Die Karikatur eines Bürgerrechtlers

VodafoneDie Generation Zensur hat sich heute in Form von Adnation– und Spreeblickgründer Johnny H. zu Wort gemeldet. Vielleicht hätte er sich einfach ein die Vodafone-Omerta halten sollen. Ich schrieb es bereits vor 4 Tagen: Im Familienministerium und bei den angeschlossenen Lobbyistengruppen dürften die Sektkorken knallen. Johnny schreibt, dass Vodafone nur Banner auf Spreeblick gebucht hat, er wird auch nicht müde zu erwähnen, dass er selbstverständlich weiterhin gegen die Netzsperren, wie er die geplante Internetzensur verniedlichend nennt, protestiert. So zum Beispiel im Arbeitskreis Zensur. Warum heißt der AK Zensur eigentlich AK Zensur und nicht AK Netzsperren? Das aber nur am Rande. Die Jungs und Mädels sind zu wichtig und machen einen zu guten Job um von der Generation Zensur vereinnahmt und der Lächerlichkeit preisgegeben zu werden. Nichtsdestotrotz würde mich trotzdem eine klare Distanzierung des AK Zensur von Vodafone und dem werbenden Johnny H. freuen. Schließlich benutzt letzterer den Arbeitskreis aktuell als Feigenblatt. Johnny und die restlichen Adnation-Teilnehmer nehmen Geld von einem Unternehmen, welches nicht ein Zensurprovider ist — Vodafone ist *der* Zensurprovider, der Vorreiter zur Umsetzung der Internetzensur in der Bundesrepublik Deutschland.

Vodafone will sich mit dieser Kampagne der jungen, internetaffinen Menschen anbiedern. Diese positive Awareness, wie es Marcel auf Spreeblick ausdrückt, wird ihnen durch die Werbung auf den Blogs verschafft. Schließlich lebt ein Blog wie Spreeblick von den Machern, deren Glaubwürdigkeit, den Menschen, die dort schreiben. Ein Blog wie Spreeblick ist persönlich, menschlich. Ein Vergleich mit dem Spiegel, der SZ oder anderen Erzeugnissen schlägt in diesem Punkt völlig fehl. Die Schlussfolgerung der meisten Leser, die sich weniger für die Thematik interessieren: Johnny wirbt für Vodafone, also ist es gut. Johnny und die restlichen Zensurblogger von Adnation marschieren damit Hand in Hand mit Zensursula. Es fließt Geld, da haben Moral, Anstand, Werte und Rückgrat keinen Platz. Ich glaube, besser kann man es einfach nicht ausdrücken.

Die Zensursula-Debatte hat sich erledigt. Würde ich im Familienministerium arbeiten, oder gar bei der Deutschen Kinderhilfe — ich würde heute Gott auf Knien danken, dass er mir solche vermeintlichen Gegner wie Johnny H. geschickt hat. Nach Jahren der Unterschiede, auch des Streits, hatte die Internetgemeinde endlich ihr Thema gefunden, ist vielleicht sogar ein stückweit politisch erwachsen geworden. Man unterschrieb gemeinsam Petitionen, ging zusammen auf die Straße, verschaffte sich sogar politisch Gehör — bis in den Bundestag hinein. Dann kamen Adnation und Johnny H. und erklären nun, man bekomme schließlich Geld dafür, für den Zensurprovider Vodafone zu werben. Mit dem Verweis auf den AK Zensur und dem Satz, er müsse mit der politischen Haltung von hier werbenden Unternehmen nicht übereinstimmen, beweist Johnny für mich nur eins: Er ist die Karikatur eines Bürgerrechtlers. Mag jetzt hart klingen, doch er und die restlichen Adnation-Teilnehmer sorgen dafür, dass die Erfolgskurve des Unternehmens in die Höhe schnellt, welches Vorreiter war, dass zukünftig unsere Freiheits– und Grundrechte weiter eingeschränkt werden. Es ist einfach nur beschämend — das Vodafone-Desaster gerät dabei fast in den Hintergrund.

