Joachim Gauck ist die Personifizierung des Leipziger Parteitages der CDU und des FDP-Parteiprogramms


Die Kampagne des Joachim Gauck läuft weiter. Politiker von SPD und Grünen finden Unterstützung bei der FDP und auch der Union, im Netz marschieren viele im Gleichschritt mit der BILD – was derzeit geboten wird gleicht einem unfassbaren Trauerspiel. Als hätte die SPD nicht aus der Bundestagswahl gelernt, nominiert sie einen Kandidaten für das Bundespräsidentenamt, der mit jeder Phase seines Handelns für den sozialdemokratischen Niedergang steht: Joachim Gauck ist Neoliberalist aus Überzeugung und verkauft diesen unter der Etikette Freiheit. Seine Einlassungen zur Linkspartei lassen die schlimmsten Befürchtungen wahr werden: Joachim Gauck würde das Land weiter spalten, die Gräben zwischen Ost und West vertiefen, nicht aber die Menschen einen. Gauck verkauft sich und sein Handeln unter dem Label Freiheit und wird nicht müde, auf seine Biographie zu verweisen. Für mich macht das den Eindruck, als wäre ein 16-Jähriger gleich nach dem ersten Mal nymphoman geworden. Bei Joachim Gauck fehlt jegliche kritische Distanz zum Kapitalismus, der gerade heute für tiefe Verwerfungen innerhalb unserer Gesellschaft steht. Wer Joachim Gauck unterstützt und sich selbst Sozialdemokrat nennt, sollte sich schämen. Sozialdemokratie und Joachim Gauck, das passt zusammen wie England und guter Fußball.

Joachim Gauck ist überzeugter Neoliberalist.

Rot-Grün hat Joachim Gauck als Gegenkandidaten eines treuen Parteipolitikers aufgestellt und ihn als überparteilichen Kandidaten präsentiert. Das waren selbstverständlich ebenso schwache Politikerblasen wie die von Schwarz-Gelb als behauptet wurde, das Sparpaket der Bundesregierung sei sozial ausgewogen. Wenn wenigstens behauptet werden würde, Joachim Gauck sei der Mann, um Schwarz-Gelb zu stürzen, könnte man damit an der einen oder anderen Stelle leben. Jedoch wäre damit klar, dass das Amt des Bundespräsidenten für die Opposition wie auch für die Koalition nur ein kleines Quadrat auf dem großen Schachbrett der Politik ist.

Joachim Gauck ist wie Christian Wulff nur eine Schachfigur.

Inhaltlich und politisch muss jeder halbwegs sozial denkende Mensch Joachim Gauck ablehnen. Hier hatte ich bereits ein paar Worte dazu verloren. Als Gerhard Schröder die Agenda 2010 verkündete, gingen die Menschen in Deutschland auf die Straße. Im Osten, wie im Westen, im Norden wie im Süden. Um dem Protest Gewicht zu geben, wurden die Demonstrationszüge Montagsdemonstrationen genannt. Joachim Gauck nannte dies töricht und geschichtsvergessen. Gauck präsentiert sich auch heute noch als glühender Verehrer von Gerhard Schröder und der Agenda 2010. Er wird bei keiner Gelegenheit müde, zu erwähnen, dass die Agenda 2010 mutig gewesen sei. Ich frage mich allen Ernstes, ob die so genannten Sozialdemokraten nicht aus den letzten Jahren gelernt haben. Joachim Gauck diskreditiert die Menschen, die von Anfang an mit der Ablehnung des sozialpolitischen Wahnsinns Recht hatten und für ihre Überzeugung auf die Straße gegangen sind. Gerade erst hat wieder einmal eine Studie bewiesen, dass Reich und Arm in unserem Land immer weiter auseinanderdriftet, dass gerade die Mittelschicht in den letzten 10 Jahren immer weiter geschrumpft ist. Joachim Gauck steht mit seiner Haltung genau für diese Spaltung.

Es scheint, als sei Gauck aus dem Parteiprogramm der FDP gefallen.

