Karl-Theodor zu Guttenberg — ein deutscher Sarah Palin

karriere_bundeswehr_4_620
Agenda 2013

Karl-Theodor zu Guttenberg hat heute angekündigt, dauerhaft auf seinen Doktortitel verzichten zu wollen. Nach der Durchsicht seiner Doktorarbeit sei ihm aufgefallen, dass er wohl den «Überblick über seine Quellen» verloren hat. Das Gute an der Geschichte: es entlässt nicht die Universität Bayreuth aus ihrer Verantwortung, über die Doktorarbeit des Verteidigungsministers zu urteilen, auch wenn es die Situation für die Universität einfacher macht. Das Schlechte an der Geschichte: Karl-Theodor zu Guttenberg denkt gar nicht daran, zurückzutreten. Kai Biermann nennt den Verteidigungsminister Witzfigur und Grüßaugust. Das trifft nicht den Kern der Sache. Zwei Drittel der Deutschen halten zu Guttenberg die Treue, der Axel-Springer-Konzern steht weiter hinter ihrem Minister. Das macht zu Guttenberg nicht zu einer Witzfigur oder zu einem Lügenbaron. Es macht ihn schlicht und ergreifend gefährlich.

Sarah Palin feiert in den USA gerade unheimliche Erfolge. Die sogenannte Tea-Party-Bewegung, Sarah Palin und ihre Anhänger, sind in vielen Gebieten mittlerweile mächtiger, als die Republikaner oder die Demokraten. Das Verfassungsblog beschreibt es sehr gut: Mit jeder Kritik, mit jedem Fehler, der Sarah Palin nachgewiesen wird, wird sie stärker. Ihre Anhänger scharren sich um Palin, ein schier undurchdringbare Mauer, jegliche Kritik fällt auf die Kritiker zurück. Eindrucksvoll. Stark. Machtvoll. Der Anschlag auf die US-Abgeordnete Gabrielle Giffords ist diversen Stimmen nach auch eine direkte Folge der aufgeheizten Stimmung durch Sarah Palin und ihr Gefolge. Die Tea-Party-Bewegung, die noch weiter rechts steht, als die Republikaner, ist mittlerweile die dritte Macht im Staate.

Karl-Theodor zu Guttenberg und seine Anhänger gehen gerade den selben Weg wie Sarah Palin und die Tea-Party-Bewegung. Michael Spreng nennt zu Guttenberg einen Popstar. Seine Fans halten unbeirrt zu ihm, sehen in ihm ein Idol, es hat sich ein unbegreiflicher Starkult entwickelt, den man zuletzt vielleicht bei Take That in den Neunzigern erlebt hat. Jegliche Kritik prallt an zu Guttenberg ab, mit jeder neuen Enthüllung wird er stärker, so wächst zum Beispiel seine Unterstützer-Gruppe auf Facebook stetig. Das GuttenPlag Wiki hat es erlebt: wird Kritik am Verteidigungsminister geübt, fallen Horden von Guttenberg-Fans über die betreffende Webseite her. Im positiven Fall, wird nur kommentiert und die Betreiber der Webseite beleidigt. Im negativen Fall kommen handfeste Bedrohungen per Mail  und auf anderem Wege.

Parallelen zwischen Karl-Theodor zu Guttenberg und Sarah Palin sind unverkennbar. Wenn der Verteidigungsminister wirklich zu den Lügen stehen würde, die er verbreitet hätte, wäre er schon zurückgetreten. Stattdessen negiert er sein Verhalten, lässt sich von seinen Fans feiern und beschützen. Die Kritiker und die, die ihm eindeutiges Fehlverhalten und klare Lügen nachgewiesen haben, werden massiv angegriffen. Ein Täter wird zum Opfer. Ein Nebeneffekt, der jetzt schon eingetreten ist: die deutsche Wissenschaft ist nachhaltig beschädigt und der Lächerlichkeit preisgegeben. Der Ausspruch, «ist doch alles nicht so schlimm und macht jeder», wird den deutschen industriestandort auf lange Sicht schädigen, der deutsche Doktortitel wird zur Massenware degradiert. Karl-Theodor zu Guttenberg ist keine Witzfigur und kein Grüßaugust, auch wenn man derzeit jede Menge Witze über den Verteidigungsminister reißen kann. Seine Uneinsichtigkeit, seine Lügen und seine Fans machen ihn zum gefährlichsten Mann der deutschen Politik. Ein deutscher Sarah Palin.

