Ich wähle die Piratenpartei

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Quelle: Jungle World | Klick für größeres Bild

Und wieder müsst Ihr sehr stark sein, liebe Piraten. Obige Antwort der Jungle World habt Ihr mehr als verdient. Wer bitteschön gibt sich denn die Blöße und fleht bei Journalisten um ein Interview, nachdem er beim Spielen mit Schmuddelkindern erwischt wurde? Ist das wirklich Eure Art der Offenheit und Transparenz? Da wird mehr als zurecht nach Eurer Abgrenzung zu den Rechtsaußen dieser Republik gefragt, und anstelle dass ihr Eure gesamte Infrastruktur dazu nutzt, diesen Vorwurf zu entkräften, man hätte da wirklich vorbildhaft Etwas auf die Beine stellen können, soll die Jungle World für Euch die Kohlen aus dem Feuer holen? Ausgerechnet? Ihr müsst noch so viel lernen — oder seid Ihr schon dabei, wie die etablierten Parteien und versucht Euch in Medienmanipulation? Und bitte wundert Euch auch nicht, dass Euer Internetministerium ins Lächerliche gezogen wird. Die Glosse der Jungle World mit der Forderung nach einem Weltraumministerium ist weitaus unterhaltsamer als Eure Utopie.

Vor knapp einem Monat schrieb ich: Ich denke, es ist ein Fehler der Piratenpartei, schon dieses Jahr an der Bundestagswahl teilzunehmen. Es kommt zu früh und weckt Erwartungen, die nicht erfüllt werden können. Zu diesem Schluss kommt auch die Financial Times Deutschland. Redakteurin Angelika Dehmel schreibt weiter: Auf ihrem Sprint von einer losen Bewegung zur Partei haben die Piraten die wohlklingenden, aber auch leeren Worthülsen von Union, SPD und den anderen übernommen. Wer zu fragen wagt, ob die Piraten links, rechts oder Mitte sind, bekommt zu hören: » Wir wollen uns nicht festlegen, wir sind vorne.» So ähnlich klang es einst auch bei den Grünen, mit denen die Piraten oft verglichen werden. Auch wenn der Artikel wesentliche Kritikpunkte an den Piraten auslässt, bleibt unter dem Strich, dass die Bundestagswahl eine Nummer zu groß für die junge Partei ist. Man hätte im Kleinen anfangen sollen. Man schwimmt nicht nur auf einer kleinen Erfolgswelle, man hangelt sich auch von Fehler zu Fehler.

Das Zitat des Tages kommt im Übrigen von Holger Klein:

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Ich denke, dieses Zitat bringt es perfekt auf den Punkt. Ich lasse mal den leider nicht unbeträchtlichen Teil der unsäglichen Kommentatoren unter den Tisch fallen und verweise auf dieses Video. Nicole Hornung, Mitglied des Bundesvorstandes der Piratenpartei: Wir haben einfach heute die Revolution des digitalen Wandels. Und ich denke, dass diese viel tiefgreifender ist, als viele Menschen das heute schon wahrnehmen. Und aus dem Grunde sind wir die Vertreter dieser Revolution. Bitte? Da spielt sich also eine kleine Partei als Vertreterin der Netizens auf? Sorry, aber das ist anmaßend und unverschämt. Und es werden die Vorurteile der etablierten Medien bestätigt, dass es da wirklich eine Community gibt, die eben von den Piraten vertreten wird. Was für ein Unsinn. Christopher Lauer, Landesverband Berlin der Piratenpartei: Wir haben dort die Kompetenzen. Der Wandel zur Informationsgesellschaft ist da, zur Informationspolitik ist da und das muss auch entsprechend in der Regierung gewürdigt werden. Nebenbei gefragt, liebe Piratenpartei: Wie war denn das mit der Basisdemokratie bei der Entscheidung, öffentlich ein Internetministerium zu fordern? Ich frag ja nur…

Wir haben die Kompetenzen, das ist immer und überall von den Piraten zu hören — alle anderen sind unwissend. Die Piraten sind nicht links, nicht rechts, sie sind vorne, sie sind sachorientiert und objektiv. Und genau das ist falsch. Selbstverständlich gibt es auch Experten außerhalb der Piratenpartei zum Thema digitaler Wandel und Informationsgesellschaft — und diese mögen die Situation vielleicht anders sehen und Probleme anders bewerten. Hier zeigt sich wieder, dass die Piratenpartei Schwierigkeiten hat, Politik und das reale Leben zu verstehen. Politik ist niemals sachorientiert und objektiv. Nehmen wir nur das Beispiel Videoüberwachung. Die Piratenpartei ist der Meinung, und ich gehe mit dieser Meinung konform, dass die Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen immer mehr Überhand nimmt, sie kaum Verbrechen verhindert und selbst die Aufklärungsquote marginal ist. Auf der anderen Seite freut sich Opa Heinrich, weil es zumindest ein bisschen sicherer ist, er und Oma Käthe sich sicherer fühlen. Und genau hier greift der demokratische Prozess, Argumente werden gegeneinander abgewogen, pro Freiheit, pro Sicherheit und am Ende steht ein Kompromiss, mal wird eher auf die Freiheit geachtet, mal eher auf die Sicherheit. Nie wird eine politische Entscheidung sachorientiert oder objektiv sein. Unterschiedliche Interessen fördern unterschiedliche Sichtweisen. Die Demokratie ist ein Wettstreit von Ideen und Werte, sie ist nicht sachorientiert. Sie kann es nicht sein, weil es um die Menschen geht. Menschen sind keine Sachen, keine seelenlose Gegenstände.

