kauft man Hardware gerät man immer wieder ins Schwärmen

Ich denke mein Sermon bezüglich heutiger Hardware und Hardware vor 10+ Jahren bzw. Consumer Hardware Vs Business Hardware fand auf dieser Publikation schon desöfteren Raum und Redundanz macht sich allmählich breit, dennoch … meine neueste Errungenschaft bietet sich geradezu diesbezüglich an.

Im Prinzip ist dieser Canon IP4600, wie alle Vertreter dieser Preisklasse, mehr oder weniger tauglich drucktechnisch in recht guter Qualität zu Werke zu gehen. Ein rechter Leisetreter ist er und erledigt dennoch zügig die ihm angetragenen Aufgaben, von dieser Seite aus gibts also keine Beschwerden. Ärgerlicher wiegt der Umstand der fehlenden Kompatiblität oder besser ausgedrückt die Orientierung gen Redmond. Treiber? Treiber erwartet kein Mensch — auch wenn welche für Linux existieren und diese nur ein Bruchteil der tatsächlichen Fähigkeiten dieses Geräts ausnutzen. Aber wer nutzt schon Linux und installiert sich zugleich noch derartige eingeschränkte Blobs? Mit der Zeit wird wohl Gutenprint etwas passendens aufweisen können — aber gut Ding will Weile haben. Im Moment taugt der Gutenprint Treiber für mehr oder weniger zufällige Erfolgserlebnisse, inkl. lustigem Farbenraten etc.

Nun in Gefilden freiheitlich überantworteter Software informiert man sich zuvor, aber selbst HP bietet mit dem höchsteigenen Blob nicht wirklich Support für jegliche neu erschienene Hardware aus dem eigenen Haus. Und somit ist alles letztendlich immer noch oder gerade heute mehr oder weniger Glück. Über die absurden Halbwertszeiten von Hardware ließ ich mich schon aus, darunter leidet insbesondere die Qualität, aber auch die FOSS-Bewegung per se. Dabei wäre es manchmal so einfach, im Grunde genommen unterscheidet sich manche Hardware nicht derart, man könnte also trotz Neuerungen kompatibler arbeiten. D.h. ein Treiber eines älteren Druckers klappt u.U. auch mit einem neueren, so manche Funktionalität geht damit wahrscheinlich flöten, aber unterm Strich hat man zumindest den grundlegenden Betrieb gesichert.

In der Regel ist dies auch bei diversen Gerätschaften möglich, jedoch kann man in jüngster Zeit mehr und mehr Abweichungen von dieser Regel beobachten. Der Grund? Mehr Absatz etc. pp. Aus diesem Grund tut man sich auch schwer tatsächlich Spezifikationen der Hardware zu publizieren, Ausnahmen wie z.B. die am Abgrund tanzenden AMD/Ati oder Intel die häppchenweise bedienen verbessern die Lage nicht wirklich. Man macht in FOSS, es ist im Moment halt ein Rummel, welcher sich werbetechnisch adäquat nutzen läßt — da wird FOSS kaum gelebt, sondern nur ausgenutzt. Aus dem gleichen Grund halte ich FOSS heutzutage für Windows kontraproduktiv, aber würde ich dem Anliegen nachgeben könnte ich auch sogleich die GPL supporten, was imho nicht einer stetigen Annäherung an Freiheit entspricht, sondern vice versa einer Abkehr.

Wie dem auch sei, es kotzt mich auf gut Deutsch an. Ich wünsche diesen ganzen schmierigen Firmen eine herbe Pleite und dem Konsumlemming der heutiges Hardware Dilemma zumindest indirekt von Fall zu Fall mit zu verantworten hat gehörige Hardware Ausfälle. Vielleicht wachen ein paar mehr auf und reden sich nicht nur fortwährend alles gut — ja das ist halt so und meiner läuft gut, ich weiß nicht was du hast.

Wer mit offenen Augen durch die Welt geht kann diverse Abgründe in diesem Bereich schauen und diese Abgründe werden immer tiefer und weiter. Mit tiefer in die Tasche greifen alleine ist es schon kaum mehr getan, teils sind da exorbitante Vorstellungen an der Tagesordnung und die Suche nach Glückseligkeit ist bei Consumer Hardware einfach nur sinnlos. Im Moment sticht mich jedoch der Hafer insbesondere wegen dieses vermalledeiten Druckers.

