ihr undankbaren Schmarotzer

Man müsse sich von der Vorstellung lösen, dass Eingriffe ins Grundgesetz «etwas Verwerfliches sind». Die Verfassung würde vielmehr weiter «der Lebenswirklichkeit angepasst, wie schon so oft».

heise

Na aber klar doch, wäre Kafka Innenminister gewesen, mein Gott welch Albträume hätten wir da ausleben müssen?
Was der Herr Schäuble und diese große Koalition nicht verstehen, das deutsche Volk möchte diesen Albtraum nicht mitträumen, es dauerte recht lange bis wir uns von dem letzten erholten und die Welt mag bestimmt keine neuerlichen deutschen Träume verwirklicht sehen. Die Verfassung ist kein dynamisches Gebilde, das nach belieben angepaßt werden kann. Die Verfassung bildet die Basis für diese Demokratie und wird allenfalls mittels der Legislative verfeinert … so sollte es wenigstens sein.

8 Antworten zu “ihr undankbaren Schmarotzer”

  1. siggi sagt:

    Ich als alter Soldat, der auf das Grund Gesetz vereidigt wurde,hoffe das es bei der Bundeswehr und anderen Behörden ein paar Leute gibt die das GG einigermaßen ernst nehmen, sonst gibt das alles noch ein ganz schlimmes Ende.

  2. phoibos sagt:

    aber, aber siggi, dafür haben wir doch das bundesverfassungsgericht. sonst haben wir hier bald türkische verhältnisse. aber das traue ich der teuersten pfadfindertruppe der welt sowieso nicht zu.

  3. siggi sagt:

    nee, so war das nicht gemeint. ich befürchte nur das die Leute die uns eigentlich beschützen sollten, gegen uns vorgehen würden wenn der Befehl kommt! Aber ich hab auch immer gedacht der Verfassungsschutz würde die Verfassung beschützen…deswegen sehe ich such kein Licht am Ende des Tunnels

  4. wenn Kafka …

    Kafka war jenseits seiner in der Tat düsteren Schriftstellerexistenz als Sachbearbeiter bei einer Arbeiterunfallversicherung beschäftigt und hat Gutachten über technischen Arbeitsschutz verfasst. Ganz ungruselig + sehr menschenschonend. Mit diesen Tugenden hätte er gerne Innenminister werden können — jedenfalls tausendmal gerner als Mr. Schäuble (und abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass das Innere unbedingt ministriert werden muss …)

    Gruss
    Andreas

  5. Oliver sagt:

    >als Sachbearbeiter

    Und er hatte auch eine Hassliebe zu seinem Vater.

    >Ganz ungruselig + sehr menschenschonend.

    Die Texte!

    >jedenfalls tausendmal gerner als Mr. Schäuble

    Warum? Auch hier werden monströse Tiraden verfaßt ohne die parteiliche Realität zu erfaßen.

  6. Und er hatte auch eine Hassliebe zu seinem Vater.
    Stimmt. Aber er hat sich damit auseinandergesetzt. Und Freud hat ja sehr überzeugend argumentiert, dass nur solche Konflikte uns psychisch abdriften lassen (z.B. in den Sadismus oder den Verfolgungswahn), die wir verdrängen.

    Die Texte!
    Ja, die Texte, in der Tat. Und NUR die Texte. Warum den Boten ‘schlagen’, der die böse Nachricht überbringt? (z.B. ‘Schloss’=Bürokratie / ‘Strafkolonie’=III.Reich)

    Warum? Auch hier werden monströse Tiraden verfaßt ohne die parteiliche Realität zu erfaßen.
    Ein kleiner Unterschied: Kafka hat literarische Texte verfasst, Schäuble politische Handlungsabsichten veröffentlicht. Wer gegen die inneren Gespenster kämpft, ohne Unbeteiligte damit zu bedrängen (Kafkas Bücher muss man nicht lesen, aber man muss Schäubles Gesetze erdulden!), hat jedenfalls bei mir echt einen Stein im Brett — und Kafka ist sowieso mein absoluter Liebling: gewaltlos, ohne die Allgegenwart des Gewalttätigen verdrängen zu müssen. Oder so … ein bisschen Ghandi gefällig?

    Gruss
    Andreas

  7. […] “dass Eingriffe in das Grundgesetz etwas verwerfliches sind”. Es ist zwar noch nicht Abend, aber das machte meinen Tag. […]

  8. wb sagt:

    Heißt das letztendlich dass es überhaupt keine verfassungsfeindlichen Handlungen mehr geben kann? Sind derartige Handlungen nur der Zeit voraus weil es aus Zeitgründen nicht möglich war die Verfassung rechtzeitig «der Lebenswirklichkeit» anzupassen?

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