Auf Twitter träumen viele Piraten seit Tagen davon, dass 5% am Sonntag möglich sind. So viel Selbstüberschätzung besitzen ja nicht einmal Guido Westerwelle, Oskar Lafontaine und Peer Steinbrück zusammen. Ich habe am Wochenende Lotto gespielt, die Chance, dort zu gewinnen war ähnlich hoch, wie die Möglichkeit, dass die Piratenpartei dieses Jahr schon den Einzug in den Bundestag schafft. Ich mache Euch ein Angebot, liebe Piratenpartei: Solltet Ihr tatsächlich über 5% kommen, laufe ich in einem Piraten-T-Shirt um die Alster. Wir treffen uns am nächsten Mittwoch und veranstalten den ersten Piraten-Alsterlauf. Vielleicht können wir dann auch gemeinsam über den Remix Eurer Parteizentrale lachen. Es gibt da nur ein Problem: Es gibt kein WLAN. 😉

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Piratenpartei | CC-Lizenz

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48 Antworten zu “Ich wähle die Piratenpartei”

  1. phoibos sagt:

    laufen? also rennen? um die außen-, binnen– oder kleine alster?

    wenn ja, das will ich sehen :) ich mach dann auch den streckenposten mit einem isotonischen getränk (alkfreies bier 😉 ) für dich *g*

    ist das subversive wahlwerbung für die piraten?

  2. Ich mache Euch ein Angebot, liebe Piratenpartei: Solltet Ihr tatsächlich über 5% kommen, laufe ich in einem Piraten-T-Shirt um die Alster.

    Wenn das nicht noch einige deiner Leser davon überzeugt Piraten zu wählen 😉

    Zu «Internet Kompetenz» in anderen Parteien: die gibt es. Vereinzelt. Leider werden diese einzelnen Leute dann nur im Zweifelsfall zu oft ignoriert. Eigentlich schade. Eine der Ziele der Piratenpartei ist es immerhin auch altbackene Politik auf dieses «neue» Thema aufmerksam zu machen. Und wenn es nur dadurch ist, dass man in ihren Gewässern fischt. Und ich mein jetzt nicht diese brackigen, braunen Gewässer, eher die Gelben, Roten und Grünen.

  3. Phil sagt:

    Sry, aber das obige Bild ist echt nur noch peinlich.

  4. Martina sagt:

    Ich kann über die ganzen pauschalen Piraten-Bashings nur noch müde lächeln. Mann wie muss die Piratenpartei inzwischen schon wichtig sein, dass Hinz und Kunz überzogene Diffamierung auftischt, um sie möglichst klein zu reden.

    Nein, ihr werdet es nicht schaffen, dass bei der Wahl sehr viele Menschen ihre Stimme in diese wichtige neue Kraft investieren.

  5. Yuggoth sagt:

    wunderschöne bilders. :)

  6. kobalt sagt:

    Nee, Chris, dieser Artikel ist unter dem üblichen Niveau eurer Internetpublikation.

  7. Anonymous sagt:

    [bin mir nicht sicher, ob der Kommentar verloren ging, bei Dup bitte löschen]

    Hihi, das haben wir gerne, wenn sie gewinnen spielst du auch mit :)

    Nein, deine Kritik ist nach wie vor angemessen und unterhaltsam, allerdings bin ich bei den 5% anderer Meinung. Ich habe mich in (als nicht-Pirat) in den letzten Wochen öfters in zufälligen Situationen mit ganz unterschiedlichen Leuten über ihre Wahlentscheidung unterhalten, dabei habe ich erstaunlich oft Leute getroffen, die vorhatten, die Piraten zu wählen. Insgesamt waren es wohl sogar die Mehrzahl, was natürlich am unrepräsentativen Schnitt lag, mich aber trotzdem sehr überrascht hat. Dabei waren: mehrere Anwälte bis ins hohe Alter, viele ITler, Finanzberater, Hausfrauen höheren Alters, enttäuschte Grüne-Wähler und –Mitglieder, Musiker, Erstwähler, Protestwähler und Unentschlossene (die bereits gewählt hatten). Die Entscheidung wurde meist aus eigenem Antrieb gefällt.

    Meine Eindrücke daraus waren:

    - die Piraten haben Wähler aus traditionellen FDP-Lagern abgezogen, wie die Anwälte (was ich persönlich sehr schön finde) und Anhänger eines schwachen Staates

    - die Partei scheint Protestwähler und Unentschlossene anzuziehen, wohl einerseits wegen dem Erfolg, andererseits wegen dem rebellisch klingenden Namen

    - enttäuschte Grüne, die sich nicht mehr sicher bei ihrer Wahl sind (und auch andere bislang zum Stammwählertum tendierende), werden durch den Wahl-O-Mat häufig auf die Übereinstimmung Ihrer Positionen mit den Piraten aufmerksam (ob das den Tatsachen entspricht mal dahingestellt) und sind bereit sie zu wählen

    - teilweise sind Leute von dem inhaltsleeren Wahlkampf so genervt, dass sie als «Rache» Piraten wählen

    - Leute betreiben aus unterschiedlichsten Gründen «Aussonderung», was häufig die unverbrauchten Piraten als einzige halbwegs erfolgsversprechende und ernstzunehmende Partei der kleinen zurücklässt

    - ältere Leute erinnern sich an die vergangenen Kämpfe zur Informationellen Selbstbestimmung und gegen Sicherheitsgesetze und sympathisieren

    - Musiker, die sowieso keinen nennenswerten Absatz ihrer Musik außerhalb von Aufführungen haben, schätzen die Einstellungen der Piraten zum Download von Musik :)

    - unter den Wählern bis 35–40 ist die von sich aus recht beliebt. An denen, die sich nicht ständig im Netz aufhaltend, sind die Querelen meist vorbeigegangen.

