Wie der DFB die Existenz eines Menschen ruinieren will

Jens Weinreich gehört weltweit zu den besten und etabliertesten Sportjournalisten. Anfang des Jahres erst, durfte er vom Medium Magazin den Preis als Deutschlands Sportjournalist des Jahres entgegen nehmen. Mittlerweile jedoch sieht Jens Weinreich seine gesamte berufliche Existenz in Gefahr. Ende Juli letzten Jahres berichtete das Weblog direkter-freistoss.de über die Kartellamtsentscheidung bzgl. des Vermarktungsmodells der TV-Rechte von der Deutschen Fußball Liga (DFL). In den Kommentaren meldete sich auch Jens Weinreich zu Wort und äußerte seine Meinung zu DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger. Er ist ein unglaublicher Demagoge, so der Sportjournalist. Diese einfache Meinungsäußerung hat mittlerweile mehrere Gerichtsverfahren nach sich gezogen — weitere werden folgen. Die gesamte Existenz von Jens Weinreich steht auf dünnem Eis.

Dr. Theo Zwanziger und der DFB gingen gegen diese Formulierung und Jens Weinreich vor — und scheiterten vor dem Landgericht und auch dem Kammergericht in Berlin. Mit der Äußerung des Antragsgegners, der Antragsteller sei ein “unglaublicher Demagoge”, wird dessen Persönlichkeitsrecht nicht rechtswidrig verletzt, weil es sich um eine zulässige Meinungsäußerung handelt, die keinen schmähenden Charakter hat, so das Landgericht Berlin. Dr. Theo Zwanziger und der DFB hätten es dabei belassen können. Sie taten es jedoch nicht. Mittlerweile tanzt Jens Weinreich laut eigenen Aussagen auf drei unterschiedlichen Hochzeiten, das heißt drei verschiedene juristische Stränge werden gegen ihn und auch von ihm angestrengt.

Doch nicht nur das, der DFB selbst hat mit aller Macht versucht, Jens Weinreichs Ruf zu diskreditieren. In einer Presseerklärung, die zusätzlich an mehrere Personen aus Politik und Sport geschickt wurde, hat der DFB Tatsachen verdreht und zwei Gerichtsurteile gegen den Sportverband unterschlagen. Ob das zum Wohle des Sports geschehen ist, wurde dabei nicht überliefert. Jens Weinreich hat erfolgreich gegen diese Pressemitteilung eine Einstweilige Verfügung erwirkt, worauf der DFB in zwei Punkten Widerspruch einlegte, das Landgericht Berlin bestätigte jedoch die Verfügung. Der DFB hat nun Jens Weinreich dazu gedrängt, ins Hauptsacheverfahren zu gehen. Dies ist geschehen, die Folgen für den DFB sind marginal. Die Folgen für Jens Weinreich sind unvorhersehbar.

Vor dem Landgericht Frankfurt hat Jens Weinreich gegen einige Punkte der DFB-Pressemeldung eine Gegendarstellung erwirkt. Selbstverständlich hat der DFB Widerspruch eingelegt, zudem bestreitet der DFB die Rechtmäßigkeit der Zustellung der Verfügung per Telefax. Man kann sich durchaus vorstellen, dass Jens Weinreich an jedem neuen Tag mit einem Zittern seinen Briefkasten öffnet. Die Nerven sind zum Zerreißen gespannt, das finanzielle Risiko kaum noch tragbar. Für den DFB ist es nur ein PR-Desaster, welches schon zu Rücktrittsgedanken des Herrn Dr. Zwanziger geführt hat. Dies hat er mittlerweile leider zurückgenommen. Für Jens Weinreich jedoch, bedeutet dieser Fall viel mehr. Es kann für ihn Alles bedeuten.

In einem Interview mit direkter-freitstoss.de sagte Dr. Theo Zwanziger im November letzten Jahres: Ich bin kein Prozesshansel, ich kann Kritik einstecken. Wenn auf solche Worte keine Taten folgen, kann man diese Sätze sicherlich auch als Lügen bezeichnen. Dr. Theo Zwanziger versucht mit der gesamten Macht des DFB im Hintergrund Recht zu bekommen — ob er dabei wirklich Kritik einstecken kann und kein Prozesshansel ist, mag der geneigte Leser selbst entscheiden. Gegenüber F!XMBR äußerte sich Dr. Theo Zwanziger wie folgt: Auch Sie gefallen sich in Ihrem Schreiben in der Rolle, Täter und Opfer zu verwechseln. Er sieht sich selbst als Opfer, Jens Weinreich als Täter. Wenn man die ursprüngliche Äußerung Jens Weinreichs nimmt, kann man ihm dies durchaus zugestehen, auch wenn mehrere Gerichte das anders gesehen haben — und sicherlich sehen werden.

