Kann mal jemand die Wikipedia forken?

Ich glaube bezüglich des Bullshits in Reinkultur, welcher sich insbesondere in der Deutschen Wikipedia manifestiert, braucht nicht mehr viel berichtet zu werden. Eine einstmals gute Idee wird von einer Horde Illiteraten zugrunde gerichtet, die dem omnipotenten Korrektiv verschrieben sind und jeglichen Ansatz gesunden Menschenverstands missen lassen.

Das auch eine Unterschriftenliste gegen eine liberale Löschpraxis existiert, wohlgemerkt gegen, macht den Braten nun auch nicht mehr fett und bestätigt den allgemeinen Eindruck. Teils eklatante qualitätive Mängel in diversen Bereichen, hahnebüchene Diskussionen, die Weisheit des längeren Atems und ein Jimmy Wales der betriebsblind Lobhudeleien an enzyklopädische Eiferer verteilt prägen das Bilder dieser freien Enzyklopädie im Deutschen Raum. Natürlich werde ich auch weiterhin die Wikipedia supporten, insbesondere Wikimedia Commons, doch in Deutschen Gefilden ist imho Hopfen und Malz verloren.

fefe: The road to hell is paved with good intentions.

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15 Antworten zu “Kann mal jemand die Wikipedia forken?”

  1. Mela sagt:

    Haja, die Software liegt frei herum. Platz auf einem Server sollte auch nicht ernsthaft das Problem sein.

    Ob allerdings eine Gegen-Wikipedia die gleiche Massenwirkung hätte wir das Original bleibt zu bezweifeln. Oder wenn doch.. wie man den Traffic und die Serverlast abfängt.

    Ansonsten: D’accord

  2. Jörg Reinhardt sagt:

    was genau kann man eigentlich dagegen tun?

    Ich hatte die Gelegenheit mit mehreren Wikipedianern darüber zu sprechen. Die Löschfaschisten stellen wohl nicht die Mehrheit, aber die aktivste Gruppe dar (Analfixation hilft offenbar das Durchhaltevermögen zu steigern).

    Diese Leute haben das Internet und noch viel grundlegendere Zusammenhänge nicht verstanden. Argumente wie etwa, das man Filtern statt Löschen könnte, oder gar grundlegendere Fragen, etwa ob es Richtig und Falsch, oder soetwas wie die Wahrheit™ überhaupt gibt, prallen an Deren religionsgleicher Verblendung ab. Daher wird auch immer wieder die Diskussion über die Löschungen gelöscht.

    Da ist denke ich für die nächsten Jahre Hopfen und Malz verloren, wenn Deutsche irgendwas können, dann sind das Grabenkämpfe und Stellungskriege. Leider sind in dem Zeitraum auch alle gelöschten Artikel für immer verloren.

    In Zeiten der Web2.0 Dienste sehe ich da eine Mashup basierte Lösung: Ein Overlay, das alle gelöschten Artikel von eigenen Servern, und den Rest der Wikipedia direkt dort holt. Für so eine Lösung gäbe es innerhalb der Wikipedia Community sicher Beführworter und wer sollte Die daran hindern die gelöschten Artikel zur Verfügung zu stellen!?

    Nur wie kommuniziert man sowas in einem Projekt in dem man trotz Diskussionsseiten nicht Diskutieren darf.

  3. David sagt:

    Ich würde das etwas differenzierter betrachten. Das eine sind die Qualitätsansprüche generell, das andere sind die Relevanzkriterien. Wenn man alles geschriebene einfach durchgehen lässt, ist die Wikipedia rasch gefüllt mit Werbung, ideologischem und sonstwie ungesichertem Content, siehe z.B. französische Wikipedia. Eine rigide Löschpraxis bezüglich Qualitätsansprüche finde ich begrüßenswert. Die drohende Löschung führt auch in sehr vielen Fällen dazu, dass der Inhalt deutlich verbessert wird.
    Das Relevanzkriterium hat seine Berechtigung, um irgendwelche Selbstdarsteller fernzuhalten. Ansonsten teile ich eure Meinung, dass mit dem Relevanzkriterium unnötig wertvoller Inhalt vernichtet wird. Da kann ich nur sagen: Wer mitmacht, bestimmt auch die Regeln mit.

  4. Oliver sagt:

    >Ich würde das etwas differenzierter betrachten.

    Tun wir und andere schon längst.

    >sonstwie ungesichertem Content

    … diesen gibts auch sonst gratis en masse, zahllose Beispiele gefällig?

