und sich informieren, als das die Basis mehr und mehr durch Funktionsträger von der Parteispitze abgeschottet wird. Auch wenn hier sicher noch Spielraum zur Optimierung gibt und geben muss wenn die Partei weiter wächst.

    Aber wie gesagt, die Erwartungshaltung die hier bei vielen zum Ausdruck kam,
    halte ich persönlich eh für übertrieben. «Hängt ihn höher» ist eben kein Argument für sich und «am besten gestern» schlicht unrealistisch.
    Offenbar herrscht die Meinung, die Mitglieder der PP wären allesamt Arbeitslos und direkt per Hirnverbindung ins Netz eingeklingt.

    Ich finde einen Tag für die Abstimmung, nachdem die Dinge erst gestern wirklich breit angelegt auch der Basis bekannt wurden nicht schlecht.

  16. Ben sagt:

    Wer wie die Piratenpartei mit dem Internet Politik machen will, der muss es beherrschen und dem muss bewusst sein, dass Meinungen hier unendlich viel schneller Verbreitung finden als da draußen in der realen Welt. Natürlich ist es für eine junge Partei schwierig die Infrastruktur aufzubauen, die es ermöglicht auf solche Vorkommnisse in der entsprechenden Geschwindigkeit zu reagieren, aber wie gesagt: Wer sich als Partei des Internets inszeniert, der muss sich rechtzeitig um derlei Details kümmern. Die offizielle Stellungnahme kam viel zu spät, nämlich erst dann, als innerhalb der Blogosphäre der GAU schon nicht mehr abzuwenden war. Da ist es völlig egal, ob auf Wikis, Foren und Mailinglisten die Finger wund getippt wurden oder nicht — entscheidend ist der Auftritt nach außen. Für derlei Situationen braucht es Notfallpläne, zeitnahe Lösungen und ein schnelles Handeln. Vor allem, wenn man im schnelllebigen Netz zu Hause ist. Für die Piraten ist dieser Skandal eine doppelte Blamage: Zum einen, weil er offenbart, dass man offenbar selbst kaum Ahnung hat, wer da eigentlich so alles in der eigenen Partei ist, zum anderen, weil sie gezeigt hat, dass sie die Mechanismen des Internets (noch) nicht beherrscht. Für eine Netzpartei ist das ein Armutszeugnis.

  17. Gandalf_PSY sagt:

    «Piratenpartei distanziert sich von Äußerungen eines einzelnen Mitglieds» — wenn ich das schon lese, wird mir schlecht. Geht’s noch verharmlosender, bitte? Und ihr wollt ins Parlament? Da kann ich ja gleich die NPD wählen.

    Die Nachdrücklichkeit, mit der Theisen von PP und deren Mitgliedern verteidigt und sogar noch in Ämter gehoben wird, ist offenbar tief in Eurer Denke veranlagt. Ihr begreift offenbar Holocaust-Leugnung als Akt «freier Meinungsäußerung» und die entsprechende Gesetzgebung, die dies unter Strafe stellt, als «Zensur». Arme Irre, dazu fällt mir nichts mehr ein. Hoffentlich bleibt ihr in der ewigen Bedeutungslosigkeit.

    Ihr widert mich an.

  18. targ sagt:

    Chris, wenn du mir jetzt noch erklärst, was an der Erklärung «butterweich» ist, würde das mein Vetrauen in deinen Menschenverstand doch wieder beleben.

    Ich finde es irgendwie ziemlich bezeichnend, wie hier gerade mit Schmutz geworfen wird. Raubkopierer, Kinderschänder, jetzt auch Nazis?

    So langsam habe ich den Eindruck, dass die konservativen Meinungsmacher ihr Pulver verschossen haben.

    Aus seiner Wahl zu einem Stellvertreteramt (zu der er sich selbst aufgestellt hatte) zu schließen, dass die Piratenpartei (deren Mitglieder zu 50% erst im letzten Monat dazugestoßen sind und nicht bei jedem Kandidaten wissen können, was er 2003 von sich gegeben hat) aus Holocaustleugnern besteht, ist wohl ein bisschen kurz gegriffen.

    Allerdings muss jede Sanktion und Maßnahme auch auf geltenden Gesetzen und Satzungen beruhen. Die Zeiten, in denen man Leute nachts mitgenommen und verschwinden gelassen hat, sind vorbei.

    Ich habe mir beim Piraten-Stammtisch gestern abend persönlich eine Meinung gebildet und bin zum Schluss gekommen, dass diese Partei aus überzeugten Demokraten besteht, die sich der freiheitlich-demokratischen Grundordnung absolut verpflichtet fühlen.

    Vielleicht solltest du dir auch mal eine Meinung aus erster Hand bilden?

  19. Ex-Pirat sagt:

    Da die meisten hier wohl nicht im Forum der Piratenpartei aktiv sind, hier nochmal eine Zusammenfassung der grotesken Ereignisse, die sich da gestern abgespielt haben:

    Nach den Artikeln bei SPON, fixmbr u.a. ist im Forum eine rege Diskussion darüber entstanden, wie nun weiter zu verfahren sei. Viele Neumitglieder, die von dem Fall Thießen bisher nichts wusssten, haben sich kritisch, aber erfreulich sachlich zu dem Thema geäußert. Die Anzahl der Posts wuchs rapide an, innerhalb weniger Stunden waren bereits über 100 Beiträge geschrieben. Dann, die Diskussion war noch in vollem Gange, war der Thread auf einmal verschwunden.