, , , , , , , , , , ,

41 Antworten zu “Karl-Theodor zu Guttenberg — ein deutscher Sarah Palin”

  1. Hermann sagt:

    Hatte man erst gedacht hier muesste G. einmal selbst die Verantwortung fuer sein Tun uebernehmen sieht man jetzt, dass nicht nur «Untergebene», sondern auch «Chefs» zum Bauernopfer werden koennen.
    Sein Prof, seine Uni, der gesammte Deutsche Wissenschaftsbetrieb werden es ihm danken.

  2. Tichodroma sagt:

    Ich habe die Hoffnung auf den Rücktritt des Ministers ja noch nicht aufgegeben. Falls er mit dieser Tour tatsächlich durchkommen sollte, wäre das ausgesprochen traurig. Wieder hätten der Boulevard und die Geistlosigkeit gesiegt. Aber anscheinend wollen die Leute betrogen werden :(

  3. Anonymous sagt:

    Ja, die lieben Deutschen waren schon immer Weltmeister im Verdrängen, da kommt einer wie Guttenberg, der selbst verdrängt gerade recht. Das dem dann zugejubelt wird wundert mich nicht.

  4. Tichodroma sagt:

    Nanu, neues Foto? Schade, die Dionsaurier waren nett :)

  5. Der «Adel» ist doch nur ein im Mittelalter legalisierter Haufen erfolgreicher Gangster…

  6. Moose sagt:

    Sarah Palin bezeichnet sich ja gerne als «Maveric» — politischer Außenseiter, Querdenker… und diese Bezeichnung wird auch gern vom Guttenberg-Tross verwendet. siehe «akrobatisches Querdenkvermögen».

    Maveric hieß auch der Held im Film «Top Gun», dessen Ästhetik Guttenberg im G-Suit vor einem Eurofighter wiederbelebte.
    Bekannt ist auch die gute Freundschaft zwischen Ehepaar Cruise und den Guttenbergs. es ist zum gruseln.

  7. Wie Guttenberg versucht, die Schmach zu minimieren.…

    Guttenberg bittet als neuestes die Universität Bayreuth darum, seinen Doktortitel zurückzunehmen. Fein aus gedacht, Herr Dr. strg+c… Ist die Uni denn ein Warenhaus, wo man nach belieben etwas zur.…..

  8. Gebinsel sagt:

    Demagogisch ist der Mann sehr gefährlich. Ich wünschte er hätte die Unterlagen zur Kundusaffäre auch in Buchform veröffentlicht, damit an der Sachlage intressierte Menschen auch mehr zu Gesicht bekommen können, als seine ständigen Beteuerungen. Mich wundert es irgendwie, dass er bei den Demos in Dresden nochnicht ausreichend Grund gewittert hat, die jungen Rekruten auch praktische Erfahrungen im Inland gewinnen zulassen. Ich wittere wohlüberlegte Propaganda.

  9. Carsten sagt:

    Ich bin etwas entsetzt, wie sehr diese unsägliche Facebook Gruppe mittlerweile in den Medien verbreitet ist. Die Qualität der Kommentare erinnert an 12-jährige, die einen Popstar anhimmeln. Ich glaube zudem, dass ein Großteil gar nicht genau weiss, worum es geht, sondern einfach mal mitmacht, weil es gerade “en vogue” ist.

    Da entwickelt sich eine Eigendynamik, die man keinesfalls als repräsentativ bezeichnen kann. Vor allem ist das keine Diskussion, sondern einfach eine Anreihung von Kommentaren, die natürlich deshalb so positiv für Guttenberg ausfallen, weil auch sachlich kritische Kommentare gelöscht werden.