Aktuell hat Deutschlands Sarah Palin Obama dem Spiegel ein Interview gegeben. Unter anderem lehnt er dort Rot-Rot-Grün ab. Das kann man so sehen, sicherlich gibt es durchaus Argumente gegen eine solche Verbindung – doch steht es einem überparteilichen Bundespräsidenten nicht zu, Koalitionsempfehlungen auszusprechen und eine legitime, vielen Ortes gewählte und akzeptierte Partei ins Abseits zu stellen. Joachim Gauck zeigt hier nur eines: Er lehnt alles ab, man kann schon fast von Hass sprechen, was irgendwie im Verdacht steht, links zu sein. Bundesweit liegt die Linkspartei bei rund 12%, im Osten ist sie sogar stärkste Kraft. Das kann man befürworten oder ablehnen, der Autor dieser Zeilen hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er der Linkspartei kritisch gegenübersteht, jedoch ist es ein Affront gegenüber vielen Bürgerinnen und Bürgern. Mit seiner starren Haltung und dem öffentlichen Auftreten gegen die Linkspartei wird das Land weiter gespalten. In den letzten Jahrzehnten sind zwischen Ost und West viele Gräben überwunden und Brücken gebaut worden, unsere junge Generation kennt den ehemaligen Osten und goldenen Westen nur noch aus Erzählungen und den Geschichtsbüchern.

Mit Joachim Gauck würde unsere Einheit weit zurückgeworfen werden.

Für Joachim Gauck gibt es keine gute oder schlechte Politik, sie muss nur besser verkauft werden. Und genau darin sieht er seinen Job als Bundespräsidenten. Die Menschen lehnen den Krieg in Afghanistan ab? Die Menschen sind nur zu beschränkt, um zu verstehen, welch großartige Arbeit unsere Soldaten dort leisten. Die Menschen lehnen das Sparpaket der Bundesregierung ab? Es muss gespart werden. Joachim Gauck ist mitnichten ein überparteilicher Kandidat, ein Bürgerpräsident oder wie auch immer er verkauft wird.

Joachim Gauck wäre der Gebrauchtwarenhändler der Bundesregierung.

Natürlich kann man es sich einfach machen, nicht nachdenken und der großen Masse folgen – im Gleichschritt marsch. Eine Wahl Joachim Gaucks würde das Ende von Schwarz-Gelb einläuten? Klasse. Joachim Gauck ist überparteilich? Super. Joachim Gauck tritt für Bürgerrechte ein? Yes, das ist unser Mann. Ich befürworte mittlerweile Christian Wulff als Bundespräsidenten. Nicht, dass ich von dem CDU-Mann überzeugt wäre, ganz bestimmt nicht. Er wäre schlicht und ergreifend das kleinere Übel. Christian Wulff wird alle Hände voll zu tun haben, sich als überparteilicher Bundespräsident zu beweisen. Er muss es vermeiden, auch nur im Ansatz als parteiisch zu gelten. Joachim Gauck hätte Narrenfreiheit im Schloss Bellevue. Die Bundesregierung könnte dieses Land in den sozial-politischen Wahnsinn führen – und könnte sicher sein, dass Joachim Gauck diese Maßnahmen den Bürgerinnen und Bürgern verkaufen würde. Man muss es ja nur gut erklären…

Ich lass mich nicht vergauckeln. Joachim Gauck is #notmypresident.1

  1. Und mal ganz im Erst: Wenn ein rechtsradikales Blog F!XMBR linksradikal schimpft, weil wir Joachim Gauck ablehnen, dann können wir so verkehrt gar nicht liegen. []

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40 Antworten zu “Joachim Gauck ist die Personifizierung des Leipziger Parteitages der CDU und des FDP-Parteiprogramms”

  1. Anonymous sagt:

    Selektive Wahrnehmung FTW, oder? Wie man einem Mann vorwerfen kann, alles was links ist zu hassen, der sich als liberal-konservativ-links bezeichnet und anscheinend eine dialektische Auffassung dieser drei gedanklichen Grundpfeiler unseres Systems hat, ist mir ehrlich ein Rätsel.