    Begründung des Mods: Die von einem Nutzer getätigte Äußerung, Thießen sei ein Holocaustleugner, sei strafrechtlich relevant. Deshalb sei es die gesetzliche Pflicht des Admins, einzugreifen. Es wurde aber nicht, wie man es erwartet hätte, der entsprechende Post edititert, sondern ALLE (zum Großteil wirklich sehr sachlichen und ausführlichen Äußerungen) waren verschwunden. Auf die Proteste der Nutzer entgegnete der Mod, der Thread sei nicht gelöscht, sondern werde «bearbeitet».
    Der Thread blieb dann eine Weile verschwunden. Die Zensur wurde zum Teil mit wirklich absurden Argumenten gerechtfertigt, etwa man solle sich doch mal bitte ruhig verhalten und «der Partei vertrauen» [sic!].

    Heute morgen war der Thread dann wieder da, aber nicht mehr gut sichtbar im Bereich «Allgemeines», sondern versteckt in einem Sub-Sub-Forum, das sich ohne Hiweise kaum finden lässt. .
    https://forum.piratenpartei.de/viewtopic.php?f=57

    Ändere Beiträge zum Thema werden jetzt konsequent von den Mods geschlossen (Begründung: Zu dem Thema sei «alles gesagt» und ähnliches…)

    vgl.:
    https://forum.piratenpartei.de/viewtopic.php?f=5&p=76335#p76335
    https://forum.piratenpartei.de/viewtopic.php?f=1&t=6678&p=76339#p76339

    im ursprünglichen Thread stellt sich derweil heraus, dass Thiesen mit seiner Meinung wohl gar nicht so alleine dasteht…
    https://forum.piratenpartei.de/viewtopic.php?f=57&t=6675&start=195#p76073

    als jemand, der sich den erklärten Zielen der Piratenpartei verbunden fühlt, war ich zunächst nur enttäuscht, mittlerweile bekomme ich fast schon Angst bei der Vorstellung, dass diese Partei eines Tages über die 5%-Hürde kommt. Meinungsfreiheit ist hier offenbar die Freiheit, mit der Partei einer Meinung zu sein. Kritiker werden diffamiert (hier etwa eine Nutzerin als «linke Demagogin bezeichnet»: https://forum.piratenpartei.de/viewtopic.php?f=1&t=3940&start=225#p76476). Und woimmer ein kritischer Artikel erscheint, fallen die Parteischergen und versuchen, die berechtigte Kritik unter einer Menge Lärm zu ersticken (war ja gestern hier auch zu erkennen)

    Erschütternd.

  20. M sagt:

    Sehr lustig finde ich immer wieder wie die PP einerseits als so neu und anders als die etablierten Parteien dargestellt wird, gerade im Umgang mit den neuen Medien. Aber wenn dann entsprechend auch dieser professionelle, fachmännische und moderne Umgang in der Krise erwartet wird, bekommt man vorgehalten so würde man doch die anderen Parteien auch nicht beurteilen. Richtig, aber die stellen sich ja auch nicht als neu und anders hin. Was soll es nun sein? Messen an den alten Parteien oder an den Internetrealitäten? :-)

  21. M sagt:

    Hui, die “linke Demagogin» ist ja scharf… war dieser «elcon», von dem das stammt, nicht die gleiche Type, die die Nachfragen von einem Kommentator hier (wurde gestern im andern Thread ein Link gepostet) zu dem Thema schon vor einem Monat niedergemacht und kleingeredet hat und den man damit indirekt für das derzeitige PR-Desaster mitverantwortlich machen kann?

  22. Blaumeise sagt:

    Nochmal @Ben, Ex-Pirat & Co:
    die PP ist kein Dienstleistungsunternehmen, sondern eben erst enstanden und die allermeisten (von Thiesen vielleicht mal abgesehen) haben ansonsten auch noch einen Job zu erledigen.

    Dann arbeitet doch einfach mit, anstatt hier rumzumeckern, ist ja nicht so, dass das eine geschlossene Gesellschaft wäre. Aber meckern ist ja viel einfacher…

    @Gandalf_PSY: Dann musst Du halt NPD wählen, sicherlich eine Spitzenidee, die sind garantiert viel weniger Nazi als diese «braune Piratenbrut». Und Dir ist wohl argumentativ nicht mehr zu helfen.

    Gruß
    Blaumeise (übrigens kein Pirat)

  23. red sagt:

    Hi,

    mittlerweile hat der Bundesvorstand der Piraten — wie ich finde eindeutig —

    Piratenpartei distanziert sich von Äußerungen eines einzelnen Mitglieds

    Ich werde jetzt erstmal die 24 Stunden abwarten — und dann für mich persönlich entscheiden welche Schritte ich daraus für mich persönlich ziehen werde. BTW — emotinonale Erregung — in welche Richtung auch immer war noch nie meine stärke.

  24. Anonymous sagt:

    Hi,

    danke für den Artikel. Das mit der Piratenpartei hat sich für mich jetzt auch erledigt.

