Journalistin vs. Bloggerin — Ursula Pidun droht lanu offensichtlich mit rechtlichen Konsequenzen

CourtJournalisten vs. Blogger — wie lange wird diese Sparflamme nun schon am Köcheln gehalten? Seit Jahren. Nun aber entwickelt sich dieses Thema zu einem echten Konflikt — lanu wird offensichtlich von der Journalistin Ursula Pidun rechtlich bedroht. Was war passiert? Nun — lanu schrieb ein paar Gedanken über das Vertrauen in die deutsche Justiz nieder. So weit, so gut. In dem Artikel setzte sie auch einen Link zu einem Artikel der Journalistin Ursula Pidun. Dies nahm strappato zum Anlass zu fragen, warum es denn ausgerechnet ein Link zur besagten Journalistin sein müsse. Er verwies auf das Blog von Tobias, in der sich Frau Ursula Pidun per Kommentar wie folgt zu Diskussionspartnern äußerte (er kennzeichnete dies ebenfalls als Zitat):

Klarnamen (ist er bekannt, um fachlich mitreden zu können)

Hat er selbst jemals aktiv am Bürgerjounalismus mitgearbeit? (nicht nur diskutiert)

Wenn ja, welches Projekt?

Welche Aufgaben hat er dort übernommen?

Hat er sich über weite Zeiträume mit Bürgerautoren befasst?

Hat er jemals Artikel von Bürgerjournalisten ordentlich redigiert?

Kennt er den längst etablierten amerikanischen Bürgerjournalismus?

Hat er nicht nur kritisiert, sondern aktive Mitarbeit angeboten? (Im Sinne von : hey, ich mache mit, dies und jenes kann ich, wo kann ich mich einrbingen? Kann ich helfen?

strappato war zudem der Meinung, dass Frau Ursula Pidun die Readers Edition auf dem Gewissen habe. Dies ist mittlerweile editiert worden. lanu bekam eine E-Mail mit dem Betreff Abmahnung und veröffentlichte folgende Zeilen:

Klar ist stattdessen, dass Frau Pidun der Meinung ist, die Readers Edition Auftrag für einige Monate geleitet und nach Ablauf der damals festgelegten Zeit im besten Einvernehmen mit dem Betreiber auf eigenen Wunsch ausgeschieden sei. Und wir alle glauben gern, dass die Readers Edition auch nach ihrem Ausscheiden eine gut frequentierte Plattform gewesen sei.

Wer eine gegenteilige Meinung äußert, der bekommt in kürzester Zeit eine E-Mail mit dem Betreff «Abmahnung», in der die Journalistin fordert, diese Meinung zu ihrer geleisteten Arbeit aus den Kommentaren zu entfernen. Dass die Aussage nichts über die Art des Ausscheidens von Frau Pidun oder über die Zugriffszahlen der Internseite ausgesagt, sondern zusammen mit dem Zitat aus dem verlinkten Blog kritisch die Entwicklung der Qualität der Readers’ Edition während der Zeit, als Frau Pidun die inhaltliche Verantwortung hatte, kommentiert, spielt dabei keine Rolle.

«DEUTSCHLAND MACHT ANGST!»

Man sollte eigentlich meinen, nach dem Editieren des Kommentars sei alles gut. Doch weit gefehlt. Nun soll wohl der gesamte Kommentar und auch der Artikel lanus gelöscht werden. Den Ratschlag lanus, es gut sein zu lassen, beherzigte die Journalistin aus Berlin nicht. lanu bekam wieder Post, die sie dann im Original-Wortlaut veröffentlichte:

Da Sie sich jedoch nicht an diese Regeln halten, sondern eine «Story» geschrieben haben, die lediglich die Behauptungen wieder aufnehmen, ohne den Verursacher der Falschbehauptung und Verleumdung namentlich zu benennen und den Kontext herzustellen, übergebe ich die Angelegenheit meinem Anwalt. Inbsesondere beinhaltet Ihre «Story» auch weitere unrichtige Behauptungen.

