Hessen wählt. Schon wieder.

23.00h: Das vorläufige amtliche Endergebnis:

CDU: 37,2%
SPD: 23,7%
FDP: 16,2%
Grüne: 13,7%
Linke: 5,4%

21:50h: Hochrechnung, ARD:

CDU: 37,2%
SPD: 23,8%
FDP: 16,2%
Grüne: 13,8%
Linke: 5,3%

20:02h: Hochrechnung, ARD:

CDU: 37,0%
SPD: 23,8%
FDP: 15,9%
Grüne: 14,1%
Linke: 5,2%

19:40h: Fazit II – zur SPD: Die SPD ist keine Partei mehr. Die SPD ist ein zerrissener Haufen. Die eine Hälfte verurteilt den Umgang mit Andrea Ypsilanti und sieht in dem Wahlergebnis die Folgen der Machenschaften der SPD-Rechten. Die andere Hälfte schreit Zeter und Mordio und ist der Meinung, Andrea Ypsilanti ist viel zu spät zurückgetreten. Vergessen wird von beiden Seiten der fehlende Inhalt der SPD. Die SPD ist eine Mischung aus den schlechten Eigenschaften von Union und FDP. Sie hat kein eigene Identität mehr. Union und FDP hätten niemals die Reformen umgesetzt, wie es die SPD getan hat. Man muss sich wirklich die Frage stellen, ob Schwarz-Gelb im Bund ab September nicht wirklich die bessere Alternative ist. Vielleicht, ja vielleicht gibt es dann endlich für die SPD einen sozialdemokratischen Neuanfang.

19:19h: Hochrechnung, ARD:

CDU: 37,1%
SPD: 23,9%
FDP: 15,9%
Grüne: 14,0%
Linke: 5,2%

19:02h: Neue Hochrechnung, ZDF:

CDU: 36,9%
SPD: 23,8%
FDP: 16,6%
Grüne: 13,6%
Linke: 5,2%

18:55h: Hochrechnung, ZDF:

CDU: 37,2%
SPD: 23,9%
FDP: 16,6%
Grüne: 13,4%
Linke: 5,1%

18:36h: 2. Hochrechnung, ARD:

CDU: 37,2%
SPD: 23,6%
FDP: 16,0%
Grüne: 13,9%
Linke: 5,1%

18:32h: Andrea Ypsilanti ist nunmehr Geschichte – sie ist zurückgetreten. Das war zu erwarten. Man kann sie nur dafür bewundern, wie lange sie diese Hetze, diese Lügen und Verleumdungen ausgehalten hat. Die lieben Genossen in Berlin, die Journaille, angefangen bei der BILD, dankbar aufgenommen und weiter verfolgt von Spiegel und FAZ – sie hatte nie eine Chance. Am Wahlabend im letzten Jahr war ihr Ende bereits besiegelt.

18:20h: Was lehrt uns das Ergebnis? Die Bürger haben Roland Koch abgelehnt, haben aber mehrheitlich in den anderen Parteien keine Alternative gesehen. Die SPD kommt dem Projekt 18 immer näher. Verdient. Nicht aber wegen dem hessischen Landesverband, sondern Berlin wegen. Die Niedertracht, mit der Andrea Ypsilanti & Co. verfolgt wurden, wurden aus Berlin heraus betrieben. Die Seeheimer, Frank-Walter Steinmeier und Franz Müntefering haben ihr Ziel erreicht. Die Grünen sind mittlerweile Alternative zur SPD – und biedern sich zunehmend der CDU an. Widerlich. Die FDP ist wie bereits angemerkt, zur Protestpartei mutiert. Verdient. Bei der nächsten “normalen” Wahl werden sie wieder zurechtgestutzt. Die Linke hat sich trotz dem Chaos ihres hessischen Landesverbandes über 5% gerettet – sie ist im Westen nunmehr etabliert. Für die Menschen in diesem Land, insbesondere Hessen, ein grausamer Abend. Ein Auftakt für ein schlimmes 2009.

18:13h, die erste Hochrechnung, ARD:

CDU: 37,4%
SPD: 23,5%
FDP: 16,1%
Grüne: 13,9%
Linke: 5,1%

18:10h: Fazit: Die FDP ist nur noch eine Protestpartei. Die Leute sollen mit der Faust in der Tasche gewählt haben. Ist das so gewesen, muss man genau das konstatieren. Guido Westerwelle hat das ganze noch nicht kapiert und denkt wirklich, die FDP sei um ihrer selbst gewählt worden. Der muss sich doch seit Jahren irgendwelche Sachen einwerfen, oder? Und wieder haben natürlich alle gewonnen, CDU, FDP, Grüne – naja, und die SPD hat nichts anderes erwartet. 😀

18:05h. Und wieder müssen die Umfrageinstitute sich fragen lassen, wofür sie bezahlt werden. Wahlrecht.de, man achte auf die CDU:

18.00h, Prognose:

CDU: 37,5%
SPD: 23,5%
GRÜNE: 14,0%
FDP: 16,0%
Linke: 5,1%

Hessen wählt mal wieder einen neuen, alten Ministerpräsidenten. Nachdem der hessische Landesverband sich selbst mit Anlauf in den Bobbes getreten hat und auch direkt aus Berlin heraus zerstört wurde, eine ungeheuerliche Hatz gegen Andrea Ypsilanti geführt wurde, wird heute Roland Koch erneut zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Als Koalitionspartner steht die FDP bereit. Hessen, die daraus resultierende Volkes Meinung, ist ein großer Sieg der rechten Kräfte in diesem Land. Nachdem sie sich durch die Machenschaften der letzten Jahrzehnte eigentlich schämend zurückziehen müssten, erstrahlt ihr Stern auf die nächsten Jahre hinaus noch viel heller. Alles, was auch nur den Anschein hat, es wäre links, ist auf ungewisse Zeit hinaus diskreditiert. Das Volk bekommt die Regierung, die es verdient. Roland Koch heute für das Jahr 2009 den Anfang in Hessen.