    Gruß
    jmf

  25. markus sagt:

    @ chris, ja ich weiß, ist dein blog, kannst machen was du willst, aber tut dieser geifer not ? den ersten antipiratenartikel konnte ich so noch mittragen, aber dieser hier ?

    etwas selbst für hochgradig vernetzte menschen dauert es etwas sich auf eine gemeinsame linie zu einigen, gerade wenn man auf dem polit parkett noch etwas unsicher ist. gerade in einer partei, die sich auch als anwalt der Meinungsfreiheit versteht, muss besonders sauber abgewogen werden wo man diese beschneiden möchte. die gefundene linie ist in meinen augen auch alles andere als butterweich. man legt klar fest wo die piraten stehen ( definitiv nicht bei national-konservativ revisionistischen Geschichtsklitterern/verdrehern) und Thiesen wird eine entsprechende frist gesetzt. finde ich ebenfalls gut, sollte er nicht von alleine zurücktreten kann man ihn immer noch raustreten. zumindest am rücktritt führt in meinen augen jedoch kein weg vorbei, einen rauswurf halte ich jedoch für angebracht. seine aussagen mögen vlt wirklich nicht strafrechtlich relevant sein ( denn DIE sind butterweich formuliert), aber sie zeugen auf jedem fall von einem Weltbild, dass so höchstens in der NPD geduldet würde ( gut am konservativen Stammtisch mit Sicherheit auch…). aber auf keinen Fall in leitendenden Positionen. Seine Unterstützer … nun gut. Bei einer offiziell eher «mittig» ausgerichteten Partei, also ohne selbstverortung in der Gesässgeografie war es klar, dass auch vom rechten Rand versucht wird ins Kielwasser einzuscheeren. Finde ich persönlich scheisse, bin aber soweit realist , dass damit bereits gerechnet habe und nicht in beißreflexe verfalle. Ich halte es da frei nach Gysi … 10% Irre gibt es in jeder Partei. Ich sehe es aber als Pflicht der restlichen 90% diesen Spackrand zu marginalisieren und permanent um Hygiene in den eigenen Reihen bemüht zu sein. Für so einen blödsinn ist einfach kein Platz, erst recht nicht in gehobenen Positionen.

    Das Problem liegt aber vlt in der ich sag mal technikorientierten Mitgliederstruktur. Meine eigenen Erfahrungen mit dieser klientel hat gezeigt, dass die der Problematik einfach ziemlich unbedarft gegenüberstehen. die meisten hatten das letzte mal geschi o.ä. als Grundkurs der Oberstufe und haben da eher Schaltpläne gemalt als sich auch nur randständig mit der thematik zu befassen. Ich hoffe, dass nach diesen Vorfällen endlich auch bei den nerds ein bewusstsein für sowas entsteht.

    als geschichtler* ist man in dieser Beziehung einfach um ein vielfaches stärker sensibilisiert als der Ottonormalbürger.

    *der Autor dieser Zeilen ist ebenfalls geschichts– und politikwissenschaftler mit Schwerpunkt Ost-Mitteleuropa und kein Mitglied der Piraten.

    @ alex … der gute ist mit sicherheit nicht für seine aehem «geschichtskritischen» Ansichten beklatscht worden. man kann dem Freibeuterhaufen höchstens zum vorwurf machen an der entsprechenden Stelle nicht nachgehakt zu haben. spätestens als die Vorwürfe mit «zeigt mich doch an» abgebügelt wurden hätte man ihm auf die füsse treten müssen. Nur weil es formaljuristisch vieleicht nicht für ne Anklage reicht, kann es trotzdem nach dunkelbrauner scheisse stinken.

    @expirat, hab leider keinen zugriff auf das forum, kannste mal auszugsweise zitieren?

  26. Scytale sagt:

    @Pirat4KA: Wie vielen die Meinung Bodos bereits bekannt war, habe ich bereits dargelegt:

    Verklagt die Piraten!

  27. Chat Atkins sagt:

    @ Ex-Pirat: Na kiek, da ist die Piratenpartei doch in Rekordzeit schon zu einer echten Partei wie alle anderen auch geworden: Unliebsame Meinungen lauthals beschweigen, andere zensieren, rumschimpfen, die bösen Diskussionsteilnehmer dessen bezichtigen, was man sich selbst vorzuwerfen hätte, Äußerungen löschen und verzweifelt versuchen, den dicken Daumen in das Loch im Deich zu stecken …

    Wie heißt es bei Alexis Sorbas: ‘Hast du jemals etwas so schnell kaputtgehen sehen?’

  28. Oliver sagt:

    >als geschichtler* ist man in dieser Beziehung einfach um ein vielfaches stärker sensibilisiert als der Ottonormalbürger.
    *der Autor dieser Zeilen ist ebenfalls geschichts– und politikwissenschaftler mit Schwerpunkt Ost-Mitteleuropa und kein Mitglied der Piraten.

