Ich lass mich nicht vergauckeln

Dass die überwältigende Mehrheit der digitalen Generation einmal mit Springer & Co. gemeinsam marschieren würde, hätte ich auch nicht gedacht. Im Fall Joachim Gauck zeigt sich aber, dass es mit der Schwarmintelligenz nicht so weit her ist, im Gegenteil – wenn man es diplomatisch ausdrücken möchte, kann man von Dummheit der Masse sprechen. Ein Christian Wulff oder auch eine Ursula von der Leyen als Bundespräsident(in) wäre zu wünschen, nicht aber Joachim Gauck.

Der Axel-Springer-Konzern jubelt, die FAZ stimmt mit ein – und angeführt von ein paar SPD-Netzpolitikern, die weit vernetzt sind, schreit ein Großteil der digitalen Generation nach Joachim Gauck als Bundespräsident. Vielleicht sollte sich der eine oder andere Unterstützer mal mit Joachim Gauck beschäftigen. Sollten nicht alle Alarmglocken schrillen, wenn FDP und Springer jubeln — und den zweiten Kandidaten, Christian Wulff, fast totschweigen? Entweder scheint das Nachdenken und die Recherche nicht gewollt zu sein – oder die digitale Gesellschaft ist ein unsozialer Haufen, der mit noch radikaleren Reformen sympathisiert, als es die SPD umgesetzt oder die FDP gefordert hat.

Joachim Gauck ist Mitglied der Atlantik-Brücke. Der Verein fördert laut Satzung das Verständnis zwischen Deutschland und anderen Staaten, insbesondere natürlich die USA und Kanada. Derzeitiger Vorsitzender ist der markradikale und neoliberale Friedrich Merz, der mitten in der größten Weltwirtschaftskrise ein Buch herausgegeben hat, mit dem bezeichnenden Titel Mehr Kapitalismus wagen. Auf der Webseite des Vereins ist an erster Stelle ein Grußwort von George W. Bush hinterlegt, als Ehrenvorsitzender wird Dr. Walther Leisler Kiep ausgegeben. Im Vorstand sind Namen wie Prof. Dr. Michael Hüther, Roland Berger, Eckart von Klaeden oder Guido Westerwelle (Mitgliedschaft ruht während seiner Tätigkeit als Außenminister) zu finden. Aus dieser Mitte möchte ich keinen Bundespräsidenten sehen.

Ferner ist Joachim Gauck Mitglied der Deutschen Nationalstiftung. Die Stiftung hat unter anderem 10 Thesen veröffentlicht, wie unser Land umgebaut werden soll. Eine Auswahl (von mir auf den Punkt gebracht):

  • Umbau der Sozialversicherungen
  • Längeres Anhalten der Realeinkommen
  • Deregulierung, Privatisierung allen Ortes
  • Export, Export, Export fördern
  • Förderung des Wettbewerbs und Privatisierung der Universitäten
  • Mehr Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger
  • Sozialabbau vorantreiben
  • Soziale Marktwirtschaft schrittweise in eine freie Marktwirtschaft umwandeln

Hier sind klare Überschneidungen und ideologische Gemeinsamkeiten mit der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft zu erkennen. Die Ziele beider Organisationen sind offensichtlich: Der Sozialstaat soll noch weiter abgebaut werden, der Wettbewerb, die Wirtschaft soll eine übergeordnete Rolle bekommen, ein Hire-and-Fire-System installiert werden. In Verbindung mit der Atlantik-Brücke kann man wohl davon sprechen, von den USA lernen, heißt siegen lernen. Ich denke, es muss nicht erklärt werden, wie es um den Sozialstaat in den USA bestellt ist. im letzten Jahr verlieh die Stiftung den Nationalpreis 2009 an Uwe Tellkampf, über den die FAZ schrieb: Ein Jahr später veröffentlichte Tellkamp seinen in rechtskonservativer Demokratieverachtung schwelgenden Kitschroman. Die deutsche Nationalstiftung sah sich zu einer Stellungnahme genötigt: In seinem Artikel bezichtigt Herr Weidermann Uwe Tellkamp rechtskonservativer, demokratieverachtender und nationalistischer Tendenzen und rückt die Deutsche Nationalstiftung wegen der Verleihung des Nationalpreises 2009 gleich mit in diese Ecke.

Die FDP, der Axel-Springer-Konzern und wie sie alle heißen, sie wissen schon, warum sie Joachim Gauck zujubeln. Das Netz scheint es entweder nicht zu wissen, oder es ist zum großen Teil unsozial, steht auf ideologischer Seite von FDP, INSM & Co. Wie auch immer – ich lasse mich jedenfalls nicht vergauckeln. Christian Wulff und auch Ursula von der Leyen wären die bessere Lösung. Und ich hätte niemals gedacht, dass ich sowas mal schreiben würde. Und die SPD und die Grünen? Beweisen einmal mehr, dass sie die Agenda-Parteien sind und bleiben. Kritisieren sie in diesen Tagen das Sparpaket der Bundesregierung, kritisieren sie den eigenen Kandidaten, sich selbst. Die Nominierung Gaucks von Seiten der SPD und der Grünen ist parteipoltischem Geplänkel genauso geschuldet, wie die Nominierung Wulffs. Bürgerpräsident my ass.

Mit Joachim Gauck bekäme Schwarz-Gelb ihren marktradikalen und neoliberalen Spielmacher, was weitreichende Folgen für unseren Sozialstaat und die Schwächsten unserer Gesellschaft nach sich ziehen würde.

(Siehe auch die NachDenkSeiten und Fefe)

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141 Antworten zu “Ich lass mich nicht vergauckeln”

  1. olhe sagt:

    Erst nomierte die schwarze Pest diesen Ost-Heiligen und nun SPD/Grüne. Und die Netzdeppen feiern diesen frenetisch, weil keine Schwarmintelligenz wirkt, sondern schlicht Drohnen ausgesandt werden, gesteuert von einigen selbsternannten Gurus. Es ist wohl ein politischer Kuhhandel zwischen CDU und SPD/Grünen, dann könnte Merkels Freund doch noch an die Spitze gelangen.

    Deutschland müsse an der Seite der USA stehen, weil deren Regierung an der Wiedervereinigung einen entscheidenden Anteil habe, sagte Angela Merkel. Unterstützung bekam sie von einem prominenten Vertreter der «Bürgerrechtsbewegung» der DDR: Joachim Gauck. Die Antipathie der Bevölkerung gegen den US-Präsidenten führte er im Interview mit Deutschlandradio keineswegs auf die Ablehnung von Krieg und Gewalt zurück. Die Ostdeutschen hätten schlichtweg «eine größere Furcht vor der Freiheit».

    via tp

  2. Teo sagt:

    Ich frage mich schon die ganze Zeit, was dafür gesorgt hat, dass man sich im Netz scheinbar einen Pfarrer als Bundespräsidenten wünscht. Teilweise kann ich echt nicht fassen, dass Fan-Seiten und Blogs nur für diesen Herrn eingerichtet werden. Das Ganze kommt doch etwas unreflektiert rüber.

  3. backybalboa sagt:

    Danke! Super Artikel ! Hast vollkommen recht!

    Aber Wulff ist doch auch Young Leader Alumnus der Atlantikbrücke:
    Klick
    Klick

    Was für eine tolle «Demokratie» in der man als Bürger über das Staatsoberhaupt zwischen einem Atlantikbrücke Mitglied und einem Atlantikbrücke Mitglied nicht entscheiden darf.

  4. paracuda sagt:

    Im Netz gibt es keine reflektierte Meinung, sondern nur eine nachgesprochene. Schnell ein RT von jemanden, den man kennt, das wird schon stimmen. Und alles ist anscheinend besser als Zensursula und der andere da. So wie Obama ja auch als Heiland gekührt wurde, bevor er einen Finger krumm gemacht hat. Hauptsache nicht nochmal dieser Alkoholiker. Da kannste auch einen bemalten Luftballon hinstellen. Wenn ein Meinungsmacher den gut findet, dann gibts gleich wieder 100.000 likes am Tag. Schöne neue Welt mit ihren alten Problemen.

  5. paracuda sagt:

    Da ist ein h zuviel. Ja, genau da.

  6. Martin sagt:

    Guter, kritikhaltiger Beitrag zu Gauck, allerdings disqualifizierst Du diesen durch den Satz «Ein Christian Wulff oder auch eine Ursula von der Leyen als Bundespräsident(in) wäre zu wünschen, nicht aber Joachim Gauck.» wieder zur Bedeutungslosigkeit.
    Hätte mir einen kritischen Umgang auch mit den anderen beiden «Kandidaten» gewünscht, m.E. im Moment nur eine Wahl zwischen Pest und Cholera und mir schmeckt beides nicht. Wünschenswert wäre ein(e) «Wächter(in) der freiheitlichen demokratischen Grundordnung der BRD», der nicht in parteipoltische Gefüge und wirtschaftliche Interessen eingenordet ist! Traumland, ich komme…

  7. vera sagt:

    Bedanke mich herzlich für den ‘Netzdepp’.

  8. Grainger sagt:

    Gauck ist Pfarrer, Wulff gehört zum Kuratorium von Pro Christ, einer evangelikalen Missionierungsbewegung.

    Ich würde beide tendenziell in Richtung christlicher Fundamentalisten einordnen, beide sind imho nicht akzeptabel.

  9. olhe sagt:

    @vera: Bitte, keine Ursache.

  10. Chris sagt:

    Natürlich ist Wullf genauso abzulehnen, wie Gauck, keine Frage. Gerade in Verbindung mit von der Leyen sollte klar sein, dass es eine Zuspitzung ist. Sollte aber auch klar sein, wenn man F!XMBR kennt, wenn nicht, bitte ins Archiv schauen.

    @vera: Wenn Du Dich angesprochen fühlst, kann ich da wirklich nichts für. Sorry.

  11. olhe sagt:

    @Grainger: die Liste ist lang, doch unermüdlich weben die Drohnen im Netz die Mär von ihrem «Volkspräsidenten».

  12. olhe sagt:

    @Martin: sagt dir der Begriff facepalm etwas? Aber mir erklärt sich nun auch mehr und mehr der Heldenepos in puncto Gauck.

  13. Anonymous sagt:

    Wen würdest Du denn alternativ als Bundespräsidentskandidat vorschlagen, Chris?