    >das andere sind die Relevanzkriterien.

    Klar …

    >Die drohende Löschung führt auch in sehr vielen Fällen dazu, dass der Inhalt deutlich verbessert wird.

    Nein nicht möglich. Woran machst du das fest? Am längeren Atem der Denkresistenten?

    >Das Relevanzkriterium hat seine Berechtigung, um irgendwelche Selbstdarsteller fernzuhalten.

    Auch Gesetze haben ihre Legitimation, Paragraphenreiterei ist jedoch die heutige Deutsche Kür … mehr gibts hier nicht. Apropos Selbstdarsteller, dazu findet man das Gros in der Wikipedia — bei jedem Gebiet wird mitdiskutiert und dennoch haben diese wanna-be-Universalgelehrten nicht einmal in einem Gebiet den Schatten einer Ahnung.

    Wenn also unser aller Jimbo fehlende Akademiker beklagt so hat das einen guten Grund, wer möchte beispielsweise in den Geisteswissenschaften schon mit Esoterikern, Laien auf populärwissenschaftlichem Niveau etc. diskutieren, nicht zu vergessen den zahllosen Einheimischen dort, deren Lebensinhalt das glückseligmachende omnipotente Korrektiv darstellt? Oder Relevanz aufgrund sinnentleerter Regeln durchkauen, wohlwissend das die Gegenseite nicht einmal im Ansatz zu erkennen vermag wo eben diese Relevanz bei der zum Löschen freigebenen Thematik liegt. Ich kenne viele Leute, auch Akademiker diverser Sparten, die ihr Iota zu dieser freien Enzyklopädie beisteuern … tendenziell mehr jedoch auf dem Original.

    Jeder wie er mag, der gründliche Deutsche hat seine Spielwiese und kann dort sein verklemmtes Leben hemmungslos kompensieren, andere ziehen von dannen und suchen in fremdsprachigen Gefilden ihr Glück. So bekommt jeder was er möchte und die Welt ist in Ordnung. Spätestens aber, wenn wieder diverse Gruppierungen hinterfragen warum dieses oder jedes in Deutschland nicht funktioniert, sollte man sich diesen allgegenwärtigen Griff ins Klo vor Augen führen.

  5. David sagt:

    »Die drohende Löschung führt auch in sehr vielen Fällen dazu, dass der Inhalt deutlich verbessert wird.
    >Nein nicht möglich. Woran machst du das fest? Am längeren Atem der Denkresistenten?

    100-fache Erfahrung. Die Aufmerksamkeit von einigen Leuten wird auf den löschbedrohten Artikel gelenkt, und unter diesen befindet sich oft jemand, der bedankenswerterweise zu recherchieren beginnt, um eine Löschung abzuwenden.

    »Das Relevanzkriterium hat seine Berechtigung, um irgendwelche Selbstdarsteller fernzuhalten.
    >Auch Gesetze haben ihre Legitimation, Paragraphenreiterei ist jedoch die heutige Deutsche Kür.

    Genau.

  6. Oliver sagt:

    Recherche allein nützt nicht viel, wenn diejenigen nicht wissen wie das funktioniert — allein der Glaube versetzt eben keine Berge, wie man sich in Quellenkritik übt und über alledem noch fachliche Kompetenz missen lassen. Und auch das ist Erfahrung und ehrlich gesagt mir fehlt der Atem, um mich mit Esoterikern, Laien etc. sinnvoll auseinanderzusetzen. Was dabei z.B. herauskommen kann ist ein «schützenswerter» Artikel der nur so vor fachlichen Fehlern strotzt und bei dem diverse spätere Autoren vermeinten das Zitatrecht äußerst großzügig auslegen zu können, indem sie einige Standardwerke teils paraphrasierend plünderten. Das ist eben das ach und Weh einer User-gestützten Enzyklopädie.

    Ist diese deswegen grundlegend schlecht? Nein, aber um auch von fachlicher Seite ernst genommen zu werden braucht es mehr als Permalinks, Regeln, «Zitate», sowie hyperaktive Helfer. Man kann gewisse Dinge eben nicht mittels einigen «Erstsemestern», aufmerksamen Gymnasiasten, Regeltreue bis in den Tod und Freund Google kompensieren, um es mal grob zu umreißen.

