He will change the world

Barack Obama wird heute Nacht von den Wählern zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten in den USA gekürt werden — auch wenn die Frau von Bill Clinton es noch nicht ganz wahrhaben will. Und wenn es keinen großen Skandal geben wird, John McCain kein Kaninchen aus dem Hut zaubert, wird Barack Obama nach George W. Bush der 44. Präsident der Vereinigten Staaten werden. Ich lese gerade sein Buch, Hoffnung wagen, und bin schon ein stückweit beeindruckt. Und auch wenn ich erst zwei Kapitel gelesen habe, das Buch gehört zu den politischen Werken, die man geniessen kann und auch muss, bleibt es abzuwarten, wie sich der Präsident Barack Obama unter Einfluß der eigenen Partei, der unzähligen Lobbyisten in Washington verhält. Schon viele Idealisten vor ihm sind gnadenlos gescheitert. Doch Obama ist nicht nur Idealist — er ist Kämpfer, er beißt, er weiß durchaus, was er tut. Dass er bald der mächtigste Mann der Welt sein wird, ist ihm nicht aus Glück in den Schoss gefallen. Er läuft ohne rosa Brille durch die Welt und kritisiert George W. Bush wie kaum ein anderer seit Beginn des Irak-Krieges, mag aber den Menschen George W. Bush und dessen Frau Laura sehr gerne. Er ist der Mann, der Gräben überwinden kann. Barack Obama ist der Mann der Hoffnung.

Bei Barack Obama habe auch ich durchaus Hoffnung, Hoffnung auf eine neue Politik, die von den USA heraus die Welt ergreift, vielleicht auch irgendwann Deutschland erreicht. Hoffnung darauf, dass es wieder ein Miteinander gibt, Konservative und Linke, Liberale und Grüne — gemeinsam, vielleicht mit unterschiedlichen Wegen, aber ein gemeinsames Ziel. Es wird nicht mehr um (politische) Siege gehen, sondern um das Miteinander, die Menschen. Und diese Hoffnung sehen viele Menschen in Barack Obama. Er gibt vielen Menschen in den USA, vielleicht schon auf der Welt, eine verlorene Hoffnung zurück. Wer sich davon ein eigenes Bild machen will, sollte das Buch lesen oder einfach in seinem YouTube-Channel eintauchen und einfach zuhören. Barack Obama kommuniziert, auch wenn es sein Wahlkampfteam ist, über Social Networks, Twitter und Blogs. Er wird der erste Präsident 2.0 sein. Er gibt den Menschen wieder das Gefühl, gehört zu werden, ernst genommen zu werden. Barack Obama schenkt vielen Menschen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Ich hoffe, dass Barack Obama keine Enttäuschung wird — diese Enttäuschung könnte die Welt endgültig in Stücke reißen. Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat eine große Verantwortung. Auf Barack Obama wird sie doppelt so schwer lasten. Wer mit diesen Vorschlusslorbeeren startet, mit diesem Erwartungen und Hoffnungen zum Präsidenten gewählt wird, kann eigentlich nur scheitern. Und doch besteht Hoffnung, dass eben genau das nicht passiert. Barack Obama ist die personifizierte Hoffnung auf eine bessere Zukunft — für uns alle.

The Audacity of Hope

Foto: barackobama.com

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30 Antworten zu “He will change the world”

  1. Benni sagt:

    Chris du sprichst mir aus der Seele. Ich hoffe, dass Obama wirklich der Präsident wird, der er verspricht zu werden. Und vielleicht, ganz vielleicht werden auch wir in Deutschland demnächst gemeinsam «Ja, wir können es!» rufen und gemeinsam dieses Land verbessern. Träumen und Hoffen kann ja so schön sein…