  14. Chris sagt:

    Dazu habe ich mich in den vergangenen Tagen mehrfach geäußert. Mit wem habe ich überhaupt das Vergnügen? :)

  15. olhe sagt:

    *scnr* dafür muß man noch nicht einmal ins Archiv …

  16. Andi sagt:

    Merz hat den Vorsitz der Atlantik-Brücke übrigens gerade wieder abgeben müssen; dem Vernehmen nach, weil er Kiep zu aufmüpfig wurde.

  17. Moritz sagt:

    Ein großer Teil der Netzgemeinde hat einfach ein entscheidendes Problem: man befasst sich nicht mit einem Thema, sondern man übernimmt die vorgegebene Ansicht. Schwarz-Gelb stellt Wulff als Kandidaten. Kaum jemand im Netz kennt Wulff, aber es steht sofort fest: er darf es nicht werden! Gauck ist sein Gegner, also ist auch hier klar: er ist der Richtige! Dass er von der SPD gestellt wurde, die mit für die Netzsperren verantwortlich gewesen ist, interessiert plötzlich niemanden mehr — man vergisst, wo man kann.

    Ich kenne weder Gauck, noch Wulff, weshalb ich keinen der beiden lieber oder weniger lieber als Bundespräsidenten hätte. Und ich bin mir sicher: fragt man ein paar derjenigen User, die Gauck auf Titter loben, wieso sie ihn und nicht Wulff unterstützen… mehr als «CDU» werden sie nicht herausbringen.

  18. Klingelhella sagt:

    @beckybalboa: ha ha ha, der konservative vs. der marktradikale Arm der Atlantikbrücke! Danke für die Info.

    Chris: genau solche Artikel vermisse ich außerhalb der Bloggerszene! Wo Du allerdings die «überwältigende Mehrheit der digitalen Generation» hernimmst, würde ich ganz gern wissen; mein eigener Eindruck bei vielen Beiträgen war durchaus eine kritische Grundhaltung gegenüber beiden Kandidaten.

  19. Ja, Gauck ist kein Linker, vertritt sicher oft neoliberale Positionen. Aber habt doch auch bitte die Relationen im Auge: im Vergleich zu Wulff und von der Leyen ist er da in der Tat ein gemäßigter. Wulff vertritt ganz entschieden eine marktradikale Linie. Ich wäre mit Gauck auch nicht wirklich zufrieden. Aber im Gegensatz zu den beiden ist er auch kein reiner Parteipolitiker und wäre ein Zeichen gegen das Postengeschacher.

    Zu der Zustimmung im Netz: ich würde sie mir so erklären, dass das Wort «Bürgerrechtler» da bei den meisten sicher positive Emotionen weckt.

  20. Hannes sagt:

    Als Bundespräsident hätte Gauck nicht im geringsten die Macht, das zu verwirklichen, was du befürchtest.

    Ich würde nun aber auch gern mal deine Meinung über Wulff hören.

  21. olhe sagt:

    @Moritz: wenn wir jetzt kein Internet hätten, dann könnte ich dieses Unwissen ja teils nachvollziehen. Aber gerade jene die sich mittels ROFLMAO die Kante geben ob eines Politikers, der den Begriff Browser nicht kennt? Das hat was von Fachidioten, aber nicht diesen mündigen Bürgern, die mittels extremster Aufmerksamkeit glänzen. So zumindest, folgt man denn dem stetig gewirkten Pathos auf allerlei Weblogs und Veranstaltungen.

  22. Anonymous sagt:

    danke für die

    hmm. der nicht und der andere auch nicht… aber wer denn dann? habt ihr nen vorschlag? — denn jemanden zu finden, der «da oben» Reputation hat und trotzdem keinen Vereinen etc. angehört ist meiner Einschätzung nach einfach nicht existent…

    Gruß,
    h.

  23. Hannes sagt:

    @Moritz:
    Man darf die Sympathie für Gauck nicht als Sympathie für die SPD sehen. Schließlich ist Gauck ja parteilos. Es ist einfach ein Zeichen gegen Schwarz-Gelb. Mit seiner Wahl würde man Merkel erheblich schwächen. Deshalb könnte ich mir sogar vorstellen, dass ein paar Linke Gauck wählen werden.

  24. Wulff ist öder.
    Und erinnern wir uns: Köhler ging damals als IWF-Argentinien-Zerstörer rein.

  25. Anonymous sagt:

    Joachim Gauck erklärt heute bei welt.de nicht nur die Freiheit, sondern auch die Arbeitslosigkeit:

    Welt online: Braucht eine freie Gesellschaft Ungleichheit?
    Gauck: Ich wünschte mir, dass sie sie nicht brauchte. Aber sie ergibt sich nun einmal aus der Unterschiedlichkeit der Menschen. Oder aus der unterschiedlichen Neigung der Menschen, zu arbeiten und sich durch Arbeit zu verwirklichen.

    Jedes Wort eine kleine Predigt; Pfarrer Gauck hat Stil. Hätte er schlicht gesagt, dass Hartz IV-Empfänger faul sind, wär’s nicht staatsmännisch gewesen.

  26. Herr Q. sagt:

    Ich hab mir ein paar Worte Gaucks und die Kritik dazu angehört, um mich zu entscheiden, dass ich seine Gedanken gut finde, manche nachvollziehen kann und manche auch teile. Wenn man ihm zuhört versteht man schon einiges. Es lässt sich gut herausfiltern, welche Freiheit er unterstützt und welche er nicht erwähnt. Und das er auf die Linke gar nicht gut zu sprechen ist, es wirkt manchmal so als würde er den heutigen Kadern die Vergangenheit etwas arg persönlich nehmen, das ist verständlich.
    Angeblich bezeichnet er sich selbst als links. Dabei ist er in meinen Augen weder linkskonservativ (vereinfacht gesagt Kommunisten oder alte Sozialdemokraten sind linkskonservativ) noch linksprogressiv (eher die grüne oder piratige [*hust*] Richtung).

    Ich teile nicht den neoliberalen Schluss, welchen er aus seinen Worten zieht. Trotzdem ist er eine starke Person mit einer Weltsicht und Redekunst. Er wird scheinbar «vom Volk» Ernst genommen, im Gegensatz zu gewissen Politikern, welche eher als notwendiges Übel betrachtet werden. Das macht ihn in deinen Augen vermutlich gefährlicher als Frau von der Leyen ohne Weltsicht und lediglich einer speziellen Rhetorik versehen.
    Er hat das Potenzial für das Amt, auch wenn ich ihn nicht bejubeln, die Hoffnung stirbt zuletzt…

    —-
    Schwarmintelligenz, die: Die Richtungsbestimmung eines Schwarms erfolgt nicht durch die Sinnhaftigkeit sondern durch die Mehrheit der schwimmenden Masse. Dabei ist Reaktion wichtiger als Nachdenken, das Individuum irrelevant, Einzelentscheidungen führen mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Tot durch Fressfeinde.

  27. Hannes sagt:

    Ich glaube es ist auch relativ schwer jemanden zu finden, an dem keiner was auszusetzten hat.

  28. olhe sagt:

    @Hannes: aha, der einst von der CDU nominierte Gauck, der auch Merkel schon desöfteren Rückendeckung gab, dieser ist also ein Zeichen _gegen_ schwarz-gelb? Okay ich lass euch hier mal weiterspielen, aber stellt nicht zuviel Unsinn an …

  29. Hannes sagt:

    @olhe:
    Jup.
    Weil er diesmal von eben nicht von der CDU aufgestellt wurde.
    Wäre Gauck der Wunschpräsident von Schwarz-Gelb hätten sie ihn wohl selber aufgestellt, nicht wahr?

  30. olhe sagt:

    >Wäre Gauck der Wunschpräsident von Schwarz-Gelb hätten sie ihn wohl selber aufgestellt, nicht wahr?

    Solch ein Umkehrschluß hat mit politischer Realität nicht viel am Hut. Damit baut man allenfalls urban legends im Web.

  31. Hannes sagt:

    Außerdem rumort es eh schon innerhalb der CDU.
    In der Partei kommt der Führungsstil Merkels bei einigen gar nicht gut an.
    Wenn nun statt den, so ziemlich im Alleingang, von Westerwelle und Merkel aufgestellte Wulff, der mehr oder weniger überparteiliche Gauck gewählt würde, wäre das wieder ein Rückschlag für Merkel und ein Argument für die Kritiker ihres Führungsstils.

  32. Martin sagt:

    @olhe: Nein, der Begriff sagt mir nichts. Wenn ich mir Deinen Beitrag so durchlese, könnte man den Eindruck gewinnen, Du glaubtest während Deiner Kommentierung, ich würde dem Heldenepos Gauck «verfallen»?! Wenn ja, dann muss ich Dich leider enttäuschen: keiner der bislang in der Parteipolitik ins Feld geführte potentielle Kandidaten konnte mich überzeugen. Wie kommst Du zur Meinungsbildung über mein Meinungsbild?

  33. Chris sagt:

    Also halten wir fest: Die Verehrung für Gauck ist dem Wunsch geschuldet, Scharz-Gelb möge abtreten. Kann man nachvollziehen. Damit wird das Amt des Bundespräsidenten noch viel mehr missbraucht, als von Merkel und Westerwelle für ihre parteipolitischen Spiele…

  34. Anonymous sagt:

    Schon allein, weil die Wahl Gaucks das Ende dieser Koalition bedeuten würde, sollte man sie sich wünschen.

  35. Chris sagt:

    Danke für die Bestätigung.

    Damit wird das Amt des Bundespräsidenten noch viel mehr missbraucht, als von Merkel und Westerwelle für ihre parteipolitischen Spiele…

  36. Hannes sagt:

    @Chris:

    Nicht nur.

    Für mich stellt das Amt des Bundespräsident immer die «gute Seite» der Politik dar, die menschliche Seite.

    Gauck hat sein Leben, ungeachtet von den Seiten die du oben nennst (die ich bisher nicht kannte), dem Kampf gegen die Verbrechen in der DDR gewidmet.
    Er symbolisiert für viele Menschen also das Gute.

    Wulff hingegen hat den Nachteil, dass er aus der alltäglichen Politik stammt. Er gehört zu denen verwaltenden Politikern, die Steuern erhöhen, oder Sozialausgaben kürzen und einen schweren Stand bei den Menschen haben.