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13 Antworten zu “Hessen wählt. Schon wieder.”

  1. Anonymous sagt:

    Hm, der Gümpel erinnert mich iwie an den Praktikanten von Raab …

  2. Typo sagt:

    Den Kommentar kannste gleich löschen, wollte nur sagen: Typo, CDU: 27,2% sollte CDU: 37,2% heißen…

  3. ZEITungsleser sagt:

    Oh mann, dieses Kasperletheater in den Interviews wieder. Diese weichgespülten Aussagen, dieses «medial konforme» Verhalten, diese hohlen Phrasen, dass bricht mich alles dermaßen an, und zeigt mir doch einmal mehr, dass es keinem der Protagonisten am Herzen liegt, etwas positives für seine Wähler erreichen zu wollen. Wo keine Leidenschaft, da keine Liebe. Irgendwie sehne ich mich nach politischen Vertretern, welche noch etwas bewegen wollen, und sich an einem solchen Abend auch ehrlich und vor laufenden Kameras ärgern können, als auch subjektiv Gewinne durch Protestwähler nicht gleich als Bestätigung ihrer ach so erfolgreichen Politik sehen.
    Da ich mir vorstellen kann, dass es mehreren Mitmenschen ähnlich wie mir geht, wundert es mich, dass es noch kein mediales Live-Format (Internet, TV whatever) gibt, in welchem wirklich einmal die Fragen der Menschen beantwortet werden, und bei Phrasendrescherei interaktiv das Wort entzogen, oder aber nachgehakt werden kann.

    In diesem Sinne
    Noch einen schönen Abend allerseits
    Gruß ZEITungsleser

  4. Thaniell sagt:

    Ähm hast du oder ard.de sich vertippt?
    CDU: 37.2 gibt’s bei denen nach einer 18:34 Uhr Hochrechnung…

  5. Chris sagt:

    Rechtschreibfehler korrigiert.

    @ZEITungsleser: Diese hohlen Phrasen haben sie auch aus der ZEIT… 😀

    Nein, Du hast da schon recht. Alle, aber auch alle reden den gleichen Mist. Und die Journaille steht stichwortgebend daneben…

  6. Hessin sagt:

    Mein Kommentar zu Wahlergebnis und Kasperltheater: RRRRRAAAAARGH!

    Mich gruselts schon davor, morgen die Zeitungen aufzuschlagen. *seufz*

    Um was wetten wir, daß es selbstverfreilich kein Wortbruch sein wird, wenn Koch und seine Hofschranzen wieder Studiengebühren einführen, sondern «notwendige Anpassungen an die gegenwärtigen Erfordernisse» oder so ein Quark…

  7. ZEITungsleser sagt:

    @Chris: Da kann ich dir unumwunden zustimmen. Aber auch wenn dies mein Nick nahe legt, sollte man nicht eine größere Affinität meinerseits zu einem gewissen Printmedium unterstellen. Das einzige was mir hier ABO-technisch in den Briefkasten wandert sind eine Linux-Postille, und das populäre Machwerk aus dem heise-Verlag.
    Ist halt immer schwierig, so man nicht in Leetspeak verfallen will, sich eingängige (vor allem für einen selbst), unverwechselbare, aber jeweils unterschiedliche Identitäten auf diversen Plattformen zu erstellen. 😉

    Gruß ZEITungsleser

  8. Kulle sagt:

    Ein ganz schwarzer Tag für Hessen, im wahrsten Sinne des Wortes.
    Ich bin froh, dass TSG klar gesagt, dass es jetzt auch mal mit dem Ypsilanti-Bashing vorbei sein soll.

  9. Stefan sagt:

    Merkel hat es doch prophezeit: 2009 wird das Jahr der schlechten Nachrichten! Und das bezog sie sicher auch auf die Politik.

  10. phoibos sagt:

    ach, journalismus… der kulissenverantwortliche des tagesschau-wahlpodiums hat zumindest eine menge humor: ist doch hinter den politikern eine hübsch besäulte fassade zu sehen, die mit staatstheater betitelt ist. ich mag solche subversiven aktionen.

  11. […] wenn man glaubt, die SPD könne nicht tiefer sinken, findet eine Wahl statt. Wie bekannt, hat die SPD heute in Hessen ein desaströses Ergebnis eingefahren. Natürlich, so sind sich die […]

  12. grid sagt:

    Nanu, alle Wahlforschungsinstitute prognostizierten die CDU um 3–4 Punkte zu hoch? Nicht nur Güllners Forsa? Sowas hab ich ja noch nie erlebt. Ach, Moment, 2005 bei der Bundestagswahl habe ich das auch erlebt. Naja, bestimmt nur ein komischer Zufall.

  13. Die Mitte.…

    Filmisch ist schon so mancher Fluss aus ihr entsprungen. Sie ist oft golden oder schwer zu halten. Aber man geht dort am sichersten. Irgendwie ist sie immer richtig, ergo kann man dort gar nicht so viel falsch machen. Jedoch hätte ich nie geglaubt…

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