Ihr dummen Neidhammel

Beck vs. ChrisDie Union und die SPD wollen nach dem Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst ihrem Gerechtigkeitssinn folgend die eigenen Diäten erhöhen. Seit heute morgen höre und lese ich schon wieder die ganzen Neidhammel, die an dieser kleinen, aber mehr als fairen Diätenerhöhung etwas auszusetzen haben. Die Opposition geißelt das Notwendige als Raffgier, schamlos oder Unverschämtheit — sie spielt mit den Vorurteilen innerhalb der Bevölkerung, ohne an die Realitäten zu denken. Nie hatte es die Opposition einfacher: Man kann sich als Gegner der Diätenerhöhung aufspielen — bekommt hinterher aber ebenso das Geld aufs eigene Konto überwiesen. Das Verhalten der Opposition ist beschämend — es spaltet die Gesellschaft weiter, die Politik– und insbesondere Politikerverdrossenheit nimmt weiter zu. Kurzum: Anstelle die Große Koalition zu unterstützen und das notwendige Übel dem deutschen Volk sachlich zu erklären und verständlich zu machen, wird die Gesellschaft weiter gespalten. Hebt die Politik noch weiter ab, als es schon den Anschein hat, trägt die Opposition daran großen Anteil — betreibt sie doch gesellschaftliche Hetze gegen die Große Koalition, die bereits gemäß dem Namen große Taten vollbracht hat. Die Diätenerhöhung ist nicht nur notwendig und angemessen, sondern auch bescheiden. Wenn man bedenkt, welch grandiosen Erfolge die Abgeordneten um Angela Merkel und Kurt Beck zu verzeichnen haben, ist der Autor dieser Zeilen für eine noch höhere Anhebung der Abgeordneten-Bezüge. Jetzt, hier und gleich.

Man denke zum Beispiel an die Kinder– und Altersarmut in diesem Land. Union und SPD legen seit Jahren die Axt an die gesetzliche Rentenversicherung, untergraben das Vertrauen in dieselbige — und haben die sogenannte Riesterrente etabliert. Eine große Umverteilung fand statt — heraus aus der gesetzliche Rente, rein in die private Vorsorge. Ein großartiger Plan, der bereits durch die Goettinger Gruppe unzähligen Menschen die Altersversorge gekostet hat. Denn eines ist sicher — die Rente. Als Norbert Blüm diesen Satz geprägt hat, war sie sicher — und sie ist es noch heute. Wenn auch politisch gewollt auf niedrigem Niveau. Wenn ich einem Mann die Beine abschlage, muss ich mich nicht wundern, wenn er beim 100m-Lauf nicht den ersten Platz belegt. Die Politik von Union und SPD, wir wollen aber auch die FDP und die Grünen nicht vergessen, hat es in einer großen Leistung geschafft, das Vertrauen in die gesetzliche Rente zu erschüttern. Das muss honoriert werden — natürlich mit einer Diätenerhöhung. Wenn die Finanzwirtschaft das nächste Mal Aufträge erteilt, natürlich zum Wohle der Gesellschaft, man denke an die ganzen Arbeitsplätze, muss die Politik erneut regieren. Und natürlich verdient sie allein aus diesem Grund eine anständige Bezahlung.

Merkel

Man denke aber auch an die Agenda 2010. Endlich ist Schluss mit Faulenzen in diesem Land. Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen — so der Wahlspruch der deutschen Politik der letzten Jahrzehnte. Endlich dürfen die Leute nicht mehr in der sozialen Hängematte liegen — und niemand muss in unserem Land hungern, wie es vielleicht der Ausspruch Franz Münteferings impliziert. Deutschlands Tafeln haben sich in den letzten Jahren vervielfacht. Es geht doch auch ohne Staat. Niemand hungert in unserem Land — alles andere sind Lügen von ewig gestrigen Sozialromantikern. Dank der Politik von Union und SPD erkennen immer mehr Menschen die Wahrheit. Ein-Euro-Jobs sind die neuen Heilsbringer des Staates. Endlich werden die Menschen ihrem Status nach bezahlt, endlich können die Kirchen und karitativen Einrichtungen Deutschlands wieder wie im Mittelalter die Menschen bezahlen — staatlich gewollt. Es fehlt nur noch die körperliche Züchtigung. Union und SPD haben mit Unterstützung der FDP und der Grünen den Sozialstaat zerstört. Der Markt regelt alles — Gott sei Dank haben die Politiker dieses Landes diesen Wahlspruch endlich begriffen und handeln dementsprechend. Doch wir sind noch nicht am Ende angelangt. Es müssen weitere soziale Reformen angestrengt werden — Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, Kürzung der Hartz IV-Sätze, Erhöhung der Arbeitnehmer-Beiträge zu den Sozialversicherungen, Kürzung der Arbeitgeber-Beiträge zu den Sozialversicherungen. Die Große Koalition hat noch Vieles vor — sie muss dementsprechend auch angemessen bezahlt werden. Darum ist die Diätenerhöhung richtig.

