Julia Schramm im Bundesvorstand der Piraten

piraten_dystopie

Der Bundesparteitag der Piraten lief bisher für mich als Wähler und interessierter Beobachter sehr entspannt. Man muss sich neue Namen merken, lernt neue Gesichter kennen, die man vorher eben noch nicht kannte, das organisierte Chaos ist gar nicht mehr so chaotisch. Die Wahl von Bernd Schlömer gestern zum neuen Vorsitzenden kann man durchaus weise nennen. Eines haben die Piraten gestern bewiesen: Die Piraten und ihre Idee zählen, nicht aber Gesichter.

Eine Sache war gestern für die Piraten von Wichtigkeit: Das Abwatschen der selbstverliebten Egoistin Julia Schramm, die keinen Fußbreit bei der Wahl zur (stellvertretenden) Vorsitzenden bekommen hat. Schramm nutzt die Piraten zur Selbstvermarktung aus. Die Piraten sind für Schramm Mittel und Zweck für die eigenen Ziele, nicht aber ist die gute Frau Piratin.

FAZ — Piratin Julia Schramm: Wahlkampf einer digitalen Seele
Malte Welding — Julia Schramm und das Ende der Privatheit

Heute ist dann der GAU für die Piraten eingetreten: Bei der Wahl zu den Beisitzern des Bundesvorstandes ist Julia Schramm heute doch noch durch die Hintertür in den Bundesvorstand eingezogen. So, nun ratet mal, wer Nachfolgerin von Marina Weisband in den Talkshows dieser Republik wird?

Richtig geraten: Julia Schramm, die in ihren Artikeln mehr Ichs verwendet als Griechenland Schulden hat. Sie wird diese Auftritte für gnadenlose Selbstvermarktung nutzen. Wer Julia Schramm gewählt hat, bekommt Julia Schramm. Aber keine Piratin. Sie wird ihr Buch promoten, nicht aber für die Piraten eintreten. Das hat sie gestern im Übrigen offen angekündigt.

Julia Schramm ist der Maulwurf im Bundesvorstand der Piraten. Sie ist die von den Medien hochgepuschte Sollbruchstelle für den Erfolg. Ich für meinen Teil lehne mich entspannt zurück und werde mir bei dieser Person im Bundesvorstand genau überlegen, ob die Piraten 2013 meine Stimme bekommen.

Mit Julia Schramm zieht die personifizierte Politikverdrossenheit in den Bundesvorstand der Piraten ein.

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13 Antworten zu “Julia Schramm im Bundesvorstand der Piraten”

  1. und alle so yeaahhh sagt:

    Jede Partei bekommt den Vorstand den sie sich wählt.

  2. Nachdenker sagt:

    Es ist einfach schrecklich und unglaublich, dass soviele Piraten nicht nachdenken und eine Person wählen, die dieser Partei garantiert mehr schaden als nützen wird. Liebe Pressestelle sorgt dafür dass die Frau Schramm keine Möglichkeiten erhält in irgendwelchen Talkshows aufzutreten. Der Johannes Poander sollte den Job von Marina Weisband ausführen und die Partei in den Medien vertreten.

  3. (ehem.) Piratenwähler sagt:

    Jemand schrieb als Kommentar zu dem gut recherchierten FAZ-Artikel über Schramm, dass ihre mögliche Wahl ein guter Indikator für die Integrität der Parteibasis wäre.

    Dem kann ich nur zustimmen: Ich hatte bis heute eigentlich wirklich vor, die Piraten voraussichtlich 2013 zu wählen. Aber jetzt nicht mehr. Über 50% für eine rückgratlose Opportunistin in einem basisdemokratischen Wahlverfahren!

    Schönes Leben noch, liebe Piraten. Oder wie ein bekannter CCC-Sprecher es auf Twitter so treffend ausdrückte: «Heute ist wieder so ein Tag, wo ich wirklich froh bin, einen ‘keine Parteimitgliedschaft vor der Revolution’-Grundsatz zu haben.»

    Dem ist nichts hinzuzufügen…

  4. freiwild sagt:

    Hm, die Piraten haben es auch überlebt, dass sie ein Jahr lang einen Bundesvorstand namens Stefan «Aaron» König hatten.

  5. Anonymous sagt:

    Ratet mal, wer eben zum Interview zur Presse geladen wird?! Chris hat wohl recht, wenn er vermutet, Julia Schramm wird als Marinas «Nachfolgerin» gehandelt. *facepalm* >3

    Aber wenigstens Nerz ist nicht mehr Bundesvorsitzender!