  2. Oliver sagt:

    Ich setzte zumindest in Obama ebenso viel Hoffnung wie damals auch in Clinton. Kennedy war teils auf gut Deutsch ein richtiger Arsch, Clinton ebenso. Die Politik beider war nicht sonderlich berauschend und als Menschen versagten sie auch oft genug herb. Historische Klitterung wirkt da oft Wunder ich bin ein Berliner 😉 Aber sie setzten Akzente. Von Kennedy ging eine positive Aura aus, die Amerika gut tat und sofern dies in der damaligen Zeit möglich war, auch dem Rest der Welt. Clinton wiederum konnte daran anknüpfen und die arg konservative Zeit eines Reagan und Bush Senior mit Leichtigkeit beiseite schieben. Wie gesagt seine Politik per se vermochte gar nicht derart viel zu bewirken, aber seine positive Aura stachelte die Menschen an und erstarkte deren Glauben in die Zukunft. In dieser Zeit berichtete man von den USA völlig anders, mehr positiver Natur und das hat insgesamt eine gelassenere Stimmung heraufbeschworen.

    Obama könnte ebenso wieder an die Clinton-Ära anknüpfen und ob seines doch noch recht jugendlichen Scharms selbiges bewirken wie der damalige recht jugendliche Clinton. Mehr noch, ob seiner Hautfarbe und seiner Herkunft, wäre er zwar nicht die Wunderwaffe gegen Rassismus, denn dieser existiert auf beiden Seiten, aber auch da könnte er Akzente setzen und einen stetigen Wandel in Bewegung setzen. Zwei Legislaturperioden wären wohl ausreichend, beinahe ein Jahrzehnt kann viel bewirken, positiv als auch negativ. Clintons Zeit ist heute vielen noch in Erinnerung, selbst mir und ich übe mich da keineswegs in historischer Klitterung. Glaubt man einigen Kulturhistorikern spiegelte sich dies gar in diversen Filmen und Serien wieder.
    Die darauf folgende Zäsur hätte jedoch härter nicht sein können, zwar gelang es Bush Junior nicht den konservativen Habitus in die Gesellschaft zu treiben, aber die Konservative gab zu diesem Zeitpunkt wieder den Ton an. Vieles das ob Clintons positiver Aura in Bewegung gesetzt wurde, verschwand nach und nach im republikanischen Limbus.

    Vier Jahre wären auf jeden Fall der Jahre zu wenig, um etwas in Gang zu setzen. Mehr noch, nach zwei erfolgreichen Legislaturperioden Obamas müßte auch wieder ein Demokrat folgen. Diese Spanne würde man wohl dringenst benötigen, um Nachhaltigkeit in der Gesellschaft zu wirken.

    Hillary Clinton wäre imho nicht dazu in der Lage, sie verkörperte nie diesen Habitus ihres Mannes und wäre mit jetzt 60 und in dem Alter zu Beginn der zweiten Amtszeit kaum fähig zu bewegen im positiven Sinn. Zu sehr würde die dann beinahe 70-jährige doch nach Konservative ausschauen, ihren just verstärkt zur Schau getragenen altbackenen Habitus einmal völlig außer Acht gelassen.

    Die USA besitzen viele Freiheiten die die Bevölkerung dort auch ausleben, mehr an Freiheiten als diese Republik hier zu bieten hat. Teils ist sie einfach besser durchdacht diese Freiheit, aber Freiheit läßt sich auch mißbrauchen — je mehr davon existiert, umso eher findet man auch Mißbrauch vor. Und um diesem vorzubeugen bedarf es in den Staaten, mehr noch als in dieser in politischer Stasis verharrenden Republik, der Signalwirkung. Signale die ein Republikaner nicht wirken mag und welche die Clintons einfach nicht mehr im Stande sind zu wirken. Wie erwähnt keine politische Wunderwaffe, mitunter mehr ein Weichensteller. Wichtig für die USA, essentiell für den Rest der Welt.

  3. ori sagt:

    Ich hoffe auch für Obama. Ich fand den vor 2/3 jahren schon unglaublich charismatisch, als ich ihn das erste mal in den medien gesehen habe.

    Aber sind wir realistisch: In den umfragen die ich gesehen habe war McCain noch vorn, war auch zu erwarten. Schliesslich tritt da ein Kriegsveteran und damit Volksheld und Konservativer gegen einen Neger an. Ich benutze an dieser Stelle das wort «Neger» weils genau auf die «Nachteile» Obamas für den Rechtskonservativen Amerikaner passt.