Man denke nur an die Gesundheitsreform. Nach der Jahrhundertreform 2004 war aufgrund der Mitnahmementalität dieser Gesellschaft eine neue Reform notwendig. Die Große Koalition hat sich auf den tollen Kompromiss Gesundheitsfond geeinigt. Während die Union die Kopfpauschale forderte, trat die SPD für die Bürgerversicherung ein. In monatelangen, transparenten und sehr schwierigen Verhandlungen hat man sich schließlich auf den Gesundheitsfond geeinigt, den alle Experten mittlerweile kritisch sehen. Aber was wissen schon Experten — Politiker haben den besonderen Durchblick, darum haben sie die Diätenerhöhung und noch viel mehr verdient. Denkt daran, wenn Ihr das nächste Mal beim Arzt 10,- Euro Praxisgebühr bezahlt. Es ist nur zu Eurem Besten. Ihr lebt zu lange. Ihr feiert zu oft krankt. Ihr habt das System krank gemacht. Ihr lebt auf Kosten der Allgemeinheit. Es ist Eure schuld, dass die Jahrhundertreform 2004 gescheitert ist. Schon damals war es die Politik, die ihr Möglichstes getan hat. Wir sind ihr zu großem Dank verpflichtet.

Man denke aber auch an den Sicherheitsstaat. Nach den perversen Anschlägen des 11. September haben Union und SPD das Heft sofort in die Hand genommen. Sie haben sich nicht feige verkrochen — sie haben gehandelt. Sie haben viele Maßnahmen umgesetzt, die unser aller Leben schützen. Man denke nur an den Vorstoß vom Hüter unseres Landes, Verteidigungsminister Jung, Flugzeuge, auch mit Zivilisten an Board, zur Gefahrenabwehr abschießen zu dürfen. Ein wichtiger und guter Vorschlag. Was sind schon unschuldige Menschenleben wert, wenn die Sicherheit unseres Landes auf dem Spiel steht. Aber auch die flächendeckende Videoüberwachung, insbesondere in Großstädten, ist die Folge der Politik von Union und SPD. Sie wirken zwar nicht gegen die Kriminalität — aber Menschen wie Du und ich verhalten sich nun angepasst. Endlich keine Individualität mehr in diesem Land. Auch die Vorratsdatenspeicherung ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den internationalen Terrorismus, gegen Kinderpornographie und gegen Raubkopierer. Endlich beschützt uns jemand vor diesen Kriminellen. Wir sind Union und SPD zu großem Dank verpflichtet. Die letzte große Aufgabe der Großen Koalition wird sein, endlich das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe auf Linie zu bringen. Es kann nicht sein, dass alte, verkalkte Männer in Roben das größte Sicherheitsrisiko in diesem Land darstellen. Sie müssen gestoppt werden — so schnell wie möglich. Die Menschen wollen mehr Sicherheit und verlassen sich auf Union und SPD. Allein aus diesem Grund, unser tägliches Überleben gegen die perfiden Angriffe der Terroristen, ist die Diätenerhöhung angemessen. Union und SPD bilden den antiterroristischen Schutzwall für die deutsche Bevölkerung!

Ein geeinigtes Europa kommt — initiiert auch von der Deutschen Regierung, von Helmut Kohl über Gerhard Schröder zu Angela Merkel. Wir bekommen eine großartige EU-Verfassung, die teilweise unser überhebliches und schlechtes Grundgesetz ad absurdum führt. Überflüssige und nicht mehr zeitgemäße Artikel des Grundgesetzes, wie Eigentum verpflichtet, wandern endlich in den Papierkorb. Das wurde auch langsam Zeit. Wichtige Entscheidungen über unser Land fällen in Zukunft nicht mehr wir selbst — sondern die fachlich versierten Toplobbyisten in Brüssel. Das ist ein großer Fortschritt. Warum sollten auch die Deutschen über sich selbst entscheiden. Andere Länder wissen viel besser, was gut für uns ist. Gleichzeitig bezahlt Deutschland natürlich für diesen Service einen nicht unerheblichen Betrag. Ein fairer und sehr guter EU-Vertrag mit einer tollen Verfassung, die unsere Politiker bereits verabschiedet haben. Das verdient Respekt, Anerkennung und natürlich eine Erhöhung der Bezüge.

