Ich könnt kotzen…

… wenn jetzt wieder die religiösen Fanatiker in unserem Land das Ruder übernehmen. Gott ist mir schlecht. Ich kann im Moment nicht so viel fressen, wie ich kotzen könnte.

Statt der gesamten Staffel zeigt MTV am 3. Mai vorerst nur eine einzige Folge der Serie «Popetown» -  im Rahmen einer Diskussionsrunde.

Obwohl die dafür zuständige Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen keine einzige Beanstandung zu vermelden hatte, zeigt MTV laut Mitteilung vom Mittwochabend nicht wie geplant die ganze Staffel der Vatikan-Cartoonserie «Popetown». Verantwortlich dafür sind die erregten Proteste christlicher Organisationen und konservativer Politiker, die bei den Mohammed-Karikaturen vor wenigen Wochen zwar von unglücklichen Zeichnungen sprachen aber vehement — wie die Mehrheit der Deutschen — auf die Pressefreiheit verwiesen und die Proteste gläubiger Muslime nicht verstehen konnten. Quelle

Haben es diese intoleranten, verblendeten debilen Vollpfosten es tatsächlich geschafft. Popetown läuft nur einmal, danach ist (erstmal) Schluß. Für mich persönlich ist es gerade sehr schwer, tolerant gegenüber diesen Menschen zu bleiben — Ihr merkt das wohl…

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14 Antworten zu “Ich könnt kotzen…”

  1. Oli sagt:

    Toleranz beruht auf Gegenseitigkeit, ich habe für fanatische Gläubige nichts über.

  2. Der liebe Gott sagt:

    Ich habe nicht für Atheisten übrig, die sind so sinnentleert.
    Übrigens, bist Du das hier gewesen, mein lieber Sohn:
    http://www.local6.com/new.….ail.html

  3. Chris sagt:

    Über mir das beste Argument für meinen Standpunkt. :)

  4. Falk sagt:

    *g* Ich glaub man verwechselt da immer Atheismus mit «Nichtgläubig», was imho nicht möglich ist, denn der Atheismus verneint ja nunmal lediglich die Existenz eines Gottes als transzendentes Wesen, schliesst dessen Existenz also keineswegs aus. Genausowenig wie der Christ die Existenz des Teufels leugnen kann.

    Soweit zum Thema Toleranz — der Satz «Ich habe nicht für Atheisten übrig, die sind so sinnentleert.» machte meine Tag :) Eindeutig …

  5. Björn sagt:

    Ich hab’ was dagegen, dass das ich als «nicht-ganz-aber-irgendwie-doch-noch» zweifelnder Katholik hier direkt in eine von zwei Gruppen eingeteilt werde, der ich mich überhaupt nicht zugehörig fühle.

    Wäre nett wennn man mal aufhören würde in Film, Funk, Fernsehen und bayerischem Landtag davon auszugehen, dass meine religiösen Gefühle hier verletzt werden.

    Das Leben des Brian war ziemlich großes Kino, da wird die katholische Kirche doch sicher Popetown gerade noch überstehen, oder?

    Affentheater bei dem es nur um religiöse Deutungshoheit geht und bei dem jetzt leider wieder mal die Falschen gewinnen. Hier geht es nicht um Atheisten gegen Gläubige, hier geht es darum ob man nun Deutschland als einen religiösen oder einen säkularen Staat sieht.

    Ansonsten hoffe ich mal verdammt stark, lieber Herr der liebe Gott, dass Sie wirklich sind wer sie zu sein vorgeben. Sonst könnte das mit Exodus 20, 7 eng werden:

    «Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht.»

  6. Chris sagt:

    Ich danke Dir Björn. Ich mein, mal endlich eine vernünftige Meinung eines Gläubigen. Gut, mein weltbester Onkel, mit dem ich fast täglich telefoniere, ist auch gläubig, mein Cousin Messdiener, die wollen mich auch nicht ans Kreuz nageln und mein Onkel ist so einer, der lacht sich auch über Popetown tot, aber mein Glaube an vernünftigen Glauben1 hat in den letzten Wochen stark gelitten.

    1Vernünftig ist natürlich relativ, man könnte auch sagen, realistisch, im Leben stehend.

  7. Oli sagt:

    Puh ich bin Atheist und verneine die Existenz irgendeines Gottes. Seltsamerweise bin ich recht bibelfest und konnte bisher immer das Gros der sogn. Christen locker an die Wand spielen. Brauch ich das? Nein! Ausschlaggebend waren bisher immer die sogn. Christen die einem das Leben schwer machen und überall hinein reden möchten. Wer neben mir irgendwelche seltsamen Riten vollziehen möchte, kann dies gerne tun. Mir egal, ich lache nicht, ich denk mir meinen Teil und sage ihm meine Meinung wenn er mich belästigt :)
    Ich kenne ein paar fromme Menschen, sehr nette Leute und wenn die Welt voll von diesen wäre … ach wie schön. Aber dann schaut man hier in die Kommentare, schaut ins Netz allgemein und all jene die sich dort als Christen outen sind ein Schlag ins Gesicht für die Dinge die Christus von sich gab.