    Neben den jüngsten «Anschuldigungen» (und das ist verdammt traurig für die USA) ein Moslem zu sein, gibts ja auch noch den tollen satz seiner Frau, das sie «…das erste Mal stolz auf ihr Land» gewesen sei. Das ist in den USA etwa mit dem gleichzusetzen, was Stoiber über die Ostdeutschen und Bayern bei der Wahl 2005 sagte und damit die CDU in den Umfragen fallen lies wie ein Stein. Ausserdem war es ja geradezu unerhört das er mit dem Iran _reden_ wollte.

    Wie gesagt, die sicht des Rechtskonservativen Amerikaners. Und davon gibt es prozentual mehr oder mindestens genausoviele wie in Deutschland, was die Wahlergebnisse der letzten Jahre so zeigen.

    Obama ist fast schon zu visionär für Amerika. Ich gönne es den USA wirklich, und auch der Welt, sollte Obama Präsident werden, denn es wird auch hoffentlich vorerst das Ende der dominierenden Rechten bedeuten. Obama ist ein Politiker, der Deutschland seit über 20 Jahren fehlt: Ein Politiker der nicht zwingend die Karriere und die Macht als Ansporn sieht, sondern die Chance auf Veränderung und Verbesserung. Ich würde mir Obama auch wirklich wünschen.

    Aber noch ist McCain nicht geschlagen und Obama nicht Präsident, es wird ein knallharter und wahrscheinlich auch schmutziger Wahlkampf. Ich hab mir, da mir die deutschen Medien zu euphorisch waren, mal die US Medien angeschaut, und McCain ist ein äusserst starker Gegenkandidat.

    Laut realclearpolitics.com stehts im moment 46 zu 44 für Obama.

    http://www.realclearpolit.….225.html

    Und so sehen alle von mir gefundenen «Polls» aus.

    doch als nicht-US-Amerikaner heissts: Daumen drücken für Barack und uns alle.

  4. Oliver sagt:

    >Schliesslich tritt da ein Kriegsveteran und damit Volksheld und Konservativer gegen einen Neger an.

    Dagegen sprechen:

    –John Kerry, Demokrat, der viel Blech bekam ob seines Vietnam-Einsatzes, teils die höchstmöglichen Ehrungen mehrfach; natürlich sprach auch beim konservativen Teil die Antikriegsgegnerschaft dagegen. Er hätte viele bedienen können, hatte jedoch kein Esprit.

    –Bobby Jindal, indischer Abstammung, Republikaner, Gouvernor von Louisiana und der shooting star derer (möglicher Vizepräsident); dazu bedarf es wohl keiner Erwähnung wo Louisiana liegt und was man deren Bevölkerung dort im allgemeinen nachsagt. Rassismus ist also ein Punkt, zeigt aber gerade in diesem Landstrich das sich einiges änderte. Bis in die 80er hinein dominierte dort noch die Gesinnung pro Rassentrennung!

    –300+ Mio Einwohner in den Staaten, jedweder Hautfarbe, Rasse whatever. Es ist schwer vorherzusagen wieviele wählen werden. Bisher trat noch kein farbiger Kandidat an und das ist genau der Punkt. Die Wahlbeteiligung könnte dramatisch steigen, ob dieser Tatsache. Insofern sind auch alle Prognosen hinfällig, da dies ein Novum darstellt.

  5. Andreas sagt:

    Ich hoffe ebenfalls, dass Obama was taugt. Er ehrlich ist. Menschlich i.O.. Nur wissen kann man es wahrlich erst nach seiner absehbaren Wahl.