    Gauck im Video zu dem von Dir verlinkten Spiegel-Interview:

    «Ich kann eine Gesellschaft, die auf den sozialen Ausgleich verzichtet, nicht ertragen, auch wenn ich Anhänger von Freiheit bin. Aber es ist doch auch verantwortlich zu sagen: ‘Die da unten müssen sich gegenseitig beistehen, aber die da oben müssen mit denen da unten solidarisch sein’. Und wenn es eine Unwucht gibt beim Sparen, dann wird man das so oder so ähnlich benennen.… Im Moment scheint es mir [ein Ungleichgewicht] zu sein.»

  2. Wer Sätze, wie etwa «Im Westen währte die braune Diktatur 12 Jahre, im Osten aber kamen noch 44 rote Jahre dazu» absondert, damit NS-Terror mit industrialisierter, massenhafter Menschenvernichtung und DDR-Unrecht auf eine Stufe stellt und unter dem nebulösen Begriff «Diktatur» subsumiert, muss sich dann auch den Vorwurf der Geschichtsklitterei gefallen lassen.
    Es ist mir völlig unverständlich, dass GRÜNE und SPD einen Propheten des Neoliberalismus aufgestellt haben, nur um vielleicht ein paar Stimmen aus dem bürgerlichen Lager herauszubrechen und die Regierung Merkel in Schwierigkeiten zu bringen. Oder ist es in Wahrheit doch so — und der Verdacht drängt sich lebendigst auf -, dass GRÜNE und SPD sowieso endgültig die politischen Lager gewechselt haben und die Nominierung bloß personeller Ausdruck dafür ist?

  3. Julian sagt:

    Ja stimmt alles, aber weißt du was? Scheiß drauf.
    Entweder Wulff gewinnt, dann war das ganze ein gelungener Schachzug von SPD und Grüne um die Regierung zu spalten und selbst irgendwie handlungsfähig und geschlossen zu erscheinen und es ist nichts passiert.
    Oder Gauck gewinnt tatsächlich und Merkel kann zurücktreten (denn das wird sie dann müssen). Dann haben wir eine neoliberale Chaosregierung gegen einen neoliberalen Präsidenten getauscht, der ja eh nichts zu sagen hat. Mich würds nicht stören.

  4. Chris sagt:

    @Anonymous: Du zitierst es doch selbst:

    Die da unten müssen sich gegenseitig beistehen

    Heißt: Die da unten sollen sehen, wie sie überleben, die können sich schon gegenseitig helfen…

    die da oben müssen mit denen da unten solidarisch sein

    Heißt: Solidarisch bin ich auch mit Israel und dem Iran, kümmern tut es mich trotzdem nicht…

    Gauck hat mehrfach betont, dass der den Sozialstaat, den Fürsorgestaat wie er ihn nennt, ablehnt…

  5. Robert B. sagt:

    Kann es sein, dass dieses so genannte „rechtsradikale Blog“ auch noch ausgerechnet aus dem Lande Christian Wulffs kommt? Wo sind bloß unsere Patrioten hin 😉

  6. dissenter sagt:

    @Julian

    Und was kommt danach? Wenn die neoliberale Chaos-Regierung zerbricht, steht keine Alternative bereit, schon gar keine glaubwürdige, kraftvolle mit einem überzeugenden Gegenprogramm.
    Außerdem bin ich der Ansicht, dass Schwarz-Geld die Suppe schön auslöffeln soll, die uns seine Ideologie seit bald zwanzig Jahren eingebrockt hat. Ich neige auch der Meinung zu, dass nur Schwarz-Geld diese Suppe auslöffeln _kann_, denn stell dir mal vor was los wäre, wenn in einer rot-grün-roten Koalition laut über einen höheren Spitzensteuersatz nachgedacht würde.
    Die Mehrheit im Bundesrat, die darf man ihnen allerdings nicht lassen. Das ist aber eine andere Baustelle.