    Die Wikipedia hat noch einen langen und steinigen Weg vor sich, um als Enzyklopädie allgemein Bestand neben anderen zu erlangen. I know Opensource rulez, freies Wissen rulez … wir sind die besten usw. und die Halbintelligenz der Medien plündert gerne dort, muß sie sich doch ansonsten um teure Rechte etc. kümmern. Aber ich betrachte all diese Dinge realistisch, die Wikipedia seit Beginn mein Liebling, Linux und Co begleite ich seit 95. Aber bei all dem Bohei, um Freiheit und tralala geht bei mir immer noch Qualität vor Quantität. Und wenn die Deutsche Masse erst entfesselt erschauderts mich durch Mark und Bein, von daher sieht man mich auch vermehrt in englischsprachigen Gefilden — dort sind gewisse Dinge nicht derart extrem ausgeprägt.

    Ein noch größeres Problem allgemein: der freiheitlich gesinnte Alleinvertretungsanspruch. Der erste Fehler in puncto wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit. Klar, die etablierten Enzyklopädien formulieren diesen ebenso, aber ob des Marketings. Diese freie Enzyklopädie propagiert diesen ob dem Glauben an die Omnipotenz. Und da kommt die Quellenkritik zum tragen, erst im Verbund entfesseln diverse Werke ihre Qualitäten oder offenbahren ihre vorhandenen Schwächen. Wissenschaftliche Arbeit wird sonst ad absurdum und der Laie in die Irre geführt.

    Von daher erübrigen sich auch die sinnentleerten Vergleiche diverser Printmagazine, die da die Wikipedia gegen $enzyklopädie antreten lassen und im Prinzip nur die eigentliche Unfähigkeit bezüglich wissenschaftlicher Arbeit nur allzu deutlich demonstrieren.

    Derartige Dinge können nur nebeneinander existieren, sich gegenseitig ergänzen. Freiheit des Wissens ist somit nicht alles, auch der korrekte Umgang mit diesem will gelernt sein.

  7. @David mir scheint ich habe mir da sehr viel differenzierter Gedanken drüber gemacht als Die Löschheinis in den Reihen der Wikipedianer.

    Hier geht es um Grundlegende Philosophische Fragen:

    Sowohl Relevanz, als auch Wahrheit liegen immer im Auge des Betrachters!

    Und zwar nicht irgendwie so larifari, sondern seit Einstein und Heisenberg ganz konkret!
    So gehörte nach strengen Qualitätskriterien etwa die gesamte Newtonsche Physik und das Bohrsche Atommodell gelöscht, weil Sie in der Form eindeutig nicht mehr als «richtig» gelten können und daher auch nicht mehr relevant sind (bestenfalls historisch). Hier hilft noch der gesunde Menschenverstand.
    Viel schwieriger ist es aber bei Themen wie Religion, Ideologie, oder Esotherik.
    Ich persöhnlich halte das inhaltlich idR. für großen Bullshit, aber es handelt sich um Glaubenssysteme auf die sich millionen von Menschen geeinigt haben. Diese Systeme gehören in einer allumfassenden Wissenssammlung beschrieben und als Beschreibung eines Glaubenssystems gekennzeichnet (maschinenlesbar bitteschön).

    Wer entscheidet was Selbstdarstellung ist? Möchtest Du eine Enzyklopädie in der Weltweit operierende Unternehmen nicht erwähnt werden? Wie berühmt genau muß eine Person sein um «von allgemeinem Interesse» zu sein? Wer bist Du das zu entscheiden!?

    Diese Fragen sind weder technisch noch durch Diskussion, Abstimmung, oder Recherche eindeutig zu klären.

    Ich bin mir des Qualitäts, Relevanz und Vandalismus Problems durchaus bewußt, aber wer hier «Löschen» als Lösung sieht hat wirklich gar nichts kapiert, weder den philosophischen, noch den technischen Teil.

    was gibt es da eigentlich im Zeitalter von Web2.0 noch zu diskutieren und zu überlegen? Festplatten kosten nichts, also muß in die Datenbank erst mal alles rein, und sei es auch nur für eine Person relevant, oder wahr (nation of Joe). Versioning, social filtering, mashup– und overlay Techniken müssen für einen zuverlässigen, stabilen, qualitativ hochwertigen Auszug aus dieser Datenbank sorgen. Bis das technisch umgesetzt ist, erst mal nur offensichtlichen Vandalismus und überprüfbar falsche Fakten löschen. Übergangsweise vorbereitend beginnen schlechte Artikel, oder Bereiche gerne als solche zu Taggen und zwar transparent mit Angabe des Grundes und maschinenlesbar. (Hilft dann hinterher den o.g. Auszug zu erstellen)

    Was das selber beteiligen angeht… davon habe ich erst mal die Nase voll.
    An einigen der gelöschten Artikel über kleinere Linux Distros und Personen öffentlichen Interesses habe ich mitgeschrieben. Durch das Fehlen dieser Artikel hat die Wikipedia für mich persönlich und viele andere an Relevanz verloren, schönen Dank auch.