  37. Harro Wittek sagt:

    Wulff als Bundespräsident, nein danke. Schamlos sieht er zu, wie sich das Bundesjustizministerium mit Falschaussagen gegen meine beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereichte Beschwerde verteidigte. Zweimal bat ich ihn als CDU-Präsidiumsmitglied schriftlich um Hilfe, da das Justizministerium die Aufklärung meiner Vorwürfe verschleppt. Keine Antwort. Ein Gespräch in seinem Wahlkreisbüro, lehnte er ab, da ich nicht in seinem Wahlkreis wohne. Für Wulff zählen nur Macht und Posten, die Menschenrechtskonvention ist ihm egal. Damit uns unsere Menschenrechte erhalten bleiben: Joachim Gauck. Mehr dazu auf meiner Homepage.

  38. Jan sagt:

    Wenn es aber stimmt, dass beiden Kandidaten konservativ sind, dann doch lieber den Intellektuellen mit einem komplexen und dialektisch durchdachten Freiheits– und Demokratiebegriff und nicht Mr. Krawatte. Gauck wird immerhin gewinnbringende Debatten anstoßen, was von Wulff nicht zu erwarten ist.

    Dass übrigens beide Kandidaten eine christliche Prägung haben, würde ich nicht überbewerten. Zumindest ihren Äußerungen nach zu urteilen haben beide in dem Bereich keine missionarischen Absichten oder fundamentaliste Einstellungen.

  39. Gunnar sagt:

    Ich hätte ja gerne Henning Scherf als Bundespräsidenten.

  40. Chris sagt:

    Mitglied marktradikaler und neoliberaler Gruppierungen zu sein ist was gänzlich anderes, als konservativ zu sein. Ich habe nirgendwo geschrieben, dass Gauck konservativ ist.

  41. Anonymous sagt:

    Für die die eine Alternative suchen: Ich war ja von Anfang an für Margot Käßmann. Im Ernst, sie wäre die richtige gewesen.

  42. Anonymous sagt:

    der spiegel war mal wieder vorgeprescht, wie immer gut gedeckt. mit gesichtern lässt sich gut pokern, insbesondere mit gezinkten karten. endlich hat es mal einer aufgedeckt, danke!

    wenn die blogosphäre nur auf züge aufspringt, die zuvor von den alten medien aufs gleis gesetzt werden, dann wird sie sich nie zu einer eigenständigen politischen stimme entwickeln können. dann liegt der erste ball nämlich nicht beim bürger jens sondern bei der großkanzlei freshfields… also obacht!

  43. Hannes sagt:

    @Anonymous
    Christen stoßen hier ja nicht gerade auf Zustimmung :D

  44. blödbabbler sagt:

    Nachdem die Insassen der Bimbesrepublik, durch ihr Wahlverhalten, uns genau die Verbrecher Mehrheitsverhältnisse eingeschenkt haben, die nun mal vorherrschen ist es nur folgerichtig solche Kandidaten ins Rennen zu schicken. 20 Jahre und mehr neoliberales sturmreif schießen des gesunden Menschenverstandes und schleifen und entstellen der Funktionen des Staates, durch gekaufte Gutachter und massig zur Verfügung gestelltes Geld der Profiteure, können leider nur solche Kandidaten-Häupter als präsidabel erscheinen lassen, wie sie nun auf dem Tablett liegen.
    Ein guter Indikator ist tatsächlich, wie sich die Strippenzieher in dieser (Noch-)Republik zu sogenannten Vorschlägen verhalten; wenn Burda und Springer etwas favorisieren, dann sagt mir mein Bauchgefühl, dass ich ums Verrecken nicht der gleichen Meinung sein kann und will.
    In diesem Sinne: Danke für die klaren Worte Chris.

    Ihnen Ihr Blödbabbler

  45. Gunnar sagt:

    Dann Sarah Wagenknecht? ;o)

  46. Jan sagt:

    «Mitglied marktradikaler und neoliberaler Gruppierungen zu sein ist was gänzlich anderes, als konservativ zu sein.»

    Für mich gehört zu einem echten Konservativen, dass er finanz– und sozialpolitisch rechts steht, also ein Neoliberaler ist. Ich gebe aber zu, dass das eine Definitions– und Auslegungsfrage ist und man Konservatismus auch anders (vor allem identitäts– und gesellschaftspolitisch) definieren kann. However, mein Punkt bleibt aber der, dass Gauck interessanter ist und mehr zur Debatte um unser Land beitragen kann.

    @Blödbabbler

    So eine «alles-scheisse»-Haltung bringt nun wirklich niemanden weiter. Don’t trust the Bauchgefühl!

  47. Christian S. sagt:

    Zusammenfassung des obigen Artikels: Gauck ist kein Linker. Toll. Als nächstes stellt F!XMBR vermutlich fest, dass die Erde keine Scheibe ist. Manchmal fasst man sich an den Kopf.

  48. Chris sagt:

    Christian, ich habe nirgendwo geschrieben, was der Herr nicht ist. Ich habe darauf hingewiesen, was er ist. Das ist ein großer Unterschied.

    Manchmal fasst man sich bei den SPD-Hanseln und –Parteisoldaten echt an den Kopf. ;-) Aber das kennen wir ja. Wem und was Ihr schon alles gefolgt seid…

    Ich sage nur 23%... :D

  49. Rainersacht sagt:

    Danke! Die Nachdenkseiten hatten heute auch einen Gauck-kritischen Beitrag mit viel Hintergrundinformation.

    Meine Lieblingskandidatin/en wäre/n … Iris Berben oder Hannelore Hoger!

    Auf keinen Fall einen Fundamentalreligiösen und keinen Berufspolitiker!

  50. Christian S. sagt:

    Ich habe es schon einmal anderswo geschrieben: Gauck wurde von SPD/Grünen nominiert, weil nur so es möglich ist, aus dem schwarz-gelben Block Stimmen rauszubrechen. Ein rot-rot-grüner Kandidat wäre völlig chancenlos gewesen, sogar kontraproduktiv: Schwarz-Gelb wäre dann nicht in Erklärungsnot, sondern würde enger zusammenrücken. Taktik, you know.

  51. blödbabbler sagt:

    @Jan
    @Blödbabbler
    So eine “alles-scheisse”-Haltung bringt nun wirklich niemanden weiter. Don’t trust the Bauchgefühl!

    Nun, mein Verstand sagt mir da schon das Gleiche ;-) ; und eine «alles-scheisse Haltung «ist es auch nicht.
    Ich habe nur keine Lust mehr zwischen zwei Arschlochvarianten zu wählen — so wie man früher der SPD seine Stimme gab, wider besseres Wissen, um die noch übleren Gesellen von den Töpfen der Macht fernzuhalten.
    Von den sogenannten Vorschlägen ist keiner mein Vertreter — klerikaler Background und neoliberales Denken– kann ich mir auch nicht durch Strahlemann und Söhne schön saufen.

    Ihnen Ihr Blödbabbler

  52. Chris sagt:

    @Christian S.: Dann sind wir uns ja zumindest einig, dass Gauck genauso macht– und parteipolitisch motiviert nominiert worden ist, wie Wulff. Von Bürgerpräsident kann also keine Rede sein. Zumindest ein kleiner gemeinsamer Nenner…

  53. Hannes sagt:

    Kann mir einer mal erklären, was ihr so gegen einen kirchlichen Hintergrund habt.
    Ich geh zwar auch nicht zur Kirche, würde einen kirchlichen Hintergrund nicht als Kritikpunkt sehen. Unsere Demokratie baut ja schließlich auf christlichen/ethnischen Werten auf.

  54. Christian S. sagt:

    Nicht, dass ich falsch verstanden werde: Gauck wäre ein würdiger überparteilicher Präsident. Aber er ist natürlich kein Linker. Wurde aber auch niemals behauptet.

  55. Olhe sagt:

    @hannes mit dem Lesen hast du es nicht so, oder? Die liebe Margot fanden wir streckenweise auch ganz nett, aber nicht jene mit christlich-fundamentalem Habitus. Und dann ganz allgemein hat dies auch noch etwas mit der Trennung von Kirche und Staat gemein. Sag uns doch einfach was du weißt, dann müssen wir nicht fortwährend rüde reagieren, sondern können mitunter auf einzelne Artikel verweisen.

  56. blödbabbler sagt:

    Unsere Demokratie baut ja schließlich auf christlichen/ethnischen Werten auf.
    Das wird gerne behauptet, ich behaupte mal das es trotz Religion gelungen ist Demokratie und allgemeine Werte, gerne auch ethische zu etablieren.
    Die Zeiten als die Vertreter der Religion noch mehr weltlichen Einfluss und Macht hatten, waren lustigerweise gar nicht so demokratisch, wie man sich das heute vorstellt. :-D
    Von mir aus kann jeder in seinem Kämmerlein glauben was er will, aber als Grundlage für Politik und / oder gesellschaftlichen Konsenz ist es denkbar ungeeignet, transzendente Wesen zur Überzeugungsarbeit heranzuziehen.
    Das leider inzwischen auch das wissenschaftliche Expertentum, und somit die rationale Ebene hochgradig korrumpiert ist, ist dabei zwar ein Dilemma, aber wenigstens ein kontrollierbares.
    Und wenn wir , wie Graininger ober bereits richtig schrieb, zwischen einem Pfarrer und einem Missionar wählen können, dann verheißt das –imho– eben das der Aberglaube einen weiteren Posten zurückerobert.
    Sind aber nur meine 2 cents dazu.

    Ihnen Ihr Blödbabbler

  57. Hannes sagt:

    Trennung von Staat und Kirche ist ja wohl was ganz anderes.
    In Deutschland gibt es die Religionsfreiheit. Da ist es egal welcher Religion das Staatsoberhaupt angehört. Und natürlich darf er auch seine Prägung, seine Überzeugung und seine Lebenserfahrung in das Amt einfließen lassen.

    Das war bei Adenauer, oder Robert Schuman auch so. Und ich würde beide nicht als schlechte Politiker bezeichnen.

    Und weshalb würdest du jetzt beide Kandidaten als christliche Fundamentalisten bezeichnen?

  58. olhe sagt:

    @Christian S.: Taktik? Ich erwähnte oben schon eine Art Kuhhandel, wenn man den einst von der CDU nominierten Gauck nun von SPD/Grüne nominiert wiederfindet. Aber wo bitte schön ist diese Taktik anzutreffen? Wollte ihr Schwarz-Gelb bloßstellen? Denn programmatisch steht Joachim Gauck konservativen Kreisen weitaus näher, denn irgendeiner Gesinnung seitens SPD/Grünen. Nun vielleicht paßt er zu dieser «Agenda-SPD», aber der Schuß geht bei dieser Taktik wohl eher nach hinten los. Im übrigen sollte sich doch gerade die SPD eines gewahr sein, sie wurde von Merkel im Wahlkampf geschickt ausgehebelt und steht heute als alleiniger Buhmann da — zumindest wirkte dies bei den Wahlen. Wenn man also eines gelernt haben sollte, abseits eines Gerhard «l’État, c’est moi» Schröder, dann, daß Taktik gewiß keine der Stärken der SPD ist.

