Ihr trafficgeilen Arschgeigen

So ein Zitat aus einer eMail heute morgen — machte irgendwie meinen Tag und so wusste ich, dass wir mit der einen oder anderen Kritik nicht wirklich falsch liegen. Wie Oli schon schrieb, gibbet da draußen jede Menge Schwanzvergleiche. Zugegeben, die ganzen Dataminer interessieren mich nicht wirklich — die deutschen Blogcharts hingegen doch ein wenig. Es ist schon fein zu sehen, dass wir mit unserem kleinen Privatblog da mit den ganzen Businessangeln mithalten können. Wenn man bedenkt, dass wir erst vor gut einem Jahr angefangen sind, dann ist das schon sehr beeindruckend.1

Nichtsdestotrotz schreiben wir natürlich nicht wegen irgendwelcher Rankings oder des Traffics wegen, sondern weil es uns Spaß macht, weil es uns interessiert, weil wir uns mitteilen möchten — und wenn eine feine Diskussion entsteht, ist es das Sahnehäubchen. Wir haben es nicht wirklich nötig auf irgendwelche Zahlen zu schauen, es sei denn, damit können wir den einen oder anderen ärgern — was ja ab und zu passiert. Irgendwelche Veröffentlichungen von Zahlen passieren bei uns ja nicht von ungefähr… *fg*

Aber warum müsst Ihr denn immer… Hm, weil manche nach Prügel schreien, weil es nur wenige sonst tun, weil Massengruscheln nicht unser Ding ist. Weil es auch oft genug einfach nur Spaß macht. Des Traffic wegen haben wir es ganz bestimmt nicht nötig. Schauen wir uns doch mal ein wenig Statistik an:

Die Top-Artikel (PIs) der letzten 7 Tage:

  1. Portable Apps
  2. Karrierekiller StudiVZ
  3. TrueCrypt-Anleitung
  4. Die Uni am Rand der Demokratie
  5. Ist Windows Müll?
  6. Die SPD, der Selbstbetrug und die eigene Inkonsequenz
  7. Die Fotos von Britney Spears Möse
  8. Transparent, ignorant, tolerant und provokant
  9. Glaubwürdigkeit und Integrität
  10. Die Opportunisten vom Linuxtag

So sehen die Top-Artikel der letzten 7 Tage regelmässig aus. Überraschend an diesem Ranking ist eigentlich nur, dass innerhalb eines Tages die SPD nach oben kam — sehr viel gelesen, kaum kommentiert, sehr ungewöhnlich.

Will sagen: Genau wie es beim Don die Blogbar gibt und hier das Colosseum 2.0, verdrängen viele Flachpfeifen da draußen, dass diese Inhalte nur einen kleinen Teil ausmachen. Ob es beim Don der Rebellmarkt ist, das GT Blog oder sein neues, sehr interessantes Projekt Zorkitoxic, die Blogbar bleibt da nur ein kleiner Teil seines Online-Auftrittes — genauso ist es hier: Wir haben die SPD und den Rest des Berliner Ensembles, schwelgen im Damals oder philosophieren über die Open Society.

Natürlich bringt das Collosseum 2.0 den einen oder anderen Besucher, ich würde lügen, wenn dem nicht so ist — lanu hat das heute auch erst an einem eigenen Bespiel veröffentlicht //Edit: lanu hat den Shoppero-Impact bei Technorati dargestellt. Doch sollten die, die hier auf die ach so pöhsen F!XMBR’ler schielen, vielleicht inhaltlich etwas sagen, und nicht solch selten dämliche Argumente Vorwürfe bringen — dann klappt es auch mit den Nachbarn.

Achja, und die ganzen Artikel da draußen, wie mache ich mein Blog bekannt. Kippt sie in die Tonne, selten so viel Schwachsinn gelesen. Seid und bleibt einfach Ihr. Solange Ihr Spaß habt, seid und bleibt Ihr in Eurem privaten Ranking auf Platz 1. So einfach ist das. :) Uns kann auch keiner was vormachen — wir sind auch besser, als der Rest da draussen. 😀

  1. Und wenn es nun durch den StudiVZ-Wegfall wieder nach unten geht — ja und? Frei nach Bobberle: Bin ich denn schon drin. Wir haben — wie die Blogbar — genügend Inhalte, so dass wir nicht ganz rausfallen. []

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4 Antworten zu “Ihr trafficgeilen Arschgeigen”

  1. Oliver sagt:

    Mit kontroversen Themen, mehr als 3-Zeilern und eigener *Meinung* kann man ohnehin nicht immer oben mitschwimmen. Das Feld müssen wir dann schon anderen überlassen und das ist auch gut so.