    Die Tatsache das bereits eiffrig gelöscht wird, hat auf die Diskussionskultur einen verheerenden Einfluss. Die Liberaleren Kräfte haben ja von Anfang an die besseren Argumente, das bringt die Artikel aber nicht zurück. Die Löschfaschisten müssen nur stur, ignorant und dumm bleiben, was jetzt nicht so schwer ist, um fröhlich weiter löschen zu können. Wie soll man da gegen andiskutieren?
    Insbesondere dann wenn die Petitionen gegen die strengere Löschpraxis gelöscht werden…

    Wenn die Löschfaschisten irgendwann den Bogen überspannt haben und der genervte Rest das Ding forkt, bin ich wieder dabei.

  8. David sagt:

    Ich habe die Sache im themenbereich Linux nicht verfolgt. Vermutlich habt ihr recht, dass dort sinnlos Artikel gelöscht wurden. Ich würde daraus aber nicht schließen, dass generell eine zu strenge Löschpraxis herrscht. Im Sportbereich beispielsweise sind die Relevanzkriterien IMHO sehr tief.

    >Bis das technisch umgesetzt ist, erst mal nur offensichtlichen Vandalismus und überprüfbar falsche Fakten löschen.

    Ob das besser ist, als Unbelegtes und Unüberprüfbares zu löschen, das bezweifle ich. Ich gebe dir aber recht, dass das Problem technisch gelöst werden müsste, indem gesicherte, umstrittene und unbelegte Inhalte markiert werden. In Ansätzen wird das mit Neutraitätsbausteinen usw. auch gemacht.

    >Wie soll man da gegen andiskutieren?

    Admin werden, dann kann man gelöschte Artikel auch wiederherstellen. Und mit etwa 50 bis 100 Leuten kann man die Relevanzkriterien ziemlich sicher beeinflussen.

    >Wer entscheidet was Selbstdarstellung ist? Möchtest Du eine Enzyklopädie in der Weltweit operierende Unternehmen nicht erwähnt werden? Wie berühmt genau muß eine Person sein um “von allgemeinem Interesse” zu sein? Wer bist Du das zu entscheiden!?

    Es sind sich alle bewusst, dass das immer eine Ermessensfrage ist. Wenn jemand einen Artikel über seine Hauskatze schreibt und alle Aussagen glaubhaft «belegt», was machst du dann? Wer will die Belege überprüfen? Philosophie hin oder her, irgendwo muss man eine Relevanzgrenze ziehen. Diese ist immer ein Kompromiss, mit dem viele nicht glücklich sind.

    Für spezielle Interessengebiete gibt es immer noch die Möglichkeit, ein eigenes Wiki zu unterhalten. Zum Beispiel gibt es ein Vereinswiki, wo jeder Kaninchenzüchterverein einen Platz hat. Es gibt doch bestimmt auch irgendwo ein Linux-Wiki? Dann kann man immer noch diskutieren, ob man gewisse Artikel in die Wikipedia übernehmen kann.

  9. Oliver sagt:

    Ich rede nicht von einem speziellen Linux Bereich, sondern einem ähnlichen Credo. Wenn ich Beispiele nenne, so fallen diese allesamt im Bereich der Geisteswissenschaften an, insbesondere Archäologie und Geschichte.

    >Wenn jemand einen Artikel über seine Hauskatze schreibt und alle Aussagen glaubhaft “belegt”

    Das sind jedoch extreme Beispiele die keiner großartigen Diskussion bedürfen und von diesen rede ich überhaupt nicht. Aber ich kann die Sache auch von einer anderen Seite angehen: Kulturgeschichte. Interessant für den Kulturwissenschaftler ist erst einmal alles. Einiges mag sich für den einen oder anderen nicht erschließen, einem anderen jedoch mag es nützen.

