Joachim Gauck: Ein Spalter und egoistischer Selbstdarsteller auf Schloss Bellevue

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Bild: Bembel

Die Katze ist aus dem Sack. Union und FDP haben sich auf Joachim Gauck als neuen Bundespräsidenten geeinigt. Rot-Grün wird abnicken, Schaden wird unser Land, das gesellschaftliche Miteinander und unsere Demokratie allgemein nehmen. Ich habe ja schon mehrfach darüber geschrieben, was von Joachim Gauck zu halten ist, zuletzt hier: Nachmieter gesucht. Neben dem Spalten unserer Gesellschaft, dem Verhöhnen von sozial Schwachen und dem Zujubeln von Thilo Sarrazin kommt jetzt noch ein Punkt hinzu: Ich hätte nie gedacht, Angela Merkel einmal verteidigen zu wollen oder zu müssen, aber in der aktuellen Debatte rund um die Suche nach einem neuen Bundespräsidenten äußerte sich Joachim Gauck laut der Zeit wie folgt: Rufen Sie doch Frau Merkel an.

Auch wenn die Zeit schreibt, dass diese Äußerung scherzhaft gefallen sei, so ist davon nicht auszugehen. Im Gegenteil. Diese Äußerung ist mit Bedacht genauso geplant worden. Ein Mann wie Joachim Gauck, mit seiner medialen Erfahrung, wird so einen Satz in der aktuellen Situation nicht einfach daher sagen, auch nicht im Scherz. Er weiß genau, dass die Deppen von Rot-Grün seinen Namen erneut in die Diskussion gebracht haben und der Axel-Springer-Konzern ihn puscht. Die eine oder andere Umfrage ist da eine logische Folge.

Gauck hat hier Unglaubliches versucht: Mit der vermeintlichen öffentlichen Meinung in Hinterhand hat er Angela Merkel unter Druck gesetzt, damit er Bundespräsident wird. Joachim Gauck ist nicht nur ein Spalter, sondern auch ein egoistischer Selbstdarsteller, der mit aller Macht Bundespräsident werden möchte und jeglichen Anstand vermissen lässt. Bei dem Drohgebärde, welches hier aufgebaut wurde, kann man fast von Erpressung sprechen.

Nachdem die FDP heute einen einstimmigen Präsidiumsbeschluss pro Gauck gefällt hat, gar die Regierungskoalition auf dem Spiel stand, hat Merkel nun nachgegeben. Was heute in Berlin geschehen ist, erinnert nicht einmal entfernt an eine Demokratie. Wieder einmal haben die politischen Akteure ihre hässliche Fratze gezeigt. Joachim Gauck scheint dabei in den Berliner Politbetrieb sehr gut reinzupassen. derStandard.at berichtet von einer Podiumsdiskussion: Die Vorratsdatenspeicherung ist für Gauck nicht schlimm, Wikileaks seien einfach gestohlenes Material und Nacktscanner sind Gauck völlig schnurz-egal, weil er ja auch an den FKK-Strand gehen würde. Mit Gauck ist kein Staat für mehr Freiheits– und Bürgerrechte, gegen allumfassende Überwachung zu machen. Oder wie es ein Kommentar ausdrückt: Gauck hat eben mit der Wiedervereinigung die Seiten gewechselt.

Joachim Gauck ist charakterlich nicht im Ansatz in der Lage, das Amt des Bundespräsidenten auszufüllen — noch viel weniger als Christian Wulff. Wulff hat mit den Mächtigen gekuschelt und es mit der Wahrheit nicht ganz genau genommen und die nötige Distanz zu seinen vermögenden Bekannten vermissen lassen. Joachim Gauck würde dieses Land tief spalten — von anderen Dingen ganz zu schweigen. Da fragt man sich, was schlimmer für unser Land wäre.

Joachim Gauck ist #notmypresident.

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18 Antworten zu “Joachim Gauck: Ein Spalter und egoistischer Selbstdarsteller auf Schloss Bellevue”

  1. Heiko sagt:

    Na dann wird die SPD wohl ihren Offenbarungseid leisten, wenn sie diesen Mann zum Bundespräsidenten wählt :-(

    Nur gut, das ich nicht mehr in dem Verein Mitglied bin und mich darum auch nicht mehr für so etwas rechtfertigen muss :-)

  2. Anonymous sagt:

    Nicht nur Wulff kennt Maschi:

    http://i.imgur.com/dPqsu.…..jpg

  3. Anonymous sagt:

    Stoppt Gauck!

  4. Anonymous sagt:

    Gauck ist ein rechter Bürger, aber kein Bürgerrechtler.

  5. Heiko sagt:

    Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, das zwei ehemals linke Parteien einen Mann zum Bundespräsidenten wählen werden, der vom Profil her besser zum Schwarz-Gelb passt.

  6. Anonymous sagt:

    Eine interessante Linkliste zu Gauck:

    http://klappe.blogspot.co.….m/

  7. Anonymous sagt:

    > Bei dem Drohgebärde, welches hier aufgebaut wurde,
    > kann man fast von Erpressung sprechen.