    Ich will ich mal auf einen kritischeren Artikel verweisen:
    Obama, der gewissenlose Möchtegern-Erlöser

    [Auch wenn es DIE WELT ist und man zu einer sowieso schon kritischen Grundhaltung gegenüber jedwedem Medium gleich bei der WELT doppelt misstrauisch sein sollte]

    Das dort gesagte stimmt schon nachdenklich. Es ist auch nicht der einzige Makel. Hinter Obama steht z.B. auch Zbigniew Brzezinski… *Hinterzimmerpolitik und Kriegstreiberei… hüstel*

    Zweifelsohne: Obama sagt das Richtige und erkennt Probleme, die gelöst werden müssen. Obama ist intelligent und «smart». Er hat wohl seine Chance verdient.
    Ob er die Hoffnungen alle erfüllen kann wird sich dann zeigen, denn je nach Betrachtung ist er durchaus «mal so, mal so» zu sehen. Als Beispiel will ich seine Arbeit als Sozialarbeiter nennen — ein Job mit ~20.000$/Jahr, obwohl er vielmehr Geld verdienen hätte können. Spricht für den Mann, denn Materialsmus ist bekanntlich Ursprung vieler Übel. Aber auch das kann alles eine Maske sein. Andere Seiten offenbart u.a. der genannte Artikel. Es existieren zweifelsfrei einige Verflechtungen.

    Wir werden sehen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich wäre in keinem Fall verwundert, ob sie nun erfüllt werden oder nicht. 😉

  6. Man sollte, selbst wenn Barack Obama im November gewinnt, nicht zu viel erwarten. Das politische Spektrum in den USA ist nicht mit dem in Westeuropa vergleichbar. Die Demokraten sind nämlich keineswegs als linke Partei einzustufen, vielmehr wären sie hierzulande irgendwo zwischen CDU und CSU anzusiedeln. Europäische Sozialdemokraten würden in den USA als «liberals» gelten, was dort ein Schimpfwort ist und häufig undifferenziert in einem Atemzug mit Sozialismus und Kommunismus verwendet wird. Die Republikaner wiederum könnten bei uns leicht als rechtsextrem durchgehen, einen Gutteil von ihnen darf man ohne weiteres als christliche Fundamentalisten bezeichnen.

    Insofern gleicht die Auswahl zwischen Demokraten und Republikanern eher der zwischen Pest und Cholera — jedenfalls dann, wenn man politisch eher links orientiert ist. Obama-Euphorie ist daher fehl am Platze. Wir müssen ohnehin nehmen, was kommt.

  7. Oliver sagt:

    Die Springer-Presse hat bei uns normalerweise nicht viel Wert, aber in Anbetracht der Auswahl bleibt bei ihm ein wohliges he sucks less über. Letztendlich ist es das beste was man einem Politiker bescheinigen kann.

  8. Chris sagt:

    Wenn Springer in trauter Eintracht mit PI in Panik verfällt, kann er nicht so schlecht sein…

    Von daher ist der Kommentar als Kritik an Obama so gehaltvoll, wie die BILD ansich…

  9. Andreas sagt:

    brr… bashst mich halt 😉

    Ich sag’ nur:
    – Zbigniew Brzezinski
    – Bruce Riedel
    – Anthony Lake
    – Sarah Sewall
    – Richard Clarke
    – Susan Rice

    Nicht gerade unbeschriebene Blätter und alle direkte Berater hinter Obama. Es bleibt ein (aus meiner Sicht weniger wohliges als bei Oliver): he sucks less.

    Denn wohl war, die Berater hinter Clinton & Co. sind nicht besser. Nur schwindet durch solche Leute die Hoffnung, dass sich wirklich was ändert gewaltig.

  10. Oliver sagt:

    >Nur schwindet durch solche Leute die Hoffnung, dass sich wirklich was ändert gewaltig.

    Wie gesagt es kommt dort weniger darauf an was er politisch macht, mal abgesehen von Dingen wie Krieg (aber da war auch Clinton mehr oder weniger dabei), sondern das er Signalwirkung hat. Clinton war in dem Zusammenhang ebenso keine politische Leuchte. Ein ganz anderer Punkt ist auch wir projizieren hier recht nett unser System auf das Amerikas. Dort gibt es keinen Fraktionszwang und Berater sind auch nur Berater, d.h. es ist keine Seltenheit das der Präsident mit seiner Meinung alleine dasteht und allenfalls Veto ausspielen kann, sowie es vice versa keine Seltenheit ist, daß Republikaner und Demokraten einstimmig gegen den Präsidenten entscheiden.

