ihr elenden Diebe und Schmarotzer

Jawoll, ihr seid alle Diebe. Sicherheitskopien, Kopien für den Privatgebrauch? Na wo kommen wir denn da hin, kauf in Zukunft gefälligst deine Sicherheitskopien. Euer ewiges Geflenne ob defekter DVD Medien, Probleme wegen absichtlicher Fehler auf Audio-CDs etc. bringt Firmen wie Sony an den Bettelstab.

So oder ähnlich könnte man wohl folgende Aussage von Sonys Chef-Anklägerin deuten:

«Sobald jemand eine Kopie eines Songs für sich selbst anfertigt, denke ich, können wir davon sprechen, dass er einen Song gestohlen hat», so Parisers Ausführungen vor Gericht.

silicon.de

Eine Firma die mir mal ebenso als Kunden ein Rootkit unterjubelt, ist bei mir ebenso ein no-go wie Apple als Feind des mündigen Konsumenten.

9 Antworten zu “ihr elenden Diebe und Schmarotzer”

  1. kobalt sagt:

    Sicherungskopien sollten schon erlaubt sein, denn eine CD hält ja nicht ewig, sondern angeblich nur bis zu 15 Jahren. Danach zersetzt sich da irgendeine Schicht und dann ist’s Essig mit dem Hören der guten Musik aus den Zeiten, da es noch gute Musik gab.

  2. Björn sagt:

    Klassische Frage: Zahlst du 15 Euro für die eigentliche Musik auf der CD (würde Sicherheitskopie, Konversion in MP3, et cetera rechtfertigen) oder zahlst du 15 Euro für eine CD als physischen Tonträger, auf der halt zufällig auch Musik drauf ist. Die Verwertungsindustrie argumentiert halt, dass letzteres der Fall ist.

  3. Grainger sagt:

    Natürlich zahle ich für die eigentliche Musik und nicht für den Datenträger.

    Der Datenträger ist nur die Verpackung, die Musik ist der Inhalt.

    Und außerhalb von eBay 😀 werden nur selten Vollpreise für leere Verpackungen (bzw. solche mit wertlosem Inhalt) gezahlt.

  4. Oliver sagt:

    –der sogenante «Kopierschutz» auf Audio-CDs ist nicht in Redbook definiert, ergo nonsense. Es sind absichtliche Fehler die mich an der *Nutzung* des Mediums hindern

    –die genutzten minderwertigen Materialien sind natürlich die Nemesis für die künftige Nutzung, minimale Kratzer schon, auf Vinyl eher ein Witz, können da schon den Genuß gänzlich vereiteln

    Nehme ich noch DVDs hinzu, mit deren heute immer noch häufig oxidierenden Medien, bzw. der massiven Flut an Fehlern in der Kodierung etc. dann bleibt nur eines über, eine Sicherheitskopie ist ein Muß. Und was Anwälte dort fabulieren mag zwar rechtens sein, hat nur leider auch nichts mit der Realität zu tun und schon gar nicht mit der technischen Realität. Von daher ist auch eine Diskussion über «Logik» nonsense, da die Industrie geflissentlich essentielle Parameter ignoriert.
    Das damit auch Mißbrauch einher geht, nun gut, damit muß man leben. Andererseits gängeln diese Firmen auch ehrliche Kunden fortwährend.

  5. kobalt sagt:

    Björn:

    Ich zahle für die Musik. Wenn in den Musikhandlungen Terminals wären, an denen man die Musik herunterladen könnte, würde ich auch dafür zahlen (wenngleich einen niedrigeren Preis, weil ja keine CD dabei ist und beispielsweise Transportkosten entfallen).

    Daß ein Mensch von seiner Hände Arbeit leben können sollte, ist wohl unbestritten, deshalb würde ich Musik, so sie mir gefällt, kaufen und dabei würde ich den Künstler gern direkt bezahlen. Vermutlich würde so auch die Qualität der Musik steigen, weil, wenn die Künstler direkt bezahlt werden würden, der ganze gehypte Scheiß wegfiele.

  6. Falk sagt:

    Achtung Goldwaage: Du zahlst dafür, die Musik im *privaten* Rahmen *nutzen* zu dürfen. Würdest du für die Musik selbst zahlen, dann hättest du die Rechte an den Werken erworben, was ja hierzulande nicht möglich wäre.

    Leider wird dies in der allgeinen Diskussion sowohl von den Rechteverwertern (Labels) als auch den Ich-scheiss-auf-Eure-Rechte-Pfeifen mehr als nur übersehen.

  7. kobalt sagt:

    Falk:
    Natürlich, Du hast Recht.

  8. Falk sagt:

    Ich formulier dann grad mal noch meine Gedanken dazu aus. Wenn eine Firma wie Sony dann meint, die private Nutzung kontrollieren zu müssen und jede Kopie als unrechtmäßig anzusehen, braucht sich selbige dann nicht über sinkende Absatzzahlen beschweren. Wenn eine Politik dieser Lobby Gehör schenkt und drauf scheisst, daß es den Staat einen Dreck angeheht, was wer wie privat macht, gibt mir das persönlich mehr als zu denken. Wenn dann in großem Maßstab die Menschen nach geltendem Gesetz illegal handeln, weil sie etwas *nutzen* wollen, hat dies mein Verständnis.

    Natürlich darf und sollte sich ein Jeder Gedanken drum machen, wie die Nutzung fremder Werke gerecht entlohnt werden kann und vor allem auch *muss*. Aber doch bitte nicht so, wie das die P2P-Jünger praktizieren oder die Politik es den Verwertern nachplappert. Auf die Schieflage des Interessenausgleiches braucht man derzeit ja kaum noch hinweisen, die ist mittlerweile deutlicher als die des berühmten Turms in Pisa.

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