    Stoische Relevanzkritirien sind also immer ein Griff ins Klo, sofern diese nicht offensichtlich sind. Und selbst dann müßte man von Fall zu Fall entscheiden. Warum glaubt man denn, unter Wikipedianern, ist es mit der Aktualität mancher etablierten Enzyklopädien nicht soweit her? Nun diesen ging ein zeitraubender Diskurs und Experten der jeweiligen Materie voraus bezüglich Relevanz, Qualität etc., warum glaubt man denn scheuen sich Wissenschaftler vor absoluten Aussagen? Weil es nicht möglich ist und vor allem meist kaum in einem überschaubaren Zeitraum. Warum aber glaubt die Wikipedia diverse Dinge einfach mal eben so mit ein paar Löschdiskussionen im nu abhaken zu können? Nur weil viele draufschauen und etwas dazu sagen? Wie schon erwähnt: Quantität Vs Qualität.

    Du siehst ich rede hier von einem qualitativen Diskurs und dieser ist zeitraubend, dieser setzt auch tatsächliche Experten bezüglich der jeweiligen Materie voraus, die u.U. lose moderieren. Ein demokratischer Prozeß nützt mir in einem solchen Kontext recht wenig, entweder man gewährleistet in einem solchen das jegliches anfallendes Wissen Relevanz genießt oder man setzt Prioritäten, dann wiederum aber braucht es Experten die moderierend in eine Diskussion eingreifen können.

    Wenn ich z.B. sehe, daß oft eine Löschdiskussion losgetreten wird und als letztes Mittels das Todschlagargument Alexa genannt wird, offerieren sich mir zwei Dinge: erstens die Inkompetenz desjenigen der meint Relevanz mit Quantität verknüpfen zu können und zweitens das Unwissen bezüglich der qualitativen Aussage von Alexa per se. Ein Beispiel unter vielen, aber ein doch sehr häufiges.

  10. David sagt:

    Stoische Relevanzkritirien sind also immer ein Griff ins Klo, sofern diese nicht offensichtlich sind. Und selbst dann müßte man von Fall zu Fall entscheiden.

    Genau. (Heißt es darum EnzyKLOpädie?) Und damit man die offensichtlichen Beispiele nicht diskutieren muss, gibt es die Relevanzkriterien, die eine Richtlinie sind, ab wo man in einem bestimmten Fall diskutieren soll.

    Dein zweitletzter Abschnitt würde ich so voll unterschreiben, und das ist eigentlich auch das erklärte Ziel der Löschdiskussionen: Ein qualitativer Diskurs, wenn möglich von Experten. Löschdiskussionen sind kein demokratischer Prozess. Wenn halt keine Experten mit Überzeugungskraft da sind (diese sind leider je nach Gebiet nicht sehr zahlreich – und da kann man niemandem einen Vorwurf machen), gibt es Fehlurteile. Diese können aber nachträglich wieder korrigiert werden.

    Und noch zum Schluss: Wohin eine «freie Enzyklopädie» führt, wenn die «Laien» ausgesperrt werden, haben diverse Versuche gezeigt – sie kommt nicht vom Fleck.

  11. Oliver sagt:

    Wie du siehst ist das Problem schnell an deiner eigenen Argumentation klar umrissen: man verfällt von einem Extrem ins andere. Wer sagt das Laien ausgeschlossen werden sollen? Kein Mensch, das schrieb ich auch oben nicht — jedoch die alleinige Dominanz ist ebenso fatal, denn von nichts kommt eben nichts. Außerdem schwingt bei all deinen Aussagen wie auch bei allen Verfechtern der Wikipedia der Alleinvertretungsanspruch mit, wir sind die besten, wir machen es besser … und das ist gelinde ausgedrückt absurd. Und wieso kommen diese anderen Enzyklopädien nicht vom Fleck? Ach sie haben keine Millionen von Usern (aka Quantität) und sie sind in technischen Belangen nicht derart akurat? Ich konnte mich nie beschweren und ich nutze und nutze diverse Enzyklopädien (aka «diese anderen») beruflich. Wieviele Wikipedianer können denn überhaupt vergleichen oder haben mitunter überhaupt nur Zugang zu einer Art Meyer Lexikon in der einbändigen Kompaktausgabe, welche schon vom Opa vererbt wurde? Tja man benötigt keine 30 Bände+, aber in Wissen hat Volk selten investiert und nur weil es nun für lau im Web feilgeboten wird ändert sich das Potential der Wissenden um keinen Iota.