Jedoch hat Dr. Theo Zwanziger mittlerweile mehrere Grenzen überschritten. Aus dem vermeintlichen Opfer ist ein Täter geworden. Aus der von Dr. Theo Zwanziger immer wieder betonten privaten Angelegenheit ist ein Politikum geworden. Er hat den gesamten DFB eingespannt, namentlich seien hier auch Wolfgang Niersbach, Harald Stenger und Dr. Rainer Koch genannt. Der DFB hat diskreditierende Pressemeldungen verschickt, die den Ruf Sportjournalisten Jens Weinreich ruinieren sollten. Bis heute ist nicht ein Gerichtsbeschluss pro DFB und Dr. Theo Zwanziger ergangen. Jens Weinreich hatte immer das Recht auf seiner Seite.

Heute hat Jens Weinreich auf seinem Blog ein Appell veröffentlicht. Er bittet um Hilfe, um Spenden, um Unterstützung. Man kann sich sehr gut vorstellen, dass er mit den Kräften am Ende ist. Er schreibt: Längst hat sich eine fünfstellige Summe an Anwalts– und Gerichtskosten angehäuft, nur ein Teil davon muss die Gegenseite erstatten. […] Im Wochenrhythmus steigen die Kosten, sie könnten leicht explodieren und sich verdoppeln, sollte ich einmal vor Gericht unterliegen. […] Jemand hat mir mal überschlagen, dass es 70.000 Euro sein könnten. […] Das mediale Interesse am Streitfall DFB/Zwanziger vs. Weinreich sank also wieder. Der deutsche PR-Rat hat offenbar auch kein Interesse mehr daran, die von Gerichten gerügte zweifelhafte Qualität der DFB-Pressemitteilung vom November zu würdigen. Deutsche Journalistenverbände hatten sich ohnehin nur zögerlich dazu geäußert, Hilfe darf ich nicht erwarten. Der Einsatz der Journalistenvervände DJV und VDS ist hier nachzulesen.

Es ist der verzweifelte Hilferuf eines Publizisten, eines Journalisten, eines Menschen, der in unserem wunderbaren Land nur den Fehler begangen hat, sein Recht auf freie Meinungsäußerung auszuüben. Es war ein einzelner Satz in einem Kommentar auf einem Weblog, der nun die Existenz Jens Weinreichs ruinieren könnte. Jens Weinreich braucht Hilfe. Finanziell, aber auch öffentlich. Jede kleine Spende, jeder Artikel kann helfen. Es bleibt zu hoffen, dass Jens Weinreich diese Hilfe von einer breiten Öffentlichkeit erfährt — schließlich kann es morgen jeden anderen Blogger, Journalisten und Publizisten treffen. Sie, mich, uns.

Der DFB hat weltweit einen hervorragenden  Ruf. Dr. Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach, Harald Stenger und Dr. Rainer Koch setzen gerade alle Hebel in Bewegung, absichtliches und gefährliches Foulspiel in das Regelwerk mit aufzunehmen. Einmal ganz direkt gesagt: Der DFB und seine Entscheider versuchen, einen Menschen zu zerstören. Die genannten Personen sind somit für eine Institution wie den DFB nicht mehr länger tragbar. Sie sollten zurücktreten — besser heute als morgen. Geschieht dies nicht, muss sich der DFB von Innen heraus erneuern. Der deutsche Fußball lebte immer vom Fair Play. Dr. Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach, Harald Stenger und Dr. Rainer Koch treten diesen Gedanken gerade mit Füßen.

Mehr zum Thema:
Jens Weinreich hat in einem Wegweiser den gesamten Fall veröffentlicht
F!XMBR – DFB ./. Jens Weinreich

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2 Antworten zu “Wie der DFB die Existenz eines Menschen ruinieren will”

  1. Bigbigcool sagt:

    Moin,

    habe gerade dank dem Bericht auf dieser Seite gespendet.
    Ich selbst halte wenig vom Sport und empfinde es dementsprechend fuer wenig sinnvoll darueber zu berichten, doch sehe ich hier einen einfachen Buerger von einem, wie oftmals, uebermaechtigen Feind bedroht.

    Mich schmerzt eine Spende von 1% meinem Kontoguthaben nicht, ist aber, wenn andere ebenfalls so denken, eine grosse Hilfe fuer den Betroffenen.

    Man moege es Solidaeritaet, Kameradschaft oder christliche Naechstenliebe nennen, Mensch hilft Mensch.

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