Der Don zeigt in einfachen Sätzen, wie unsäglich die Argumentation von Johnny ist: Zur Contergan-Werbung in seiner Anti-Wiederaufrüstungsbroschüre 1962: Und letztendlich hat Contergan hier Banner gebucht, mehr nicht. […] Ich muss mit der politischen Haltung von hier werbenden Unternehmen nicht übereinstimmen. […] Und schließlich zu Vodafone-Werbung auf Spreeblick — jener Plattform, die über seine-Gründung Adnation (zusammen mit Vodafone Testimonial Sascha Lobo) in Sachen Werbung vermarktet wird, etwa an Scholz & Friends, wo Nico Lumma, seinerseits Geschäftspartner bei Adnation, als wichtiger Mitarbeiter die Vodafone-Kampagne betreut, im Jahre 2009: Und letztendlich hat Vodafone hier Banner gebucht, mehr nicht. […] Ich muss mit der politischen Haltung von hier werbenden Unternehmen nicht übereinstimmen. Cartagena schreibt auf seinem Rebellenidyll: Die Vodafone-Kampagne erlaubt sich eine Peinlichkeit nach der anderen und verhöhnt dabei Interessierte und Kunden zu gleich, und das noch ziemlich amateurhaft. […] Die so genannten Top-Blogger, die mit Hilfe von Adnation, werben und so tun, als wäre nichts geschehen, haben die Diskussion für beendet erklärt. Als jemand einmal über die “Morgendämmerung der deutschen Blogosphäre” schrieb, wäre jetzt der geeignete Zeitpunkt über die Abenddämmerung zu philosophieren.

Der in solchen Themen sich stets zurückhaltende und ausgleichende Udo Vetter schreibt: Stattdessen wird die Diskussion von oben herab für überflüssig und beendet erklärt. Wenn das der Umgang mit der “Generation Upload” ist, dann fehlen bei Vodafone jedenfalls noch die Qualitäten, die man den eigenen Kunden nun so vollmundig attestiert. Ich habe noch eine 0172-Rufnummer. Langsam sind es nicht mehr nur die unpassenden, überteuerten Tarife von Vodafone, welche die Freude hieran trüben. Dieses Gefälligkeits-Interview sollte man auch gelesen haben. Kein Wort zur Internetzensur — dafür, obwohl so gut wie kein Thema in den letzten Tagen, die Frage, ob Blogger werben dürfen. Hatte ich da nicht ein paar Zeilen zu geschrieben? Hach, das ist alles so durchsichtig. Was für ein Spaß. 😀

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16 Antworten zu “Die Karikatur eines Bürgerrechtlers”

  1. lcBifi sagt:

    Zwar finde ich manche Reaktion auf immerhin ökonomisch nachvollziehbares Verhalten übertrieben. Man sollte grundsätzlich kompetenten Lesern zutrauen, zwischen Content und Kommerz zu unterscheiden.

    Jedoch halte ich mindestens in der vorliegenden Debatte JEDEN kritischen Beitrag darüber für wertvoll, wer wann auf welcher Seite steht bei Befürwortung, Ablehnung oder Gleichgültigkeit gegenüber Zensurinfrastrukturen.

    Mag letztlich jeder Leser — aufgeklärt oder auch nicht — selbst entscheiden, wie er kritische Beiträge in sein persönliches Wertesystem einordnet. Wichtig ist da nur, dass man so aufrichtig ist, genug Quellen für weitergehende eigene Recherchen anzubieten.

    Und Unternehmen wie Vodafone — ich selbst habe keinerlei Erfahrung im Umgang mit denen — kann man letztlich immer nur bei den ökonomischen Wurzeln packen. Um für die Zukunft also Einmischungen von Unternehmen gleich welcher Art in politische Debatten zu unterbinden oder unattraktiv erscheinen zu lassen, darf hier ruhig auf Vodafone eingedroschen werden.

    Meiner Meinung nach.

  2. Foxxi sagt:

    Das alles «ökonomisch» und/oder «professionell«nachvollziehbar sein soll beunruhigt mich irgendwie noch mehr …!

  3. Perle sagt:

    Recht haste!
    Hoffentlich denken die meisten Blogleser anders als die oben genannten Blogger. Dann hat sich die Debatte selbst erledigt.
    Man kann momentan ganz gut im Netz sehen, wer ein Heuchler ist und wer nicht (nicht nur zu diesem Thema)!

  4. … und nachher heißt es wieder: Wir haben nichts gewußt!

    Und dieser Horizont Dienst am Kunden ist ein Bärendienst für die Leser. Desinformation hab ich schon genug. Zum Glück bin ich seit 1 Jahr kein Abonnent mehr …

    Wie soll sich eine Branche weiterentwickeln, wenn die Realität derart maskiert wird?