    Wer halt betriebsblind durch die Welt latscht und Scheiße nicht als solche ausmachen kann, Glückwunsch, so manches Mal würde ich mir diese Naivität auch wünschen. Aber nur wenn der mediale Overkill recht erdrückend wirkt, im Nachhinein hab ich nur Verachtung über für diese ganze Mitläufer. Wir reißen auch nicht viel, aber wir sind uns auch nicht zu schade mal das Maul aufzumachen, auch wenn wir dann vom Mainstream Prügel einstecken.

    Das ist kein Heldentum, das ist einfach Normalität. Von Leuten mit einem gefestigten Charakter würde ich dergleichen erwarten, das Gegenteil ist leider der Fall.

    Werbekotze und DatenGAUS allerorten, man sieht drüber hinweg — aber wehe einer(!) kritisiert diese Scheiße, dann geht das Gezeter los. Wie krank ist das denn? Insofern entweder mitdenken und anständig mitdiskutieren oder gebt euch auf nem Ponyhof-Blog die Kante.

  2. tante sagt:

    Ich persönlich trenne die «Blogosphäre» (schlimmes Unwort, aber so weiss man vielleicht, was gemeint ist) in mehrere Subsphären auf:

    Wir haben die «Blogger», die gelesen haben, dass dass voll WebToooDotOhhh ist, dass man da mit Werbung reich wird ohne echte Arbeit (ein paar tägliche Youtube Links reichen). Die «Blogger» wollen das ganze «professionalisieren» (sie meinen eigentlich «kommerzialisieren», aber halten wir uns nicht an Details auf). Der «Blogger» sieht sich als Elite, als Meinungsbilder, als führend in Intellekt und blickt herab auf die:

    «Katzenblogger». Leute, die einfach irgendwas vor sich hin schreiben, ohne zu gucken, obs wirklich wen interessiert. Wenn wer kommt schön, wenn nicht, schade, kann man nicht ändern.
    Für den «Katzenblogger» sind seine Themen wichtig, interessant, lustig &ct, das muss dem Rest der Welt nicht so gehen.

    Zu guter Letzt haben wir noch die Mitschwimmer. Blogs sind cool, ich will auch einen ([4 Wochen später]) mir fällt nix mehr ein.

    Nun sind die Katzenblogger sicherlich oft Ziel von Spott. Tägliche Artikel übers Briefmarkensammeln mag man für lahm halten. Oder irrelevant. Aber dem Schreiber bedeutet es was.

    Ich bin kein «Blogger» und bin froh drüber. Ich freue mich auch über all die kleinen Nischenblogs, selbst die, die mich keinen Deut interessieren.

    Die grossen Blogs mit ihrem ganzen «kulturellen Einfluss» und der Onanie auf die eigene Wichtigkeit sind uninteressant. Irrelevant. Verschwendung guter Bytes.

    Die «Blogosphäre» existiert nur in den Hirnen der «Blogger»: Blogs haben nicht «per se» gesellschaftliche Relevanz. Sie haben Relevanz nicht für Gruppen sondern für Individuen. Schreiber und Leser. Als Personen.

    Wir alle wären vielleicht gerne wichtig, aber dadurch, dass man einfach sagt «Was ich tue ist wichtig und bald auch kommerziell» macht man sich nur zum pubertären Clown.

  3. Martina sagt:

    Uns kann auch keiner was vormachen — wir sind auch besser, als der Rest da draussen

    Der beste Satz des gesamten Artikels — bringt er doch alles auf den PUNKT! 😉

  4. Jochen Hoff sagt:

    Die SPD kann ich erklären. Der Artikel liegt bei mir noch auf dem virtuellen Schirm 4, zur Bearbeitung vorgesehen. Aber immer wenn ich über die SPD schreibe werde ich unleidlich, sagt die beste aller Lebensabschnittsgefährtinnen. So ähnlich wie bei Schalke und Meisterschaft.

    Beides wäre eine feine Sache, wenn nicht …

    Die Liste wird länger.

    Auf Blogcharts mal unter die ersten hundert zu kommen macht Spaß, aber ich will nicht wissen welches Thema gezogen hat.

    Technorati unter 100.000. Boah eh. Aber wohl nie zu erreichen. Nur über die Anzahl der Links da freue ich mich immer.

    Ich übersetze einen Link auf eines meiner Themen für mich mit Anerkennung und habe selten totale Ablehnung. Aber auch das zeigt das mich wer gelesen hat.

    Mehr kann da nicht rauskommen.

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