    Wenn das die neue Diskussionskultur werden soll, dann gute Nacht. Für soziologische Untersuchungen (oder gar Dissertationen) allerdings ein mehr als gefundenes Fressen. :)

  10. foxbow sagt:

    Denkt man bei dem Sachverhalt um zwei Ecken kommt man an einer erschreckenden Position an. Die Abwertung der Wissenschaft und Wissenschaftler, die Herr Guttenberg hier gerade so eindrucksvoll demonstriert passt hervorragend dazu, dass in Diktaturen aus Wissenschaftlern ganz schnell Dissidenten werden. Nur so kann das Volk sich Uninformiertheit bleiben und der Machthaber sich sicher fühlen. Ich hoffe dass ich mich täusche promovierte Meinungen in nächster Zeit nicht abfällig abgetan werden, weil der Gutti, dass ist ja einer von uns, den Arbeitern! Leider schafft es ein Teil der Presse eben diese Geisteshaltung bei den Lesern hervorzurufen.

    Ich glaube nicht, dass das der ursprüngliche Plan war, ins Programm passt das aber ganz hervorragend. Ich habe diesen Mann von je her als brandgefährlich gesehen und sehe mich leider in dieser Ansicht ständig aufs neue bestätigt.

  11. Robert B. sagt:

    Interessant ist auch die Diskrepanz in Meinungsumfragen, ob er zurücktreten oder im Amt bleiben solle. Am Sonntag Abend berichtete Spiegel Online über eine Umfrage, nach der eine große Mehrheit der Befragten für ihn als Minister sei, während die daneben stehende Online-Umfrage seinen Rücktritt favorisierte. Vielleicht prallen hier Popstar-Kult „der Masse“ auf akademische Empörung. Welchem Menschen auf der Straße ist denn überhaupt die Bedeutung wissenschaftlichen Arbeitens geläufig, so dass er Guttenbergs Glaubwürdigkeitsverlust beurteilen könnte?

  12. Anonymous sagt:

    Ich glaube im Teaser müsste es «Bewirb dich bei der Bundeswehr» heißen, wenn ich mich nicht sehr irre. Ansonsten interessanter Artikel.

  13. ak4711 sagt:

    Die Facebook-Zahlen sollten nicht allzu ernst genommen werden.
    Zum einen können da gut und gern 100.000 sog. Fans gekauft sein — ich denke, der Initiator Tobias Huch hat sowohl das know how, als auch das nötige Kleingeld dafür.
    Zum anderen wird jeder als Fan subsummiert, der dort kommentieren möchte, und sei es gegen Googleberg.

  14. […] Popstar des Sprengsatzes, oder Exportabels „Schaumschläger“? Ungünstigenfalls wäre er sogar nach Meinung von F!XMBR das deutsche Pendant zu Sarah Palin. Alles drei sind zwar interessante Persönlichkeitseigenschaften, aber keine davon ist […]

  15. Tim sagt:

    Wem in einer Woche solche Fehler beim «wieder einlesen» der Arbeit auffallen, hat die nie und nimmer selbst geschrieben. Jeder der eine Doktorarbeit schreibt wird diese nicht nur selbst immer und immer wieder lesen, und prüfen, sondern auch andere drüber lesen lassen. Und solch lange kopierten Passagen kann er nicht aus Versehen so eingepflegt haben, dass es nachvollziehbar versehentlich nicht markierte Zitate sind. Ich glaube Gutenberg hat selbstbewusst kopiert, oder einen anderen dies machen lassen. In beiden Fällen ist nicht nur der Doktortitel weg, sondern auch jedwedes Vertrauen in seine Ehrlichkeit. Als Minister, Politiker, Vertreter des Volkes ist er damit unhaltbar in meinen Augen, und sollte sich aus Anstand von der Politik zurückziehen, und sich unter irgend einem Stein schämen.

    Oder wie man schon einmal im Usenet sagt: «geh sterben».

  16. Simon sagt:

    Abgesehen davon, dass sich doch jeder nun klar sein muss, dass der Doktor aberkannt gehört, wird es doch erst wirklich interessant an der Stelle. Man sollte sich die Frage stellen, ob Gutenberg den Aufsatz des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages, für seine Dissertation hat anfertigen lassen. Falls dem so ist, liegt ganz klar Amtsmissbrauch vor und der lieber Mann gehört unehrenhaft entlassen …

    Das er immer noch so gute Umfrageergebnisse bekommt, liegt meiner Meinung nach an dem Phänomen, dass die bisherigen Befürworter glauben: sein Versagen und seine moralische Verkommenheit, spränge auf sie über, wenn sie ihm nicht die Stange…
    Zudem gilt ja im Allgemeinen immer noch: wer sich im Nachhinein um entscheidet, sei unbeständig.

