Ihr habt vielen Menschen in diesem Land die Hoffnung genommen

Facta, non verba

Ich kenne seit meiner Jugend recht viele Genossen und schätze diese sehr. Demokratisch gesinnte, äußerst soziale Menschen, die ihr Bestes geben und die Basis zur SPD bilden — ich denke, bei vielen von euch wird es ähnlich sein. Während man oft von kopflosem Handeln spricht, scheint es bei euch der Kopf der Partei zu sein, der sich zunehmend verselbstständigt.

Der Vorwärts hat einen Kommentar von Oliver zur SPD als Blog– und Diskussionsbeitrag übernommen. Mir sei der Hinweis auf meinen zeitlosen Artikel, ebenfalls auf vorwaerts.de erschienen, gestattet. Seitdem ist eigentlich gar nichts bei der SPD passiert, außer dass sich der Hartz-IV-General Olaf Scholz schon wieder der Industrie in Hamburg anbiedert. Wollen wir hoffen, dass sein Spiel nicht aufgeht. Zwischen zwei Umfragen, der ersten nach dem Bruch der schwarz-grünen Koalition und der neuesten Umfrage, hat er mit seiner unerträglichen Arroganz immerhin schon 7% eingebüßt. Es darf ruhig mehr sein, liebe Hamburgerinnen und Hamburger. Mit Olaf Scholz kommen wir vom Regen in die Traufe…

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6 Antworten zu “Ihr habt vielen Menschen in diesem Land die Hoffnung genommen”

  1. unschland sagt:

    Meine politische Heimat wie auch der meiner Sippe mütterlicherseits seit Generationen war immer im linken Flügel der sPD verortet, aber was einem in den letzten Jahren als «vernünftig» und «alternativlos» in die Ohren gelogen wurde, ist schlicht orwellscher Neusprech.

    «Hoffnung ist Selbstbetrug» schreibt Camus im Mythos von Sisyphus. Die Hoffnung wurde mir von der sPD nicht nur genommen, sondern sie sorgt ja auch dafür, dass das «nachhaltig» so bleibt.
    Wenn mir in NRW eine Neuauflage des Reicharbeitsdienstes droht, um mir meine «Würde» zurückzugeben, ist das nicht nur pervers und zynisch, sondern verdient einen Preis für maximalen Realitätsverlust. Ist aber wahltaktisch klug gewesen, man will ja auch vom eigenen Unterschichtenbashing profitieren.

    Bei mir liegt schon länger der Aufnahmeantrag der Linken auf dem Schreibtisch, bisher unausgefüllt, weil ich gehofft hatte, die Sozen würden nach den Wahlschlappen wohl wieder «normal» werden.
    Wie gesagt:«Hoffnung ist Selbstbetrug». Ich hatte sogar mit dem Gedanken gespielt, in die sPD einzutreten, analog zu der subversiven Aktion der Berliner Studis bei der fdP, um diese von innen zu «zersetzen», aber war da doch fies vor.

    Ich bin mehr als verbittert, vor allem, seit ich durch meinen Schlaganfall mit anschließender Behinderung arbeitslos wurde.
    Zum Glück ist es Dank der «Reformen» ausgeschlossen, dass sich mein Gesundheitszustand bessert, weil es nicht im Interesse der Allgemeinheit oder der anonymen Masse der Beitragszahler liegt, und mir so wenigstens die Hölle des «Coachings»(noch) erspart bleibt.

    Stell dir vor, du machst bei der ersten Schröderwahl dein Kreuzchen bei der sPD, fällst ins Koma und kommst kurz vor der «großen» Koalition wieder zu dir: Es gibt eine Arbeitsgemeinschaft «Sozialdemokraten in der SPD» — was ist denn das für’n fnord? Hä? Hab ich was verpasst??? So ähnlich ist es mir ergangen.

    Meine Gefühle gegenüber der sPD-Führung grenzen an Ekel und Hass.
    Bevor die sich nicht entschuldigt haben und mir das Geld, was die für meine Stimme erhalten hatten, zurückerstatten, oder Grundsicherung auf menschenwürdiges Niveau anheben, rotz ich denen lieber ganz undemokratisch auf die Schuhe, als denen die Hand zu geben!
    Und ich verstehe nicht, wie es richtige Sozialdemokraten mit sich vereinbaren können, in dieser verkommenen Partei zu bleiben — Traditionspflege, die einem ein warmes Gefühl vermittelt? Ist mir da schon wieder was entgangen? Ich hätte da eher ein ungutes Gefühl in der Magengegend.
    Ich verstehe aber auch die Kübel voll Dreck, die sogar die richtigen Sozen von der Basis auf Kritiker und die Linkspartei auskippen: Abwehr von Ohnmachtsgefühlen! Und nichts hat in linken Gruppierungen sosehr zusammengeschweißt wie der gemeinsame Feind. Ist das Alles:«Die anderen sind schlimmer»???

