Killerspiele reloaded

… oder wenn Killerspiele zu Killern der Vernunft werden.

Nach der Online-Ankündigung einer Bluttat in Baden-Württemberg und Panikreaktionen an Schulen in Offenburg am heutigen Mittwoch hat sich auch Landesvater Günther Oettinger für ein striktes Verbot von «Killerspielen» ausgesprochen.

heise online


Wir werden da wohl echte Eltern reagieren? Mit Panik, würde ich auch und das kann man auch nur wirklich abschätzen, wenn man denn Kinder besitzt — da würde ich niemandem etwas vorschreiben. Der jetzige von den Behörden gepushte Fall,

Als Fan von Killerspielen und introvertierter Einzelgänger habe er «ins Raster» gepasst, meinte ein Ministeriumssprecher.

stellt sich nun wahrscheinlich als Selbstmord heraus.

Die Polizei in Offenburg teilte derweil mit, dass ein 18 Jahre alter Schüler tot in einem Waldstück in Meißenheim bei Lahr (Ortenaukreis) gefunden worden sei. Sie geht davon aus, es sich um den jungen Mann handelt, nach dem im Zusammenhang mit der Warnung vor einem Amoklauf gefahndet wurde.

Tja ein armer Mensch mit Problemen, kein Amokläufer — aber man mußte ja der potentiellen Gefahr nachgehen. Klar das kann man immer und überall. Es schützt überhaupt nichts, man kann da nicht in die Köpfe reinsehen und man kann auch keine Muster anhand von Oberflächlichkeiten erkennen. Es nützt verbotsgeilen Politikern etwas, die ihren Sündenbock in Form von Killerspielen ausgemacht haben und es braucht wohl noch ein paar solcher Aktionen, damit das Volk öffentlich Killerspiele verbrennt.

12 Antworten zu “Killerspiele reloaded”

  1. Chris sagt:

    Schade, dass ich nicht zeichnen kann. Hätte da ne feine Idee für ne Karikatur — irgendwelche Zeichner unter uns?

  2. cblue sagt:

    Warum ist der Fall «gepusht»? Allem Anschein nach hatte der Junge im Internet für heute irgendetwas angekündigt. Woher willst Du wissen, dass es nur nicht zu einem Amoklauf kam, weil die Warnung in den Medien rauf und runter ging und offenbar überall Polizei unterwegs war?

  3. itti sagt:

    wo kann ich eigentlich meine mitmenschen (möglichst anonym) melden, wenn ich den verdacht habe sie könnten einen amoklauf planen?

  4. Oli sagt:

    Schreibs hier ein paarmal und du bist im Raster 😀

  5. Chris sagt:

    @cblue: Ich bin heute beim Verfolgen der Nachrichten auch zu dem Schluß gekommen, dass er aufgrund der Medienberichte zu Emsdetten so gehandelt hat, wie es es getan hat. 😉

  6. cblue sagt:

    Ich meinte nicht Emsdetten (?!), sondern Berichte über diesen Fall. Soweit ich mich erinnere, lief seit gestern Abend die Meldung, dass jemand angeblich angekündigt hatte, an Nikolaus etwas geplant zu haben. Also waren Schulen und Behörden entsprechend gewarnt.

  7. Chris sagt:

    Aso, ne, ich hatte den Eindruck, als wenn das son Nachahmungstäter war… Naja, Beckstein und andere amoklaufenden Politiker haben wieder ihr Thema…

  8. Oli sagt:

    @cblue, ich überall «Anzeichen» sehen, am Schluß nennt man das bei einzelpersonen zwanghafte Paranoia und beim Staat?

    Also waren Schulen und Behörden entsprechend gewarnt.

    Ich habs in den Medien verfolgt und der Herr Minister dort mußte sich die Kritik auch aus eigenen Reihen anhören, insofern war wohl nicht viel. Nun ja schreib was beim nächsten Lan-Treffen und vielleicht gibts ne News über dich in den Medien. Bei Terror funktioniert es auch und *Sicherheit* gibts keine, nur Paranoia.

    http://www.netzeitung.de/.….245.html

    Das eine die Umsicht der Polizei, bei vagen Hinweisen. Das andere die Geilheit einiger Politiker und der Medien. Sollte man imo trennen, ne? 😉

  9. cblue sagt:

    Ah, jetzt wird’s deutlich. Es klang die ganze Zeit so, als hättest Du’s lieber, wenn man solchen Hinweise nicht nachginge, damit sozusagen nicht schon wieder «Killerspiele» in der Zeitung steht…
    «Geilheit der Medien» — weil über die neue Ankündigung und über die Verbotsforderungen mancher Politiker berichtet wird? Dazu sind Medien da, die bieten nämlich Nachrichten. 😉
    Und: Komischerweise schreiben wir Spielen keine Wirkung zu, dem Medienrummel um die neue Drohung aber schon.

  10. Oli sagt:

    Dazu sind Medien da, die bieten nämlich Nachrichten.