  7. Tobi-Wan sagt:

    In linken Kreisen (wo ich dieses Blog und mich selbst einordne) lese ich viel vom Wunsch nach einem überparteilichen Kandidaten für das Bundespräsidentenamt, der dann die Spaltung unserer Gesellschaft überwinden soll. Da frage ich mich: Wo soll dieser Kandidat eigentlich herkommen? «Überparteilich» heißt, dass ihn Wahlleute aller demokratischer Parteien wählen wollen würden — von den Marktradikalen in der FDP bis zu den Kommunisten in der Linkspartei. Wir hätten es bei einem solchen Kandidaten also entweder mit einem Wischi-Waschi-Typ oder schlicht einem Heuchler zu tun. Sagen wir doch stattdessen einfach direkt, wen wir wollen: Eine erfahrene, moralisch gefestigte Person, die den Auswüchsen des ungebremsten Kapitalismus entgegentritt und sich für ein höheres Maß an Umverteilung bzw. sozialem Ausgleich einsetzt. Und so einer hätte garantiert nicht die Zustimmung der FDP.

  8. Urbster sagt:

    Kleiner Lacher am Rande ein Zitat von Vera Lengsfeld: «Er verkörpert die Sehnsucht nach der Beendigung machtpolitischer Spielchen.»

  9. Mit Vera Lengsfeld bekommt Joachim Gauck genau von der richtigen Seite Unterstützung. Nachdem sie in meiner alten Partei (den Grünen, man traut es sich ja fast nicht mehr zu sagen) weg vom Fenster war, ist sie ganz fröhlich zur CDU konvertiert. Interessante Karriere für eine Ex-Bürgerrechtlerin. Denn die CDU war ja genau die Partei, die dafür gesorgt hat, dass die DDR so einfach angeschlossen wurde, anstatt etwa die Erfahrungen der DDR-Opposition ernsthaft zu bewerten und etwa in eine neue Verfassung für die BRD eingehen zu lassen. Das wäre damals eine große Chance und auch ein Zeichen gewesen, wenn sich die Deutschen nach der Vereinigung eine gemeinsame neue Verfassung gegeben hätten, so wie es ja auch das Grundgesetz nach einer Vereinigung eigentlich auch vorgesehen hat. Stattdessen wurde ein schnöder Anschluss daraus und ein Teil des damaligen Bürgerrechtspersonals gibt im Nachhinein die Claqueure von der Seitenauslinie ab.

  10. Stefan sagt:

    Die beiden Präsidentenversuche haben schon vorher ein Interview im Spiegel gegeben.

    Gauck kritisierte die Stimmungslage im Land. Von außen erscheine Deutschland als eine Oase der Sicherheit. «Viele Deutsche wissen davon jedoch wenig. Das Lebensgefühl scheint teilweise so, als ob wir in einer Gesellschaft leben, die von Katastrophen geplagt ist.» Die Mentalität sei auf tragische Weise nicht auf der Höhe der Existenz. «Viele sehen ihre Lebensaufgabe darin, sich möglichst entschlossen zu ärgern.»

    Und Wulff war auch nicht viel besser:

    Eine Mitschuld an der wachsenden Distanz zwischen Volk und Volksvertretern gibt Wulff auch den Bürgern: «Wir erleben heute ungeduldiger werdende Bürger, die gelegentlich nicht bereit sind, das zu tun, was die Politiker machen.»

    Wer von den beiden realitätsfernen Blendgranaten auch gewählt wird — mit unserer Ackermann-gesteuerten Kanzlerin werden sie sich prima verstehen.

  11. Christian S. sagt:

    Sozialdemokratie und Gauck passen sehr gut zusammen. Dein Verständnis von Sozialdemokratie ist sehr fragwürdig.

  12. Christian S. sagt:

    «Wenn ich sagen soll, was mir neben dem Frieden wichtiger sei als alles andere, dann lautet meine Antwort ohne Wenn und Aber: Freiheit. Die Freiheit für viele, nicht nur für die wenigen. Freiheit des Gewissens und der Meinung. Auch Freiheit von Not und Furcht.» (Willy Brandt)

    Ich weiß nicht, was Du davon hast, Gauck bewusst falsch verstehen zu wollen — es wird Dein Geheimnis bleiben.