    Nun zumindest einmal ging die SPD als «Sieger» aus einer großen Koalition hervor, aber Brandt war eben ein ganz anderes Kaliber und konnte einmal gemachte Fehler (siehe Radikalenerlaß) zumindest noch als solche eingestehen.

  59. olhe sagt:

    @Hannes: Hannes Chris schrieb hier einige Artikel zuvor, lies dir diese durch. Ich werde hier gewiß nicht Nachhilfe in Geschichte geben oder Chris Artikel in Kurzform wiedergeben.

    >Trennung von Staat und Kirche ist ja wohl was ganz anderes.

    Wenn man es nur oberflächlich in der Schule mitbekam, dann sicherlich.

  60. Anonymous sagt:

    @Chris
    Ich finde den Beitrag insofern gut, als er Joachim Gauck aus der Ecke «demokratischer Freiheitskämpfer und sonst nichts» holt. Ich bin sehr damit einverstanden, dass er genauso hinterfragt wird wie Christian Wulff und Ursula von der Leyen.
    Dennoch sei ein wenig Kritik erlaubt. Die Bewegung im Netz für Gauck, ob man sie nun befürwortet oder nicht, hat begonnen bevor BamS, WamS und BLIND, FAZ Gauck gepuscht haben. Du stellst Gauck einseitig negativ dar (alle Argumente sind dennoch zutreffend) so wie die Springer-Presse ihn einseitig positiv darstellt.
    Dann kommst du zu dem Schluss, dass Wulff und von der Leyen besser wären. Mir leuchtet aber nicht ein, warum sie nicht für die gleichen marktradikalen Werte stehen wie Gauck.

    Das ganze ist ein machtgeprägter Zirkus. Der Spiegel und die SPD/Grünen wollen Merkel/Westerwelle ablösen (Neuwahlen). Die konservativen bis reaktionären Kräfte in der CDU/CSU/FDP wollen teilweise Merkel, teilweise Westerwelle, teilweise beide loswerden (Neuwahlen). Die Linke hofft ebenfalls auf Neuwahlen.

    Die eigentliche Aufregung müsste also dahingehen, dass das Amt mit Verfassungsrang völlig missbraucht wird, von allen, ausnahmslos allen!!!

    Brauchen wir also überhaupt noch einen Bundespräsidenten? Sollte sie/er vom Volk gewählt werden? Ich würde das, trotz deiner Bedenken, befürworten.

    Mein Kandidat wäre übrigens Hans-Jürgen Papier gewesen
    .

    Wir brauchen nichts dringender — bei diesem ganzen Lobbyisten und Radikalpolitikzirkus — als einen honorigen Hüter der Verfassung!

  61. […] ihre Unterstützung für Joachim Gauck in die Welt, statt ein wenig innezuhalten und sich zunächst Gaucks politische Grundüberzeugungen zu […]

  62. genova sagt:

    Hochinteressanter, aufklärender Artikel, danke. Christian S. (21.33 Uhr) hat wohl recht mit seiner Einschätzung. Ansonsten zeigt die Nominierung Gaucks durch Rot-Grün, dass dieses Lager sich keineswegs von neoliberaler Politik verabschiedet hat. Alles Taktik.

  63. Christian S. sagt:

    Denn programmatisch steht Joachim Gauck konservativen Kreisen weitaus näher, denn irgendeiner Gesinnung seitens SPD/Grünen.

    Für die SPD kann ich sagen, dass das schlicht und ergreifend nicht korrekt ist. Noch ist die SPD ziemlich vielfältig und groß.

  64. olhe sagt:

    >Noch ist die SPD ziemlich vielfältig und groß.

    Bin ich da arg anmaßend, wenn ich per se die Führung kritisiere und einen Teil der, wie drückt man es höflich aus … «Steigbügelhalter». Nur jetzt mal als Verdeutlichung, wie sich diese Personen halten können und stoisch winden, geht es denn um dieses Eingeständnis von einst gemachten Fehlern? Gut als Gegenargument kann diese ominöse Basis herhalten, deren Spektrum gänzlich «anders» ist. Warum aber ändert sich nichts? Letztendlich macht der Ton die Musik und die Mißtöne sind bei den Genossen an der Tagesordnung.

    >Für die SPD kann ich sagen, dass das schlicht und ergreifend nicht korrekt ist.

    Dies verstehe ich nun nicht. Ich nahm an die Grundgesinnung, jenes dieses breiten Spektrums, sei noch irgendwo links zu verorten? Deswegen nahm ich auch pauschal an, diese konservative Haltung Gaucks korrespondiert nicht wirklich mit der gesamten SPD. Sehe ich mich da nun getäuscht mit dieser Aussage, ist die Grundhaltung der Genossen doch mehr konservativ als erwartet. Oder liegt hier jetzt nur ein kommunikativer Fauxpas vor?

  65. Christian S. sagt:

    Natürlich ist die ganze SPD linker als die CDU oder die FDP. Gleichzeitig gibt es in der SPD aber auch Menschen, die rechter als Menschen in der CDU sind.

  66. vera sagt:

    Komisch, die Diskussion hier auf der Seite ist doch ganz sachlich. Jeder bildet sich eben seine Meinung und vertritt sie dann. Oder nicht. Mußte ‘Netzdeppen’ sein? Weil Menschen unterschiedliche — in diesem Fall: andere — Schlüsse ziehen? Ich beschimpfe Euch, Chris und Oliver, doch auch nicht. Wir sollten eigentlich über Beschimpfungen hinaus sein, gerade auf einem Blog, das sicher manchmal polemisch ist, aber bis jetzt den Eindruck machte, doch fair mit anders Denkenden umzugehen.

  67. olhe sagt:

    @vera: ich erwähnte die Netzdeppen, inklusive Definition. Wer sich dann diese Definition zu eigen macht, dem kann ich letztendlich auch nicht mehr helfen. Dies ist meine Definition, wo eben Lernresistenz wirkt. Wie schon erwähnt schrieb ich dies in einem Kommentar und ich stehe auch weiterhin dazu. Dieses gänzlich unreflektierte Jubelpersertum wußte ich nicht mehr anders zu bewerten. Ich kenne dich nicht einmal, schrieb zwar allgemein, jedoch begrenzt auf jene die mir den Teufel mit Belzebub austreiben wollen.

  68. Chris sagt:

    Ja, um aufzurütteln und die Situation darzustellen, wie es ist, musste es sein. Nochmal: Wer sich den Schuh anzieht, sollte sich selbst hinterfragen, nicht uns.

  69. vera sagt:

    Dann habt Ihr etwas vorausgesetzt, das ich nicht wußte/gelesenhabe. Ich mach mich dann hier mal vom Acker, bis sich alles wieder ein bißchen beruhigt hat.

  70. […] Der Kommentar des Tages zu Gauck: »Jedes Wort eine kleine Predigt; Pfarrer Gauck hat Stil. Hätte er schlicht gesagt, dass Hartz IV-Empfänger faul sind, wär’s nicht staatsmännisch gewesen«. Worauf sich das bezieht? Das ist hier nachzulesen… […]

  71. Nora sagt:

    Ich weiß nicht so richtig, was ich von dem Herrn Gauck halten soll. Meiner Ansicht nach ist alles besser als Wulff, Merkels Vorzeige-Bettvorleger aus dem Andenpakt. Von Gaucks Nominierung hab ich zuerst nicht viel gehalten, dann war ich nach seinen ersten Äußerungen vorsichtig optimistisch, aber als Atlantiker steht er eben auf einer Stufe mit dem restlichen Gesocks.

    Richtig ärgert mich aber die SPD, die mal wieder die Linken «glorreich» ausgekontert haben. Stimmen die Linken gegen Gauck, sind sie wieder die Stasi-Verehrer, stimmen sie dafür, verraten sie die eigenen Inhalte.

    Die Koalition seh ich bei einer Gauck-Wahl nicht in Gefahr, CDU und FDP werden wohl nicht so wahnsinnig sein, und nun den Bundestagauflösen. Eher dürfte Merkels Kopf rollen, wenn nicht direkt bei der Wahl, dann im November biem Parteitag der CDU. Das Entsetzliche dabei: Wer ist kürzlich zurückgetreten, zeitnah um nicht mit dem aktuellen Sparprogramm in Verbindung gebracht zu werden? Roland Koch… ich hab so die düstere Befürchtung, dass der nicht wirklich in die Wirtschaft geht, sondern Anlauf nimmt.

  72. Anonymous sagt:

    Wen denn dann bitte noch?
    Zwischen Wulff & Gauck ist Gauck immer noch das «kleinere Uebel».
    Solang da nicht noch gross jemand anderes ins Spiel kommt ist mir er immer noch lieber. Wobei wie Ihr schon geschrieben hat, auch alles andere als optimal ist.

  73. aloa5 sagt:

    Ich kann weder Jubel noch harsche Kritik nachvollziehen. Gauck erscheint mir die bessere Alternative zu Leyen und Wulff. Man darf nicht vergessen was das Amt für Anforderungen stellt. Er ist dort jedenfalls keine Wirtschafts– oder Finanzminister und hat de facto nichts zu sagen. Ob der Unterschied zwischen Gauck und Köhler was die Ansichten in dieser Hinsicht angeht so weit auseinander gehen wage ich noch zu bezweifeln.

    V.d.Leyen wäre eine Schädigung des Ansehens des Amtes gewesen und mit Wulff würde man sich hinterher fragen: «welches Amt»?

    Leutheusser-Schnarrenberger war meine Favoritin. Aber wenn ich zwischen Wullf und Gauck zu wählen habe dann nehme ich wenigstens jemanden mit Format — also Gauck. Für die taktische Klugheit ihn zu nominieren zolle ich zudem der Opposition Respekt. Diesen Stachel wird man so schnell nicht los, ein Befreiungsschlag ist auch nicht in Sicht. Mittelfristig ist er also politisch ein Gewinn — und das gleich ob er «Neoliberalismus» oder etwas anderes verkörpert. Jedenfalls scheint er dem Amt weniger schaden zu können als andere.