  5. Cartagena sagt:

    @ralf schwartz: Ich finde ehrlich gesagt das Interview ziemlich lässig. Zeigt es doch, dass man bei Vodafone eben nicht wusste, was eine Konsequenz sein könnte. Ich bin mir nicht mal sicher, ob sie wissen was Polarisierung ist.

    Den Unterschied zwischen mündigem und unmündigem Leser werden wir hier und heute sowieso nicht egalisieren können.

  6. Alvar sagt:

    Zur Frage warum der AK Zensur nun AK Zensur und nicht AK Netzsperren heisst:
    Wie das so immer ist: es hat sich einfach so ergeben. Der volle Name ist ja «Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur». Kurz «AK Internet-Sperren» ist sehr holprig, «Netzsperren» hatten die bei der Namensgebung Beteiligten eher seltener genutzt. Und ein ganz anderer Name ist uns Nachts um irgendwann nicht eingefallen. Es ist also ganz banal …

    Was Johnny (und alle anderen die irgendwas mit Vodafone Bannern zu tun haben) betrifft:
    Tjanun, ich denke es gibt gute Begründungen für beide Ansichten. Es ist ja nun auch nicht so, dass hier die Kritisierten eine Kampagne für von der Leyen und das Sperrgesetz fahren. Es geht um eine Firma, die durchaus wesentlich dazu beigetragen hat dass das alles so gekommen ist. Auf der anderen Seite muss jeder auch von etwas leben, das sollte man nicht vergessen.

    Klar, man kann auf dem Standpunkt stehen: ein Blogger sollte von was anderem Leben und das Bloggen nebenher machen. Wer das möchte: damit habe ich gar kein Problem. Ich habe aber auch kein Problem damit wenn jemand sagt: ich möchte versuchen mit Blogging (etwas oder etwas mehr) Geld zu verdienen. Und wenn das auf unsaubere Art (getürkte Beiträge) geht, dann wird das schon auffliegen, und das ist gut so 😉

    Die Frage die man sich letztendlich stellen muss ist sicherlich: «Hätte ich mich für eine solche Kampagne ablichten lassen?» Tjanu, abgesehen davon dass ich nicht so einen tollen Irokesen habe 😉 kommt es schlicht auf den Preis an. Wenn ich dafür die üblichen Einnahmen von sechs Monaten oder gar einem ganzen Jahr erhalten würde und mich hauptamtlich zum Beispiel um das Sperr-Thema kümmern könnte: kann man durchaus drüber nachdenken. Wenn es nur für einen Monat oder einen halben reicht: sicherlich nicht. Aber das ist jetzt auch nur eine grobe Abwägung. Und wenn man mehr Kunden-Anfragen erhält als man erledigen kann ist das sowieso leicht gesagt …

    Man sollte in Bezug zu der Sperr-Diskussion sicherlich auch nicht vergessen, dass solche Kampagnen weit im Voraus geplant werden. Ich weiss nicht, wann da was ablief.

    Ich sehe nicht, warum Johnny und die anderen in der Diskussion um die Internet-Sperren inhaltlich unglaubwürdig werden. Solange sie Vodafone inhaltlich in dem Thema nicht unterstützen! Und das wird sicherlich keiner tun.
    Wie gesagt: ich verstehe die Kritik, teile sie in manchen Punkten, denke aber dass man es sich nicht zu einfach machen sollte.

    Das gute ist doch, dass wir alle, die Netzgemeinschaft, nun da kräftig draufhauen können. Daher: lasst uns das Thema weiter am Kochen halten und so Vodafone die Kampagne versauen. Das klappt aber erst, wenn die Kritik auch in Mainstream-Medien landet.

    Und genau das werden Vodafone und deren Agentur verhindern wollen. Damit haben sie Erfahrung, denn sie haben auch von der Leyen im Bereich Krisenkommunikation unterstützt …

    Alvar, AK Zensur, aber dies ist meine persönliche Meinung

  7. truetigger sagt:

    F!XMBR übertreibt in der Reaktion sicher — aber Überzeichnung ist eben auch ein Stilmittel, um die Aufmerksamkeit auf etwas zu lenken.

    Wenn jemand wie Sascha Lobo un Johnny nach ihren eigenen Stellungnahmen keinerlei moralisches Problem damit haben, ihren Namen für einen Zensurprovider herzugeben — denn als Werbefigur PRÄSENTIEREN sie das entsprechende Produkt, einen ZENSIERTEN Internet-Zugang -, dann untergräbt das einfach ihre Glaubwürdigkeit. War die vorher schon bei null, ist kein Schaden angerichtet, war sie vorher hoch, hat man schnell seine langsam aufgebaute Glaubwürdigkeit verspielt.