    Die Breite der Zustimmung, die ich überall wahrgenommen habe, hat mich zu dem Schluss gebracht, dass 5% durchaus drinnen sind. Auf die Prognosen braucht man wohl aus verschiedenen Gründen nicht viel geben. Es wird sehr spannend am Sonntag :)

  8. Tom sagt:

    Allein dein letztes Angebot «Alsterlauf» wird die Massen derart mobilisieren, dass die 5% schon um 10:00 erreicht sind. Und du sagst immer «nicht wählen». 😀

  9. Harald sagt:

    Vielleicht gibt es noch einen anderen Aspekt: Es rennt uns die Zeit davon. Politik ist ja nicht harmlos oder eine Kaffeekränzchen mit Beratern. Hier werden Weichen gestellt, die die nächsten 20 Jahre festlegen. Wenn jetzt ein Überwachungsstaat (rechtlich) installiert wird, baut den ja niemand mehr ab. Und gegen die heutigen Methoden heute war die DDR ein Kinderspielplatz. Und nochmal für Alle: Es stecken Menschen mit finanziellen Interessen dahinter, denen die Menschenwürde am Arsch vorbei gehen. Deshalb ist es ja z.B in Afrika so bitter: Da gibt es eine Gruppe, der es gut geht und die es sich leisten kann die anderen niederzuknüppeln. Darum geht es. Nicht um Mindestlöhne oder 1% Steuer rauf oder runter. Es geht um unseren Arsch.

    Und deshalb sind die Piraten so im Aufwind. Nicht weil es der neue heisse Scheiss ist, sondern weil uniformierte Politiker heutzutage wirklich was anrichten können. Und deshalb spielt es kaum ne Rolle, ob die Piraten im Bundestag (sollten sie es schaffen) mit Würde, Elegeganz oder wie ein Elephant im Porzelanladen unterwegs sein werden. Es geht darum, dass sie da sein werden, und jedem ein Sprachrohr für Freiheit und Mitbestimmung sind.

  10. Oliver sagt:

    Die Piraten müssen ja irgendwas richtig machen, wenn die Grünen die ganze Zeit rumnerven, die FDP «ihre» Stimmen schon im Gulli sieht und sogar CDU/SPD schon mitbekommen, dass es die Kinderraubmordkopierer jetzt schon als «Spaßpartei» gibt.

    Wenn das Gebashe hier überhaupt irgendeine Auswirkung auf die Wahl hat, dann würde ich tippen, zwei gehen nicht mehr hin (weil keiner mehr zum Wählen übrig ist), einer baut sich nen Würfel und drei denen sich «jetzt erst Recht». In diesem Sinne DANKE und schönes WE!

  11. Oliver sagt:

    @Oliver: «Die Piraten müssen ja irgendetwas richtig machen …»

    Ein gesundes Maß Ego schadet keinem, dies hier grenzt schon an Wahn. Wir schreiben drüber weil der Piratenspam nervt und man macht sich damit etwas Luft, ebenso wenn man ab und an von den Maßnahmen gegen Email-Spam oder WP-Spam schreibt, Angst hat man davor jedoch auch nicht wirklich. Es nervt halt nur … ihr zieht euch wahrscheinlich auch die Werbesendungen im TV als Grundlage eures Wirkens rein.

  12. Filzo sagt:

    Was darf die Satire? Alles.

    Über die Selbsteinschätzung der Piraten, das gesamte Webvolk zu vertreten, bin ich, man erlaube mir die Verlinkung, gestern ein paar Worte losgeworden — die Äußerung von Frollein Hornung kannte ich bisher allerdings nicht.
    Die Piratenpartei zerstört das Kartenhaus ihres Ansehens noch bevor es gebaut wurde.

  13. Sax sagt:

    Huch was hab ich gelacht. Danke für die herrliche Realsatire. Bin leider etwas weit weg von Hamburg aber irgendwer wird hoffentlich diesen Alsterlauf in Youtube stellen. :-)

  14. Oliver sagt:

    Ein gesundes Maß Ego schadet keinem, dies hier grenzt schon an Wahn.

    ihr zieht euch wahrscheinlich auch die Werbesendungen im TV als Grundlage eures Wirkens rein.

    Sind die Argumente schon wieder ausgegangen oder warum musst Du auf Pauschalisierungen und Beleidigungen ausweichen? Trink Dich mal nen Tee und chill mal ein Stündchen und die Welt ist gleich viel schöner. :-)

    Ich bin nicht «die Piraten» und ich bin auch nicht «Ihr». Vielleicht würde DIR etwas mehr Differenzierung gut tun. Ich bin ICH; und ICH bin der Meinung, dass es diese «unwichtige wahlweise renke oder lichte kleine Spaßpartei» schon ganz schön weit gebracht hat, wenn ICH mir die ganzen Statement der sog. «Experten» von Grün, Gelb, Rot und Schwarz so anschaue.

    Worüber würde die Bloggerwelt wohl schreiben, wenn da kein Orange mehr wäre. Kaum vorstellbar. :-)

  15. Anonymous sagt:

    Also das Bild oben geht ja mal gar nicht. Der Artikel ist ein wenig besser. Vielleicht das Bild nach unten setzen, dann beeinflusst es das Lesen des Artikels nicht vorher schon so negativ

  16. Axel sagt:

    wer es immer noch nicht begriffen hat — hier der größte Skandal seit es die Bunte Republik gibt:

    Neue Befugnisse für Geheimdienst geplant

    Stasi 3.0 oder?
    Gruß Axel

  17. Frank sagt:

    Ich kann wirklich nur jedem Seeräuber-Sympathisanten den Kommentar in der Jungle World

    Rechts über Bord

    empfehlen. Wem das nicht reicht, der werfe mal einen Blick auf den Sprengsatz-Blog, Thema Wahl-O-Mat

    Wahl-O-Mat — nein danke!

    da wundert sich doch glatt ein User (M.M), dass der Gesinnungsrechner der Bundeszentrale für politische Bildung die Wahlempfehlung «Büso, CDU/CSU, NPD und Piraten» ausgespuckt hat. Noch so ein brauner Nerd.

