Im Internet zahlt niemand für Inhalte

So titelt die FAZ mit einem Zitat der Burda-Prinzessin und weil dieser und den anhängenden alten Medien noch niemand erklärt hat, daß dieses Internet oder auch jenes Web 2.0 nicht kompatibel ist mit erzkonservativem Erbsenzählen, glaubt man denn noch immer an den monetären Ponyhof. Erst einmal den Claim abstecken und dann herumexperimentieren, wird schon was bei rum kommen.

Es hat dann schon etwas rührseliges, wenn die FAZ fragt: Frau zu Salm, stirbt Print? und die Dame von Burda antwortet: Nein. Zeitschriften und Zeitungen sterben genauso wenig wie seinerzeit das Buch. Das Buch, dieses Buch überlebt weil es Inhalt besitzt … INHALT! MTV Deutschland, 9Live, TM3 und jetzt Web 2.0? Wtf? MTV ist seit spätestens Ende der 90er ein sinkender Kommerzstern dank der Content-Mafia, 9Live — ja macht meinen Tag und dann noch der Hype um Web 2.0. Selbst in Deutschland ist unlängst bekannt das Web 2.0 ausgebrannt ist, da war zuviel kommerzieller Brandbeschleuniger im Spiel — aber wir haben ja noch Web 3.0, dieses mal mit Inhalt 😀

Man darf sich die Niederlage gar nicht erst vorstellen. Von welchem Tennis-Profi stammt dieses Zitat? Etwa von Bumm-Bumm-Becker? Natürlich nicht darf man sich das nicht vorstellen, würde ja das Karma ruinieren und man würde vielleicht ausnahmsweise mal keine Millionen verbrennen. Last not least, wenn alle Stricke reißen, zieht man ohnehin weiter — big business eben oder das 1×1 von BWL :-)

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4 Antworten zu “Im Internet zahlt niemand für Inhalte”

  1. Chris sagt:

    He, nun hört es aber auf, hier. Immer dieses F!XMBR. Die Frau hat Ahnung, wird evtl. die Nachfolgerin von Burda himself. Jawohl. Ausserdem hat MTV die Klingeltöne groß gemacht, 9Live Call-In TV und TM3 hatte mal für ein paar Wochen die Champions League.

    Und Web 2.0. Schau es dir an. In Deutschland eine Erfolgsstory nach der anderen. Gut, ich find jetzt keine Beispiel — aber hey, sie wird es wissen.

    Werbung im Internet ist großartig. Im Netz wird die Werbung neu erfunden: Man vollzieht die Interessen der Menschen nach, bietet nur noch die Werbung, die sie mögen. Die Streuverluste werden immer geringer, das zieht die Werbetreibenden an.

    Und genau das ist die Zukunft… 😉

    Die Frage ist, was will sie gegen AdBlock Plus, Prosomitron bfilter & Co. unternehmen? Naja, lassen wir das. Ich zitiere nochmal aus dem Interview:

    Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen.

    Und die wären?

    Die Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, Inhalte zu kreieren.

    Wie war das noch? MTV, 9Live, TM3, Web 2.0…

    Dann kann ja auch mit der Frau Salm nichts mehr schiefgehen… 😀

    Disclaimer: Ich bitte zu beachten, dass ich keinen dummen Spruch über diese nette Frau, das Kochen und die Bratpfannen gebracht habe… 😀

  2. Fabian sagt:

    Stellt sich mir nur die Frage, warum man ausgerechnet eine Mitarbeiterin des BURDA-Verlages dazu befragt. Mal im Enrst. An bestimmten Wochen im Jahr, die ich zum Geld verdienen in einem Pressegroßhandel verbringe, gehen bestimmt 1000de Exemplare aller in Deutschland verfügbaren Presseartikel durch meine Hände. Unter anderem auch aus dem Hause Burda. Ich frage mich, welchen Inhalt die gute Frau da meint. Die vielen bunten Bildchen können es nicht sein. Und auch nicht die belanglosen Artikel zu irgendwelchen Y-Promis. Da bietet selbst Gruner+Jahr relevantere Infos. Es ist wirklich erschreckend wie viel geistigen Dünnschiss es in den tausenden Illustrierten gibt, von denen ein sehr großer Teil aus dem Hause Burda stammt…

  3. Grainger sagt:

    Stellt sich mir nur die Frage, warum man ausgerechnet eine Mitarbeiterin des BURDA-Verlages dazu befragt.

    Das ist ja so, als ob man einen Metzgermeister über die Zukunftsaussichten der veganischen Ernährung befragt. 😀

  4. […] Burda setzt also verstärkt auf das Web, wie Christiane zu Salm aktuell der FAZ im Interview bestätigt hat: Bis 2011 soll ein Drittel des Umsatzes auf den Onlinebereich entfallen. In manchen Blogs wird das süffisant kommentiert (”Burda geht auf Kaffeefahrt“) und vielleicht auch nicht ganz ernst genommen (”Im Internet zahlt niemand für Inhalte“). […]

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