    Bei Johnny find ichs schade. Hab ihn eben in meiner Wahrnehmung wieder zurückgestuft, egal was er nun schreibt. So geht es sicher vielen. Wir Leser sind keine Idioten. Wenn wir Politiker an ihren Taten und Handlungen messen, wenn wir die miese Berichterstattung in professionellen Medien und im TV anprangern, dann gilt dies eben auch für Blogs.

    Und wenn Alvar meint, es wäre alles eine Frage des Preises, beeinträchtigt das auch die Meinung über den AK Zensur. Werbung allein ist kein Verbrechen, doch es gibt eben Symbolfiguren in einer Bewegung, die bei so etwas schnell vom hohen Ross purzeln können. Das schadet der Sache. Punkt.

  8. @Cartagena:
    Ja, man wußte und weiß es nicht. Anscheinend die teuer bezahlten Berater auch nicht …

    Du hast das ‘nach’ vor dem lässig vergessen 😉

  9. John Dean sagt:

    Immerhin hat sich Johnny geäußert — und das ziemlich klar. Konsequenter hätte ich gefunden, wenn er die Lächerlichkeit und Verlogenheit der Werbekampagne (immerhin: sein Werbepartner) angesprochen hätte. Wenn er die brutale Kundenverhöhnung von Vodafone wenigstens angedeutet hätte.

    In Blogs ist man eigentlich gerne mutig. Und es ist genau dieser Mut, auch Mut zur Meinung, und auch Mut gegenüber seinem Werbe«partner», womit sich Blogs als authentischer und unkorrumpierbarer Teil einer Gegenöffentlichkeit beweisen können.

    Sogar (m. E.): sollten. Dafür gäbe es ein halbes Dutzend guter Gründe, beginnend damit, dass es sonst niemand tut, das, was Not tut.

    Aber gut, zum politischen Aspekt (wobei die Kundenverarsche a´la Vofone ja eigentlich auch sehr politisch ist) äußert sich Johnny dann doch, und zwar immerhin deutlich, klar und unverblümt. Er ließ sich dabei nicht von seinem ansonsten überschießenden Talent zur Diplomatie austricksen.

    Immerhin. Ich finde, das hat durchaus Respekt verdient, zumal man das ja mit anderen vergleichen kann — die diesen Mut nicht haben. Da gibt es noch ganz andere, die in Sachen Vodafone sowohl Mund, wie auch Hintern so sehr zukneifen, dass sie schon ganz komisch aussehen.

    Aus der Riege der onlinecommunitybenutzenden Werbepartnerumschmeichler hat sich Johnny verabschiedet.

    Ich halte das für einen Fortschritt — und für gut.

  10. Ben sagt:

    Zunächst einmal ganz allgemein: Die Diskussion um das Geldverdienen mit Blogs findet völlig zu Recht nicht statt. Blogs sind ein publizistisches Mittel und funktionieren genauso wie andere Wege der Publikation auch. Wer seinen Lesern einen kostenlosen Inhalt zur Verfügung stellen will, der muss entweder den Weg über Blog-Systeme gehen (so wie ich) oder schauen, wie er das Geld für seinen Webspace auftreibt. Das mit Werbung zu machen ist völlig legitim.

    Aber (und das richtet sich jetzt vor allem an Dich, Alvar): Jeder Blogger steht in der Verantwortung darauf zu achten, für wen er wirbt und mit wem er Geld verdient. Diese Verantwortung wächst umso mehr, umso größer der Einfluss auf die Werbeanzeigen ist. Als nichtzahlender Kunde habe ich bei meinem Blog-Hoster keinen Einfluss auf die Werbung und kann nur gelegentlich darauf hinweisen, dass da etwas nicht ganz passt. Habe ich aber z.B. Einfluss auf die Werbung (wie dies Johnny hat), dann muss ich schon sehr stark darauf achten, dass die Werbung zu meinem Image passt.

    Diese Verantwortung ist auch der Grund, warum Johnny (und die anderen) durch diese Kampagne in seiner Glaubwürdigkeit Schaden nimmt: Natürlich stellt er sich nicht dahin und sagt «Hey, ab heute bin ich für Netzsperren», aber er lässt sich durch das Schalten und die Vermittlung der Werbung zum passiven Botschafter der Firmenpolitik Vodafones machen.