    Ich stimme größtenteils zu, aber der Satz ist mir doch zu viel reininterpretiert.

    Egal, viel wichtiger ist aber die Sache und da bin ich der gleichen Meinung. Auch mir haben die Aussagen aus dem Artikel des Standards nicht gefallen. Auch eine Spaltung an dieser Persönlichkeit halte ich für möglich, je nachdem wie seine Auftritte und Reden ausfallen werden.
    Laut einer schnellen Umfragen sind ja wohl 52% für ihn. Was ist mit dem Rest? Wie war das bei anderen Kandidaten vor ihrer Wahl?

  8. FF sagt:

    Man sollte alle «S«PD-Mitglieder (und meinetwegen auch die Grünen) gelegentlich mal befragen, ob ihnen dieser Joachim Gauck wirklich näher ist als die Linke.

    Wer diese Frage dann mit «ja» beantwortet, sollte begründen, warum er nicht in der CDU ist und dort den rechten Flügel bildet, anstatt dreist unter falscher Flagge zu segeln…

    Es ist ein Trauerspiel, was uns diese beiden ehemals linken, progressiven, der Zukunft zugewandten Parteien heute anbieten.

  9. Gauck hat mit dem Überwachungsstaat anscheinend nur dann Probleme wenn er Sozialistisch/Kommunistischer Natur ist, denn sonst würde er z.B. die Vorratsdatenspeicherung keines Falls aktzeptieren.

  10. […] Joachim Gauck: Ein Spalter und egoistischer Selbstdarsteller auf Schloss Bellevue […]

  11. van Santdoern sagt:

    Joachim Gauck ist charakterlich nicht im Ansatz in der Lage, das Amt des Bundespräsidenten auszufüllen — noch viel weniger als Christian Wulff.

    Aber G. unterzeichnet ESM! Und nur das zählt für die Korruptionäre als Marionetten der Banken momentan!

  12. Frank sagt:

    Ich glaube nicht mal, dass er mit der Wiedervereinigung die Seiten gewechselt hat. Wie er heute das vermeintlich «Gottgewollte» und Unabänderliche – den Kapitalismus und seinen Staat – als unantastbar in den Mittelpunkt seines Denkens stellt, war er auch vor 1989 keinesfalls widerständig gegen die damalige Staatsmacht der DDR. Er betete nur darum, dass die Ordnung der Dinge noch ein bisschen besser werden möge. Man lese mal dies hier:
    http://www.prager-fruehli.….erk.html

    Bei ihm ist in Hinblick auf den NS-Staat wohl wirklich von «Gnade der späten Geburt» auszugehen.

    Ein weiterer interessanter Link zu dem Mann findet sich übrigens hier: http://paper.li/judioviaj.….20224593

    Auschwitz und die «überzogene» Sicht der Singularität des Holocaust als «Gottersatz» für eine verweltlichte Gesellschaft. Evangelischer Antisemitismus aus Mecklenburg.

  13. […] oder für den Atomausstieg engagieren. Chris hat Joachim Gauck nicht ganz unberechtigt einen Spalter und egoistischen Selbstdarsteller […]

  14. David sagt:

    Hat sich Herr G. doch gewaschen?
    http://www.sueddeutsche.d.…..1288683

  15. P.Klose sagt:

    vor meiner Haft im Knast der Stasi 1976 habe ich von Gauck nicht gehört.
    Jena ein Teil der Hochburg des Widerstandes in der «DDR» habe ich in meiner Kirche nicht von Gauck gehört.
    Weder 1968 noch später bei der Charta 77.

    Nur von Pfarrer Brüsewitz und von dem haben sich die oberen evang. Hochwürden distanziert.

    Hat Gauck alles vergessen ???

    Pfarrer Brüsewitz war bekannt in der «DDR»,
    (Kirchen klagen den Kommunismus an) Plakat und vor der Kirche verbrannte sich Brüsewitz.
    Habe in Greiz zur Beerdigung von Brüsewitz keinen «Gauck» gesehen keiner kannte diesen Selbstdarsteller und die Opfer werden verhöhnt.
    Selbst in der JVA Brandenburg konnten die Pfarrer aus und ein gehen mit eigen Zellenschlüssel.

    Nur die Pastoren bzw. Katholiken wurden von Wachpersonal stark kontrolliert.
    Gauck soll seine Märchenstunden wo anders abhalten !!!
    Klose

  16. Wurschtl-Uli sagt:

    Auch aktuell hat Gauck mit seinen Ansichten zur Bundeswehr wieder einmal seine politische Unfähigkeit bewiesen. Mit Gewalt noch mehr Gewalt zu verhindern kann doch nicht sein Ernst sein. Der Kasper zeigt langsam sein wahres Gesicht, nachdem im Vorfeld die Klatschpresse versucht hat, der Bevölkerung weiszumachen, er sei ein geeigneter Bundespräsident.

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