  8. Simbarto sagt:

    Ich glaube es ist nicht das erste mal, dass ich mich als praktizierender Katholik «oute». Ich finde es irgendwie eigenartig, dass man sich als gläubiger Mensch outen muss. Ich habe Niemanden diskriminiert und ich nehme jeden Menschen so wie er ist. Solche Filmchen oder Serien wie Popetown gehen mir am Arsch vorbei und ich schäme mich, dass Vertreter meines Glaubens sich wegen so etwas zum Horst machen. Ich nehme Jeden wie er ist und erwarte genau das von Anderen!

  9. Falk sagt:

    «Ich nehme Jeden wie er ist und erwarte genau das von Anderen!»

    Das ist es ja — allerdings geht diese Stimme der Vernunft derzeit (oder auch schon länger) leider unter. Schön wärs wenn Menschen wie hier der Björn oder Simbarto mehr öffentlich wahrgenommen werden würden, als ein Mr. «Ich muss die heilige Welt retten» Schäuble.

    @ Oli — okay, wenn du Gott verneinst, ist das _auch_ Atheismus. Aber wie kann man eine Existenz verneinen, die deiner Meinung nach nicht existiert?

  10. Björn sagt:

    Ich finde es irgendwie eigenartig, dass man sich als gläubiger Mensch outen muss. Ich habe Niemanden diskriminiert und ich nehme jeden Menschen so wie er ist.

    Bei mir ist es so (als jemand der nicht regelmäßig in die Kirche geht und der die Sache mit der päpstlichen Unfehlbarkeit nicht so wirklich für voll nimmt, aber andererseits auch dieses automatisierte Christen-Bashing nicht mag) dass ich einfach unter dieser «guilt by association» leide, wegen der ich es bevorzuge meinen Glauben erstmal nicht bekannt werden zu lassen.

    Einfach weil eben solche Spaten wie der Söder oder Herrmann die Sache mit dem Christentum für sich beanspruchen, oder zumindest dessen vokalste Vertreter zu sein scheinen, und man dann automatisch mit in diese Gruppe weltfremder Radauschläger gesteckt wird.

    Auch wenn es jetzt abstrus klingt, ich weiß schon wie es ist wenn man schief angeguckt wird sobald herauskommt, dass man auch nur ein bißchen religiös ist. Aber wenn Debatten so heuchlerisch und doppelmoralisch geführt werden wie jetzt die Casa Popetown, dann ist das eigentlich auch kein Wunder.

    Mit den Verteidigern des Glaubens möchte ich auch nichts zu tun haben…

  11. Joe Black sagt:

    Wenn ich hier als debiler Vollpfosten bezeichnet werde, weiß ich schon, wer hier etwas toleranter sein sollte. Auf jeden Fall ist nicht jeder, der gegen Popetown ist, religiöser Fanatiker. Das ist ja reichlich Schwarzweißmalerei.

    Grundsätzlich denke ich, dass die Freiheit eines jeden da zu Ende ist, wo die des anderen anfängt. Das kann auch in einem säkularen Staat so sein.
    Wie Medien Rücksicht auf die religiösen Gefühle der Gläubigen aller Religionen nehmen sollten, sollten auch Behinderte, Ausländer und andere potenziell gefährdete Gruppen nicht verunglimpft werden.

    Es ist wie mit dem Rauchen: Der, der die Luft verpesten will, soll sich in Gegenwart eines Nichtrauchers zurückhalten. Aber das versteht in Deutschland ja manch einer auch nicht.

  12. Chris sagt:

    Hehe. Bei Dir Joe weiß ich, dass man mit Dir mit einem Bierchen in aller Ruhe diskutieren kann. :) Nur entstand dieser Artikel im Eindruck der letzten Wochen — da fühlte ich mich als nicht gläubiger Mensch als Ausgeburt der Hölle. Suche hier mal nach Popetown und folge auch den Links, dann weißt Du, wen ich mit dem Satz angesprochen habe, ganz bestimmt nicht Menschen, wie Dich.

    Liebe Grüße

    Chris

  13. Falk sagt:

    «Wie Medien Rücksicht auf die religiösen Gefühle der Gläubigen…»

    Die Frage ist nur, wo fängt man dann an. Ein Einzelner beim Einzelnen — okay, soweit geh ich noch mit. Aber ein Massenmedium auch beim Einzelnen?

    Oder anders ausgedrückt, wenn eine Serie wie diese dem breiten Volk angeboten wird, soll man es unterlassen, wenn ein Einzelner sich dran stört oder wo ist dann die kritische Schwelle, wo man aufhören sollte?

    Kann dann nicht eventuell die Zurückhaltung der paar Wenigen nicht sogar sinnvoller sein, anstelle dieses Schwarzmalens des Untergangs des Abendlandes?

  14. Oli sagt:

    Ich mag auch vieles nicht, einiges davon sehe ich auch unter dem Standpunkt des Moralapostels — ok ich sage dann dieses und jenes gefällt mir nicht. Meine Meinung eben, aber verbiete ich es anderen oder fange ich an zu zensieren? Nein …

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