    Und mittlerweile erschaudert es mich schon für diesen «Verein» gespendet zu haben, schaue ich doch mehr und mehr eine Arte Katechismus für Wissensfanatiker, denn den Versuch eine gleichberechtigte, freie Enzyklopädie zu etablieren. Da existiert kein Automatismus, dieses besser muß man sich erst verdienen, nicht mittels Quantität oder dem Brillieren in einigen wenigen Kernbereichen, wie beispielsweise Technik.

  12. Alvar sagt:

    … wobei man dazu sagen muss: ein Fork hätte natürlich — nach Ansicht eines kleinen Grüppchens von Leuten in der Wikipedia — kein Recht die Bilder zu nutzen ohne bei jedem Bild alle Urheber hinzuschreiben, auch wenn die in der Wikipedia nicht dranstehen. Das ist ja der Kern der ganzen Diskussion. Ja, das ist schwachsinnig skurril, aber irgendwie muss man es ja begründen, wenn man eine Rechnung stellen will.
    Als Miturheber werden dann teilweise auch diese angesehen, die ein Bild verkleinert haben. In der Wikipedia fassen manche das Urheberrecht extrem weit auf. Zu meiner Stadtmagazin-Zeit wäre ich zwar auch auf die Idee gekommen, für Layout&Design ein Urheberrecht geltend zu machen, aber nicht für das bloße handwerkliche Bearbeiten eines Fotos vom Fotografen.

    Also, ein Wikipedia-Fork wäre gleich ein potentieller Abmahn-Gegner von einigen Leuten dort.

  13. Oliver sagt:

    Wobei die Ironie bei der Sache noch folgende ist, viele jener dort wohlfeil unter einer freien Lizenz angebotenen Bilder haben ihrerseits Rechte am Motiv selbst verletzt. Ich werde da gewiß nun keine Beispiele nennen, das wäre kontraproduktiv, aber jeder der sich auch nur halbwegs z.B. im Bereich der Denkmalpflege, der Museen etc. pp. auskennt, wird einen großen Bogen um derartige «freie» Erzeugnisse machen. Nun ja man sitzt quasi zum Teil auf einem rechtlichen Pulverfaß und ein paar besonders dreiste Gesellen zündeln da noch eifrig herum. Last not least manifestiert sich hier ein monströses Gebilde bestehend aus Unkenntnis bezüglich diverser Lizenzen gepaart mit jeder Menge Glauben, dem Unvermögen tatsächliche Freiheit zu wirken und der Unkenntnis diverser rechtlicher Situationen, welche gar noch in diversen Bereichen von Bundesland zu Bundesland divergieren.

    Wie dem auch sei, der Permalink zum Ursprung alles weitere regeln, wird darüber hinaus eine absurde Paragraphenreiterei betrieben, muß man sich nicht wundern wenn der Schuß irgenwann einmal nach hinten losgeht. Freiheit mit einem Anwachsen der einhergehenden Einschränkungen zusehends pervertiert. Eine Enzyklopädie die einen Anspruch auf freies Wissen erhebt, sollte ein klares System vorgeben, keinen möglichen Katalog. Alleine dieses Lizenz-Babel bei den diversen zur Anwendung kommenden Medien ist schon mehr als grausam. Denn das blöde bei oberflächlich identischen Lizenzen ist, sie sind es en detail überhaupt nicht. Hinter den Zusammenfassungen, welche als grobe Richtlinie für den Enduser gelten, verbergen sich lange Artikel, die ihre rechtliche Brisanz entfalten wenn sie denn gegenübergestellt werden. Siehe z.B. GNU FDL vs CC. Alleine die Nutzung der GFDL war schon ein gewaltiger fauxpas in puncto Freiheit, kennt man denn die innewohnenden Möglichkeiten zur Einschränkung dieser Lizenz.

  14. Der erhobene Zeigefinger sagt:

    Och wisst ihr .. das ist noch gar nichts im Vergleich zur Kamelopedia. Da wird so einiges an Verstößen wohl zusammenkommen. Von Urheberrechtsverletzungen bis zu Verstoß gegen einige andere einschlägige Gesetze. Kein Impressum zu haben ist dabei nur da geringste Vergehen.
    Es wäre eigentlich kein Problem diese ganzen selbst ernannten Wichtigtuer aus dem Netz zu fegen.

    (Zynismus an)
    Aber schließlich wird ja alles kopiert was aus der Wikipedia kommt. Einschließlich der von einigen Leuten hier genannten Dinge, die die Wikipedia betreffen.(Zynismus aus)

    Aber was ist ein Fork? So was wie eine Mistgabel? *gg* Ja das wäre was! Ausmisten!

    A.Friend

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