  6. Mathias sagt:

    Ich wundere mich ein wenig, dass niemand Anstoß darin nimmt, dass Klaus Peukert Bundesvorstand geworden ist, einer der letzten fünf bekennenden post-privacy-spackos. Frau Schramm ist ein opportunistisches Wesen, Peukert aber ein Überzeugungstäter. Schramm wird den Weg der C-Promis nehmen, das Buch ordentlich vermarkten usw. Aber Peukert (@tarzun) wird das wichtige Datenschutzansinnen verwaessern, das mal Kern der Identität der Piraten war. Ich finde das traurig, es macht mir auch Angst vor dieser Basis.

  7. Willi Westerwald sagt:

    Mein Gott! mehr als 50% für Julia Schramm. jetzt sind die Piraten mal wieder völlig unwählbar. Na dann eben wieder CDU, äh, SPD, oder Grün, links, FDP? Ja watt denn nun? Mitmachen! Ändern!
    Jehr mehr vernünftige Leute mitmachen, desto weniger wirken sich die Bekloppten aus.

  8. tauss sagt:

    Mich verbindet inhaltlich wenig mit Julia Schramm. Trauriger finde ich, dass ein «Arbeitstier» wie Gefion (mit der mich inhaltlich gleichfalls wenig verbindet) abgewählt wird.

    Richtig bedenklich ist, dass Intriganten vom Schlage Schlömer und Peukert mehrheitsfähig sind. Das ist das größere Problem.

  9. Guten Abend & gute Nacht sagt:

    Ich bin kein Pirat und kennen da auch niemanden. Ich lese nur diesen Blog schon seit längerem und möchte es einmal meine zwei Cent beisteuern.

    Ich habe mich heute nachmittag aus Neugier in den BTP-Livestream eingeschaltet — just, als diese Geiron gegrillt wurde. Ich fand es nachvollziehbar, dass eine mit Ehrenamtlichen unterschiedlicher Qualifikation unterbesetzte Pressestelle (falls Pressestelle der richtige, freibeuterische Ausdruck ist) nicht optimal arbeiten kann. Und es hat mich schon gewundert, dass man Geiron dann prompt abwählte. Nur, weil sie (vermutlich) die Wahrheit sagte? Oder weil sie Reisekostenerstattung haben möchte? Immerhin scheint sie ja in UK zu leben, da kann das Reisen schon mal ins Geld gehen.

    Ich mag mich täuschen, aber ich hatte den Eindruck (ich habe den Livestream dann tatsächlich bis zum Ende verfolgt und die Protokolle nachgelesen, weil ich das alles doch interessant fand) das Teile der Piratenbasis eine ganz schön naive Vorstellung von den materiellen, personellen und sächlichen Bedingungen politischer Arbeit haben. Ich fürchte, das wird für etliche noch ein böses Erwachen geben.

  10. Ghodly sagt:

    Alle die sich hier über Julias Wahl aufregen und nicht zum Parteitag gekommen sind haben nichts zu melden. Bei 1500 akreditierten und einem Ergebnis von nicht mal 51% (glaube es waren 50,3%) für sie hätten wenige Gegenstimmen ausgereicht. Gefion war bei 49% oder 48%.
    Wer nicht wählt, wählt die Anderen. Ich hab sie btw. aus guten Gründen gewählt.

  11. Grogolo sagt:

    @ghodly:
    Nix zu melden, unbestritten. Aber zu wählen.

  12. Presto sagt:

    Nach fefes Hinweis und dem Aufruf der Schrammschen Seite war mir schlecht. Selten habe ich so einen Mumpitz gelesen. Es ekelte mich an.

    Sollte etwa ein Bundestrojaner im Kleid einer V-Frau in der Piratenpartei stecken? Friedrich muss das schon vorher geplant haben, so meine ich. Aber sehen wir doch selbst mal nach, wieviel Ichlinge nach den 70ern herauspoppten. «Lasst mich durch, ich bin Piratin» ist noch harmlos. Ich meine, es gibt in der Piratenpartei auch viele Esos. Aber vielleicht ist es einfach nur zu heiß in Deutschland.

  13. Apfelsine sagt:

    Die Piraten sollen sich in Rebellen-Partei umbenennen. Die Orangen Fahnen können sie behalten. Als Anführerin nehmen sie eine Prinzessin Leia.
    Wenn die Leia dann Milliarden ergaunert hat, und verknastet wird, macht sie einen auf todkrank und Hungerstreik. Und wenn dann von so einer Merkel befreit wird, ist sie wieder gesund.

    Die Sache war ja so klar. Wie blöd sind die Leute, die auf die Piraten-Partei gesetzt haben?
    Das ist eine Partei. Eine Partei ist hierarchisch. Das muss scheitern.


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