    Stell Dir mal vor, auf deiner Seite wären plötzlich Werbeanzeigen für rechtsradikale Bücher geschaltet. Reagierst Du dann auch mit einem «Ja, aber ich steh da ja nicht hinter» oder «Immerhin hat der Preis gestimmt»? Nein, vermutlich nicht, denn ich halte Dich, Alvar, für klug genug als dass Du eigentlich nicht dein Handeln durch diesen fahrlässigen Mangel an Zivilcourage bestimmen lässt, so wie Du es hier gerade machst.

    Versteh mich bitte nicht falsch, ich habe Verständnis dafür, dass es Dir schwer fällt hier gegen Deine (und meine) ideologischen (oder vielleicht sogar real-life) Freunde Position zu beziehen, aber Du vergisst etwas: Wie Du schon richtig sagtest, geht es «um eine Firma, die durchaus wesentlich dazu beigetragen hat dass das alles so gekommen ist.» Das ist aber nicht alles, denn wenn ich mich jetzt in den Dienst dieser Firma stelle, obwohl ich eigentlich doch eine Position vertrete, die der Firmenpolitik diametral gegenübersteht, dann muss ich mir zu Recht die Frage gefallen lassen, wem ich mit meinem Handeln jetzt eigentlich diene: Der Firmenpolitik oder meiner eigenen Ideologie.

    Alvar, jeder Mensch muss Geld verdienen. Aber deshalb kann, sollte und darf man sich nicht zum willfährigen Botschafter einer Zensurfirma machen lassen. Und vor allem sollte man am Ende des Tages sich nicht damit rausreden wollen, dass — wie Johnny es tut — Vodafone ja letztlich nur Anzeigen schalten ließe, mehr nicht. Das ist eine Argumentation, die frappierend an «Aber wir haben doch noch Befehle ausgeführt» erinnert. Wenn ich als Blogger für ein bestimmtes Unternehmen Werbung schalte, dann habe ich dafür auch die Verantwortung zu tragen. So einfach ist das. Und Nein, das ist nicht einfach gemacht, sondern es ist schlichtweg so!

  11. Frank Schenk sagt:

    Zu blöd, wenn das Rückgrat am Portemonnaie endet. Also doch nur verlogene Heuchelei? Passt ja, ist ja heute (fast) alles geheuchelt. Gen-Gemüse aus Aufzuchtkulturen, das als Biogemüse verkauft wird, irgendwelche durchgeknallten Ossitanten, die einem als Kanzler und welt«frau«ische Politikerin verkauft wird, Bundestag und Kabinett, die einem als Kompetenzzentren der «Eliten» verkauft werden.

    Und Johnny hat sich ja auch schon lange verkauft. Wirkt schon ein bisschen wie Satire, wenn man Schornsteinfeger ist und den Leuten erzählt, man wäre Müller. «Warum bist du so schwarz?» «Öh, wir haben heute dunkles Mehl gemahlen!». Soso.

    Geld korrumpiert. Und falls dann mal nicht «Wes Brot ich ess‘, dessen Lied ich sing‘», dann konterkariert es um so mehr.

    Johnny hätt jetzt sagen können «Schert euch zum Teufel Zensurafon» aber gut, er will auch was essen und trinken. Glaubwürdigkeit kann man nicht essen und trinken. Nur verlieren und nie zurückgewinnen.

    Enttäuscht, Frank

  12. daMax sagt:

    Ich weiß gar nicht was ihr alle habt. Dank adblockplus habe ich noch nirgends niemals nicht je einen dieser geschmähten Banner gesehen 😛

  13. […] Wer regelmäßig Blogs liest und auf diese Weise aufmerksam die Debatte um Netzzensur, Vodafone und deren Werbung verfolgt, wird wohl den Eindruck gewinnen, dass diese Themen aktuell eine ziemlich bedeutende Rolle […]

  14. Andreas Alin sagt:

    @daMax

    Ja aus diesem Grund ist die Auflistung der betroffenen Blogs hier sehr nützlich.

  15. […] c) Hinzu kommt, dass sich der V-Konzern bei der “Web 2.0-Szene” nicht gerade beliebt gemacht hat, seit dem er noch vor Inkrafttreten eines Gesetzes über die umstrittenen Internetsperren eine Selbstverpflichtungserklärung der Internetanbieter aktiv vorangetrieben habe (siehe F!XMBR.de — Die Karikatur eines Bürgerrechtlers). […]

  16. meistermochi sagt:

    ist halt ein dämliches bild, das die elite der community jetzt da draußen abgibt.

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