    @markus, meinereiner ist der Historiker, Chris hat damit nichts am Hut, abgesehen davon, dass er ein ausgeprägtes Geschichtsbewußtsein sein Eigen nennt. Man sieht also dass es geht und dass man ebenso Nerd by nature sein kann. Desweiteren betreiben wir unseren Blog gemäß unserem Gusto, wir huldigen hier keiner Partei, verkaufen nichts und offerieren Meinung pur. Kurzum wenn die Piraten u.a. Freiheit für die Kultur möchten, sollten sie sich auch adäquat mit dieser beschäftungen — nicht nur kopierenderweise. Ansonsten wirkt der Vorwurf der Inkompetenz gegenüber anderen nämlich reichlich infantil, hat man denn sonst nichts auf der Pfanne. Btw. Nerds sind recht kreativ, paßt also nicht wirklich zu Leuten, die Nullen und Einsen runterbeten und ansonsten mit Scheuklappen durch die Welt laufen. Liebe Piraten, wer hart austeilt, muß auch ebenso hart einstecken können …

  29. Beat Invader sagt:

    @Ex-Pirat
    «Heute morgen war der Thread dann wieder da, aber nicht mehr gut sichtbar im Bereich “Allgemeines”, sondern versteckt in einem Sub-Sub-Forum, das sich ohne Hiweise kaum finden lässt.»

    Du findest den Thread nach wie vor im Bereich «Allgemeines»; jedoch mit einem Hinweis, wohin dieser verschoben worden ist.
    Ein wenig Aufmerksamkeit –sprich mal die verschiedenen Postings lesen– würde dann auch bei Dir zu der Erkenntnis führen, warum der Thread an die entsprechende Stelle verschoben worden ist. Es wurde u.a. auch erwähnt, dass in dem anderen Bereich auch die Parteiführung und verschiedene LV mitlesen.

    Ich halte die Geschichte um BT auch für unglaublich. Jedoch muss man klar festhalten, das gibt es in jeder Partei. Man muss nun sehen wie sich die Sache in den nächsten 24 Std. entwickelt.

    Was mich noch sehr irritiert bzw. schockiert, ist, dass hier in diesem Blog Hetze und Stimmung gemacht/verbreitet wird. Die Artikel gestern im Spiegel und Focus waren journalistisch oK. Was hier abging, unbegreiflich. Und dann noch in dem Post von gestern, die Überlegung vielleicht doch die Grünen zu wählen.
    Lieber Chris, Du kennst das?

    Die Rede von Nora Reich zum Wahlprogramm

    Cheers

  30. Ex-Pirat sagt:

    @Chat

    Ich sehe die aber nicht kaputtgehen, das ist es ja, was mir Sorge macht 😉

    Die verlieren ein paar Wähler aus dem linken Spektrum, aber am Ende brauchen sie die gar nicht. Vielleicht ist die «Generation C64» auch gar nicht so links, wie man meinen könnte. Die ursprüngliche «cyber-libertäre Ideologie» ist eigentlich auch keine genuin linke, sogar eher eine der gemäßigten Rechten.

    Und im Forum der Piratenpartei sind gar nicht so wenige, die in dem Fall Thiesen eh nur eine Verschwörungskampagne der etablierten Medien sehen. Der Holocaust ist für die das, womit sie sich in der Schule schon ewig rumschlagen mussten. Jetzt wollen sie halt nichts mehr davon wissen.

    Geschichtsschreibung = Internetausdrucker = nicht ernst zu nehmen.

    so einfach ist das. Geschichte hat für die nix mit Verantwortung zu tun, Geschichte ist was für Ewiggestrige, die dem unaufhaltsamen Fortschritt unnütz im Weg stehen. Die Kids, die mit dem Verblödungsfernsehen der 90er groß wurden, sind jetzt wahlberechtigt. Die anderen Parteien haben derweil komplett versagt. Und jetzt ham wir halt den Salat.

    grüße

  31. Alex sagt:

    @Markus und gerne für alle anderen zum anschauen und vergleichen:

    Ersatzrichter-Wahl II: Kandidat Bodo Thiesen #BPT09

    1.) Die berechtigte Frage bezüglich der «Affäre Bodo Thiese» wird von einem nicht unerheblichen Teil der anwesenden Parteiangehörigen mit höhnischem Gelächter begleitet.

    2.) Die patzige Antwort Bodo Thiesens erntet viel Beifall, unter anderem auch von dem Herrn zu seiner Rechten, nämlich dem Herrn, der das Amt des Richters bekleidet.

    Daraus resultiert für mich die logische Schlussfolgerung, dass ein nicht geringer Teil der Anwesenden über die Vorkomnisse Bescheid wusste. Schlimmer noch, eben dieser Teil scheint entweder keine inhaltlichen Probleme damit zu haben, oder aber er ist so stumpf und ignorant, dass ihm jegliche Fähigkeit einer Auseinandersetzung mit grundsätzlichen Themen abseits der Internet-Politik abhanden kommt. In beiden Fällen stellt dies ein moralisches Armutszeugnis für Menschen dar, insbesondere wenn sie politische Verantwortung übernehmen möchten, zumal das Thema Holocaust nun wahrlich keine Reifeprüfung darstellt. Aber wenn es daran schon scheitert, wie soll es denn dann weitergehen? Welche Diskussion kommt als nächstes? Haben die Piraten derartig Scheuklappen auf, dass sie links und rechts von ihrem Mac-Bildschirm nichts mehr wahrnehmen?

    Ohne ein Mindestmaß an politischer Wertkultur scheint es nicht zu funktionieren.