Ihr seht also — unsere Politiker haben sich ihre Diäten verdient, ohne Wenn und Aber. Ihr dummen Neidhammel erkennt nur nicht die wahre Leistung von Union und SPD. Sie leisten wahrlich Großes in ihrer Großen Koalition. Ihr versteht es nur nicht. Darum sind die Damen und Herren auch in den Bundestag gewählt worden — es sind große Deutsche. Sie sind mit überdurchschnittlicher Intelligenz gesegnet. Sie wissen, was gut für uns und unser Land ist. Wäre dem nicht so, könnte den Job ja jeder machen. Packt also die Neidkeule wieder ein. Ihr macht Euch lächerlich. Ich würde nach den tollen Entscheidungen und Verabschiedungen der letzten Jahre sogar noch weiter gehen: Lebenslange Top-Bezüge für Bundestagsabgeordnete! Sie haben es sich verdient. Täglich stehen sie im Blitzlichtgewitter. Täglich müssen sie sich in der BILD rechtfertigen. Täglich kämpfen sie für uns, für die Bürger. Täglich stehen sie an vorderster Front, während Ihr auf dem Sofa sitzt. Ihr habt unsere Politiker zu achten, nicht zu verachten! Unsere Politiker sind großartige Menschen — Menschen, die nur unser bestes wollen. Und sie haben es sich verdient — unser Geld.

17 Antworten zu “Ihr dummen Neidhammel”

  1. blankeneserules sagt:

    Naja, die alte Diskussion: «Man kriegt nur die Besten, wenn man ganz viel zahlt» — jedenfalls aber auch keine Raffkes, wenn weniger. Viele engagierte Leute in dem Land würden den Job auch für weniger machen, etwa aus Begeisterung und Idealismus, weil sie gestalten wollen und andere Ideen haben — sie kommen blos nie auf die Parteilisten, komisch.

    Und die in dieser Legislaturperiode gebrachte Leistung kann man (mal so als Arbeitgeber) durchaus als eher durchwachsen bis fragwürdig subsummieren, ja. In der freien Wirtschaft hiesse es da vielleicht schon: «Kündigung».

    Lange Rede, kurzer Sinn: Diäten an Hartz4-Sätze koppeln. Das, sagen wir, 10 — 12-fache? Sicher nicht zuwenig. Außerdem sollte man mal beginnen, zu überlegen, wie man denn sonst dazu kommen könnte, das nicht mehr fast nur Beamte und Juristen im Bundestag sitzen. Das ist nicht der Sinn der Sache, das ist kein Querschnitt der Bevölkerung, und so fantasielos und bürokratisch, wie man es von daher erwarten kann, ist ja auch die resultierende Politik. Und wie uns diese Leute nicht müde werden zu beteuern, ist es ja auch kein Fulltimejob, man kann daneben scheinbar noch eine Anwaltskanzlei und Aufsichtsräte führen oder PR für dies und das machen. Also kann man wohl auch einen normalen Job nebenher haben.

    Bzw: Nebeneinkünfte komplett verbieten. Ja, auch die aus Privatisierungen, die man als Abgeordneter oder Minister beschliesst, liebe SPD. Die ganz besonders sogar. Und statt «Leihbeamten» lieber ein 10-jähriges Verbot, nach dem Abgeordneten-Job Jobs in der Wirtschaft anzunehmen. Nur so zur Sicherheit. Auch «Beraterjobs», ganz genau, liebe CDU. Als ich gestern den Wissmann im TV sah, und er war nicht mehr CDU-«ForschungundTechnologieminister» oder was er da mal war, sondern plötzlich Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, aber gleiche Brille und gleicher sorgenvoll-nachdenklicher Habitus, dachte ich, ich werd nicht mehr, wie er da plötzlich genauso salbungsvoll über irgendwelche Autokonzernanliegen sprach wie früher über — angeblich — unsere Anliegen hinsichtlich Forschung und Technologie. Hmm, ich komme gerade richtig in Fahrt — was noch?

  2. Oliver sagt:

    Ich bringe es mal auf den Punkt, auch wenn das viele Netizens gegen mich aufbringen wird, aber draußen in der Realität ist es ein Leichtes für mich stante pede das Gegenteil zu beweisen, sprich was ich sonst für meine Mitmenschen tatsächlich über habe.

    Aber zur eigentlich Sache, who cares? Es ist das falsche Signal, aber mehr als asoziale Signalwirkung hat es eben nicht und es gibt wichtigeres: die Änderung der gesamten Situation. Ich halte auch nichts von nationalstaatlicher Geburtenkontrolle, die selbst von Linken propagiert wird ohne die Wurzeln dieses Schwachmatentums auch nur annähernd zu erahnen, mir sind auch arme Kinder etc. egal. Warum? Nun für eine Demokratie geziemt es sich nicht, das irgendein Mensch egal welchen Alters, Hautfarbe usw. am Existenzminimum lebt! Die unsäglichen Schlagworte der Medien oder der üblichen Jammerliteratur eigne ich mir da erst gar nicht an bzw. versuche diese abzuwerfen. Denn bedauernswert ist es *Menschen* so zu behandeln. Darauf folgt auch kein «ja klar, aber …», denn das aber ist wiederum eine freudsche Glanzleistung, um nur mittels oberflächliche Zustimmung zu glänzen.