  18. Chris sagt:

    @phoibos: Natürlich die lange Strecke. Dann kann man mich zwar hinterher ins Seniorenstift einliefern, ans Sauerstoffzelt anschließen — egal… 😀

    @Phil: Den mit Johnny Depp fand ich lustig… *g*

    @Martina: Du hast immer noch nicht den Sinn dieser Publikation begriffen. Meinungsäußerung, nicht mehr und nicht weniger…

    @luttz: Wir sind enttarnt, shit… 😀

    @kobalt: Auch wir haben mal schlechte Tage. Ich sehe das übrigens nicht so. Da habe ich schon anderen Mist geschrieben… 😉

    @Anonymous: Das mag subjektiv richtig sein — nichtsdestotrotz werden viele Piraten am Sonntag auf dem harten Boden der Realität aufschlagen, und genau darin liegt dann die Chance der Piraten, dann müssen sie sich neu sortieren.

    @Oliver: Interessant, dass von denen, die sich Meinungsfreiheit auf die Fahnen geschrieben haben, immer nur solche dumpfen Parolen wie Gebashe kommen. Inhalt: null.

    Worüber würde die Bloggerwelt wohl schreiben, wenn da kein Orange mehr wäre. Kaum vorstellbar. :-)

    Die Bloggwelt, wie Du sie nennst, die Möglichkeit, im Netz zu partizipieren, gab es schon lange vor der Piratenpartei und wird es auch noch lange nach den Piraten geben. Die Piraten mögen kurzfristig wichtig sein, da sie in den etablierten Parteien gewisse Themen auf die Agenda setzen — aber im derzeitigen Zustand sind sie (leider) eher Durchlauferhitzer… 😉

    @Anonymous: Piraten sind schlau, zumindest behaupten sie das. Ich denke also, das können sie unterscheiden. 😉

    @Axel: Dagegen muss argumentiert werden, nur frage ich mich, was die Millionen Menschen davon halten, die in Armut leben. Wahrscheinlich gar nichts, für die gibt es wichtigere Dinge…

  19. Anonymous sagt:

    Tja, du wählst sie nicht, ich schon. So ist das Leben.

  20. Oliver sagt:

    … immer nur solche dumpfen Parolen wie Gebashe kommen Inhalt: null.

    q.e.d :-)

    Die Piraten mögen kurzfristig wichtig sein, da sie in den etablierten Parteien gewisse Themen auf die Agenda setzen

    Da sind die Themen schon lange drauf. Nur halt im Sinn von «mehr Überwachung, weniger Freiheit, keiner hat was zu verbergen».

    Und sorry, aber die Verräter von FDP und Grünen kann ich nicht Ernst nehmen. So lange sie in der Opposition sind, wollten die natürlich Wähler gewinnen. Aber was aus Wahlversprechen wird, wenn sie an der Macht sind, haben wir ja in Hamburg und Bayern gesehen. Allein schon deshalb gehören die unter die 5% Hürde.

  21. Chris sagt:

    @Anonymous: Ja, so ist das Leben. Ich kann damit leben… :)

  22. Ashari sagt:

    «Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich, dann gewinnst du.»

    Ist schon interessant, wie schnell die Piraten bei Stufe 3 «Bekämpfen» angekommen sind. Dieser Beißreflex der etablierten politisch Aktiven und Etablierten ist schon bemerkenswert.

    Gewöhnt euch dran: «Wir sind gekommen um zu bleiben» 😉

  23. Chris sagt:

    @Ashari: Wir bekämpfen niemanden. Ich denke, Ihr seid so schlau? :)

  24. Ashari sagt:

    @Chris

    1. Ich bin «ich» und nicht «wir». Ich bin ein Pirat und nicht die Piraten. Da ich kein offizielles Amt habe, ist alles was ich sage und schreibe meine private Meinung und keine Meinung der Piratenpartei. Ein wenig mehr Differenzierung täte Dir gut. Ich denke, Du bist so schlau? :)

    2. Es ist Wahlkampf und die Kampagne gegen die Piraten hier auf Fixmbr ist Wahlkampf. Halte Deine Leser nicht für dümmer als sie sind.

  25. Oliver sagt:

    >Wir sind gekommen um zu bleiben

    Ihr wart ja schon immer zugegen, in welcher Form auch immer. Und wir stöhnten auch schon immer ob heise-Trolle und anderer.

  26. Oliver sagt:

    >2. Es ist Wahlkampf und die Kampagne gegen die Piraten hier auf Fixmbr ist Wahlkampf. Halte Deine Leser nicht für dümmer als sie sind.

    Aufgrund dieser Aussage halte ich einige für selten blöde. Für wen soll der Wahlkampf sein? Für die Vernünftigen mitunter, für die Menschen, ja … wenn man das so sehen will.

  27. Anonymous sagt:

    Es geht doch wieder nur darum klicks zu bekommen wie bei fast allen in dieser «kampagne».. Einfach «piraten» irgendwo auf der seite unterbringen und die klicks steigen.. Am besten noch pädophilie, nazi, raubmordkopierer irgendwo unterbringen und der counter brennt..
    laaaaaangweilig

  28. Rolo sagt:

    Ihr bekämpft niemanden? Zähl’ doch mal nach wieviele kritische bzw. negative Blogeinträge ihr in den letzten Wochen zum Thema Piratenpartei gemacht habt. Wie oft habt ihr auch die Wähler bzw. Mitglieder der Piratenpartei pauschal diffamiert.

    Und das soll kein Bekämpfen sein? Ja klar, und in SPD-nahen Blogs oder bei der relativ bekannten Grünen Julia Seeliger sind auch völlig ohne Hintergedanken regelmässig negative Artikel zum Thema Piraten. Man will uns einfach die Piraten madig machen, weil man befürchtet, daß sie Grünen/Linken/SPD oder wasauchimmer Stimmen kosten.