    Ich wohne hier in Mülheim/Ruhr, der Stadt in der sich die sPD-Prominenz tummelt und der «Genossenfilz» den Kölner-Klüngel vor Neid gelb werden lässt. Es geht hier zu wie in einer Bananenrepublik und wenn man Neoliberalismus studieren will, ist man hier richtig.
    Das Programm der sPD für Mülheim lässt sich reduzieren auf:
    #Versorgungsposten schaffen für treue Partei-Kader
    #Stadt nachhaltig ruinieren über windige PPP-Projekte, an denen man über Pöstchen noch mitprofitiert
    #Haluzinieren über rosige Zukunft
    #alles Soziale plattmachen
    #einen Haushalt brauchts nicht, sonst kommt raus, was wir treiben
    Sorry, aber ich könnte es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, hier die sPD zu wählen.

    @sPD: Solange ihr Chris’ 13-Punkte nicht ins Auge fasst, steht «SPD» für «Selbstbedienungsagentur Profitgeiler Demagogen»

  2. Gaston sagt:

    Seit den 70ern hat sich die Parteienlandschaft zu einer Beliebigkeit entwickelt. Deswegen sehe ich es so, das nur eine «Unbeständigkeit» die Hoffnung auf Besserung mit sich bringt. keine Klare Mehrheiten für eine oder 2 Parteien. Vor allem keine Mehrheiten für eine Starke Partei, die sich in einer Koalition mit einer kleinen Partei genötigt sieht.
    Eine ausgewogene Stimmenverteilung unter vier bis fünf Parteien, das bringt vielleicht wieder Bewegung in die Sache. Die Notwendige Koalition mit 3 Parteien, um eine Mehrheit zu haben erfordert (hoffentlich) ein eigenes Profil der einzelnen Parteien.
    Egal, wo auch immer, das System mit 2 koalierenden Parteien hat bisher eine Entwicklung mit sich gebracht, die ich persönlich nicht als Positiv betrachte.
    Ob sich das bei unsicheren Verhältnissen ändert, das weiß ich nicht, aber es ist in meinen Augen eine Hoffnung.
    Genau das habe ich uns damals für die Bundestagswahl und für meine alte Heimat NRW gewünscht. Beides hat «nicht sollen sein».
    Mal sehen, was in meiner neuen Heimat Baden-Württemberg dieses Frühjahr so passiert bei der Landtagswahl.
    Euch da oben im hohen Norden wünsche ich das Beste (schließlich ist Hamburg im Sommer das Endziel meiner Reise) 😉 .

  3. tommy sagt:

    In Brandenburg, meine Heimat, regiert bekanntlich die SPD mit der LINKEN zusammen — Resultat: * fast sämmtliche Seen des Landes werden an Privatbesitzer verscherbelt / * der alte Adel ( seine Nachkommen ) darf die alten Güter zum halben Preis zurückerwerben, gegenüber den langjährigen und schuldlosen Pächtern, den einheimischen Bauern /
    * die Förster dürfen absofort Menschen auf der Stelle erschießen ( mit ihrer Dienstwaffe ), die sie ( die Förster ) als Wilderer, oder als Brandstifter identifizieren. Ich kann da keine linke Politik erkennen. Man hat nur die Wahl zwischen Ja — zum System, in diesem Fall geht man zur Wahl und kreuzt beliebig eine Partei an, oder Nein — zum System, indem man zu Hause bleibt — ganz wie damals in der DDR.

  4. In Hamburg bleibt einem wahrlich nichts erspart. CDU und Schill, Grüne und CDU und jetzt als Krönung HartzIV-General und Bilderberger Scholz als SPD-Hoffnungsträger. Neulich auf der Mö ist mir angesichts seines Konterfeis fast das Frühstück wieder aus dem Gesicht gefallen…

  5. Leute, wenn ich um Eines bitten darf: Last doch diesen Verschwörungsquatsch à la Bilderberg sein. Nichts ist so heißt wie es gekocht wird. Ich habe es einmal so ausgedrückt:

    Die Bilderberg-Konferenz ist auch nicht mehr als ein Barcamp der Elite.

    Damit sollte alles gesagt sein. Die Mondlandung, 9/11, Bilderberg, für obskure Verschwörungstheorien ist hier kein Platz.

  6. @Christian: Das war nicht als Verschwörungstheorie gemeint. Es war eine Feststellung.

    Daß diese nicht genannt sein dürfenden Konferenzen faktisch in der Tat nichts anderes als elitäre Treffen sind und Scholz zuletzt anwesend war, bestätigt nur, daß Scholz a) dazu gezählt wird und sich b) dazu zählt.

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