  17. Caro sagt:

    Nicht, dass das jetzt falsch rüber kommt: Ich mag den Guttenberg nicht, ich finde auch nicht gut, wie die Medien ihm zu Füßen liegen, und verstehe auch den ganzen Hype um seine Person nicht so richtig. Zudem glaube ich, dass er seine Doktorarbeit nicht selbst geschrieben hat, sondern aufgrund von großer Arbeitsbelastung und diversen anderen Gründen einen Ghostwriter hatte, der seine Arbeit nicht besonders gut gemacht hat. Ob Plagiat oder Ghostwriting, das ist auf jeden Fall nicht in Ordnung.
    Ob er deswegen als Verteidigungsminister ungeeignet ist, kann man in meinen Augen diskutieren, denn bisher hat er ja seinen Job einigermaßen gut gemacht, aber eben gelogen.

    Aber glaubt ihr nicht, dass da ein paar alte Herren in der CDU/CSU mit aller Macht versuchen, irgendwelche Fehler in Guttenbergs Lebenslauf/Vergangenheit zu finden, um ihn abzusägen? Irgendwelche Flecken auf der weißen Weste, um sein Image zu beschädigen? Den Betonköpfen in der CSU wird dieser junge, aufstrebende und nicht zu blöde Politiker allmählich gefährlich, weil er beliebter ist als sie und von der Kanzlerin protegiert wird. Damit ist er mächtiger als Seehofer. Der eigentliche Skandal ist doch, dass da CDU-Altpolitiker bereit sind, einen durchaus fähigen und vor allem beliebten Politiker (was die CDU/CSU dringend nötig hat) absägen, weil er ihnen zu mächtig wird! Er wäre der nächste Kanzlerkandidat nach Merkel, und den Röttgen haben sie auch ausgebremst. Es wäre nicht das erste Mal, dass einem jungen und beliebten Politiker aus den eigenen Reihen Steine in den Weg gelegt werden, weil vor ihm noch ein paar andere aus der «Erbmonarchie» an der Reihe sind mit Regieren. Ich bin gespannt, was ihnen noch so alles einfällt.

  18. @caro

    >Aber glaubt ihr nicht, dass da ein paar alte Herren in der CDU/CSU mit aller Macht versuchen, irgendwelche Fehler in Guttenbergs Lebenslauf/Vergangenheit zu finden, um ihn abzusägen?

    Muß man dies? Wobei dies sicher im Bereich des Möglichen liegt. Aber davon abgesehen was sollen sie in der Vita vorfinden? Erst ist kein Volljurist, schenkte sich also das zweite Staatsexamen. Er redete von beruflichen Stationen und meinte tatsächlich zwei mehrwöchige Praktika in Kanzleien, er «leitete» die «Firma Guttenberg», welche sich hauptsächlich darauf konzentriert das Geld der Familie zusammenzuhalten, Detailarbeiten machen bei derlei Summen andere mit mehr Ahnung. Was bleibt ist ohne Neid schlicht «von Beruf Sohn» ohne weitere große Erfahrungen jedweder Couleur. Das stört alles nicht, aber genau mit den gegenteiligen Behauptungen wurde geworben, als man ihn damals als Wirtschaftsminister stante pede aus dem Hut zauberte. Und nun? Alles nur eine große Ego-Blase, ohne jedwede Substanz.

  19. italic sagt:

    Wieso wurde eigentlich mein Kommentar von heute nachmittag nicht veröffentlicht?

  20. Uschi sagt:

    Mich beunruhigt, dass man nichts von dem Ghostwriter hört. Die Exclusivrechte müssten doch ein Vermögen wert sein? Warum meldet er sich nicht?

    Ich mache mir echt Sorgen.

  21. @italic Mitunter «verschluckt» in der Flut oder es war vielleicht auch ein «BLOED»-Link dabei, k.A. so ein paar Stunden später.

  22. Reinard sagt:

    Auch wenn schon sehr früh alles gesagt war und i.W. auf dem Tisch lag: Wenn die »gebildeten Stände« nicht mehr in der Lage sind dem »einfachen Volk« klar zu machen, welchen Vergehens KT sich unverzeihbar schuldig gemacht hat, dann gute Nacht Deutschland. Wir würden uns endgültig einreihen in die korrupte Liga der Länder, in denen alles geht.