  32. markus sagt:

    @ oliver .…

    asche auf mein haupt, da habe ich euch in einen sack geschmissen.

    das das hier euer blog ist , war mir klar, was ich hier bekomme auch. musste ich aber nicht alles gut finden und das schöne an blogs ist ja der rückkanal. so ne bastahaltung finde ich aber wenig konstruktiv.

    nicht jeder mensch hat so weit gefasste interessen. nur wenige meiner weggefährten aus politik oder historikerseminaren hat so etwas wie technisches verständnis, bei ersteren wurde das interesse jedoch zb durch die aktuelle zensurdebatte geweckt. gleiches erwarte ich aus anderer richtung auch von den piraten. jetzt hat man quasi den fall dass man klar stellung beziehen muss und das auch nicht nur in der causa bodo sondern allgemein zu dem thema (der vorstand hat es ja schon getan), wäre gut wenn sich die basis ebenfalls so klar positionieren würde.

    beim wiederholten lesen der verlautbarung ist mir aber auch die aufforderung nach abbite sauer aufgestoßen. die äußerungen stehen im raum (sogar an mehreren stellen), das kind ist im brunnen, jeder weiß wessen geistes kind der gute herr ersatzschiedsrichter ist. da gibt es nur rücktritt, nen gang nach canossa nehme ich ihm nicht ab. sie sich sicher sein können, dass er zu seinem blödsinn steht und deshalb freiwillig zurücktritt … nun gut dann seis ihnen aus taktischen gründen gestattet.

    btw … kreativität habe ich dem nerd im allgemeinen auch nie abgesprochen.

  33. Chat Atkins sagt:

    @ Ex-Pirat: Was die Mitglieder dort wollen, das ist völlig unerheblich. Das sind 3.000 Nasen — oder so. Das Projekt ‘Piratenpartei’ kann aber nur funktionieren, wenn diese ‘Generation Golfkrieg’ auch eine nennenswerte Anzahl von Wählern mobilisieren kann. Sie beweisen gerade, dass sie das eher nicht können. Ihre ‘Wurschtigkeit’ gegenüber sensiblen Themen ist das beste Indiz für den kommenden Misserfolg, die Menschen dort auf den Funktionsstellen des Parteiapparats werden sogar zu dessen Garanten. Jedenfalls werde ich — bei solch zur Schau getragener Indolenz — bis auf weiteres nicht glauben, dass dies die einzigen ‘Ausrutscher’ bleiben. Das geht jetzt Hopplahopp …

  34. Oliver sagt:

    >Was mich noch sehr irritiert bzw. schockiert, ist, dass hier in diesem Blog Hetze und Stimmung gemacht/verbreitet wird.

    Lieber Beat Invader was mich schockiert ist das fehlende Niveau der hier aufschlagenden Piraten(?), die ansonsten zubeißen wie ein Pitbull und nun winselnd in der Ecke sizen und nach Welpenschutz japsen. Chris bietet seine Meinung feil, wir sind kein Propagandaorgan irgendeiner Partei. Diese Meinung ist echt und persönlich. Auch wird keine Objektivität geheuchelt wie in Spon oder Focus, entzieht sich natürlich dem Gros — man ist zu sehr Nerd — panem et circenses nennt man dieses Prinzip, damit läßt sich auch der heutige gemeine Nerd auf Dauer beschäftigen.

    >Lieber Chris, Du kennst das?

    Wie war das noch? Anhand einzelner Personen kritisiert man nicht eine Partei in ihrer Gesamtheit? Liebe Pharisäer ahm Piraten, derart niveaulos kam mir bisher noch keiner unter.

    Meine Frage also lieber Beat Invader, weist du eigentlich von was du sprichst? Wie weit ist denn die Kompentenz innerhalb der Piraten? Kultur etc. danach fragen wir gar nicht, würde eh nichts bei rum kommen — außer «Freiheit», Freiheit mit dieser anstellen zu können was einem so in den Sinn kommt. Ahm wie wäre es mit IT-Themen? Ja Zensur ist immer böse, aber ich begegnete schon vielen Piratenwählern und auch Piraten die dabei ebenso hilflos wirken — ja was denn nun? Ach so, die Spitze weiß es und führt den Rest der Gläubigen? Wenn man austeilt und noch nicht einmal adäquat einstecken kann, sollte man zumindest in irgendetwas gut sein — nur in was? Dumme Sprüche, Dogmatik und Kritikresistenz?

    Polemik, wie hier auf dieser Publikation desöfteren von uns in Anwendung gebracht, ist eine Art verbaler Fehdehandschuh. Wir schmettern jenen dem Leser wohlfeil ins Gesicht und harren der Dinge die da kommen, Denkmotivation könnte man dies nennen. Bei typischen Nerd-Themen, zumindest bei heutigen «Nerds», ist jedoch zunehmend eine Denkblockade bei den Partizipierenden ersichtlich. Eine Denkblockade die schon eines Sturmbock bedarf, denn wir nicht gewillt sind einzusetzen. Hier bietet einer seine Meinung feil, seine höchsteigene Meinung — ein Gut welches einige in diesem Lande verteidigen möchten, und Legionen Denkresistenter stellen ihm diese ureigene Meinung in Abrede. Fabulieren von Hetze, relativieren den Holocaust wieder und wieder etc. pp., geben ein schlechtes Bild dieser ach so «freiheitlich und offenen» Partei wieder. Euer infantiler Beissreflex entarnt euch stante pede — sind die Piraten also entwaffnend naiv oder gefährlich dogmatisch? Auch dies würde ich in meiner Vorstellung von Freiheit tolerieren, aber tadeln würde ich es dennoch. Und dies lassen wir uns auch nicht von irgendwelchen selbsternannten Kämpfern für ihre begrenzte Vorstellung von Freiheit und der Welt da draußen untersagen.