  13. Chris sagt:

    Dann ganz direkt: Der Mann ist ein neoliberaler Vollhonk, darum lehne ich ihn ab. Der kann sozial nicht einmal buchstabieren. Aber hey, ich sehe ja ein, damit passt er zur SPD…

  14. Christian S. sagt:

    Wie gesagt, ich verstehe nicht, was Du davon hast bzw. was Du Dir davon versprichst, etwas schlicht Falsches zu schreiben.

  15. Chris sagt:

    Gott sei Dank ist der Spuk ja bald vorbei und er kann weiter an seiner Biographie schreiben. Und selbstverständlich ist es richtig, was ich geschrieben habe.

  16. Thostra sagt:

    Ja, und nochmals Ja .… Ich teile Deine Kritik in allen Punkten. Und ich habe arge Zweifel, ob JG Dein und mein Präsident sein/werden kann. Sicher bin ich mir allerdings, Teflon– Wulff wird es nicht sein, wird es auch nicht sein wollen.
    Einen kleinen machtgeilen Rechtanwalt auf den Platz des BP zu entsorgen, .…
    JG hat seine Ecken und Kanten, bestimmt ausbaufähig; ich greife man in die deutsche Geschichte: Wir hatten mal einen Innenminister Benda (damals, Notstandsgesetze, 68/69), den man dann ans Verfassungsgericht entsorgt hat; die Urteile unter seinem Vorsitz erinnerten in nichts an seine Zeit als rigider Innenminister.
    Ja, JG — das kleinere Übel — Hoffnung, das (sein) Sein möge sein Bewußtsein bestimmen, wie es bei Benda der Fall war.

  17. Anonymous sagt:

    Keine Aufregung. Die Koalition hat inzwischen auch gemerkt, dass sie weg vom Fenster ist, sollte Gauck gewählt werden. Außerdem wurden diesmal von den Ländern praktisch keine «einfachen Bürger» in die Bundesversammlung entsandt, sondern nur Parteileute. Sicher ist sicher. Wulff wird Bundespräsident.
    Und dann?

  18. Anonymous sagt:

    @chrisitan s: hilfe! die spd stirbt und du mit ihr! befreie dich! oder verbiege dich wenigstens nicht mehr zugunsten deiner seeheimer dampfkutschenfürsten!

    was meint denn gauck mit «freiheit»? es gibt da doch diese eine partei, die sich der «freiheit» widmet: die fdp. was meint sie damit? jeder ist sich selbst der nächste. «die freiheit des einen hört da auf, wo die freiheit des anderen beginnt» — noch unverbindlicher geht es nicht. bei der fdp hat der eine die freiheit, steueroptimierungen im ausland vorzunehmen («summa summarum westerwelle»), während der andere nackter steuerbürger ist. nicht nur der lohnempfänger, auch der «asoziale» leistungsempfänger, der hartz-iv-ler, auf den in deutschland 6 mio. offene stellen warten. die gesellschaft trifft keine schuld, jeder ist für sich selbst verantwortlich, auch wenn wir seit jahrzehnten massenarbeitslosigkeit haben. «wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen» (müntefering). gauck wird das (es sei denn, er erfindet sich neu) fortführen, die probleme werden den nicht mehr gebrauchten zugeschoben. anders kann man sich als mittelschichtler auch gar nicht helfen, wenn man die welt nicht anders kennt als wie sie ist. dann wird alles der unterschicht angelastet. und die ist in der tat perspektivlos, aber frei.

    freiheit ist das allerwichtigste, denn ohne freiheit funktioniert keine demokratie. aber wenn herr gauck sich herausnimmt «rot-rot-grün» einfach mal so beiseite zu wischen (SPIEGEL-Schlagzeile), dann kann er sich gleich abmelden.