  29. no0ne sagt:

    @Chris
    Die Forderung nach einem Internetministerium ist nur ein Konzept, welches noch nicht beschlossen wurde. Genauso wie die Forderung nach einer partizipativen Demokratie (Liquid Democracy).

    Zum Thema mit Links-Rechts:
    Wir haben klare humanistisch-demokratische Werte auf denen wir Parteiintern versuchen eine gemeinsame Meinung für bestimmte Sachverhalte zu bilden. Wir würden niemals eine Meinung vertreten die z.B. gegen das GG verstößt, und wir sind auch gegen menschenfeindliche Standpunkte von Rechtsaußen. Aber ich werde nach der Wahl mal anstoßen, dass wir eine klare Stellungnahme verfassen, mit dem wir uns vom rechten Rand abgrenzen, dies hast du und einige andere — richtigerweise — gefordert.
    Wir sind bekanntermaßen eine eher liberale Partei und allein diese Tatsache dürfte eigentlich klarstellen, dass wir keine Sympathien für rechte Meinungen haben, weil diese der Liberalität zwangsläufig entgegenlaufen. Also sei unbesorgt, wir werden — realistisch gesehen — dieses mal nicht in den BT einziehen und bis zum nächsten mal haben wir noch genug Zeit zur Entfaltung und Festigung :-)

    Ansonsten weiter so, Kritik wird immer gerne angenommen, solange sie konstruktiv ist :p

  30. Oliver sagt:

    @Rolo: zähl doch bitte selbst wieviel Beiträge von an die 7000 sich mit SPD, Grünen, Linke, FDP, CDU beschäftigen … das Iota Piratenpartei fällt dabei gar nicht ins Gewicht.

    >Ja klar, und in SPD-nahen Blogs oder bei der relativ bekannten Grünen Julia Seeliger sind auch völlig ohne Hintergedanken regelmässig negative Artikel zum Thema Piraten.

    Klar wird sind beispielsweise SPD-nah, weil wir auf vorwaerts.de als SPD-Hetzblog betitelt wurden. Und die anderen Parteien mögen uns ebenso.

    >Man will uns einfach die Piraten madig machen, weil man befürchtet, daß sie Grünen/Linken/SPD oder wasauchimmer Stimmen kosten.

    Macht meinen Tag. Wäre die Arroganz und Einfalt Indiz für die Zustimmung in der Bevölkerung, wäre das Kanzleramt sicher bei dieser Wahl.

  31. Oliver sagt:

    @Anonymous: willst du ein paar Klicks abhaben? Wir haben genug, mehr als genug. Und dazu brauchten wir gewiß nie irgendetwas wie die Piraten. Lächerlich …

  32. aloa5 sagt:

    Na ja.
    «Wir haben die Kompetenzen» und «vertreten das Netz».

    Je nun.… das hört man von anderen Parteien auch. Nur erklären die gleich sie hätten die Kompetenzen für alles, vor allem um Arbeitsplätze zu schaffen, der Wirtschaft und den Armen zu helfen.… und vertreten, das können sie auch. Da wird die Wirtschaft vertreten, der Arbeitslose natürlich auch und die Vertreter des Ökosystemes und der Verbraucher sitzen auch schon im Bundestag.

    Ich finde da nehmen sich die Piraten schon fast bescheiden aus Chris, findest Du nicht? :-)

    Ich finde die Kritik im übrigen kreativ. Gefällt mir. Mir gefällt Kritik immer wenn sie aufzeigen kann wo man etwas besser machen könnte. Kritik zeigt manchmal Wege. Zumindest dort wo sie ein Interesse des kritisierenden bzw. manchmal auch etwas Enttäuschung zeigt.

    Manchem der Piraten muss erst noch der Bart der Gelassenheit dabei wachsen. Das sollte man aber ganz wie bei «Popstars» als Zeichen dessen werte das man noch Potential nach oben hat. Von den etablierten Parteien ist selbiges nicht mehr zu erwarten. *lacht* Die würden bei Dee, Bohlen un Co. keine Runde überleben denke ich.

    Grüße
    ALOA

  33. wannaberoot sagt:

    Man merkt das ihr «mehr als genug Klicks» habt Oliver & Chris…

  34. alex sagt:

    Also ich lese F!XMBR immer wieder gern, auch und gerade, weil ihr/du so kritisch mit uns Piraten umgeht. Wir brauchen das, denn, wie richtig geschrieben wurde, sind wir noch zu jung und etwas unorganisiert für den Bundestag. Das sehe ich im Gegensatz zu vielen Piraten eigentlich recht deutlich. Wir haben gute Ideen, aber momentan mangelt es noch ein wenig an der Umsetzung bzw auch nur den Möglichkeiten dazu. Ich hoffe, das ich hier noch viel –fundierte– Kritik lesen werde, denn nur durch konstruktive Kritik kann man sich verbessern. Und verbesserungswürdig ist noch vieles bei uns. In vier Jahren sind wir dann hoffentlich besser aufgestellt, mit umfassenderem Parteioprogramm und Leuten, die öffentlicheitswirksamer auftreten können, ohne gleich die ganze Partei bloßzustellen.

    –alex, begeisterter F!XMBR-lesender Pirat (der hier nur für sich schreibt, nicht für die Partei)

  35. Timbo sagt:

    Dieses gerede über «rechte Piraten» finde ich ziemlich lächerlich. Bin zwar kein Piratenwähler, aber nicht weil sie «rechts» sind. Eine Partei, die ganz groß «Bürgerrechte» auf ihre Plakate schreibt, und einen Jörg Thauss aufnimmt weil sie (zurecht) an die Unschuldsvermutung in unserem Rechtsstaat glaubt DARF keiner Rechten oder Linken Zeitung ein Interview verweigern. Solange eine Partei oder eine Zeitung nicht verboten ist, gehört sie nunmal in unser Land und hat das Recht darauf, teilzunhaben.