  11. Yuggoth sagt:

    Die REPs stehen eher da,wo bei uns die CSU steht, die DEMs auf Höhe der FDP.
    Es gibt kein Äquivalent zur SPD im Parteienspektrum der USA.

  12. blodder sagt:

    ääähm .. bin ich hier im falschen Blog? Ist das Satire?
    Glaubt hier wirklich jemand, das sich durch Obama irgendetwas Nenneswertes ändern wird?
    Obama ist genauso Machtpolitiker wie alle, die jemals in die «Bundesliga» aufgestiegen sind.
    Auch mit Obama wird die Ungerechtigkeit weiter gehen. Die Armen werden ärmer, die Reichen reicher. Die USA wird darauf bedacht sein, seine Vormachtsstellung zu behalten. Europa, insbesondere Merkeldeutschland und Sarkotzefrankreich wird sich weiter bemühen dem nachzueifern und sich anzubiedern.
    Es wird nicht passieren, dass Managergangster plötzlich geächtet werden, dass Korruption oder politische Skrupellosigkleit aufhört, oder dass Soldaten sich selber Blumen in die Gewehrläufe stecken. 😉
    Die Schweine werden sich weiterhin im von ihnen produzierten Morast suhlen .. wie eh und je.

  13. Chris sagt:

    Hast Du ausser dümmlichster Politikerschelte ohne Gehalt noch mehr beizutragen? Auf F!XMBR wurde schon immer abgerechnet, aber auch differenziert und manchmal halt gehofft. Dieses Niveau bitte in Zukunft bei Dir.

    Achja, und diese selten blödsinnigen Vergleiche da oben à la, die Republikaner sind so und so, die Demokraten so und so sollten wir auch sein lassen. Das sind alles völlig unterschiedliche paar Schuhe.

  14. blodder sagt:

    Ach Chris .. dass du schon wieder mir gegenüber so persönlich wirst. Ich hab dir doch nix getan. Deine Reaktion auf meinen Beitrag ist wohl eher von dümmlichster Schelte geprägt, um mal deine Worte zu benutzen. Dieses Niveau bringst du doch jetzt hier rein.
    Mein Beitrag basiert auf Erfahrungswerten, die sicher trotz aller Hoffnung nachzuvollziehen sind.
    Ich teile deine Hoffnung nicht. Das ist kein Grund mich hier zu beleidigen.

    Um deine Frage zu beantworten .. ich habe meinen Beitrag oben um ca. 70% gekürzt, hätte also mehr beitragen können. Aber ich habe mich dann dazu entschlossen es kürzer und prägnanter zu sagen, weil ich das Gefühl hatte, ich würde zu weit vom Thema abweichen, bzw. zu ausschweifend werden.

  15. Oliver sagt:

    >Es gibt kein Äquivalent zur SPD im Parteienspektrum der USA.

    Zu dieser SPD hier gibt es wohl auch eher gemeinsame Nenner mit den Republikanern. Aber in den USA haben selbst Menschen die bei uns als links gelten würden massive Probleme sich auch derart zu bezeichen und dieses Problem stammt noch aus der Kommunistenhatz der McCarthy Ära. Hat sich ins Unterbewußtsein festgebrannt und Begriffe wie Sozialismus et al. kommen dort dem Antichrist gleich. Was man in den Staaten oft vorfindet sind Parteien mit liberalen Zielen, weniger Einfluß des Staats etc. Die Demokratien treten da beispielsweise für die soziale Variante ein, in welcher der Staat zumindest für gleiche Startbedingungen sorgen soll um im Notfall auch eingreift (Wohlfahrt). Der klassische Liberalismus der USA hingegen folgt der who cares–Mentalität, die Freiheit ist mittels der Verfassung garantiert und mehr braucht es auch im Prinzip nicht. Staatliche Wohlfahrt etc. sind für diesen absurd. Quasi jeder ist seines eigen Glückes Schmied. Ein Vertreter dieser wären z.B. die Libertarian Party.