    Grüße
    ALOA

  74. Skaven sagt:

    Wollte nur eine Kleinigkeit beitragen: Unabhängig davon, welchen Kandidat wir betrachten, wird sich der neue Bundespräsident natürlich auch etwas an sein Amt anpassen müssen. Der wird ja vereidigt «zum Wohle des deutschen Volkes» und so. Man könnte daher auch argumentieren, daß diese «Atlantik-brücke» nach der Wahl einen Unterstützer weniger hat.

    In der Realität wird sich beides angleichen: Neoliberale und kapitalistische Positionen werden gemäßigt werden, aber nicht unbedingt ganz verschwinden. So richtig skandalös finde ich das alles nicht… lieber Gauck oder Wulff als Zensursula, meine Meinung — sorry.

  75. okami sagt:

    @vera Du verstehst da etwas nicht. das Ganze nennt sich eristrische Dialektik, Sinn und Ziel ist es das vermeindliche Gegenüber, schon vor einer irgendwie gearteten Diskussion so bloß zu stellen, dass nichts mehr, als hämisches Grinsen für diesen übrig bleibt. Mit Beleidigungen hat man ja bekanntlich schon ganze Völker wachgerüttelt! Das hätte dir auch klar sein müssen, wie konntest du nur. Aber das passt eben in diese Anti — Mentalität — es ist prinzipiell besser erst auf die Leute zu schiessen und dann zu fragen.

    Wolf, Gauck — wer hier glaubt, dass das einen wesentlichen Unterschied macht, der hat in den letzten 20 Jahren deutscher Politik gefehlt. Wenn Merkel über irgendwas fällt, dann mit Sicherheit nicht über Gauck … der ist vielleicht der Tropfen in dem Fass. Egal wer es wird, es ist letztlich nur die Verbildlichung der Aushölung des Amtes Bundespräsident und wie verwahrlost es geworden ist … ein weiterer in einer Reihe von Schlaftabletten und willfährigen!

    Aber das ist alles egal … das Kind liegt im Brunnen, so oder so, werden wir zur Kasse gebeten ob rot, schwarz oder lila scheiss egal, ab nächstes Jahr werden wir uns warm anziehen müssen und da ist es dann egal ob Atlantiker, Kreuzritter oder der letzte Humanist!

  76. wilko0070 sagt:

    Ich finde diese Diskussion reichlich überflüssig: Angela Merkel hat sich ihren Bundespräsidenten ausgesucht, und das war’s (in der deutschen «Demokratie»).

  77. Manfred sagt:

    Es gibt bisher keinen verbindenden Kandidaten.

    Herr Gauck ist ein trennender, erzkonservativer, rechter Wendehals, der schon einmal alle Vorteile mitgenommen hat
    .

    Es ist symptomatisch, dass gerade die «Verfolgten», dazu gehören heute alle ostdeutschen DDR– Jäger, dort Abi-, Studien– und gut bezahlte Arbeitsplätze besetzt haben und Privilegien genossen. Und seit 20 1/2! Jahren richten sie sich wieder ein.

    Einen buhlenden Heuchler, Schleimer, Absahner, Wendehals als Bundespräsident vorschlagen? — Wie weit ist Deutschland gesunken.

    Dagegen weiss man bei Herrn Wulf wenigstens, was man hat und wo er steht. Und betrügen und fremdgehen gehört doch in die heutige Zeit.

  78. […] noch rechtzeitig bin ich über den F!xmbr-Artikel »Ich lass mich nicht vergauckeln« […]

  79. Alex sagt:

    Chris, ich bin ja nicht immer deiner Meinung, aber ein großes DANKE für diesen Beitrag. Es ist mir absolut schleierhaft, wie die planlosen Netzdeppen einen Typ wie Gauck zwei Tage lang dermaßen abfeiern konnten, offenbar ohne auch nur im Ansatz einen Ahnung davon zu haben, wofür Gauck denn so steht.

    Die Nominierung sagt ja wieder mal auch einiges über die Öko-FDP und die Verräterpartei aus, aber nichts, was wir nicht schon gewusst hätten.

  80. Chat Atkins sagt:

    Ein wenig mehr Dialektik und Blick für Größeres hätte ich mir gewünscht: Es geht doch nicht um Gauck oder Wulff, denn wer in der Silvesternacht zu uns tröstende Worte spricht, ist doch letztlich egal, hört ja eh keiner zu — Gauck wäre aber der geeignete Besen um Schwatzgelb aus den Ämtern zu fegen. Darum geht’s.

  81. Christoph sagt:

    @Manfred: Ich finde es armselig, auf Basis einen Interviews mit einem Stasi-Oberst Herrn Gauck der Vetternwirtschaft zu bezichtigen. Ich verstehe das Interview so, dass das MfS diese Vergünstigungen nicht auf Bitten gewährt hat, sondern als Vorleistung, um Gauck als IM anwerben zu können. Somit kann man ja unmöglich Gauck vorwerfen, dass er sich diese Vergünstigungen erschlichen hat. Und die Geschichte mit dem VW-Transporter für private Zwecke ist erlogen. Gauck ist bis zum Ende der DDR in einem hellgrünen Trabant gefahren, der VW-Bus hat der Kirchengemeinde gehört. Ich weiß das, weil ich selbst Gemeindemitglied war.
    Ob man Gaucks Einstellung zur Freiheit teilen möchte, ist jedem überlassen. Man muss nicht alles gut finden, aber m. E. vertritt Gauck heute dieselben Ideale wie vor 25 Jahren. Die Bezeichnungen Heuchler, Schleimer, Absahner, Wendehals usw. finde ich daher völlig unangemessen.

  82. olhe sagt:

    >Ich verstehe das Interview so

    Nicht anderes behauptet auch der Interviewte, er verdeutlichte gar, daß diese Maßnahmen bei Gauck in keinster Weise fruchteten. Allerdings bezeichnet er ihn auch als eine Art Wendehals.

    >Man muss nicht alles gut finden, aber m. E. vertritt Gauck heute dieselben Ideale wie vor 25 Jahren.

    Und ich glaube genau davor fürchten sich einige, die des Lesens mächtig sind.

  83. nanu sagt:

    Ich denke Gauck wird BP und ich halte ihn genau wie fixmbr für weitaus gefährlicher als die anderen Kanditaten.Er wird gewinnen weil er so gefährlich ist.
    Was ändert es denn wenn Merkel eine Klatsche bekommt, oder ihre Koalition zerbricht? Ich denke viel wird sich nicht ändern.
    Warum sind denn alle hier so heiß darauf Gauck als Sieger dieser Wahl zu sehen? Was bringt denn das? Viel wichtiger ist es zu seinen Überzeugungen zu stehen, was ich mir von der Linken erhoffe und Gauck nicht zu wählen oder gutzuheißen.
    Gefährlich finde ich an Gauck, das er ein Pfarrer ist und zwar ein guter. Er wird uns die Welt erklären.
    Gab es nicht immer dieses Argument der Politiker, z.B. zu Hartz4, es wurde den Menschen nicht richtig vermittelt?
    Gauck hat das Zeug dazu dem Volk Scheiße als Bonbon zu verkaufen.
    So einer wird da einfach gebraucht, da kann der Wulf nicht mithalten.
    Es ist genau wie mit Lena, es war ja nun wirklich nicht schwer den Eurovision Song Contest zu gewinnen, bei dem ganzen Müll der da abgeliefert wurde. Man brauchte nur einen einfachen Hit.
    Und Gauck ist der Hit.
    Wie der Labern kann, er erzählt die tollsten sozialen Grausamkeiten und kommt dabei sympathisch rüber.
    Gauck ist der Hit.

  84. lebowski sagt:

    Ich will Heiner Geißler! Die anderen sind alle sch… !
    Geißler wäre auch für alle wählbar mit Ausnahme der FDP.
    Aber der nächste Bundespräsident soll der FDP ohnehin keine Freude machen.

  85. Rupert Brasch sagt:

    a) Wir sind Gauck? Wer ist Gauck?! «Super-Gauck» in Wahrheit «Agent Smith? Die erstaunlich inhaltsleeren, matrixartigen Verwebungen erinnern in ihrer Vervielfältigung an «Agent Smith»: “Tell me, Mr. Anderson, what good is a phone call when you are unable to speak?” Einzig beeindruckend bisher: Die Massenmedienmacht. Werdet klüger.

    b) «Wir sind die Netzgemeinde» «Sie werden assimiliert. Widerstand ist zwecklos.» (BORG via ambegis @spon) Was die Leute wollen ist ja in Ordnung, das Mittel falsch (zynisch). Gauck wird mißbraucht: Der Mann ist 70 und hat Respekt, nicht Benutzung verdient.

  86. Jan sagt:

    @nanu

    Wenn ich mir die Gesamtlage unseres Landes so anschaue (mittelmäßig, aber besser als die fast aller anderen Länder) und sie vergleiche mit der ablehnenden Haltung und dem Hass auf das politische System und die handelnden Akteure hier im Forum und anderswo, dann scheint mir eine rhetorisch glänzende Verteidigung der Demokratie und der sozialen Marktwirtschaft, also der Fundamente unseres Landes, dringend nötig.

    Denn längst hat die Kritik hier von linksaußen an den Parteien und dem System jedes vernünftige Maß verloren und ist völlig kontraproduktiv. Längst gefährdet die Politikverdrossenheit die Fortführung der Demokratie. Anstatt die schwarz-gelben Sparpläne zu kritisieren wird hier unentwegt auf die SPD eingedroschen, als könne Deutschland auf eine linke Volkspartei verzichten. Kanalisiert sich aber die Kritik in Richtung repräsentative Demokratie anstatt auf die regierenden Parteien, hört der Spaß schnell auf. Ein Rattenfänger kann schneller auftauchen, als man denkt und schwupps hat man italienische oder ungarische Verhältnisse.

    Ich hoffe, dass Gauck, falls er gewählt wird, seinen Ankündigungen Taten folgen lässt und die Sprachlosigkeit zwischen Politik und Bevölkerung zu beheben versucht. Seinen Aussagen seit der Nominierung lässt sich zumindest nicht entnehmen, dass er ein neoliberaler Prediger werden möchte.

