it’s just rock and roll

So Angus Young zu der Frage welche Musikrichtung sie denn da feilbieten? Hardrock, Metal, …? We’re a rock group. We’re noisy, rowdy, sensational and weird. Und ich gebe zu diese Frage habe ich mir eigentlich auch nie gestellt. Als ich anno 81 beim älteren Bruder eines Freundes for those about to rock vernahm, war es um mich geschehen. Zwar war ich ohnehin schon musikalisch vorgeprägt — offen für alles, zum einen mit der Vorliebe für Klassik seitens meines seligen Vaters, aber auch seitens meiner Frau Mama die so illustren Gruppen wie Queen, Alice Cooper, sowie Udo Lindenberg und dessem Panikorchester lauschte bzw. noch lauscht. Aber diese Aussie-Rocker waren doch anders, da erfuhr man Rockevolution. Da sah man die Tradition von Bill Haley, Chuck Berry et al. fortgeführt. Schlicht rock and roll.

Selbst wenn beispielsweise die stimmlichen Qualitäten eines Brian Johnson mit den Jahrzehnten ein wenig Rost ansetzten, ob der Art des Singens und anderer schadhafter Einflüsse auf die Stimmbänder, AC/DC erkennt man immer noch als AC/DC. Und während andere sich dem Kategorisierungswahn hingeben müssen, um überhaupt einen Platz zu finden, so hat AC/DC diesen schon längst eingenommen: sie rocken und sind halt durch und durch AC/DC :-)

So ist es auch keineswegs verwunderlich, wenn ich diese Band heute immer noch liebe — ob mit dem unvergleichlichen und unvergessenen Bon Scott oder vor allem dem frühen Brian Johnson. Just erst wurde die Fertigstellung des neuen Albums angekündigt, welches in Bälde erscheinen wird: Black Ice. Man darf gespannt sein was die Jungs um die Young-Brüder nach 2000 mit stiff upper lip acht Jahre später erneut auf die Beine stellen werden. Für mich übrigens Grund genug diverse verschollene Vinyl-Artefakte mittels neumodischen Silberlingen zu kompensieren. Den Anfang machen meine persönlichen Favoriten let there be rock und highway to hell, nicht zu vergessen mein Erstling: for those about to rock. Back to black gehört selbstredend ebenso zu diesen Favoriten, ist jedoch schon längst als Silberling in die Sammlung übergegangen.

Halt wird so mancher rufen, warum erst jetzt, wenn du doch so ein großer Fan bist? Zu meiner Schande muß ich gestehen, ich hätte wahrlich genügend Zeit gehabt und schob es dennoch immer vor mir her. Zwischenzeitlich erschienen auch neue wie Razors Edge, Ballbreaker etc. und somit bestand nicht unbedingt ein Mangel an vernünftiger Musik. Heute jedoch, als ich die Ankündigung zum neuen Album vernahm, wurde mir erst bewußt was da alles fehlt und wie lange die Band schon existiert. Diesem Umstand wollte ich somit nun endlich Rechnung tragen und den musikalischen Mangel beheben 😉

Wenn mich jetzt jemand fragt warum denn noch Silberlinge? Nun mp3 & Co taugen für irgendwelchen Konservenpop, ein wenig Elektronikzeugs1 usw. versagen jedoch mehr oder weniger bei richtiger Dynamik — eben iPod-kompatibel. Zudem mag ich die Scheibe daheim, diese Medien erwiesen sich für mich seit 89 als dauerhafter denn heutige Formate auf recht flüchtigen Medien. Ist auch irgendwie vergleichbar mit totes Holz Vs Ebook. Und warum AC/DC kann ich gar nicht beantworten, derart sollte man obiges auch nicht lesen. Es ist eine Art Tagebuch-Eintrag, was mich eben beschäftigt und vielleicht hört jemand einfach mal rein und findet Gefallen daran — mehr nicht :-)

  1. ich höre auch Depeche Mode etc., also keine Panik bei den Fanboys bitte []

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6 Antworten zu “it’s just rock and roll”

  1. Foxxi sagt:

    («Für mich übrigens Grund genug diverse verschollene Vinyl-Artefakte mittels neumodischen Silberlingen zu kompensieren…»)

    Wow …und ich habe solche «Anfälle» immer einer beginnenden Midlife-Krise zugeschrieben.
    Danke Oliver …jetzt geht’s mir besser!

  2. Stoggo sagt:

    Auch wenn sowas immer schnell in Formatkrieg ausartet… :)

    Trotzdem: Bei einem MP3 in hoher Bitrate und VBR-Encoding wirst du nicht in der Lage sein, den Unterschied zwischen CD und MP3 zu erkennen. Unabhängig vom Genre.

    Bei 128kbit und CBR kann das natürlich anders aussehen, aber dein Satz klang mir zu pauschalisierend. Oder hätte ich das unter «Lektüreempfehlung Nr 3″ einordnen müssen?

  3. Oliver sagt:

    >Bei 128kbit

    Bei 16x kbit kannst du zumindest bei Klassik immer noch den Unterschied hören.

  4. Tabula Rasa sagt:

    Yupp, «Let there be Rock» gehört auch zu meinen Favoriten — vor allem die Liveaufnahme, ein wahrlich elektrisierender (und fast schon unglaublicher) Kracher;
    UND die Studioaufnahme von «Whole lotta Rosie». (Wobei sich dann zu Beiden ein «voll aufdrehen» empfiehlt oder das Aufsetzen eines schnurlosen Kopfhörers … und schon folgt ein unweigerliches «ausrasten» …)

  5. Bon Scott ist und bleibt, zumindest für mich, die Stimme von ACDC. Brian Johnson reicht da nicht heran. Daher sind mit, die alten Scheiben, bis Highway to hell, die liebsten.
    Immer wieder gern gehört ist «Jailbreak» oder auch Klassiker wie «The Jack», «Problem child» und «Its a long way to the top».
    Die Stimme von Bon Scott kreischt im Ohr nicht so sehr wie die von Brian Johnson, wobei die Alben «Back in Black» und das genannte «For those about to rock…» eindeutig Klassiker sind.
    Zusammengefasst: Wenn ACDC auf Tour geht, ich _muss_ hin. Man erinnere mich bitte daran wenn Tourdaten stehen 😉

  6. […] Scheibe, wie üblich bei Metallica, jedoch mit passablem Inhalt. Meinereiner wartet nun noch auf AC/DC Black Ice und gönnt sich demnächst ebenso die von Lemmy gewirkte Sangeskunst in Form von […]

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