    Man will arme Menschen fördern? Wtf? Das höre ich von *echten* Linken, wie dämlich ist das denn? Wer braucht die Almosen? Almosen die wiederum die asoziale Situation aufrecht erhalten, denn an diesem absurden System wird nichts geändert. Hier mal ein wenig foo für Familien, dort ein wenig für bedürftige Rentner und Kinder machen wir zu Chefsache? Und das wiederum sind ebensolche absurden, asozialen Mechanismen, um dieses System mit der gewaltigen Schere zwischen arm und reich aufrecht zu erhalten. Wie gut das auch die Majorität der Linken dieser Meinung folgt. Wäre wirklich schlimm, würde man denn an tatsächliche *Reformen* denken, die Gerechtigkeit bringen. Und in einer solchen Gerechtigkeit kann von mir aus auch jemand viel Geld verdienen und ein anderer weniger. Warum? Leben können beide gut.

    Das exakt ist der Knackpunkt und die behelfsmäßige Flickschusterei mit der man sich von Wahl zu Wahl hangelt ist für den anus. Der Linke müßte endlich aus seinem von der Obrigkeit konditionierten Traumgebilde erwachen und einen Schuß Realität wagen, jene Realität eben die gewahr für den Umstand macht, daß Almosen jedweder Couleur eben eine perverse Art von Ruhigstellung darstellen. Almosen sind die Ersatzdrogen für die sozial angehauchten Intellektuellen.

    Wer will denn tatsächlich etwas ändern? Das Volk? Wohl kaum und doch könnte es nur mit diesem funktionieren. Denn solange beispielsweise der Hartz4-Empfänger von der Masse schräg angeblickt wird, solange wird sich auch null und nichts ändern und man wird weiterhin die Masse befriedigen.

    Von nichts kommt also nicht, man übt sich in einer Lebenslüge wenn man glaubt die Majorität denkt sozial. Das Gegenteil ist der Fall, man glaubt einem Schäuble, ein jeder kennt soziale Schmarotzer und natürlich sind auch alle arm dran, immer ärmer als andere — denn wer würde schon auf die wahnwitzige Idee kommen, dem anderen etwas zu gönnen, so ganz ohne Hintergedanken? Hak doch mal bei vielen nach die du kennst, sprich diverse Thematiken an, mitunter das ganze relevante Spektrum. Und du wirst eines sehen, es wird fortwährend ein «aber» dahinter gesetzt, ein «aber» dem mehr Bedeutung beigemessen wird als der angeblichen initialen Zustimmung zur tatsächlichen Problematik.

    Will das Volk wieder einen Führer? Jemand der es richtet? Nein, die Initiative muß vom Volk ausgehen und dann kann man diese Dinge auch mittels der Legislative festigen. Die I don’t care–Mentalität ist signifikant in diesem unserem Lande.

  3. Chris sagt:

    Das hatten wir ja nun schon mehrfach — vielleicht nicht immer im Detail, aber wo kann ich unterschreiben?

  4. Grainger sagt:

    Das ist doch noch gar nicht so lange her, das sich unsere Damen und Herren Abgeordneten eine saftige Diätenerhöhung genehmigt hatten.

    Und zwar sind zum 01.01.2008 die monatlichen Diäten um 330 Euro auf 7.339 Euro gestiegen. Eine Erhöhung um weitere 329 Euro zum 01.01.2009 ist auch schon beschlossen.

    Dies entspricht einer Steigerung von 9,40% in zwei Stufen. Wenn da jetzt nochmal rund 6% dazu kommen, dann stellt das eine Bruttoeinkommenssteiergung von über 15% in zwei Jahren dar.

    Das hätte ich auch gerne mal.

    Und die Argumentation, das man eben gut bezahlen müsse wenn man gute Leute haben will, die kann ich leider gar nicht gelten lassen. Nicht wenn sie von Leuten kommt, die ihre eigene Leistung beurteilen und ihre eigene Vergütung festsetzen.

    Und dabei natürlich vollkommen objektiv sind. 😀

  5. Fenrir sagt:

    Neid trifft es nicht. Das Wort Wut, wäre passender!