Welche Regeln sollen das wohl sein? Mit dem Editieren des Kommentars ist lanu Ursula Pidun schon sehr entgegen gekommen. Man hätte den Satz strappatos auch als Meinungsäußerung interpretieren können. Und die weiteren unrichtigen Behauptungen müssen — soweit ich weiß — auch klar benannt werden, sonst hat der Satz meiner Meinung nach so viel Aussagekraft, wie die Sport-Clips nachts im DSF.

Was soll man davon halten? Klar ist, vor über einem Jahr gab es rund um die Readers Edition harte Diskussionen, und in diese alten — schon muffigen — Socken hat strappato mit seinen Worten gegriffen.

Frederic — Dramatisches bei der Readers Edition
Florian — RE: Dienstags aus der Redaktion…
Tobias — Readers Edition: Hier darf Eigenwerbung gemacht werden
Don — Die Readers Edition ist tot
Frederic — Viele LeadAwards — sogar für die Readers Edition

Niemanden hätte dieser eine Kommentar von strappato weiter interessiert. Warum wird deswegen nun mit Anwalt gedroht? Liebe Frau Pidun, ich hätte da mal einen Vorschlag: Eine Entschuldigung an lanu und alles ist wieder gut. Und natürlich möchte ich noch Ihr Stöckchen, so bezeichne ich es einfach mal, ausfüllen:

Klarnamen
Ein Tipp: Darth Vader ist es nicht.

Hat er selbst jemals aktiv am Bürgerjounalismus mitgearbeit?
Sie baden gerade Ihre Hände drin, ähm, Sie lesen diese Publikation gerade.

Wenn ja, welches Projekt?
– fix [your] master boot record -

Welche Aufgaben hat er dort übernommen?
All-in-One. Und mit Verlaub, wir sind hier weitaus erfolgreicher, als das Unternehmen Readers Edition oder dieses meiner Meinung nach selten langweile Blog Spreerauschen.

Hat er sich über weite Zeiträume mit Bürgerautoren befasst?
Mehrere Jahre.

Hat er jemals Artikel von Bürgerjournalisten ordentlich redigiert?
Täglich.

Kennt er den längst etablierten amerikanischen Bürgerjournalismus?
Sie meinen jetzt den, wo knallharte Unternehmen mit knallharten Vorgaben hinter stehen? Wie zum Beispiel Huffington oder Techcrunch?

Hat er nicht nur kritisiert, sondern aktive Mitarbeit angeboten?
In all den Jahren mehrere Projekte.

Schau m’er mal, was nun passiert. Wie gesagt, Frau Pidun — eine Entschuldigung bei lanu und die Sache wird gegessen sein. Denke ich zumindest. :)

Weitere Reaktionen:

Prospero — Ach, die Readers-Edition lebt noch?
Felix — blogger vs. journalisten

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7 Antworten zu “Journalistin vs. Bloggerin — Ursula Pidun droht lanu offensichtlich mit rechtlichen Konsequenzen”

  1. Foxxi sagt:

    Uff, danke für die Zusammenfassung, jetzt kapier’ ich’s auch!

  2. Florian sagt:

    Ach, die gute Frau Pidun gibt’s ja auch noch, was für eine Freude, da kommen alte Erinnerungen wieder hoch.
    Der Fall hat irgendwie was von Journalistin vs. Meinungsfreiheit, finde ich. Bin gespannt, wie’s weitergeht.

  3. phoibos sagt:

    ist die mit dem sturmgeschütz aust verwandt?

  4. Chris sagt:

    Du meinst deswegen:

    Klick 1 — Stuttgarter Zeitung

    Klick 2 — Stuttgarter Zeitung

    Ich glaube nicht, dass dem so ist…

  5. Martina sagt:

    So langsam wird es drollig!

    Kann es sein, dass einige meinen, über eine Negativkampagne eine letzte öffentliche Awareness zu erzielen, bevor der unwillkürliche Prozess des Vergessens einsetzt?

  6. […] und lange davor, wie derzeit drüben bei Boocompany nachzulesen (gut zusammengefasst ebenfalls bei F!XMBR) auch bei der Readers Edition. Vielleicht sollte man Journalisten wie Ursula Pidun, bevor man sie […]

  7. […] hier. Hintergrund hier. Prognosen hier. […]

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