    Das nennt man Demokratie! Das viele Linke das nicht verstehen und jetzt enttäuscht sind von den Piraten ist mir auch klar, aber dann war den Enttäuschten anscheinend nie klar für was die Piraten stehen. Mir zeigt das Interview, dass die Piraten ihr Gerede von Demokratie, Offenheit, Rechtsstaatlichkeit und Bürgerrechten anscheinend tatsächlich ernstnehmen.

    Nur weil eine Entscheidung unpopulär ist (Thauss, JF, …), heisst das nicht das sie falsch ist.

  36. Frank sagt:

    «Wir würden niemals eine Meinung vertreten die z.B. gegen das GG verstößt,…»

    Brav, geht mir nicht so…
    Zum Beispiel Artikel 16a halte ich für ein ziemliches Übel.

  37. Anonymous sagt:

    SPD-nah seit ihr nicht. Dafür aber bei den Grünen. Also darf dieser Beitrag wohl getrost unter «Wahlkampf» gerechnet werden.

  38. Oliver sagt:

    @Anonymous: lesen ist nicht deine Stärke? _Ich_ bin bei den Grünen, Chris ist bei keiner Partei. Dumm gelaufen, aber das ist eben das Klientel der Piraten.

  39. krokodoc sagt:

    Mitarbeiter der Dresdner Bank bevorzugen Piraten:

    Dresdner Bank: 44,6% der Mitarbeiter wählen die PIRATEN

    Ausgerechnet die Dresdner Bank, welche von allen deutschen Großbanken während der NS-Zeit besonders profitierte und gute Geschäfte machte. Wie es wohl bei Evonik oder VW aussieht?

  40. Carlos sagt:

    @Timbo Ein interessantes Demokratieverständnis hast du! Natürlich DARF ein Politiker einer Partei, die Bürgerrechte auf ihre Plakate schreibt, ein Interview mit einer Zeitung ablehnen. Wo bitte steht denn geschrieben, das jeder Journalist das Recht auf ein Interview hat? Schau dir nur mal eine der vielen Politikmagazine an (Monitor, Panorama, Frontal, usw.) in jeder Sendung siehst du mindestens einen Politiker, der ein Interview verweigert (über die Gründe will ich hier gar nicht reden).

    Was ein Politiker aber auf jeden Fall MUSS ist, vorher darüber nachzudenken, wem er ein Interview gibt. Und da hätten ein paar Minuten gereicht, um festzustellen, das die JF kein «Stürmer» Ersatz für den Kahlköpfigen kleinen rechten Skinhead ist, sondern das sie schlimmer ist. Nämlich das Intellektuelle Vordenkerblatt für den intelligenten Rechten — und der ist erheblich schlimmer als der kleine prügelnde Skinhead.

    Und selbst, wenn einem das egal ist, kann man sich ja noch mal Gedanken darüber machen, wie ein solches Interview bei den Wählern ankommt! In meinem Fall z.B. hat es dazu geführt, das ich ich mich wirklich ärgere, den Piraten bei der EU-Wahl meine Kreuzchen gegeben zu haben!

    Noch eins: wer meint, links und rechts wären «postideologisch» überholte Begriffe, der wird früher oder später mit voller Wucht irgendwo in einer Kurve gegen einen Baum fahren.

  41. Chris sagt:

    @Ashari: Ich mache keinen Wahlkampf. Kann man verstehen, muss man aber nicht. Hat auch was mit der Intelligenz zu zun…

    @Anonymous: Du bist ja ein ganz Süßer. Wir hatten schon mehr als genügend Klicks vor den Piraten, und werden sie auch noch haben, wenn die Piratenkogge untergegangen ist…

    @Rolo: Dir fehlt jegliche Medienkompetenz und das Verständnis für Politik und Demokratie. Von Meinungsfreiheit ganz zu schweigen…

    @no0ne:

    Wir sind bekanntermaßen eine eher liberale Partei

    Das meint die FDP auch, und die ist für jeden halbwegs sozial denkenden Menschen in Deutschland unwählbar. Derzeit gilt das ohne Einschränkungen genauso für die Piratenpartei…

    @aloa5:

    Ich finde da nehmen sich die Piraten schon fast bescheiden aus Chris, findest Du nicht? :-)

    Nein, das ist eine unerträgliche Arroganz, mit der schon andere baden gegangen sind. Zuletzt wollte Vodafone die Netizens für sich vereinnahmen. Sie sind gescheitert, die Piratenpartei wird scheitern. Wir segeln auf dem selben Ozean, aber nicht im selben Boot. Mich und Millionen andere Menschen muss die Piratenpartei nicht vertreten. Spielt sie sich dazu auf, muss sie sich über entsprechende Reaktionen nicht wundern…

    @Anonymous: Lerne bitte lesen, bevor Du das nächste Mal kommentierst. Vielleicht hilft es auch, die Schule nachzuholen. Ich bin weder grün noch gelb, nicht schwarz oder (dunkel-) rot…

    @krokodoc: Das Zeug will ich nicht, was die auf den Toiletten schnupfen… 😀

    @Carlos: Danke… :)

  42. Anonymous sagt:

    Um mal eine Analogie zu ziehen — euer Umgang mit der PP entspricht doch, sagen wir mal, dem Umgang von Spiegel Online mit der Linken. Oder würdet ihr dieses Bild schief finden? Man darf doch auch, ohne daraus weitere falsche Schlussfolgerungen zu ziehen, annehmen, dass ein Misserfolg der Piraten morgen euch sehr befriedigen würde — denn die Gründe dafür habt ihr ja in den ganzen Texten selbst schon angegeben. Mal argumentiert ihr da sachlich — mal haut ihr einfach drauf. In jedem Fall beschäftigt euch die PP kurz vor der Wahl offensichtlich sehr. Dann kann es euch doch aber auch nicht wundern, wenn dann von PP-Sympathisanten hier z.B. das hässliche Wort «Kampagne» fällt.