Ich erwarte jedoch keine Besserung, vielmehr kann man eine Konditionierung heutiger Käuferschichten auf ein Leben mit absoluter Mittelmäßigkeit ausmachen. D.h. viel Gegenwehr ist da nicht mehr zu erwarten, betrachtet man weite Teile des Linux Lagers, kann man gar eine Annäherung an Redmond in qualitativer Hinsicht ausmachen — Oberflächlichkeit bzw. Hauptsache es läuft. Das viele dort schon einen Habitus aufzeigen, wie ein über Jahre gestählter Windows User, ist dem Gros schon gar nicht mehr gewahr — es ist Normalität. Und somit, um den roten Faden behände wieder aufzugreifen, ist es ein Teufelskreislauf. Wenn der Mainstream keine Qualität verlangt bzw. bereit ist als Masse für diese zu bezahlen, dann kann der Einzelne entweder aufgeben oder noch weitaus tiefer in die Börse greifen.

Es tut mir Leid für den weiten Ritt, der Gaul ist jetzt übrigens am Ende, aber für ein scheiß Drucker, scheiß Treiber ist das Problem eben zu komplex.

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3 Antworten zu “kauft man Hardware gerät man immer wieder ins Schwärmen”

  1. Nico sagt:

    Hab vor geraumer Zeit die Canon Powershot A540 bekommen und bin vollends zufrieden, ist immer schön ein neues Technisches Spielzeug zu haben :)

  2. Michael sagt:

    Ein Blogger nutzt Drucker. Hi Hi

    :-)

    Mein Canon PIXMA iP2500 ist verschenkt — auf die Visitenkarte kommt nur noch eine Email (mein Name ist schon in der Emailadresse sichtbar) und heute morgen habe ich das Wörterbuch Deutsch — Englisch von PONS an einen Freund zurückgegeben, weil auch das nur noch digital bei mir abläuft — offline oder online.

    Komisch — auch Bruce Schneier schreibt ähnlich wie Du und war kürzlich der Meinung alle Sicherheitsunternehmen (Software) gehören an die Wand gestellt oder so ähnlich.

    Rundumschlag ist sehr modern … LoL

  3. bernd sagt:

    Oberflächlichkeit und Hauptsache es läuft oder «scheiss Ding, es geht nicht, ich will doch nur…». Das Problem an der ganzen Sache ist doch, dass unser Umfeld mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit derart technisiert wurde, dass nur Nerds oder geschultes Personal in der glücklichen Lage sind, die Dinge zu einem – zu ihrem – Zweck teilweise auszuschöpfen – oder kurz: was weiß Otto-Normalo schon von DPI, PCL, PS und ICC? Der einfache Bürger möchte doch nur… Die Hardware-Industrie meint, dass man Feature um Feature einbauen müsse, um überhaupt noch konkurrenzfähig zu bleiben. Dumm nur, dass sie sich derart täuscht, was man btw auch an der Einführung sog. Netbooks sieht.
    Ob der Mainstream Qualität will oder nicht, kann ich nicht sagen, ich weiß nur, dass man in meinem Bekanntenkreis recht laut «ja» zu Qualität sagt. Die HW Firmen ignorieren in meinen Augen das existierende Verlangen nach Qualität und Antworten wenn überhaupt mit dem neuesten Feature. Die Kunden werden übergangen, werden verarscht.
    Man kauft ein neues Gerät, die zig Features sind den Meisten recht egal, mit der Hoffnung, dass das Neue jetzt endlich ein «paar» Jahre tut. Denkste! Ich hoffe auf die Finanzkriese. Ich hoffe auf eine «Entschleunigung» des HW-Marktes sowie den Untergang der resourcenfressenden und Schrott-produzierenden Firmen. They Suck!

    BTW: Ich liebe meinen vererbten HP5. Ca. 28.000 Seiten auf dem Buckel, seit 7 Jahren im Einsatz, PCL– und netzwerkfähig und somit auch keine Probleme das Ding unter OS XYZ in Betrieb zu nehmen. Ich weiß den Wert dieses Geräts sehr zu schätzen. :)

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