  6. […] nicht mehr! Ach ja, noch kurz zur Lamentiererei der kleinen Oppositionsparteien wie die FDP. Chris von Fixmbr hat dazu einen guten Artikel geschrieben, der die Irrsinnigkeit der Proteste so gut beschreibt, […]

  7. loci sagt:

    Jetzt mal im Ernst…
    Welcher Bundestagsabgeordnete verdient den Hauptteil seines Einkommens noch ueber die Diaeten? Wohl so gut wie keiner mehr.
    Des weiteren besteht der Arbeitstag eines engagierten Abgeordneten nicht nur aus acht Stunden wie bei den meisten von uns, sondern geht auch locker mal auf 12–16 Stunden. Die Sitzungszeit im Bundestag macht dort nur den geringsten Teil aus. Es kommen noch Fachausschuesse, Buergersprechstunden etc etc hinzu.
    Abgesehen vom politischen Resultat, welches jeder selbst beurteilen sollte, ist das Arbeitsengagement bei der Mehrzahl unserer Abgeordneten auch das Wert, was sie bezahlt bekommen.

    Und jetzt flamet mich bitte!

  8. Oliver sagt:

    >Und jetzt flamet mich bitte!

    Warum sollte jemand der noch bei Verstand ist und logisch zu Denken vermag? Aber der Ton macht die Musik, das falsche Zeichen zum falschen Zeitpunkt. Das gerade die Spitzenpolitik sich kaum beschweren muß über mangelnde Einkünfte, das man über die Essenz von 12h+ Arbeit vortrefflich streiten kann, das Bürgersprechstunden wiederum meist eher im kommunalen Bereich wirklich effektiv vorgenommen werden etc., wenn man all das im Hinterkopf behält und die allgemeine Jammer-Litanei nicht mit Lobpreisung kontert, dann findet man wohl auch irgendwo die Realität. Und die Realität schaut seit Jahrzehnten eher trübe aus, auch wenn so mancher Internet-Aktivist meint ob der heutigen Flut an Informationen neue Dinge zu erkennen. Tatsache ist, das Deutschland von Jahrzehnt zu Jahrzehnt mehr abrutscht und das die zu lobpreisenden Politiker in der Spitzenpolitik nahezu vollständig verlustig gegangen sind und im Rest der Republik oft mit der validen Pauschalität «die Ausnahme von der Regel» betrachtet werden müssen.

    >Des weiteren besteht der Arbeitstag eines engagierten Abgeordneten nicht nur aus acht Stunden wie bei den meisten von uns, sondern geht auch locker mal auf 12–16 Stunden.

    Ohne den Mann bei der Mülabfuhr beispielsweise würdest du aber reichlich dumm aus der Wäsche schauen.

  9. blankeneserules sagt:

    Ein anderes Argument, das ich mal in der Schule gelernt hab, hiess: «Bezahlt sie ordentlich, sonst entsteht die Versuchung von Korruption!» Aber dann lese ich die Nachdenkseiten, und tja,…

    @Oliver
    Die Mehrheit mag — derzeit — nicht sozial denken, sondern wie gewünscht auf Ellbogen und Eigenverantwortung gedrillt sein. Aber erstens geht es ja immer mehr Menschen an die eigene Existenz, oder man bekommt es im Bekanntenkreis mit, dass was schiefliegt. Und zweitens, solche Meinungen und Haltungen sind ja nicht in Stein gemeißelt und ändern sich auch wieder. Die INSM hat viel Geld ausgegeben, um genau das zu tun. Die Bevölkerung war ihr zu sozial. Es ist aber nicht nur eine Frage der besseren PR, sondern auch der Überzeugungskraft der Argumentation. Der Zeitgeist bezüglich dieser Themen scheint sich jedenfalls gedreht zu haben, ob das nur ein laues Lüftchen ist, oder eine Wetteränderung, wird man 2009 sehen, bzw. zuvor vielleicht bereits in den USA im November.

  10. Oliver sagt:

    >Der Zeitgeist bezüglich dieser Themen scheint sich jedenfalls gedreht zu haben

    Gedreht hat sich nicht wirklich etwas, das Meinungsmonopol der Medien wurde nur mittels des Netzes aufgebrochen und diverse Problematiken wurden offensichtlicher. Ein Novum hingegen sucht man vergeblich und die Problematik der Minderheiten ist eine Problematik seit Beginn dieser Republik.

    >Aber erstens geht es ja immer mehr Menschen an die eigene Existenz

    Das Problem ist, das es dieses Problem schon immer gab und sich selbst honorige «Linke» dem Irrglauben hingeben, früher da war alles besser — damit übt man sich übrigens im Schulterschluß mit neoliberalen Kräften, nur das diese «früher» anders interpretieren (aka soziale Hängematte). Kurzum es gibt nicht immer mehr, sondern die Probleme steigen seit Jahrzehnten stetig an. 15 Jahre früher mußte man sich schon wirklich für Politik interessieren und in Quellen stöbern, heute kann man einfach das Internet «aufschlagen». Der mediale Überfluß wirkt jedoch auch wiederum dem etwaigen Aufklärungscharakter massiv entgegen.
    Ist es heute insgesamt _wesentlich_ schlechter als z.B. Ende der 70er? Vergleichen wir doch mal die Lage eines Arbeitnehmers, damals weniger Urlaub, höhere Arbeitszeiten _plus_ Überstunden, teils deutlich weniger Geld im Verhältnis usw. Und es gab noch eine Menge anderer Dinge die heute als gegeben hingenommen werden und damals schlichtweg nicht existierten. Aber die Medien thematisierten derlei Dinge auch nicht oder nur selten.
    Heute besitzen wir einen höheren Level, Teile davon wurden erst Mitte bis Ende der 80er etabliert, anderer gar erst in den 90ern. Tatsächliches Problem, man beginnt wieder mit dem Abbau dieser Errungenschaften.