  87. olhe sagt:

    Habe einen Troll namens «Sascha» (ohne weiteren Angaben) gelöscht, war augenscheinlich nicht in der Lage, die Kritik zu den anderen Kandidaten aufzufinden und legte daraufhin gleich mit infantilem Gefasel los. Fische gibts anderswo …

  88. Anmibe sagt:

    @Autor
    Ob es einen kritikfreien Kandidaten überhaupt geben kann sei mal dahingestellt. Bei einer Direktwahl würde wahrscheinlich Dieter Bohlen oder Horst Schlämmer (vgl. aktuelle Wahlergebnisse aus Island) die Wahl gewinnen.
    Aber ich kann mir momentan nur schwer vorstellen, daß Hr. Gauck in Gesetze gegossene Überwachungsphantasien einfach so abzeichnen würde. Im Gegensatz zu Zensursula und auch Wulff, der auch nur ein willfähriges Instrument seiner Partei ist. Optimal ist Gauck vielleicht nicht, aber aus bürgerrechtlicher Sicht wohl deutlich besser.

    @Hannes
    Unsere Demokratie baut ja schließlich auf christlichen/ethnischen Werten auf.
    1.) Ich hoffe mal zu Deinen Gunsten, daß Du Dich hier verschrieben hast. Unsere Demokratie (ist es eine?) baut mit Sicherheit nicht auf ethnischen sondern allerhöchstens auf ethischen Werten auf.
    2.) Die ethischen Werte stehen aber meist in krassem Widerspruch zu christlichen Werten. Das was wir heute allgemein als soziale Errungenschaften preisen, wurde hart und oftmals mit hohem Blutzoll gegen den Willen der Kirche erkämpft. Jetzt wo diese Allgemeingut sind, reklamieren Kirchen/Christen diese Errungenschaften gerne für sich.

  89. Der Soul King sagt:

    Verschwörungstheoretiker meinen doch immer die Leute informieren sich nur über Offline Medien. Zur Wahl stehen ein Berufspolitiker, der sich nach Oben gedient hat und ein Bürgerrechtler aus der Ex-DDR. Dann doch lieber Letzteren. Aber danke für die politische Bildung oder Nachhilfeunterricht . Ein Blick in das GG schafft Klarheit, dass es nur um ein repräsentatives Amt geht ohne Richtlinienkompetenz im politischen Altagsgeschäft. Somit ist mir die Mitgliedschaft des Herrn Gauck in diversen Institutionen herzlich egal, wenn diese Institutionen sich auf dem Boden der demokratischen Grundordnung bewegen.

  90. blödbabbler sagt:

    Denn längst hat die Kritik hier von linksaußen an den Parteien und dem System jedes vernünftige Maß verloren und ist völlig kontraproduktiv. Längst gefährdet die Politikverdrossenheit die Fortführung der Demokratie.

    Leider ist es so, das nicht die Kritik, sondern das Kritisierte jegliches Maß verloren hat, politisches Handeln findet verstärkt gegen den Volkswillen statt, Lobbyisten und sogenannte Experten flüstern, wie weiland die berüchtigte Kamarilla des greisen Hindenburg, ihre Gewinnmaximierungsstrategien in die Ohren der Exekutivorgane. Das ohnmächtige Zusehen, wie eine kleine Clique von Profiteuren das Land ausbluten lässt, ohne das gewählte Vertreter etwas dagegen tun, das fördert Politikverdrossenheit, nicht jedoch die Kritik an solchen Verhältnissen.

    Anstatt die schwarz-gelben Sparpläne zu kritisieren wird hier unentwegt auf die SPD eingedroschen, als könne Deutschland auf eine linke Volkspartei verzichten. Kanalisiert sich aber die Kritik in Richtung repräsentative Demokratie anstatt auf die regierenden Parteien, hört der Spaß schnell auf.
    Ich gebe Dir Recht, Deutschland kann auf eine linke Volkspartei nicht verzichten, auch deshalb kann man nur hoffen, das durch kritisieren einer schon lange rechte Politik vollziehenden SPD, irgendwann einmal der Groschen fällt, und die immer so gerne beschworene Basis eventuell den Kurs in Richtung >Links< bestimmt; die Oberen eurer Partei haben sich davon schon lange verabschiedet. Und ich setzte einen dicken Haufen auf die repräsentative Demokratie, wenn sie nur noch die Hülle darstellt, mit der den Leuten die Kapitalinteressen verkauft und schmackhaft gemacht werden sollen.

    Ihnen Ihr Blödbabbler

  91. olhe sagt:

    @Der Soul King: Ich habe schon nach dem ersten Satz aufgehört mir Gedanken bezüglich der Logik der Aussage zu machen. Jedes Volk bekommt letztendlich die Politiker, die es sich redlich verdient hat.

  92. Chat Atkins sagt:

    Spätestens im zweiten Wahlgang wird auch die Linke für Gauck stimmen. Darauf wette ich unbesehen meinen Hut …

  93. Chris sagt:

    @Chat Atkins: Wulff wird im ersten Wahlgang gewählt werden und dann ist der Spuk vorbei…

  94. […] Mehrheit der digitalen Generation einmal mit Springer & Co. gemeinsam marschieren würde, das hätte fimbr nicht gedacht. Und ich staune mit, denn da ich es für eher verwegen halte, anzunehmen, ausgerechnet die […]

  95. Anonymous sagt:

    Merkwürdig, daß sich niemand so richtig mit Gauck’s Vergangenheit beschäftigt. Denn sollte es nicht stutzig machen, daß bei Wikipedia so wenig von seinem Wirken vor der Wende drinsteht, aber so viel Gutes aus der Zeit nach dem Mauerfall?

    Bei Duckhome sind recht interessante Details nach zu lesen.

    Wäre möglicherweise noch eine Aktualisierung wert?

  96. olhe sagt:

    @Anonymous: ich denke, wenn da einige am Heldenepos weben würde es nur im Moment in einen Editierkrieg ausarten.

  97. timo sagt:

    Wulff ist NICHT Mitglied der Atlantik-Brücke, er hat lediglich 2007 ein Grußwort bei einer Preisverleihung der Atlantikbrücke beigesteuert. (Zitat: «As Minister President of Niedersachsen, a Federal State with companies such as Volkswagen, Continental, and Jägermeister »)

    Mann sollte halt nicht nur keine Meinungen aus Blogs und Kommentare übernehmen sondern auch nicht ungeprüft «Fakten»

    Bonbon am Rande: Ausgezeichnet wurde Jürgen Großmann, Chef von RWE

  98. Anonymous sagt:

    wenn schon (in)direkt aus den «zehn thesen zur sozialen und ökonomischen situation deutschlands an der schwelle zum 21. jahrhundert» zitiert wird, dann bitte auch den direkten hyperlink zur quelle setzen. merci.

  99. Chris sagt:

    Liebe Freunde vom Spiegel und wo Ihr alle herkommt. Ihr seid hier auf einem Blog gelandet, sprich wir geben hier subjektiv unsere Meinung wieder, geben Denkanstöße, behaupten nicht, objektiv zu handeln oder die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Unsere Artikel können dementsprechend nicht richtig oder falsch sein. Bevor Vorwürfe in diese Richtung kommen, vielleicht einfach mal informieren, was Bloggen bedeutet. Danke.

    Beginnen kann man vielleicht mit diesem Text.

  100. Anonymous sagt:

    @olhe: die einzigen sichtbaren «taktiker» in der spd das sind die seeheimer. also brauch ich so welche taktiken nicht. wenn man mal die seeheim-perspektive abfährt, dann sieht alles so merkwürdig aus einem guss aus. man denke nur an thüringen, nrw, hessen. wie, wir könnten in die regierung mit linker koalition? um gottes willen!

  101. […] Ausführungen zu Gaucks Sozialstaatsverständnis finden sich hier und hier. Man muss das wissen und man versteht die Begeisterung von Springer und FAZ etwas […]

  102. Dentier sagt:

    Dein Blog trifft es. Lassen wir uns nicht verGauckeln. Wulff weiß wenigstens was er in der Politik macht. Gauck ist bisher nur durch Denunziation in Erscheinung getreten.

  103. Hannes sagt:

    @Anmibe
    Das war natürlich ein Versehen. Danke für den Hinweis.

    Das es diese Werte nicht auch ohne Kirche gäbe bezweifle ich nicht.
    Und das die Kirche als Organisation sich nicht immer für diese eingesetzt hat ist auch Fakt.
    Aber dennoch setzten sich viele Menschen auf dieser Erde aus christlicher Überzeugung für die sozialen Werte ein. Und so war das auch bei vielen Politikern.

  104. […] deutlich und gewohnt provokativ äußert sich dazu Christian Sickendieck. Wenn er allerdings schreibt, „Das Netz scheint es entweder nicht zu wissen, oder es ist zum […]

  105. Anonymous sagt:

    Stimme @Chris 17:28 zu. Nachdem Die Linke nun doch eine eigene Kandidatin aufgeboten hat, wird Wulff im ersten Wahlgang gewählt werden.
    Spannend wird also nur sein, was dies für Angela Merkel und die Koalition für weitere Konsequenzen haben wird. Der Streit zwischen CSU und FDP scheint ja gerade «eskaliert zu werden».

  106. Chat Atkins sagt:

    Ich könnte mich beömmeln: Viele hier wollen einen Kandidaten, der zwar das Potenzial haben soll, die konservativ-liberale Fronde der Sozialkatastrophisten zu spalten, der aber keinesfalls konservativ sein darf? Also, hört mal …

  107. lupe sagt:

    @Anonymous:
    Ja, ich habe einen Vorschlag:
    Weg mit einem Amt, das überflüssig ist wie einst der Kaiser, nur Geld kostet und das das Vergeuden von Gehirnschmalz und Lebenszeit provoziert, die nämlich der Kommentarschreiber, der Artikelschreiber und der Leser.

    Es wäre nötig, über so vieles Wichtiges zu debattieren. Stattdessen wird sich das Maul zerrissen über das Für und Wider dieses und jenes Kandidaten für ein Amt, das nichts bewirkt, für das jeder geeignet ist, der ein wichtiges Gesicht machen kann und Reden vom Blatt ablesen, besser noch auswendig nachplappern kann. Achso, Flugangst darf er nicht haben und muss mit der vielen unverdienten Kohle zurechtkommen bis ans Ende seiner Tage.