    Millionen von Fliegen irren sich eben: Scheisse ist nicht gutt. Man muss es ihnen sagen.

  23. […] lässt sich nun diese Euphorie erklären? Einige sprechen vom deutschen Sarah Palin, andere sehen in ihm einen Popstar. Wir erinnern, auch Papa Ratze soll einst ein Popstar gewesen […]

  24. Mr. X sagt:

    Wie hieß die Krankheit gleich? Ach ja: „Kognitive Dissonanz“

  25. Stefan W. sagt:

    Der Herr Dr. ist ja lachhaft! Er verzichtet auf das Tragen des Titels? Das ist, als würde ein auf frischer Tat ertappter Dieb, der nur noch nicht verurteilt ist, auf die Beute zu verzichten erklären.

    Das klingt so nobel! Als wolle er Streit mit der Uni vermeiden. Glaubt er das geht? Er verzichtet, und im Gegenzug nimmt die Uni den Titel ohne Aufhebens zurück? Wieso bietet er nicht einen Vergleich an — er gibt den Dr. zurück, und bekommt ein Dipl.?

    Dass er um die offizielle Degradierung herum kommt glaubt der wirklich, oder will er nur testen, ob er damit durchkommt? Und seine Claquere, die erst noch rausfinden wollen, ob er bewusst plagiiert hat.

  26. Jakester sagt:

    Im hessischen Dorf hat Geli die Leutchen auch mit folgendem jubeln lassen:
    »„Blödsinn“ habe er gemacht, gesteht Guttenberg, aber jetzt, jetzt stehe er hier und heute öffentlich dazu, „mit großer Freude und von Herzen gerne vor Ihnen und nicht vor der Hauptstadtpresse.“»

    Extrem schaebig auch:
    «Von seinen „drängenden Aufgaben“ in Afghanistan redet Guttenberg jetzt, von verschobenen Maßstäben und toten Soldaten, die zur „Randnotiz“ geworden seien im Angesicht einer Debatte über die „Fußnoten in einer ministeriellen Doktorarbeit“, von einem Land, das aufpassen müsse, dass sich „seine Maßstäbe nicht verschieben“.»

    Er, Afghanistan, tote Soldaten, .. ja, Das Ganze Land und sein Titel wurde zu Opfern, zu einer „Randnotiz“, wegen einer Debatte über die „Fußnoten in einer ministeriellen Doktorarbeit“.
    Und das Land muss aufpassen!!!

    Und noch ein kleines Gschmaeckle:
    «Titelmissbrauch wird laut Strafgesetzbuch, Paragraph 132a, mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet

    Gelenberg ist wesentlich gefaehrlicher als Palin.
    Der sitzt naemlich schon am Druecker.

  27. Yehuda sagt:

    Erstaunlich hierbei ist allerdings die Tatsache, dass er nach wie vor in der Öffentlichkeit, sehr hohe Belientheitswerte geniesst. Dies würde wiederum bedeuten, dass die Deutschen, derartige Schritte als Lappalie betrachten. Sollte dies so sein, wirft dies ein merkwürdiges Licht auf unsere aktuelle Gesellschaftsstruktur und allgemeine Ansichten. Wo bleiben da unsere ethischen und moralischen Wertvorstellungen?
    Wären seine vermeintlichen Beliebtheitswerte in Meinungsumfragen im Sinkflug, bin ich relativ sicher, dass man ihn politisch auch fallen lassen würde…

  28. Robert B. sagt:

    Wah, mein Fortune-Cookie heute morgen:

    When you get your PH.D. will you get able to work at BURGER KING?

  29. kaltschale sagt:

    > Wo bleiben da unsere ethischen und moralischen Wertvorstellungen?

    Fragt man sich das nicht schon seit Jahren? Okay, nicht in TV, Tageszeitung oder Männermagazin.. aber so im eigenen Verstand? Mich würde eine Aktion aus Wirtschaft/Politik/Banken/Medien interessieren, die Ethik und Moral über die Hackfressen der selig grinsenden Models der PR-Kampagne hinaus ausstrahlt — ja vielleicht sogar /beinhaltet/.