  35. Dunkelangst sagt:

    Für wahr:

    Es ist erschreckend, wie sich die Piraten bei dieser kleinen Affäre durch ihre Argumentation selbst ins Aus schießen…

  36. Oliver sagt:

    @dunkelangst, mehr von dir und ein paar anderer die ich kenne und schätze und ich hätte keinerlei Bedenken.

  37. phoibos sagt:

    der heutige newsletter bei studivz sagt mir zumindest, dass die dortigen vertreter die problematik immer noch nicht gepeilt haben:

    Jetzt zum weniger erfreulichen Teil:
    «Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.» (Gandhi)
    Mit der plötzliche so lauten Kritik an Tauss und Bodo sind wir wohl in Phase drei angelangt. Also Ruhe bewahren — eine Person ist nicht die ganze Partei… was müssten sich die Etablierten sonst so anhören 😉

  38. Oliver sagt:

    … nur mal so zum Nachdenken an alle Leugner, Relativierer, Geschichtsklitterer oder schlicht Denkresistenten.

    Quelle: plognark

  39. Micxs sagt:

    Ich finde diesen «Vorfall» auch alles andere als harmlos, gestehe aber auch den Piraten die Möglichkeit zu, das sie ihre Positionen teilweise erstmal finden und auch festigen können/müssen. Außerdem müssen sich die Mitglieder auch erstmal kennenlernen. Ich hoffe auf die Selbstreinigungskräfte dieser jungen Partei.

    Das sich bei den Piraten auch Nazis oder NPDler, damit möchte ich Herrn Thiesen nicht als solchen bezeichnen, tummeln werden war abzusehen. Streben doch einige Parteien ein Verbotsverfahren gegen die NPD an und mit der Internetzensur ist abzusehen das auch Webseiten von Rechts– sowie Linksaußen ins Visier geraten werden.

    Ich habe die Problematik «Recht auf freie Meinungsäußerung» vs. «Holocaustrelativierer bzw Leugner» auf einer Maillingliste kennengelernt. Das Problem besteht, meiner Sicht nach, zu unterscheiden was nun strafrechtlich relevant ist und was nicht. Außerdem wissen die Leute die daran rumrelativieren wollen sehr genau was sie sagen können und was nicht.

    Was mir bei den Piraten fehlt ist zum Beispiel eine klare Positionierung im Parteiprogramm. Solche, wie ich finde wichtigen Positionierungen wie zum Geschichtsrelativierung, Rassismus, Faschismus und auch zur NPD sollten die Piraten ins Parteiprogramm schreiben um bei diesen Themen erst gar kein Angriffsfläche zu bieten. Ich würde mir dort klare Aussagen wünschen die auch so im Parteiprogramm stehen sollten.
    Ich kann den Piraten weiter nur raten aus diesem «Vorfall» zu lernen und solchen Dingen in Zukunft vorzubeugen. Dazu gehört auch sicherlich ein wenig darauf zu achten wer sich so in der Partei tummelt und gegebenen Falls ein Parteiausschlussverfahren zu eröffnen. Dies würde aber zum Teil gegen die Philosophie der Piraten stehen. Daher kann, meiner Meinung nach, nur ein Verstoß gegen Gesetze, gegenteilige Positionierung zum Parteiprogramm oder die eigenen Parteiregeln zu einem Ausschluss eines Mitgliedes führen. Ich denke das es ein Lernprozess sein kann und man sicher noch über das ein oder andere nachdenken muss.

    Auch wenn ich die Piraten nicht wählen werde wünsche ich ihnen die 5%.

  40. phoibos sagt:

    bodos aussage in seiner stellungname Geschichtswissenschaft != Politik. Meine Ansichten darüber, was in Deutschland tatsächlich geschehen ist, hat keinen Einfluss auf meine politischen Forderungen. spricht für ihn (und leider auch für einige der hier mitschreibenden kommentatoren. ich werde es mal mit alf sagen: wer seine eigene geschichte ignoriert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen. politik ist imo ohne historische kenntnisse nicht machbar (hat auch eine erkenntnistheoretische dimension).
    die eine stellungnahme hat bodo unterschrieben mit «Bodo Thiesen (streiche Überfall, setze Angriff)». mit dem eingeklammerten bezieht er sich auf folgenden satz: «Ein faschistisches Regime, das aufgrund einer mangelhaften Verfassung in Deutschland von 1933–1945 für 12 Jahre an die Macht kommen konnte, trägt die Verantwortung für den Überfall auf Polen*, den daraus resultierenden 2. Weltkrieg und den systematischen Massenmord an unzähligen Menschen aufgrund ihrer Religion, ihrer ethnischen Herkunft oder politischen Überzeugung.» bodo ersetzt also den angebrachten begriff «überfall» durch «angriff» und relativiert damit die kriegsschuld deutschlands. über den murks von regime und verfassung, was die bevölkerung und vor allem die eliten imo deutlich ausklammert, lass ich mich hier jetzt nicht aus — das kann der geneigte leser in jedem besseren geschichtsbuch nachlesen. doch dies wird von Ist die Piratenpartei eine Nazi-Partei? auch nicht so gesehen — immerhin wird diese seite besonders hervorgehoben im edelprofil auf studivz.
    ergo tut und tat eine förmliche distanzierung der partei von diesem menschen not. und ich halte auch eine distanzierung nicht mehr für aussreichend, der gute mann sollte zurücktreten oder zurückgetreten werden.
    und die piraten haben sich jetzt nicht nur wegen ihrer 1-thema-politik disqualifiziert, nein, auch ihre nur 1-thema-ahnung macht sie für mich untauglich zur wahl.

