Herr Rösler, zurücktreten bitte!

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Philipp Rösler, derzeit noch Bundesgesundheitsminister, ist Favorit auf dem Posten des FDP-Vorsitzenden. Wie bereits dargelegt, wird der Spross Westerwelles und die restliche Boygroup die FDP nicht wirklich zu neuen Ufern führen, das hat Jens bei den NachDenkSeiten auch noch einmal deutlich gemacht. Wie verkommen der Politiker Philipp Rösler bereits ist, zeigt die von ihm gestellte Bedingung, unter der er FDP-Vorsitzender werden will: Er möchte von Rainer Brüderle das Wirtschaftsministerium übernehmen. Als Grund wird von unzähligen FDP-Mitgliedern und ebenso vielen Journalisten argumentiert, Rösler müsse sich profilieren können. Entschuldigung. Wie bitte?!?

Vielleicht habe ich ja Etwas verpasst. Aber seit wann werden unsere höchsten Staatsämter vergeben, damit blasse und unfähige Politiker sich profilieren können? Ich bin wahrlich nicht so blauäugig, zu glauben, dass es Politikern nur um den Dienst am Staate und den Bürgern geht. Als Angela Merkel betont hat, sie möchte Deutschland dienen, habe ich schallend gelacht. Aber als einziges Argument anzubringen, der FDP-Chef müsse sich profilieren, zeigt die Verkommenheit einer gesamten politischen Klasse und des deutschen Journalismus. Das Bundeskabinett ist kein Basar, auf dem ein Philipp Rösler — oder wer auch immer — seine Profilneurosen ausleben darf. Philipp Rösler ist Bundesgesundheitsminister. Außer erheblichen fachlichen Gründen gibt es keinen Grund, warum er nun das Gesundheitsressort aufgeben und ins Wirtschaftsressort wechseln sollte. Das Argument, er müsse sich profilieren, ist so aberwitzig, dass man nur sprachlos dem Treiben zuschaut.

Wo ist der kontrollierende Journalismus in diesem Punkt?

Was kommt als Nächstes? Eine Kabinettsumbildung und Karl-Theodor zu Guttenberg wird Außenminister? Die Aussagen, Versprechen und Amtseide, die in Berlin von unseren Politkern geleistet werden, sind nicht mehr das Papier wert, auf denen die Hauptstadtjournalisten ihre Artikel drucken. Philipp Rösler beweist mit dieser Forderung zudem, was für ihn und die FDP einer der tragenden Säulen unseres Sozialstaates ist: ein Klotz am Bein in einer marktradikalen Gedankenwelt. Selten haben ein Politiker und eine Partei derart offen gezeigt, wie sehr sie den Sozialstaat, im Speziellen die gesetzliche Kranken– und Pflegeversicherung, verachten.

Mann kann nur hoffen, dass Rainer Brüderle standhaft bleibt und dieser seine Getreuen um sich scharen kann. Philipp Rösler wird dann nicht länger Bundesgesundheitsminister bleiben können. Nachdem er zwei Jahre lang bewiesen hat, dass er vielleicht Pharmareferent hätte werden sollen, nicht aber ein führender Politiker, hat er mit seiner Forderung nun gezeigt, dass er eines der höchsten und wichtigsten Staatsämter nicht aus Überzeugung und mit Herzblut ausfüllt. Für Philipp Rösler geht es nur um die eigene Profilierung, nicht aber um die Sache, weswegen er von den Wählerinnen und Wählern gewählt und von den Bürgerinnen und Bürgern bezahlt wird. Als wenn es nicht genug wäre, dass man bei Philipp Rösler von einem Pharmalobbyisten spricht — nun hat er selbst offen zugegeben, dass er selbst nicht Bundesgesundheitsminister bleiben möchte. Da gibt es nur eine Lösung:

Herr Rösler, zurücktreten bitte!

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5 Antworten zu “Herr Rösler, zurücktreten bitte!”

  1. thomas sagt:

    Na klar kann er Gesundheitsminister bleiben, auch wenn er nicht will. Niebel ist ja auch Minster für Entwicklung und wollte das Amt eigentlich abschaffen.. ;D

  2. Anonymous sagt:

    Jemand dem wie Mr. Rösli (ja Mister und nicht Melker)nix als Beitragserhöhungen zur Gesundheit einfällt dem sei gesagt: Der Bahnhof bleibt oben und die Fdp gehört tiefergelegt. Geh endlich zu deinem Drogenbeauftragten und laß dir die Dosis einstellen. Nix für ungut. Max

  3. Btw, wir sind hier nicht dafür da, die Google-Suche zu ersetzen…

  4. Andi sagt:

    Das wäre jetzt eigentlich der perfekte Zeitpunkt für Angie, mal demonstrativ ein längeres Gespräch mit dem Vorsitzenden der SPD-Fraktion zu führen. Über alte Zeiten, alternativlose Koalitionen und bevorstehende Kabinettsumbildungen.

  5. Stefan sagt:

    Auch wenn diese Umbildung momentan ausfällt, lässt der potenzielle Ersatz auch nichts Gutes erahnen. Laut taz würde Daniel Bahr am liebsten die gesetzlichen Kassen auflösen wollen.

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