  19. […] Kandidaten« vom Spiegelfechter. Da hab ich doch gerne geflattrt. Nachtrag vom 16. Juni 2010: Joachim Gauck ist die Personifizierung des Leipziger Parteitages der CDU und des FDP-Parteiprogramms (F!XMBR) Geschrieben von Marc in Medienjunkie, Schwarzseher um 13:19 | Noch keine Kommentare | […]

  20. Anonymous sagt:

    Gerade erst hat wieder einmal eine Studie bewiesen, dass Reich und Arm in unserem Land immer weiter auseinanderdriftet
    Also wenn Du damit die aktuell in den Medien diskutierte DIW Studie meinst, mit dieser sollte man meiner Meinung nach etwas vorsichtig umgehen. Nach dieser Studie zählt man zu den «Reichen», wenn man z.B. im Jahr 2005 mehr als 1844 Euro (netto pro Monat) bezog. Ich glaube, dass die Aussage, dass die «Reichen» immer reicher werden, auf einen Großteil der nach der Studie als reich geltenden Personen nicht zutreffen wird. Vielleicht habe ich aber auch nur eine etwas andere Vorstellung von «reich».

  21. Franse sagt:

    Anonymous: Bitte korrekt bleiben. Ab 1844 beginnt die Mittelschicht. Für die Reichen musst du noch paar Tausend drauflegen.

    Christian S.: Wie wäre es mit Beispielen und Argumenten? Der Wikipedia-Artikel zu Gauck sagt doch alles aus. Da hätte der Chris ruhig noch mehr auf die K**** hauen können. Dass Gauck Transatlantiker ist, sagt schon viel über dessen Orientierung. Der würde vielleicht mit Guttenberg, Merz, Hüther, Westerwelle und Dohnanyi sein Bierchen trinken, aber doch nicht mit Brandt. Das ist ja fast eine Beleidigung, sowas zu behaupten.

  22. Anonymous sagt:

    Hallo Franse,

    hier das entsprechende Zitat aus der Studie:
    Oberer Bereich (Hohe Einkommen): Haushaltseinkommen von mehr als 150 Prozent des Median, 2005 also mehr als 1 844 Euro monatlich.

  23. […] kleinere Hausnummer, im Vergleich zu den Leserzahlen von “gauckkritischen” Blogs wie f!xmbr oder dem Spiegelfechter sind sie jedoch überschaubar. Aber warum sollte man sich mit derlei […]

  24. ole sagt:

    Wer weiß, vielleicht lehnt Gauck ja dann eine Präsidentschaft über dem von ihm verursachten rot-rot-grün im Bund ab. Ein missverstandenes Interview, nervige Journalisten.… soll vorkommen :-)
    Dann haben wir neben Wirtschafts– und Finanz– auch eine handfeste Staatskrise. Am besten gar nicht mehr Nachrichten gucken bei diesem Trauerspiel.

  25. Christian S. sagt:

    Christian S.: Wie wäre es mit Beispielen und Argumenten? Der Wikipedia-Artikel zu Gauck sagt doch alles aus. Da hätte der Chris ruhig noch mehr auf die K**** hauen können. Dass Gauck Transatlantiker ist, sagt schon viel über dessen Orientierung. Der würde vielleicht mit Guttenberg, Merz, Hüther, Westerwelle und Dohnanyi sein Bierchen trinken, aber doch nicht mit Brandt. Das ist ja fast eine Beleidigung, sowas zu behaupten.

    Nochmal: die SPD ist breit aufgestellt. Da ist Platz für eine Andrea Nahles, für einen Johannes Kahrs, für einen Sigmar Gabriel, für einen Frank-Walter Steinmeier, für eine Franziska Drohsel. Natürlich wäre da auch Platz für einen Joachim Gauck.

  26. Anonymous sagt:

    Auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole, wenn man den ganzen Zirkus verfolgt — hier nur ein weiteres Beispiel — dann kann man nur zu dem Schluss kommen: Amt abschaffen und Geld sparen oder das Volk entscheiden lassen.
    Das Amt wird nur benutzt, von allen!

  27. olhe sagt:

    @Christian S.:

    >die SPD ist breit aufgestellt

    Klar … Volkspartei. Aber mal ehrlich, dies führt zu massiven Ausdünnungen bei dieser Breite und ein Profil ist nicht mehr wirklich ersichtlich. Und genau dies, ist das Problem der Genossen. Will ja nicht behaupten, daß ich in den 80ern bei der SPD das sozialdemokratische Ideal vorfand, aber da war die sozialdemokratische Welt noch ein gutes Stück mehr in Ordnung.