  41. Christian sagt:

    Ihr macht hier aus ner nervigen Mücke nen Elefanten. Und deswegen jetzt dann eine andere Partei als die Piraten wählen zu wollen, zeigt, dass ihr den Ernst der Lage, was CDU und SPD angeht, anscheinend noch nicht begriffen habt.

  42. Oliver sagt:

    >dass ihr den Ernst der Lage, was CDU und SPD angeht

    Klär mich auf, damit ich auch etwas zu lachen habe. Mal ehrlich wir sind hier nicht im heise Forum oder im Piraten-Wiki, in welchen Unwissenheit zur Kür gereicht.

  43. markus sagt:

    @ christian …

    ich das schwarze loch, dass die etablierten unterhalb meiner grundrechten aufgetan haben aber nicht mit brauner scheisse auffüllen .…

  44. der wanderer sagt:

    Ok, also ich kann euch erstmal durchaus verstehen.
    Mir macht Herr Thiesen auch Sorgen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich ihn schon länger auf dem Radar hatte, nachdem Fefe über ihn berichtet hatte. Von dem her war ich schon schockiert, dass er in ein offizielles Amt (auch wenn es jetzt relativ niedrig ist) gewählt wurde.
    Auf der anderen Seite werde ich noch etwas abwarten. Mir ist klar, dass man ihn nicht von heute auf morgen rauswerfen kann.
    Ich meine stellt euch das doch bitte vor, bis Sonntag, war anscheinend für den Vorstand und Herrn Thiesen die Sache vor einem Jahr mit der Verwarnung abgehackt. (ist natürlich jetzt nicht in Ordnung, man hätte ihn damals rausschmeisen sollen). So hat man das damals geduldet. Und jetzt soll von einem auf den anderen Tag alles anderst sein?
    Für mich ist die Distanzierung von Herrn Thiesen nur der hoffentlich erste Schritt. Jetzt liegt der Ball bei Herrn Thiesen. Er wird sich höchstwahrscheinlich nicht von seinen Äußerung distanzieren. Damit gibt es dann einen Grund ihn rauszuschmeisen, was hoffentlich geschieht. Das wäre das Verfahren das ich mir Erhoffe.

  45. Toljok sagt:

    unabhängig von diesem fall, ganz allgemein. ich weis nicht ob es sinnvoll ist alle spinner, grenzwertigen und grenzenüberschreiter, gleich welcher art, aus den entsprechenden verbänden, vereinen und parteien rauszuschmeißen, zu drängen und zu bashen, das fände ich kontraproduktiv, weil die betroffenen dann radikalisieren, vereinsamen oder durchdrehen können, jedenfalls nicht mehr im einfluss– und wirkbereich gemäßigter, weltoffner und besonnener mitmenschen sind, wenn ihnen keiner mehr zuhört und auf sie einwirkt, keiner mehr mit ihnen redet und sie bändigt. ist es für das gemeinwohl, die gesellschaft und demokratie nicht besser diese verirrten menschen in ihrer mitte zu behalten, mit ihnen zu streiten, sie zu widerlegen und aufzufangen, als sie auszustoßen und an den rand der gesellschaft zu drängen? nur mal so zum drüber nachdenken 😉

  46. Yuri sagt:

    @Phoibos: Da du dich kurz anscheinend auf einen von mir verfassten Beitrag beziehst [dem angegebenen Titel nach zu urteilen — der Link fuehrt woanders hin], muss ich doch kurz nachfragen, was genau bzw. wie du es jetzt meinst. Das ist nicht boese gemeint, ich will hier nur nichts falsch verstehen.

    @Micxs: Dazu sagt doch die Bundessatzung schon etwas [http://wiki.piratenpartei.de/Bundessatzung]. Oder meintest du, dass dir das nicht ausreicht?

    Totalitäre, diktatorische und faschistische Bestrebungen jeder Art lehnt die Piratenpartei Deutschland entschieden ab.

  47. markus sagt:

    @ toljok …

    es geht nicht in 1. linie darum, die leute un ketten zu legen und nen maulkorb zu verpassen, das tut in zweifelsfall der gesetzgeber.

    der Aufhänger für die Aufregung hier ist die Tatsache das so ein Individuum nicht nur in der Basis herumspukt sondern ein Parteiamt erhält. Mit der annahme des Parteiamtes gibt es auch keine klare trennung mehr zwischen privater und parteimeinung, dass sollte auch jedem klar sein.

    Die Partei, die solche «privaten» Meinungen stützt, wird nunmal für eine erhebliche zahl von menschen unwählbar!