    Günter Walraff klärte schon in den 70ern über die BILD auf, indem er bei diesen quasi «undercover» als Redakteur arbeitete. Er tat dies als türkischer Arbeiter abermals und veröffentlichte seine Erfahrung in den 80ern in «Ganz unten». Diese Arbeiten bekamen einen gigantische Öffentlichkeit, gerade ob des fehlenden medialen Überschusses, aber bewirkte es etwas? Wohl kaum, ein ähnliches Trauerspiel kann man heute weiterhin beobachten — teils verschoben, jedoch ein identisches Prinzip. Schlimmer noch, veröffentlicht Walraff heute ähnlichen Zündstoff geht dieser unter als Randereignis.

    So was ändert sich also? Und solange sich das Gros der Gesellschaft, welches sich teils willig entmündigen läßt, weiterhin mehr ums Ego kümmert, solange wird sich auch nichts ändern. Das Internet heute ist eine Chance, eine Chance Wissen zu erlangen, zu vermitteln, weiterzutragen — aber genutzt wird diese Chance in der Regel kaum. Es ist noch lange nicht eine Chance für alle, aber weitaus mehr Leute als früher haben die Möglichkeit auf Quellen zuzugreifen, die früher unzugänglich bzw. nur mit erheblichem Aufwand erreichbar waren.

    Und wenn wir immer vom nahezu komplett entmündigten Volk fabulieren, warum ist dann dieses Volk dazu in der Lage in der Freizeit dennoch teils den größten Bockmist zu verbocken entgegen den Anordnungen des führenden Staats? Du darfst ein Buch in die Hand nehmen, du darfst es lesen, du kannst gar die Literatur wählen und du darfst mitunter sogar den Verblödungsstrahler abstellen. Aber nein die Stimmen sagen mir bleib fern. Einigen wir uns darauf, daß dies ein Parameter unter vielen darstellt — aber so billig kommt Volk auch nicht davon.

  11. blankeneserules sagt:

    «Du darfst ein Buch in die Hand nehmen, du darfst es lesen, du kannst gar die Literatur wählen und du darfst mitunter sogar den Verblödungsstrahler abstellen. Aber nein die Stimmen sagen mir bleib fern.»

    - sind das dnicht die berühmten sog. «Verblendungszusammenhänge», von denen Adorno immer sprach? Was wäre da eine Lösung? Wer liest denn (Adorno-)Bücher und interessiert sich für das politische Geschehen, jenseits von Klischees und aufbereiteten Spin-Häppchen? Jemand, der entsprechende Bildung («es gibt solche Bücher/Medien, und sie sind manchmal sogar spannender als Big Brother gucken oder sich-die-Hucke-vollsaufen») und Muße dafür («wenn ich den ganzen Tag schuften muss, will ich abends nicht noch Adorno lesen, sondern schnelle einfache Unterhaltung zum Abschalten») hat. Und Interesse: «die Welt ist kompliziert, ich möchte sie besser verstehen.» Die alten Bildungsideale der Arbeiterbewegung.

    Das mit der Bildung hat man per Reform bereits erledigt: man studiert heute nur noch schnell, schnell das für die Karriere Notwendige, es kostet ja Geld, soll «Investment» sein. Es soll auch blos nicht jeder studieren. Es soll Stress sein. Humboldt ade.

    Auch das Schuften (oder auch «Leistung» und «Vollbeschäftigung» genannt) wird von den Reformern einem Grundeinkommen und Arbeitszeitverkürzungen (a.k.a. «mehr Muße») vorgezogen: wichtiger sind Wirtschaftswachstum und Bruttosozialprodukt. Bildung, die nichts erwirtschaftet, ist nichts wert.

    Das Interesse an der Welt — ebenfalls passe («Die westliche Welt ist gut so, wie sie ist, wie sie in der BILD steht, nur ewiggestrige Gutmenschen nörgeln da noch rum»). Wie Müntefering mal sagte: «Es gibt keine Unterschicht, das ist eine Erfindung lebensfremder Soziologen» — na dann ist ja alles in Butter. Das der Jugend vermittelte Ideal ist der ellbogenbewehrte Entrepeneur, der smarte Finanzhai, der McKinsey-Berater.