  28. Christian S. sagt:

    Das mag ja stimmen. Dass Lafontaine eine Partei links der SPD etabliert hat, die etliche SPD-Linke angezogen hat, die der SPD jetzt fehlen, sollte man allerdings nicht unterschlagen.

    Und, wie gesagt: niemand hat behauptet, dass Gauck ein Linker oder auch nur ein SPD-Linker sei. 😉 Das Ziel ist es, Stimmen aus dem schwarzgelben Block rauszubrechen. Und das geht nun einmal nur mit einem Gauck und nicht mit einer Ypsilanti.

  29. olhe sagt:

    >Das Ziel ist es, Stimmen aus dem schwarzgelben Block rauszubrechen.

    Ja das mit der Taktik habe ich schon mitbekommen, allerdings glaube ich die kleben alle zu sehr an der Macht. Aber auf der anderen Seite werden damit auch viele Leute verschaukelt, die da glauben einen wirklich alternativen, «volksnahen» Bundespräsidenten zu bekommen. Und darum geht es uns eigentlich. Aber wenn wir schon bei beschädigten Ämtern sind und mindestens seit Herzog kann man dieses als Totalschaden bezeichnen, geziemt sich da überhaupt noch Taktik?

  30. Christian S. sagt:

    Volksnaher als die bisherigen Präsidenten wäre Gauck in jedem Fall. Ich glaube, die Pro-Gauck-Menschen haben schon kapiert, was SPD/Grüne bezwecken.

    Dass es vermutlich nicht klappt, ist wahrscheinlich auch allen klar. Die Mehrheitsverhältnisse sind ja so deutlich wie schon lange nicht mehr.

  31. hok sagt:

    «Es ist mir völlig unverständlich, dass GRÜNE und SPD einen Propheten des Neoliberalismus aufgestellt haben, (…). Oder ist es in Wahrheit doch so – und der Verdacht drängt sich lebendigst auf -, dass GRÜNE und SPD sowieso endgültig die politischen Lager gewechselt haben und die Nominierung bloß personeller Ausdruck dafür ist?»

    Exakt: Die GRÜNEN sind definitiv eine astrein neoliberale Partei durch und durch. Die SPD ist vor lauter Opportunismus und Machtspielchen neoliberal gelandet, aber kann es vor lauter Haltungslosigkeit nur noch nicht reflektieren.

    h.

  32. Oliver sagt:

    http://blog.till-westerma.….andland/

    Problem ist, viele Grüne fragen sich das ebenso. Aber die Spitze hat wohl das Gros der Netzdeppen hinter sich und auch wahrscheinlich massive Teile von dem Volk da draußen :-)

  33. […] beschäftigt und dass eben jener vor allem durch SPD-nahe Werbeagenturen orchestriert ist. F!xmbr hat darüber geschrieben, dass Herr Gauck politisch auch nicht wirklich leicht geniessbar ist. Genauso finden sich Kritiken […]

  34. […] beiden Kandidaten des neoliberalen Mainstreams nicht zum Zuge, die sich insbesondere in den Blogs[1][2] (jeweils mit weiteren Nachweisen) zu Wort gemeldet hatten. Der „Hessische Rotfunk“ ist […]

  35. lebowski sagt:

    «Joachim Gauck ist Neoliberalist aus Überzeugung und verkauft diesen unter der Etikette Freiheit.»

    Yep!

    Kleiner Strategiewechsel!

    Horst Köhler war Neoliberalist aus Überzeugung und verkaufte diesen unter der Etikette Reform.
    Da nun noch der allerletzte Dödel verstanden hat, dass Reform nichts anderes als sozialer Kahlschlag bedeutet, war dieser Etikettenwechsel nötig.
    Alter Wein in neuen Schläuchen eben!

  36. […] SPD schlug aus reiner Taktik einen Kandidaten vor, der nicht für Parteientaktik stehen sollte. Das Internet macht so: Yeah. […]

  37. Anonymous sagt:

    Du hast in allen Punkten Recht gehabt

    Ich schäme mich dafür, mit Joachim Gauck sympathisiert zu haben.

  38. Manche Kommentare kann man nicht mit Gold aufwiegen. Danke. :)

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