    Die Republikaner wiederum vertreten auch teils liberale Ziele, jedoch möchten diese gewisse Kernkomponenten, wie Religion beispielsweise, schützen/fördern. Wie dieses System dann nach außen wirkt kann man im Moment weniger gut beobachten, Reagans Zeit bietet sich da mehr an.

    Das Volk dort hat einen anderen Bezug zur Freiheit als in diesem Land. Perfekt ist dort überhaupt nichts, aber wir hier sind die letzten die sich anklagend vor dieses Volk dort stellen sollten. Eine derartige Unmündigkeit, wie wir sie nicht nur in Form diverser Regime bewiesen, findet man selten im Rest der Welt vor. Ein Präsident mit Signalwirkung kann auch gesellschaftlich einiges verändern, was selbst Clinton vermochte — trotz fehlenden Momentums. Und wer das politische System der USA einigermaßen kennt, der weiß auch das die symbolische Macht des Präsidenten groß ist, die politische jedoch keineswegs, abgesehen vom omnipotenten Veto. Und von daher ist es richtig, daß sich eben politische Strukturen nicht mit ihm von heute auf morgen ändern werden. Aber wie schon oben erwähnt, das vermochte Clinton ebenso wenig und dennoch konnte er weichen stellen. Wird einem vielleicht wirklich deutlich, wenn man sich mit der Materie beschäftigt, als z.B. den üblichen Tiraden der deutschen Medien zu folgen. Denn letztere haben ein Gespür dafür nur die negativen Dinge zu propagieren und der mündige Bürger hierzulande, gestählt mittels Oberflächlichkeiten und selbst fehlender Kompetenz in puncto eigenem Land, offeriert dann jedem seine eigene kleine Tirade bezüglich der rednecks über dem großen Teich.

  16. Nülls sagt:

    Hoffen wir mal er entscheided sich gegen Clinton als Vize. Sonst wird aus Obama Clinton wie aus Kennedy Johnson wurde.

  17. Bär sagt:

    Die Amis greifen mal wieder mit Wonne voll in’s Klo.
    Hillary wäre für die USA klar die bessere Wahl gewesen.

    Als Europäer sollten wir uns McCain wünschen.

    Obama ist für mich ein Windbeutel.

  18. Oliver sagt:

    Ah Puritaner Fans gibts gar in deutschen Gefilden, wundert aber auch kaum.

  19. Bogus sagt:

    Hmmm .. wünsche mir auch das Obama es macht, aber ich glaube die Amis werden wieder so dumm sein und den Veteranen wählen. Das warum liegt doch auf der Hand, weil sie halt sehr in ihr Land verliebt sind. Oder könnt ihr euch in ernst vorstellen, das die einen farbigen als Präsidenten wählen ? Ich kann es mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.
    Wenn das so hier abgehen würde, Beck gegen wie heisst der Aussenminister nochmal ? Dafür sind die beiden viel zu brav und sie würden im Osten total untergehen ..

    Aber wer weiss, was noch alles bis November passieren wird.

  20. Oliver sagt:

    >Oder könnt ihr euch in ernst vorstellen, das die einen farbigen als Präsidenten wählen ?

    Sie wählten auch in Louisiana (Stichworte: Südstaaten, Ku-Klux-Klan, bis in die 80er noch pro Rassentrennung!) einen Gouvernor indischer Abstammung. Ich denke die 300+ Mio Bürger der USA werden gehörig unterschätzt. In den USA hatte man beispielsweise 2004 eine Wahlbeteiligung von 55.5%. Die farbige Bevölkerung dort geht größtenteils nicht wählen, weil sich ohnehin nicht vertreten fühlt von jenen Kandidaten. Insofern *könnte* man eine Überraschung erleben.