    Dann steht doch lieber dazu: «Ja, richtig, wir machen, unter anderem, gerade eine Kampagne gegen die Piraten. Aus den genannten Gründen wollen wir nicht, dass sie Erfolg haben.»

    Wenn man euch bei Google sucht, steht da «… eines der meistgelesenen Weblogs.» Ihr habt also viele Leser. Und diese kleine «Macht» setzt ihr doch gerade bewusst ein. um vor der PP zu warnen. Oder liege ich hier ganz falsch?

  43. Oliver sagt:

    >Oder würdet ihr dieses Bild schief finden?

    Ja.

    >In jedem Fall beschäftigt euch die PP kurz vor der Wahl offensichtlich sehr.

    Einfacher Grund: Piratenspam und dieser nervt einfach nur.

    >Dann kann es euch doch aber auch nicht wundern, wenn dann von PP-Sympathisanten hier z.B. das hässliche Wort “Kampagne” fällt.

    Das paßt zu der Spam. SEO’s finden unsere Kritik gegenüber deren Treiben auch befremdlich. Cui bono?

    >Und diese kleine “Macht” setzt ihr doch gerade bewusst ein. um vor der PP zu warnen.

    Wenn die SPD (vorwaerts) uns als Hetzer tituliert, Linke uns auch nicht wirklich mögen, einige Grüne sich nicht sicher sind ob ich nun Mitglied oder einfach nur Störfaktor bin und zu guter letzt Piraten bzw. deren Symphatisanten hier herumflennen ob der Kritik, welche eine Antwort auf deren unerträgliche Spam im Netz ist, dann kann ich nur noch den Kopf über solche Leute schütteln. Vor allem erstaunt mich das von der SSchäuble, Mielke 2.0, Zensursula Fraktion. Austeilen kann man ja recht gut, einstecken vice versa kaum. Wobei sich dieses Austeilen, wie man schön anhand diverser Twitter-Nazis beobachten kann, in der Regel nur auf Hetze, wie usus in rechten Kreisen, beschränkt.

    Macht besitzen wir ja keine, worauf soll diese Macht gründen? Unsere Stammleser sind intelligente Menschen, der Mob hingegen hüpft via Google herein, versteht das Gros nicht, kann mit einigen Formulierungen nichts anfangen etc. pp. Unser Problem? Nein, wäre es das unsrige, so würden wir uns bemühen jeden mitzureißen — zur Festigung dieser Macht. Tangiert uns aber nicht wirklich, unsere Publikation — unsere Meinung.

    >dass ein Misserfolg der Piraten morgen euch sehr befriedigen würde

    Ich hoffe auf positive Veränderungen in Deutschland, dieses Netz tangiert mich allenfalls tertiär, die Piraten bekamen von unserer Seite bei knapp 7000 Artikeln nun mal einen verschwindenden Bruchteil Aufmerksamkeit geschenkt — als Antwort auf die Spam, ansonsten widmen wir uns einer Vielfalt Themen, wie jeder mittels der Suche auf dieser Publikation recht einfach nachvollziehen kann.

    >Oder liege ich hier ganz falsch?

    Kurzum: Ja!

    Die Piraten sind ein recht arrogantes Völkchen. Zuerst nervt man die Leute vor der Wahl bis zum Erbrechen an jeder Ecke, tritt in jedes nur erdenkliche Fettnäpfchen und zu guter letzt kontert man ob der Kritik mit dem abgenudelten Spruch ihr habt ja ziemlich Angst vor uns. Wo lernt man diese Art grenzdebiler Durchalteparolen? Bei den Genossen? Dort geht auch der Arsch auf Grundeis.

    Für eine Kampagne müßte ja auch etwas auf der anderen Seite als Aufhänger vorhanden sein. Nur was bitte schön? Wählt die Grünen? Von meiner Seite aus wäre das konsequent, wäre ich so willfährig wie die Majorität der Piraten. Nein ich poche da eher auf ein intensives politisch-historisches Verständnis, gepaart mit Quellenkritik …

    CDU, SPD, FDP sind außen vor — meiner Meinung nach und die Piraten ebenso. Was bleibt? Die Linken und die Grünen, mit beiden bin ich auch nicht immer grün aber was solls, unterm Strich imho adäquate Möglichkeiten. Bei völligem Verdruß stehe ich auch hinter Nichtwählern, wenn diese darüber hinaus noch in Bürgerrechtsorganisationen tätig sind — prima, besser geht es überhaupt nicht.

    Verwundert? Bestimmt, aber wir geben hier nur Meinungen wieder, die mitunter politisch-historisch Interessierte tangieren, neben anderen Dingen. Parteisoldaten oder auch Fanboys die im Moment hier in den Kommentaren Legion sind, bedienen wir leider nicht.

  44. Anonymous sagt:

    Ok — danke für die differenzierte Antwort. Ich sehe eben nur die Piraten als qualitativ was ganz anderes als ihre politische Konkurrenz — z.B. bottom up statt top-down-Organisation, natürlich mit allen Problemen die das ergibt. Für mich passiert da was grundlegend Neues — dass sich vormals unpolitische Leute im Netz zusammenfinden, plötzlich politische Forderungen stellen, und dann das wieder in die Realität fliesst — mit Demos, Flashmobs, Piratenpartei nur als verschiedenen Facetten davon. Deshalb habe ich einfach nicht mehr ganz verstanden, warum ihr da jetzt — bei aller berechtigten Kritik — dermaßen draufhaut. Vielleicht hatte ich da einfach eher so etwas altmodisches wie — kritische — Solidarität erwartet. Vielleicht eher eine Artikelserie, die sich mit der Geschichte neuerer sozialer und politischer Bewegungen auseinandersetzt, mit politischen Begriffen, etwas konstruktiveres, das erfahrungen und Wissen weitergibt — statt nur zu berichten, dass man selbst über solches verfügt, im gegensatz zu den unerfahrenen Piraten. Aber vielleicht war es ja auch gut, die Fanboys mit ihren eigenen Waffen — Satire auf einem Blog, usw., zu kontern, ich weiß es nicht. Spam nervt natürlich, Hypes auch.