    Die Polemik ist völlig fehl am Platz, wenn man die Lage nicht richtig einschätzt.
    Wenn du jetzt drei mal das Wort Terror erwähnst und deswegen vom BND abgegriffen wirst nach der Arbeit, wäre es ungefähr vergleichbar — was du hier geflissentlich als Nachrichten titulierst.
    Und wie man heute Morgen sieht, ruft das eine Menge neuer Trittbrettfahrer auf den Plan. Und komisch, wenn du mal aufmerksam mitdenken würdest — *wir* schreiben Spielen eine Wirkung zu, ebenso wie sie Filme haben oder auch unverantwortliche Politiker und Medien,
    Die Ursache aber sind Spiele nicht, sie können *ebenso wie jedes andere* Medium etwas triggern.
    Einfaches Beispiel du rufst jetzt anonym bei der Polizei an, du würdest jemanden kennen — die Polizei muß derlei Dingen immer nachgehen — logisch — die Politiker haben von derlei Dingen aber nichts zu berichten, weil sie damit die Ermittlungen stören und vielleicht noch schlimmeres heraufbeschwören können.
    Einfaches Spiel, zu was Medien mit fähig sind, sah man bei damals auch bei Gladbeck — nicht alles was Quote macht sind *Nachrichten* und viele Menschen, die sich «informieren» möchten sind schlichtweg Voyeure!
    Man hat heute das Internet, man kann sich aus X Quellen informieren, vergleichen und teils Blödsinn, weil widersprüchlich, in der Berichterstattung ausmachen. Warum tut man es nicht? Weil man faul ist, abgegriffen werden die erstbesten «News» prägnant vorgetragen, damits recht eingängig rüber kommt.
    Solange die Gesellschaft nicht erkennt das sie selbst shayze ist, da nützt es auch nichts Sündenböcke zu suchen bzw. Panik zu schüren. Und wenn Vertreter der Polizei bei derlei Dingen, wie auch schon zuvor beim «Terror» hierzulande, von Unverantwortlichkeit sprechen — gibt einem das zu denken. Gleichermaßen hängt der Mob jedoch lieber am Rock des Politikers, der da ganz andere Absichten als profane Sicherheit hat, die in diesen Fällen ohne hin nur einem Trugschluß gleich kommen.
    1? für jedes hirnlose Stammtischgespräch in diesem Land und ich wäre ein reicher Mann.

    Ah, jetzt wird?s deutlich. Es klang die ganze Zeit so, als hättest Du?s lieber, wenn man solchen Hinweise nicht nachginge,

    Du solltest vielleicht nicht nur den ersten und den letzten Satz meiner Texte lesen und auch die paar anderen die mit zu der Thematik gehören — geht sonst nicht, sind halt kein News-Magazin.

  11. cblue sagt:

    Das tue ich, sogar sehr gerne, sonst würde ich hier nicht aufschlagen.

    «…aber man mußte ja der potentiellen Gefahr nachgehen. Klar das kann man immer und überall. Es schützt überhaupt nichts, man kann da nicht in die Köpfe reinsehen und man kann auch keine Muster anhand von Oberflächlichkeiten erkennen. Es nützt verbotsgeilen Politikern etwas, die ihren Sündenbock in Form von Killerspielen ausgemacht haben…»

    Das las sich für mich so: Lasst die Leute in Ruhe, die irgendwelche Andeutungen machen, das bringt eh nichts, außer dass Verbots-Politiker neue Munition bekommen. Gut zu wissen, dass es nicht so gemeint war.

    Mit der Nachrichten-«Polemik» war gemeint: Emsdetten ist gerade zwei Wochen her, da kündigt jemand etwas Ähnliches an — er schreibt nicht nur irgendwo dreimal «Amoklauf» — natürlich ist das dann eine Nachricht. Genauso ist Emsdetten eine Nachricht. Wenn jemand dem nacheifert, weil er’s in der Zeitung gelesen hat, ist das doch nicht die Schuld der Medien. Du sagst es ja selbst: «Solange die Gesellschaft nicht erkennt das sie selbst shayze ist…» Die Trittbrettfahrer sind «shayze», nicht die Medien, die über so ein Ereignis berichten.

    Was die Spiele angeht, sind wir derselben Meinung, die sind keine Ursache. Genauso wenig sind aber Medienberichte über Amokläufe Ursache neuer Amokläufe.

    Ich hoffe, der neue «Blog, Meinungen, Kommentare»-Eintrag bezieht sich nicht auf das hier, das wäre albern. Wir plauschen doch nur, neulich habt Ihr noch die bissige Internet-Tonlage verteidigt… 😉

    Btw, Du hattest offenbar Recht:
    http://www.spiegel.de/pan.….,00.html

  12. siggi sagt:

    Ich bin der Meinung, dass die Fersehnachrichten viel gewaltverherrlichender sind als irgendein «Killerspiel»…vieleicht sollte man Nachrichten verbieten

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