  108. Chris

    Ich schätze ja Deine Kommentare, aber man kann es auch übertreiben. Friedrich Merz ist vom Vorsitz bei der Atlantik Brücke zurückgetreten. Dieser Verein war in den 50er Jahren ein wichtiger Faktor bei der Politik der Westintegration der jungen Bundesrepublik. Dort gewann er sehr schnell enormen Einfluß — gerade durch Leute wie die Dönhoff und Schmidt. Das Ziel ist die Förderung des transatlantischen Verhältnisses. Das halte ich auch nicht falsch, obwohl ich außenpolitisch eher Gaullist bin. Aber das sind Debatten aus den 60er Jahren, die heute niemand mehr kennt. Ansonsten sollte man aus einem Verein, der in den vergangenen 15 Jahren weitgehend zu einer Honoratiorenveranstaltung degeneriert ist und ansonsten Seminare für amerikanische Sozialkundelehrer organisiert, keine falschen Schlüsse ziehen: Hier findet nichts mehr statt — außer dass sich offenkundig der Ehrenvorsitzende über sein Spesenkonto sorgt. So beschrieb das die FAZ.

    Also aus der Mitgliederliste kann man auf Tradition schließen, etwa wenn Gewerkschaften und die Bundestagsparteien (mit Ausnahme der Linken) repräsentiert werden, aber wohl kaum auf Einfluss. Das Problem der Atlantik-Brücke ist zur Zeit wahrscheinlich ihr Zustand als Kaffekränzchen von Eliten, oder Leuten, die sich dafür halten. Merz wollte das offenkundig ändern — und ist krachend vor die Wand gefahren. Er war schon immer etwas ungeduldig. Und das mit dem Grußwort des älteren Bush: Von Obama bekommen sie halt keins. Dass Gauck dort Mitglied ist, hat also nichts zu sagen. man braucht ihn aber deshalb nicht gleich für einen guten Bundespräsidenten halten. Es wäre wahrscheinlich auch ein Unfall, wenn er wider Erwarten doch gewählt werden würde.

  109. […] lass mich nicht vergauckeln. f!xmbr Dieser Artikel wurde veröffentlicht in Presseschau und mit DVU, Presseschau, Westerwelle […]

  110. egghat sagt:

    Alle die Gauck jetzt so promoten, kennen den Mann scheinbar nicht. gauck ist geradezu ein klarer Kandidat für CDU/FDP. Er kennt die Angela auch gut. Ich fände es total spannend, wenn ich nochmal die Uhr zurückdrehen könnte und sehen könnte, was passiert, wenn die CDU Gauck aufgestellt hätte …

    Ansonsten betrachte ich das aber von der Seitenlinie. Es ist schon cool, wenn die Gegenseite einen kandiaten aufstellt, der eigentlich genau so gut von der anderen Seite hätte kommen können. Gibt spannende wettquoten :-)

  111. Gurkenstaat Deutschland…

  112. gerdos sagt:

    Hier seid Ihr up to date, nämlich in «konkret». Aus aktuellem Anlass: Eine Recherche über die Affinitäten des Herrn G. zur Stasi.

  113. Basti sagt:

    Das ist eure Meinung. Die Mehrheit der Bevölkerung ist anderer Meinung, nämlich dass es bei dem Amt des Bundespräsidenten auf solche Kriterien nicht ankommt.
    Ich finde die Argumente, die für Gauck sprechen, viel überzeugender. Er ist ein Kandidat, der bei der Bevölkerung so viel Sympathie erzeugt, dass sie sich derart aktiv in die Politik einmischen; das hätte ich bis vor einer Woche niemals für möglich gehalten, das ist nicht typisch deutsch.
    Wenn ihr die Mehrheit der Menschen als dumm bezeichnet, nur weil sie eine andere Meinung haben, finde ich das ziemlich erbärmlich.

    Ich gehöre nicht zu den Leuten, die auf den Pro-Gauck-Zug aufgesprungen sind; ich gehöre zu den Leuten, die diesen Zug von Anfang an ziehen, weil ich der Überzeugung bin, dass der Wert Freiheit den Deutschen viel wichtiger sein sollte. Andere Länder haben ein anderes Freiheitsverständnis, und sind sich bewusst, dass es sich um ein wertvolles und keineswegs selbstverständliches Gut handelt. Der Deutsche ist ein ängstliches Wesen, der lieber andere handeln und denken lässt.
    Das darf sich ruhig ändern.

    Viele Grüße Basti

  114. olhe sagt:

    @Basti:

    >Das ist eure Meinung.

    Behaupteten wir jemals etwas anderes? Es ist auch _unsere_ Publikation auf der du gerade kommentierst. Ist uns alles durchaus bewußt …

    >Die Mehrheit der Bevölkerung ist anderer Meinung

    Das Gros dieser Bevölkerung beglückt uns auch immer mit solchen wundersamen Parteien wie CDU/CSU/FDP und glaubt noch an den sozialen Habitus der SPD.

    >Er ist ein Kandidat, der bei der Bevölkerung so viel Sympathie erzeugt, dass sie sich derart aktiv in die Politik einmischen;

    Raab oder Lena würden dies ebenso schaffen, dies ist also ein KO-Kriterium für legitime Kritik? Mir wird angst und bange …

    >Wenn ihr die Mehrheit der Menschen als dumm bezeichnet, nur weil sie eine andere Meinung haben, finde ich das ziemlich erbärmlich.

    Ich finde deine Kritik erbärmlich, da ihr jedwede Logik fehlt. Ignorantia non est argumentum! Deine «Logik» ist der Denkverbot und stattdessen die Forcierung einer Massenhysterie. Tadelt jemand letzteres und diejenigen, die sich dieser hingeben, so wird dies dem Spott preisgegeben.

    >dass der Wert Freiheit den Deutschen viel wichtiger sein sollte.

    Denk mal darüber nach auf welcher Basis du hier kritisierst und dann beschäftige dich mal ein paar Jahre mit dem Freiheitsbegriff.

    >Andere Länder haben ein anderes Freiheitsverständnis,

    Ja, dieses Freiheitsverständnis wird auch in vielen dieser Länder nur allzugerne mißbraucht. Wenn du das nächste mal auch noch Fakten bringst und ein gewisses Maß an Logik, haben wir mitunter gar eine Basis auf der sich disktutieren läßt.

    P.S. hast du auch schon zünftig die Gegend mit Fähnchen geschmückt?

  115. JimRaynor sagt:

    Ich finde die sozial und wirtschaftlichen Positionen von Gauck auch nicht sonderlich prickelnd, dennoch halte ich ihn für den richtigen und besten Bundespräsidenten. Gauck hat als Bundespräsident keinerlei Möglichkeit auf die Tagespolitik Einfluss zu nehmen. Er könnte zwar eine Rede halten und dort die in deinem Eintrag geschilderten Position vertreten, damit würde er aber massiven sozialen Unfrieden schaffen. Einem Pfarrer, auch wenn ich von der Kirche nicht halte, halte ich für intelligent genug das nicht zu tun.

    Und was viel wichtiger ist, Gauck ist seit langer Zeit ein Vorkämpfer für Freiheit und Bürgerrechte. Und was kann er als Bundespräsident? Er kann bei Gesetzen, die er für verfassungswidrig hält, die Unterschrift verweigern und sich zusätzliche Informationen von der Regierung anfordern. Oder bei offensichtlich verfassungswidrigen Gesetzen schlicht die Unterschrift verweigern. Damit könnte(!) er Karlsruhe viel Arbeit ersparen.

    Er mag in Themen, die außerhalb seines Einflussbereiches liegen, eine mir völlig entgegengesetze Meinung vertreten, aber innerhalb seines Einflussbereiches liegt er vollkommen auf meiner Wellenlänge. Und ich traue im durchaus zu, zu einem Gesetz mal Nein zu sagen.

    Daher die beste Wahl in meinen Augen.

  116. Anonymous sagt:

    Danke für den guten Artikel. Es gibt doch noch denkende Blogger, die auch mal selbst recherchieren. Zur Deutschen Nationalstiftung gab es vor diesem Beitrag nämlich keine Meinung, die man hätte übernehmen können, ohne selbst ein wenig zu denken.

    Dazu habe ich auch noch was nettes gefunden, was den Vorstandsvorsitzenden Prof. Richard Schröder angeht.

    «Im Herbst 1989 habe man für dringend notwendige Reformen gekämpft — heute werde gegen dringend notwendige Reformen demonstriert. Die Proteste seien, so der ehemalige SPD-Politiker, ein Beleg für mangelnde politische Bildung im Osten.»

  117. Harry Tuttle sagt:

    Schliesse mich rauskucker an:

    Mein Wunschkandidat heisst Georg Schramm.

  118. Julius sagt:

    Kriegsbefürworter, Chefinquisitor, Pfarrer, Neoliberalist. Das klingt alles nicht so gut. Denk mal, den Mann als Oberdemokraten hizustellen, ist mehr als irreführend. Die Entgegensetzung Wulff — Gauck zeigt eher die Alternativlosigkeit unserer Demokratie. Wir, oder die, dürfen mal wieder zwischen Pest und Cholera wählen. Tertium non datur.

    Grüße
    Julius

  119. Chrissie sagt:

    @JimRaynor: Du hast es auf den Punkt getroffen. Außerdem lehne die das Parteigescharere ab, das Merkel treibt, das ist reine Machtpolitik!
    Chrissie

  120. ZEITungsleser sagt:

    Ich möchte Gauk einmal bei seinem Habitus, für welchen er ja anscheinend von so vielen geliebt wird, kritisieren. Also einem Punkt, über welchen er ja nach eigenem Bekunden aus dem Stegreif lange philospisch anmutende Reden halten kann. Ich habe mir dazu unter anderem mal seine 3. Berliner Rede zur Freiheit am Brandenburger Tor vom 21. April 2009 angesehen.

    Er erzählt immer wieder gerne davon, wie schön es doch ist, dass man die Freiheit hat, seine eigene Wahl zu treffen. Dies jeweils immer nur wieder mit anderen Worten. Wenn es denn stimmen würde, dass er sich mit dem Begriff Freiheit, und eine Wahl zu haben auseinandergesetzt hätte, dann sollte er sich mindestens einmal die Frage gestellt haben, wann denn davon gesprochen werden kann, dass man wirklich eine Wahl hat. Dies hat er aber meiner Meinung nach nie getan, sondern ist anscheinend nie über den Status der Freiheitsplattitüden hinaus gekommen. Diese allerdings versteht er dem Zuhörer in den blumigsten Worten zu vermitteln.