  30. Yehuda sagt:

    @kaltschale
    Entweder verfügen seine glühenden Fans über keine Wertvorstellungen, oder sind darin sehr flexibel. Dahingehend, als dass er machen kann was er will, geliebt und unterstützt wird er sowieso. Wenn dies aber die Meinung einer Mehrheit sein sollte, dann macht mich diese Art — als überzeugter Demokrat — ziemlich unruhig, denn ich persönlich würde dieser Crowd die Fähigkeit absprechen, nüchtern über die Zukunft eines Volkes entscheiden zu können.
    Vor einigen Tagen gab es mal einen interessanten Artikel bei SPON über die vermeintlich «verrohte Mittelschicht». Lesenswert, bezugnehmend auf die Mechanismen, wie politische Präferenzen vieler Wähler entstehen, sich wandeln und von den beteiligten Politikern, entsprechend «gepflegt» werden…

  31. anderer sagt:

    Die deutsche Vergangenheit hatte schon so manches zu verkraften.
    Wenn es mit dem Siegeszug des Herrn z.Guttenberg so weiter geht, könnte es ähnlich dramatisch werden. Noch weiß niemand wozu er wirklich fähig ist. Auch einem Anstreicher aus Österreich hätte niemand das nachfolgende Desaster zugetraut. Bleibt zu hoffen das es glimpflich abgeht und wir uns nur über einen harmlosen Spinner ala BungaBunga «amüsieren» können. Der dabei einhergehende Niedergang der Gesellschaft ist vom deutschen Wähler ohnehin gewollt und akzeptiert, welche Witzfigur da an der Spitze steht ist nebensächlich.

  32. Wanderer sagt:

    Schön, dieses allgemeine, nichtssagende rumbeplänkel… ABER: ERFÜLLT DAS FÄLSCHEN DER D-ARBEIT KEINE STRAFTATBESTÄNDE??? Und die Uni Bayreuth, sollte nicht mal einer untersuchen ob das kein «Gefälligkeits-Doktortitel» war?

  33. Caro sagt:

    @ anderer: Also, meinst du nicht, dass du ein bisschen sehr übertreibst? Guttenberg ist immer noch Demokrat, er hängt an seinem Amt wie alle Politiker auch, er ist ehrgeizig und freut sich über seine Beliebtheit und seine Macht wie alle anderen Politiker auch, die wir vor ihm hatten und nach ihm haben werden. Und immerhin leben wir seit sechzig Jahren in einer Demokratie, und im Moment sieht es nicht so aus, als würde sich daran schnell was ändern. Er hat Fehler gemacht, definitiv, aber ihn als brandgefährlichen Demokartie-Untergraber zu bezeichnen halte ich dann doch für übertrieben.
    Immerhin ruft er im Gegensatz zu Sarah Palin auch nicht dazu auf, den politischen Feind mund– und auch sonst tot «zu machen». Sarah Palin spinnt eindeutig, die Dame halte ich mit ihren Moralvorstellungen aus dem Mittelalter und rechtskonservativem Gedankengut und vor allem ihrer Tea-Party-Bewegung wirklich für gefährlich, auch weil sie im Moment nicht regiert und trotzdem extrem viel Einfluss hat und eine Menge Amerikaner auf sie hören. Wenn der Guttenberg heute abgewählt werden würde, würde er in der Versenkung verschwinden wie alle anderen auch. Sorry, aber die Palin ist ein ganz anderes Kaliber.

  34. Andre sagt:

    Sein Amt ist beschädigt, das ist das Schlimmste. Auch die parlamentarische Demokratie ist es durch seinen solchen Typen, der sich frech für seine Kühnheit lobt auf seinen (nichtigen) Doktortitel dauerhaft zu «verzichten».

    Dieses schamlose Eigenlob für seine Herrschaftsgesten ist einfach widerlich. Der Mann agiert wie ein Trickbetrüger. Widerlich.

  35. Gaston sagt:

    @ Caro
    > Immerhin ruft er im Gegensatz zu Sarah Palin
    > auch nicht dazu auf, den politischen Feind mund–
    > und auch sonst tot «zu machen».