    Der mündige Bürger wird als Leitbild vom «mündigen Konsumenten» ersetzt, dessen demokratische Entscheidungen im Supermarkt stattfinden. Die Parteien vertreten alle mehr oder weniger die selbe Politik, mit jeweils Geschmacksrichtungen wie «besonders konservativ, oder öko, sozial, liberal». Zunehmend entscheiden sog. Eliten und sog. Experten im Hinterzimmer über «Sachzwänge». Die Bevölkerung erlebt immer wieder, dass egal ist, was sie will, dass sie scheinbar einfach zu dumm ist, um wirtschaftliche Zusammenhänge und das eigene Leben, die eigenen Bedürfnisse, zu verstehen. Autoritäre Ideale («Führung») sind wieder in Mode, Basisdemokratie stört da nur.

    Diese ganzen Zustände replizieren sich so selbst immer wieder. Es ginge auch anders — lebenslange breitgefächerte Gratis-Bildung z.B. wäre auch wirtschaftlich sinnvoll, und käme der Gesellschaft, wie beschrieben, sehr zugute. Wird aber scheinbar nicht gewollt, von den Bertelsmännern und ihren Verbündeten in der Politik.

  12. Oliver sagt:

    >Jemand, der entsprechende Bildung (”es gibt solche Bücher/Medien, und sie sind manchmal sogar spannender als Big Brother gucken oder sich-die-Hucke-vollsaufen”) und Muße dafür (”wenn ich den ganzen Tag schuften muss, will ich abends nicht noch Adorno lesen, sondern schnelle einfache Unterhaltung zum Abschalten”) hat.

    Ich kam auch über den zweiten Bildungsweg dazu, ebenso wie Chris. Es funktioniert vieles, leicht ist es nicht, aber auch nicht unmöglich. Es ist immer noch Zeit …

    >Diese ganzen Zustände replizieren sich so selbst immer wieder. Es ginge auch anders — lebenslange breitgefächerte Gratis-Bildung z.B. wäre auch wirtschaftlich sinnvoll, und käme der Gesellschaft, wie beschrieben, sehr zugute.

    Natürlich ist es gewollt, aber in einer Welt der sozialen Härte greift derjenige der sich als geprügelt sieht normalerweise auch nach Strohhalmen und gibt sich nicht wie heute üblich mehr und mehr der Selbstkasteiung hin. Indem man sich mit Almosen befriedigen läßt erhält man dieses System aufrecht. Viele sind betroffen, jedoch nicht jeder gleich stark und jene die noch Optionen haben könnten mehr tun und somit der Gesellschaft insgesamt helfen. Ich rede nicht vom Aufraffen, welches sich die Politik als Rechtfertigung für soziale Härte bemächtigt, ich rede vom Aufraffen in puncto von mehr Miteinander oder überhaupt einem Miteinander. Das neoliberale Schreckgespenst hat noch keine Massenlobotomie verordnet, insofern kann immer noch denken, wer des denkens mächtig ist. Und Bildung beginnt nicht mit einem Schein oder einem schulischen Abschluß, Bildung beginnt im eigenen Kopf.

  13. blankeneserules sagt:

    Ein Miteinander — ja. Ein Anfang wäre, sich wieder füreinander zu interessieren, dafür, was für verschiedene Vorstellungen vom Leben es denn gibt, was man so will, wo der Schuh drückt, wie das zusammengehen könnte, jenseits der Klischees und Parolen und des «Teile-und-Herrsche». Sich nicht gegeneinander aufwiegeln zu lassen — Studenten vs. Arbeitnehmer, Arbeitnehmer vs. Alte, Alte vs. Jugendliche, Jugendliche vs. Studenten, usw. Da sehe ich auch die Stärke des Netzes, sowas zu unterlaufen, Leuten selber eine Stimme zu geben, und einen Dialog zu ermöglichen. Das passiert ja bereits, ich erlebe es ja selbst, wie ich in Foren oder Blogs vom Leben anderer Leute lese, mit denen ich real wohl nie reden würde, weil sie aus Gesellschaftsschichten oder Denkrichtungen stammen, mit denen ich im Alltag kaum zu tun habe, ausser flüchtig– und wie ich dann denke, die sind ja eigentlich ganz nett, und ganz vernünftig. Nachteil ist, dass es leichter ist, im Netz große Reden zu schwingen, als in der Realität was zu ändern. Eine Sesselpupser-Mausklick-Demokratie der Besserwisser? Teilweise schon. Und dennoch habe ich das Gefühl, dass das auch schon was ändert und ein Anfang ist. Liest man Berichte von 1968, so war es u.a. wohl genau diese Art von direkter Kommunikation und Diskussion, die viele dort damals so befreiend empfanden (manche auch als penetrant und nervig), und als etwas Neues, das es so zuvor nicht gab. Natürlich gab es auch die Phrasendrescher. Heute gibts das alles eben online, dafür weltweit. Eigentlich kaum vorstellbar, dass sich dadurch nichts ändern wird.