  48. phoibos sagt:

    @Yuri:

    oh, entschuldige, aber dein artikel Ist die Piratenpartei eine Nazi-Partei? war zum zeitpunkt meines kommentars der erste bei planet-pirat.

    ich wollte damit zeigen, dass den piraten (und habe dich pars pro toto ausgewählt ob der damals prominenten stellung bei planet-pirat) geschichtsbewusstsein (was ich persönlich schlimm finde, aber naja, pisa halt…) fehlt. du schreibst selbst, dass du die frage angriff oder überfall für geschichtliche kleinkrämerei und die daraus resultierende geisteshaltung für irrelevant hälst. daraus lese ich, dass es dir wurst ist, einem bekannten und bekennenden geschichtsrevisionisten die stimme zu geben.

    und damit hat die partei durch die wahl bodos — pars pro toto — in meinen augen entweder einen kräftigen rechtsruck vollzogen oder ist wohlwollend nur eine absurdität von aluminiumhutträgern.

    ciao
    phoibos

  49. Micxs sagt:

    @Yuri
    Sorry bis zur Satzung bin ich nicht gekommen. Dachte mir aber das sowas zumindest in der Satzung steht. Was die Piraten für mich noch unwählbar macht ist ihr doch kleines Parteiprogramm. Mir fehlen dort sehr viele Positionierungen. Wie gesagt erwarte ich aber auch noch gar nicht das man sich nun zu allen möglichen Dingen positioniert. Das kann nur langsam wachsen und ich denke die Piraten müssen sich mit diesen verschiedenen Dingen beschäftigen, weil sie spätestens im Bundestag oder bei Gespächen mit Nichtwählern mit Themen konfrontiert werden die nicht im Parteiprogramm stehen.

    Der geneigte Wähler wird sich zu aller erst das Wahlprogramm anschauen und schauen ob er sich vertreten fühlt. Wenn er sich vertreten fühlt wird er sich mit der Satzung beschäftigen. Ich bin nur bis zum Wahlprogramm gekommen und das ist mir effektiv zu dürftig. Da Die Linke Teile der Positionen der Piraten vertritt und zusätzlich andere wichtige Dinge anpacken will ist das dieses Jahr meine Wahl. Und diese Entscheidung hat nichts mit dem Thema hier zu tun sondern stand lange vorher fest. In 5 Jahren kann das vielleicht anders aussehen. We will see.

  50. Micxs sagt:

    Bodo Thiesen hat reagiert:


    Benutzer:Bodo Thiesen/Distanzierung

  51. Chris sagt:

    Ja, ich habe diese nette Kurzgeschichte an das Volk auch gelesen. Oder wie es ein Kollege ausdrückte:

    Dessen Aussage liest sich wie eine Bekennerschreiben, vorgelesen von einer Geisel.

  52. Yuri sagt:

    @Micxs: ich wollte dich an dieser Stelle ja auch nicht dazu ueberreden, die Piraten zu waehlen. Das soll jeder fuer sich slebst entscheiden.

    @phoibos: Kein Grund, sich zu entschuldigen. Es haette ja bloss sein koennen, dass du eigentlich was anderes meintest.

    Ich denke, du spielst damit darauf an, dass diese Wortklauberei im Grunde darauf hinauslaeuft, Deutschland die Schuld am Beginn des 2. Weltkriegs abzusprechen, richtig? Weil ein ‘Angriff’ ja gerechtfertigt waere… sehe ich aber nicht so. Ich finde auch Angriffe falsch. Selbst, wenn Polen vorher gewusst haben sollte, dass es angegriffen wird [was der Begriff doch impliziert, korrekt?], macht es das dennoch nicht weniger falsch und ungerechtfertigt.

    Bezueglich des Geschichtsbewusstseins: Es stimmt, dass ich in Geschichte allgemein nicht gut bin. Natuerlich weiss ich ueber das Nazi-Regime bescheid. Geschichtsrevisionismus [so man es denn als solchen bezeichnen moechte; ich will hier keine Diskussionen ueber Begrifflichkeiten vom Zaun brechen, weil ich die Definition von sowas schwammig finde und man imho viel Fachwissen braucht, um da Grenzen zu ziehen] in dem Ausmass, wie es von Bodo betrieben wurde, finde ich tatsaechlich vernachlaessigbar bei der Frage, ob er fuer das [nichtpolitische] Amt eines Ersatzschiedsrichters geeignet ist. Da stellen sich fuer mich zunaechst mal ganz andere Fragen.

    Ich finde eben, dass jemand, wenn er nun behauptet, das mit Polen sei ein «Angriff» und kein «Ueberfall» gewesen, er aber ansonsten keine solchen Ansichten an den Tag legt, nicht automatisch als rechtsextrem anzusehen ist. Mich selbst sehe ich jedenfalls nicht als Nazi oder Nazi-Sympathisant an und das sehe ich auch in der Piratenpartei so nicht — daher finde ich zumindest derlei Vorwuerfe unbegruendet [welche Meinung man nun zum Thema Bodo vertritt, ist wiederum eine andere Sache].

    Dass er einige bedenkliche Aussagen in der Vergangenheit getaetigt hat, will ich nicht bestreiten. Nun kann man natuerlich behaupten, seine spaetere Stellungnahme dazu sei unglaubwuerdig oder gar gelogen — ich gestehe ihm aber zu, dass ich es nicht weiss und es meines Erachtens ungerechtfertigt waere, ihn deshalb des Luegens zu bezichtigen. In ein politisches Amt haette er es bei mir deshalb trotzdem nicht mehr geschafft [obwohl ich auch Personen wie Jens Seipenbusch kritisch sehe… andererseits hat der Vorstand politisch gesehen gluecklicherweise auch nicht so viele Kompetenzen].


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