    Stelle ich mir nun aber die Frage, wann ich für mich sagen würde, dass ich eine freie Wahl habe, komme ich zu ganz anderen Aussagen als Herr Gauck. Für mich bedeutet es eine freie Wahl zu haben, zuallerst einmal, dass mir die zur Wahl stehenden Alternativen so gut wie nur irgend möglich in ihren Ausprägungen bewusst werden. Dies kann mir jedoch nur gelingen, wenn mir wichtige, meine Meinungsbildung beeinflussende Informationen nicht bewusst vorenthalten werden. Ich denke da zum Beispiel an solche Unmöglichkeiten, dass nicht einmal ein Mitglied des Bundestages, also ein gewählter Vertreter des Volkes, jedoch nicht Mitglied der aktuellen Regierung, Einblick in die Verträge mit TollCollect erlangen konnte, sondern es erst Wikileaks bedurfte, dieses Vertragswerk zu veröffentlichen, um dem mündigen Wähler vor Augen zu halten, wo sein Steuergelder verwendet werden. Werden mir solche Informationen jedoch gewollt vorenthalten, so degradiert man mich zu einem unmündigen Bürger.

    Nun frage ich mich — wo bleibt also, als Konsequenz eines wirklich durchdachten Freiheitsbegriffes seitens Herrn Gauck, seine Forderung nach einer größtmöglichen Transparenz des Staatswesens gegenüber seinen Bürgern? Ist dies nicht eine Forderung, welche sich regelrecht aufdrängt?

    Aber auch wenn mir die Inforamtionen z.B. als mehrere tausend Seiten umfassendes Dokument im Internet zum Herunterladen angeboten wird, so werde ich es als rechtlicher Laie wohl nicht schaffen, die wichtigen Stellen zu filtern bzw. herauszuarbeiten. Aber hierfür gibt es natürlich eine breite Medienlandschaft, welche wiederum Fachleute beauftragt, dies zu erledigen, und dann in kompremierter Form zu veröffentlichen. Nur kann sich auch hier wieder jeder vorstellen, dass in der BILD ein anderes Fazit gezogen werden wird, als zum Beispiel in der taz. Um mir einen eigenen Standpunkt aus dieser Meinungsvielfalt zu generieren bedarf es aber wiederum einer hohen Medienkompetenz meinerseits. Jene kann ich jedoch nur erreichen, wenn ich eine Bildung genossen habe, welche mich zu einem mündigen Bürger herangezogen hat, welcher Dinge immer möglichst kritisch hinterfragt.

    Wo also bleibt die Forderung von Herrn Gauck nach mehr Bildung bzw. einem Bildungssystem welches sich als höchstes Ziel den mündigen und kritischen Bürger hat?

    Ohne die einergehende Forderung nach Transparenz und Medienkompetenz sind die blumigen Rufe eines Herrn Gauck nach Freiheit, maximal eine Nebelkerze, welche den Geist seiner zahlreichen Anhänger eintrübt.

    Von einem Mann, welcher 70 Jahre alt ist, noch dazu teil hatte an der Aufarbeitung eines totalitären Staatsapparates, sich die Frage der Freiheit auf die Fahnen geschrieben hat, erwarte ich, dass er sich diese Grundlegenden Fragen mindestens mehrfach schon gestellt, und eine Antwort gefunden hat. Dies hat er aber anscheinend nicht getan. Somit steht für mich fest: er ist und bleibt weiterhin: notmypresident.

    Mit freundlichen Grüßen
    Euer ZEITungsleser

  121. […] Aktivisten aus dem SPD/Grünen Lager dürfen sich dann ein bischen schämen, das sie einen ultrakonservativen Neoliberalen protegiert haben, während die Koalitionäre bei einem Schaumwein ihren Sieg  feiern […]

  122. […] Ich lass mich nicht vergauckeln […]

  123. der_suchende sagt:

    Man muß sich doch einfach mal die Interview– (Werbe) seite von Spiegel-online «Gauck warnt vor rot-rot-grün» genau ansehen. Da ist doch alles gesagt.
    Links: Der deutsche Bundespräsident. die Aufgaben eines Bundespräsidenten «Er soll sein Amt unparteiisch führen,.…
    Rechts oben die zitierte Überschrift.…
    So weiß man wenigstens gleich, was man von diesem Mann zu erwarten hat.
    .…aber wie auch sonst gibts Werbung von Spiegel und Co.….

  124. Peter sagt:

    Ich sehe an Gauck nichts dass diesen Hype berechtigt erscheinen lässt. OK, er war Pastor, OK er war Geisterjäger mit seiner Behörde aber sonst? Wo ist sonst etwas fassbares das den Herrn auszeichnet.……?

    Ostdeutsche mögen ihn lieben aber ich als Wessi finde nichts, aber auch gar nichts, dass mich besonders anspricht.

    Für Wulff spricht zwar auch nichts aber auch nicht gegen ihn.……

    Gruß
    Peter

  125. Über eine ziemlich bezeichnende Aussage zum Thema NS-Vergangenheit bin ich vorher gestolpert, man möge sie lesen und sich selbst ein Urteil bilden:

    Joachim Gauck: „Ich frage mich manchmal heute, ob, wenn man Auschwitz erlebt hat und sich dazu stellen musste als Überlebender, und wenn man diese ganzen Leichenberge hinter sich hatte und dieses Unmaß von Schuld, ob man dann so etwas wie dieses Atemholen brauchte, man konnte vielleicht nicht gleich dem ins Auge gucken.“

    In: In: „Blätter“, 2/1992, S. 137–142. Der ganze Artikel dazu: Yes, we Gauck!? von Karl D. Bredthauer vom Juli 2010

  126. […] Es gibt 81% blökende Schafe im Internet, die jedem hinterherlaufen, der nur laut genug schreit …. wie zum Beispiel diesen ganzen #mygauck Deppen. Ein paar Argumente gegen Gauck gibt es bei F!XMBR: http://www.fixmbr.de/ich-.….auckeln/ […]

  127. […] beiden Kandidaten des neoliberalen Mainstreams nicht zum Zuge, die sich insbesondere in den Blogs[1][2] (jeweils mit weiteren Nachweisen) zu Wort gemeldet hatten. Der „Hessische Rotfunk“ ist […]

  128. […] Wulff noch Gauck wählen. Weder Wulff noch Gauck teilen auch nur annähernd linke Positionen. Der Atlantiker Gauck ist aufgrund seiner wirtschaftsliberalen Haltung wohl der FDP am nähesten (was der SPD und […]

  129. […] ein paar lassen sich finden. Auf den nachdenkseiten. Bei fixmbr. Oder auf der Wahrheitsseite der taz. Aktuell auch beim freitag bzw. auf dem blog von Jacob Jung. […]

  130. LOL² sagt:

    und schon wieder, diese Blödheit der Leute kotzt mich an und macht mich zudem noch krank. Kopf in den Sand…Kann die Regierung nicht endlich Kiff freigeben? So ertrage ich Ihre «NWO» Scheiße wenigstens…

  131. Denksperre sagt:

    http://www.zeit.de/1998/1.…./seite-2

    Und auch die Nummer eins im Amt, der Bundesbeauftragte Joachim Gauck, ist Jürgen Fuchs nicht recht geheuer. Zu sehr scheint er sich in seiner Rolle als oberster Aktenaufarbeiter zu gefallen. «Macht schmeckt mitunter», stichelt Fuchs. «Da steht man vor dem Spiegel und legt die Orden an. Und telefoniert oder läßt telefonieren: mit oder ohne, was sagt der Herr Staatssekretär, mit oder ohne beim nächsten Empfang. Ohne. Der Herr Staatssekretär lächelt. Der Herr Bundespräsident läßt grüßen.» Gauck neigt zur Eitelkeit, trägt Seidenhemden und pflegt einen gravitätischen, mitunter öligen Charme. Und überhaupt: «Wie mutig war Gauck vor 1989?»

    der perfekte Kandidat für die Stasi2.0

  132. Denksperre sagt:

    http://www.freitag.de/com.….klaerung

    Gauck ließ es sich jedoch nicht nehmen, dabei mitzuwirken, aus der Gedenkstätte für die Opfer der Wehrmachtsjustiz in Torgau eine Gedenkstätte auch für die NS-Täter zu machen. Er ehrte also damit auch Täter, die an Massenverbrechen kurz vor Kriegsende beteiligt waren, an sog. Kriegsendphasenmorden. An Untaten, die dem Massaker der Gestapo kurz vor Kriegsende in der Dortmunder Bittermark und im Rombergpark vergleichbar waren, so die Kritik der VVN/BdA Nordrhein-Westfalen.

    :kotz:

  133. […] direkt in die Traufe. Gauck war vor anderthalb-Jahren schon keine gute Idee und die ist in der Zeit  danach auch nicht besser geworden. Allerdings darf […]

  134. […] Ich lass mich nicht vergauckeln […]

  135. […] Umbau der Sozialversicherungen Längeres Anhalten der Realeinkommen Deregulierung, Privatisierung allen Ortes Export, Export, Export fördern Förderung des Wettbewerbs und Privatisierung der Universitäten Mehr Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger Sozialabbau vorantreiben Soziale Marktwirtschaft schrittweise in eine freie Marktwirtschaft umwandeln Hier sind klare Überschneidungen und ideologische Gemeinsamkeiten mit der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft zu erkennen. Die Ziele beider Organisationen sind offensichtlich: Der Sozialstaat soll noch weiter abgebaut werden, der Wettbewerb, die Wirtschaft soll eine übergeordnete Rolle bekommen, ein Hire-and-Fire-System installiert werden. http://www.fixmbr.de/ich-.….auckeln/ […]

  136. damals sagt:

    An vielen Punkten Ihrer Kritk an Gauck mag ja was dran sein — nur frag ich mich, was im Vergleich zu ihm an von der Leyen oder Wulff besser sein soll. Und vor allem sollte man bei aller Gegnerschaft eine gewisse Sachlichkeit beibehalten: Die Kombination «IM Larve», also die fixe Umdeutung eines OV-Namens (OV-Operativer Vorgang = Bespitzelungsmaßnahme) in einen IM-Namen — das ist absolut unter der Gürtellinie, richtiges 1984-Denken: Schwarz ist weiß.

  137. Lesen vor dem Kommentieren. Ich will Sie ja nicht schocken, aber auf dieser Publikation hat noch niemand von IM Larve gesprochen…

  138. Dipl.-Phys. Helmut Gobsch sagt:

    Bitte unterzeichnen Sie die Petition NEIN ZU Gauck:

    http://openpetition.de/pe.….im-gauck


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