  14. Grainger sagt:

    Des weiteren besteht der Arbeitstag eines engagierten Abgeordneten nicht nur aus acht Stunden wie bei den meisten von uns, sondern geht auch locker mal auf 12–16 Stunden.

    Abgeordnete verstoßen also vorsätzlich gegen das Arbeitszeitgesetz, das sie selbst verabschiedet haben?

    Da sollte aber mal die zuständige Aufsichtsbehörde einschreiten, zumal einige der Damen und Herren ja öffentlich geständig sind und schon über ihr angebliches enormes Arbeitspensum gefaselt haben.

    Sorry, aber das Gejammere über die ach so hohen Arbeitszeiten der Abgeordneten kann ich nicht mehr hören. Wenn man natürlich jedes Mittagsessen, das man von Lobbyisten spendiert bekommt und jede Informationsreise (zufälligerweise meistens an attraktive Urlaubsorte und ebenfalls gesponsort von der dankbaren Wirtschaft) als Arbeitszeit betrachtet, dann mag das hinkommen.

  15. Oliver sagt:

    >Eigentlich kaum vorstellbar, dass sich dadurch nichts ändern wird.

    Etwas wird sich ändern, nur ob es uns gefällt ist eine ganz andere Sache. Die Informationsflut steigt astronomisch an, Müll, gute Dinge, whatever — aber dafür braucht man auch wiederum die Werkzeuge um die guten Dinge zu extrahieren, diese Werkzeuge sind jedoch nicht jedem gegeben. Das Beispiel der 68er kann man nicht auf das Netz übertragen und auch damals vermochten es die Studenten kaum dieses Momentum zu den Arbeitern herüberzuhiefen, ganz einfach weil die Schnittstellen fehlten. Man verstand es nicht mit dieser Klasse zu kommunizieren. Das Netz könnte da vermitteln in der Theorie, realistisch betrachtet wird dies aber im Ansatz von der Datenflut torpediert und auch wiederum von der fehlenden Schnittstelle. Der Smalltalk zwischen diversen Leuten ist das eine in Foren etc. pp, die tatsächliche Vermittlung von Informationen jedoch eine völlig andere. Und eben für letzteres braucht es Schnittstellen für die Kommunikation. Heutzutage ist es gar der Studierenschaft selbst unmöglich ein derartiges Momentum wie zur damaligen Zeit zu etablieren, woher solls also kommen, wenn innerhalb dieser kleinen Grüppchen schon der Egomane zählt? Jeder Tag der verstreicht verstärkt die angesprochene Problematik. Das einzige was von Tag zu Tag steigt ist der Glauben ans Netz, doch wer handelt dementsprechend? Das Wissensnetz wird seit Ewigkeiten propagiert, ’95 träumte ich auch noch davon, nur wo soll es herkommen? Die Partizipierenden zeigen in der Regel kein Interesse und die Wikipedia ist ein schlechtes Beispiel, vergleicht man die tatsächlich Mitarbeitenden (nicht die Trolle, Rechtschreibkontrolleure und anderen foo) mit dem Anteil jener in der Bevölkerung die in der Lage wären etwas beizutragen. Wünschenswert wären natürlich viele Dinge, aber ohne Fleiß kein Preis. Und eben diesen Fleiß mag kaum einer investieren, man erwartet die Aktion der «anderen» :)

  16. loci sagt:

    @oliver:
    > Das gerade die Spitzenpolitik sich kaum beschweren muß über mangelnde Einkünfte, das man über die Essenz von 12h+ Arbeit vortrefflich streiten kann, das Bürgersprechstunden wiederum meist eher im kommunalen Bereich wirklich effektiv vorgenommen werden etc., wenn man all das im Hinterkopf behält und die allgemeine Jammer-Litanei nicht mit Lobpreisung kontert, dann findet man wohl auch irgendwo die Realität.

    Dann hast Du leider sehr viel Pech mit Deinem Abgeordneten. Meine Abgeordnete (Jutta Müller aus dem schoenen Saarland) hatte immer und fuer alles ein offenes Ohr. Sei es per E-Mail oder persoenlich. Die kompetenten und engagierten Mitarbeiter Ihres Bueros ebenso. Und fuer den Autor dieses schoenen Blogs: Sie ist der SPD und keinesweges am untergehen :)

  17. Oliver sagt:

    >Sie ist der SPD und keinesweges am untergehen

    Ich komme aus dem Saarland und bin in der SPD. Ich hoffe ich zerstöre jetzt nicht irgendeine Ponyhof-Romantik mit meiner Aussage :)

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