    Ich persönlich fände es nur schade, wenn die Piraten nun so einen Mißerfolg einfahren würden, dass die ganzen 15, 21, 26-Jährigen dann ihre Piraten-Fahnen wieder einrollen und wegschmeissen, und sich wieder unpolitisch-enttäuscht hinter dem PC und vor Counterstrike vergraben. Oder gar denken, wenn man wirklich was bewegen wolle, müsse man eben doch zu den Jusos gehen. Beides fatal. Daher meine Nachfrage, nichts für ungut.

  45. Oliver sagt:

    >Vielleicht hatte ich da einfach eher so etwas altmodisches wie – kritische – Solidarität erwartet. Vielleicht eher eine Artikelserie, die sich mit der Geschichte neuerer sozialer und politischer Bewegungen auseinandersetzt, mit politischen Begriffen, etwas konstruktiveres, das erfahrungen und Wissen weitergibt

    Was meinst was wir u.a. in knapp 7000 Artikeln schrieben oder einer Publikation, get privacy, die wir vor kurzem einstellten?

    >Ich persönlich fände es nur schade, wenn die Piraten nun so einen Mißerfolg einfahren würden, dass die ganzen 15, 21, 26-Jährigen dann ihre Piraten-Fahnen wieder einrollen und wegschmeissen, und sich wieder unpolitisch-enttäuscht hinter dem PC und vor Counterstrike vergraben.

    Ich nicht, das würde die Spreu vom Weizen trennen und danach wären die Piraten tatsächlich interessant.

  46. Anonymous sagt:

    «Was meinst was wir u.a. in knapp 7000 Artikeln schrieben oder einer Publikation, get privacy, die wir vor kurzem einstellten?»

    ich bitte um Verzeihung, dass ich jetzt nicht schnell alle 7000 Artikel gelesen habe, bevor ich mich zu Wort meldete. Aber mir schien nicht, dass die, die ich in den letzten Monaten so las, sich so ausdrücklich an die neue Bewegung richteten, wie die letzten Piratenartikel. Und wenn doch, dann doch eher so mürrisch-von oben herab. Motto: «Ich Bescheid, ihr keine Ahnung».

    «Ich nicht, das würde die Spreu vom Weizen trennen und danach wären die Piraten tatsächlich interessant.»

    Für mich nicht, von derartigen «Wissende Elite»-Modellen halte ich gar nichts. Demokratie lebt von der Partizipation und Integration Aller (Interessierten) — und Selbstermächtigung, selbst wenn noch so ungeschickt, ziehe ich schlauen Sektierern, die sich gegen den «dummen Pöbel» abgrenzen und sich für was besseres halten, weil sie es ja schon immer besser wussten immer vor.

    Im Übrigen wären wir dann ja wieder beim Ist-Zustand vor den Piraten — und wenn nochmal was Neues passierte, hiesse es nur: «jaja, das geht dann wieder so wie bei der Piratenpartei. Lass mich blos mit Politik in ruhe, ich will Fun».

  47. Oliver sagt:

    >Motto: “Ich Bescheid, ihr keine Ahnung”.

    Jain, eher «ich bin genervt, haltet die Fresse».

    >Für mich nicht, von derartigen “Wissende Elite”-Modellen halte ich gar nichts.

    Wissenselite? Wer hindert dich an der Wissensakquise, wer hindert dich daran etwas zu lernen?

    >Demokratie lebt von der Partizipation

    Exakt, dumm genug wenn man sich dann vom Wissen ausschließt, oder?

    >die sich gegen den “dummen Pöbel” abgrenzen

    Warum nicht? Wer nicht will der hat schon, wer sich Wissen verweigert, dem kann letztendlich keiner mehr helfen. Und wer ob dieser Verweigerung letztendlich willfährig alles delegiert hat auch diesen Staat mehr als verdient.

    Führer, die sich einige wünschen — sprich kluge und rechtschaffende Vordenker, sind das Gegenteil von Demokratie und Freiheit. D.h. es eben, wie von dir erwähnt, die Partizipation aller.

  48. phoibos sagt:

    schade, dass viele der piraten-apologeten nicht merken, dass es hier keine kampagne gegen die piraten gibt, weil die autoren sie scheiße fänden / sie andere politischen interessen hielten / einfach nur arschlöcher seien / die (bisher formulierten) ziele für widerwärtig hielten / …
    ich denke, chris und oliver schreiben in letzter zeit einiges zu den piraten (und, vertraut mir, ich lese f!xmbr seit ewigkeiten, das ist gar nix gegen die artikel wider die spd) eben
    weil sie die thematik so interessiert, weil die piraten so vieles richtig machen (was ja offensichtlich ist und deswegen nicht weiter erwähnt werden muss), weil sie nicht wollen, dass sich die piraten in selbstgefälliger lethargie ob der aufmerksamkeit der letzten monate sonnen. mein eindruck ist, dass die beiden — auf ihre eigene, manchmal schwer zu verstehende, art — konstruktive kritik die piraten zu positiven positionsbestimmungen drängen wollen. nun, jetzt kann man fragen, warum machen sie es so und nicht anders? tja, meiner meinung nach ist das einerseits schlicht ihr stil (den ich schätze und teile), andererseits haben sie auch alles recht dazu, da die piraten sich als partei aller netizen präsentieren. nicht im stile von du bist deutschland, eher in die richtung yes, we can net, because we’re the net.
    euch piraten täte etwas abstand und mehr abstraktionsfähigkeit gut. nicht alles, was nach angriff aussieht, ist auch einer 😉

    ciao
    phoibos

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