    Ähm, die Kombination (= System) von «Demokraten» und «Rufmördern» hatten wir schon einige male in Deutschland. Ein prominentes Beispiel ist «Rudi Dutschke» gewesen.
    Letztendlich haben sich «die da Oben» nie die Finger schmutzig gemacht. Und wie bei Rudi Dutschke ist Heute ein Teil des «Systems» von damals wieder dabei.

  36. Yehuda sagt:

    @anderer

    >Der dabei einhergehende Niedergang der Gesellschaft
    >ist vom deutschen Wähler ohnehin gewollt und akzeptiert,
    >welche Witzfigur da an der Spitze steht ist nebensächlich.

    Ja, die Berlusconisierung unserer Gesellschaft schreitet voran. Dabei dachte man, mit der Installation eines Mannes als Finanzminister, der «schlichtweg vergessen hat», einen Umschlag mit 100.000 DM entgegengenommen zu haben, sei der Tiefpunkt erreicht. Weit gefehlt, die moralische und politische Selbstaufgabe auf Seiten der Wähler schreitet unaufhörlich voran, KT ist hier nur die Spitze des Eisbergs.
    Demokratische Strukturen und ein gesunder gesellschaftlicher Zusammenhalt sind bei Gott keine Selbstverständlichkeit, dafür müsste täglich jeder von uns kämpfen — wenn man nicht merkbefreit und selbstzufrieden wäre…

  37. Anonymous sagt:

    Schon lustig!
    Es gibt ja echt noch viele Leute, die Denken man kommt ganz nach oben duch fleiss und Ehrlichkeit.

  38. Yehuda sagt:

    @Anonymous

    >Es gibt ja echt noch viele Leute, die Denken man kommt ganz
    >nach oben duch fleiss und Ehrlichkeit.

    Das ist die typische Replik der Berlusconi– und Palin-Anhängerschaft. Dazu sei nur ganz kurz gesagt, man kann durchaus ohne Lügen/Betrug, Hetze, Selbstherrlichkeit und Bullshit-Bingo durchs Leben kommen. Und das gar nicht einmal so schlecht…;-)

  39. Anonymous sagt:

    was ist denn das eigentliche problem? wirtschaft und banken drohen mit abwanderung, bestellen die politik, kein politiker stellt sich ihnen in den weg. der linke flügel der spd ist tot, arbeitslose werden verhöhnt, die arbeitnehmerentgelte sinken bei steigenden preisen, die wirtschaft wächst nur noch mit 2%. wie kam es dazu? die eliten sind unter sich, es gibt keinen öffentlichen diskurs mehr, keine öffentlichen figuren mehr, die visionen entwickeln. amerikanisierung, auf den abbau der demokratie folgt der abbau des sozialstaats.

    die elite hat keinen kontakt mehr zum volk. schröder kappte die verbindung zur basis, hatte dafür aber noch unterstützung von carsten maschmeyer, merkel macht das gleiche mit ihrer cdu, die medien stehen genau dazwischen (werden aber bald im _sozialen_ netz untergehen, ihre finanzierbarkeit wird fraglich). im wahlkampf 1998 meinte gerhard schröder (bzw. sein redenschreiber), wir hätten keine rohstoffe, wir müssten eine bildungsrepublik werden. der erfolg ist zu bewundern. auch um amerika steht es ähnlich: short term profits vertragen sich nicht mit dem erhalt öffentlicher infrastruktur, die zunehmend zerfällt, außenpolitik mit militärischen mitteln verliert sich in «asymmetrischen konflikten», das amerikanische modell verliert seine anziehungskraft, eine postdemokratische medienmaschine produziert präsidenten wie bush oder obama, beide wissen gar nicht, wer sie sind.

    wo liegt unsere chance? in den sozialen netzwerken. wenn die politik sich lieber in der berstelsmann-lobby bespricht, als dem volk zuzuhören, dann können wir das für unsere zwecke nutzen, indem wir ihre rolle übernehmen, indem wir die demokratie selbst stärker in die hand nehmen.

    guttenberg ist bloß eine flatulenz dieses systems.

  40. […] die können sich ja von Merkels Imageberatern nun helfen lassen. Dazu noch ein empfehlenswerter Artikel bei F!XMBR über den Vergleich Guttenbergs mit der TEA Party Ikone Sarah […]


RSS-Feed abonnieren