  21. Chris sagt:

    Lieber 4-fach Gelöschter: Wegen einer Hoffnung des Autors dieses Artikels, eben den Autor anzugreifen, Blödsinn zu bebaupten, den ich nie geschrieben habe, anstelle inhaltlich etwas beizutragen — sorry, geh woanders spielen…

  22. Oliver sagt:

    Ist schon genial welcher Schrott in die Überschrift projiziert wird und wie wenige den Text überhaupt lesen. Hach, ich freu mich so richtig auf unsere Wahlen :)

  23. alman sagt:

    Lieber 4 fach Löscher,

    entschuldige, ich wollte dich nicht persönlich angreifen. Vielleicht kann man den ersten Satz so interpretieren, aber dies war nicht meine Absicht. ich wollte nur darauf aufmerksam machen, dass zwischen Obamas Rethorik und seinen Handlungen in der Praxis , deswegen mein Bezug auf sein Abstimmungsverhalten , ein sehr grosser Unterschied besteht.

    Ich habe sein Programm gelesen, selber 4 jahre in den USA gelebt, mich mit einen Haufen Amerikanern auseinandergesetzt und bin zu den Schluss gekommen, dass hinter den griffigen Slogans «Hope» und «Change» nicht sehr viel steckt. Eher viel mehr demokratisches Buisness as usual, was zwar nicht so schlimm ist wie das Republikanische, aber auch nicht vollständig glorifiziert werden sollte.

    Ich finde ihn auch symphatisch und hätte ich die Wahl,würde ich auch lieber ihn als Hillary wählen, ich glaube nur nicht, dass er viel verändern kann. Weil Institutionen (Pentagon, NSA), Lobbies, Unternehmen ihn schon in die gewünscht
    te Richtung treiben werden.

    Ist zwar ein pessimistischerer Ansatz als deiner, aber trotzdem nicht weniger diskussionswürdig.

    Würde mich gerne mit dir auf einer inhaltlichen Ebene auseinandersetzen, ich habe eine Reihe von Quellen, die eben genau auf das hinweisen.

    Mit freundlichen Grüssen,

    Der 4 fach Gelöschte der doch nur spielen will:)

  24. Chris sagt:

    Naja, viel mehr steht oben auch nicht. Er muss sich beweisen, ansonsten habe ich halt ein wenig Hoffnung. Ich bin zur Zeit begeisterter Leser seines Buches. Als er es geschrieben hat, war an eine Präsidentschaft nicht zu denken — und in jedem Artikel kann ich das Geschriebene auch auf Deutschland übersetzen. Er hat da einfach recht. Und dass er seinen Worten Taten folgen lassen muss, ist klar. Aber wie Oliver schon schrieb, kann das ein paar Legislaturperioden dauern.

  25. Oliver sagt:

    »dass zwischen Obamas Rethorik und seinen Handlungen in der Praxis , deswegen mein Bezug auf sein Abstimmungsverhalten , ein sehr grosser Unterschied besteht.

    Und wenn du nur eine Silbe da oben gelesen hättest, wäre dir wohl aufgefallen das wir hier sehr wohl zwischen einer gewissen Art Signalwirkung und der polit. Realität unterscheiden. Siehe auch Clinton und das politische System der USA per se.

  26. alman sagt:

    Hier ist zum Beispiel ein ganz gut geschriebener Artikel zu dem Thema:

    Corporate America Hearts Obama

    Die Seite ist für Info-Zwecke ganz gut.

    Zu Oliver, ja den Vorwurf muss ich mir gefallen lassen. Habe einen wichtigen Satz von Chris überlesen. Nächstes mal lese ich genauer:)!

    «bleibt es abzuwarten, wie sich der Präsident Barack Obama unter Einfluß der eigenen Partei, der unzähligen Lobbyisten in Washington verhält. Schon viele Idealisten vor ihm sind gnadenlos gescheitert.»

  27. […] kämpfen, sonst wird der nächste Präsident eben John McCain heißen. Dass Barack Obama der Mann für das Herz ist, ein politisches Jahrhunderttalent, wie ich die Tage gelesen habe, […]

  28. alman sagt:

    Hier nochmal ein link der meinen Pessimismus untermauert hat:

    Von John Pilger geschrieben. Ich denke den kennste, super Journalist!

    http://www.zmag.org/zspac.….ies/3524

  29. alman sagt:

    Von Edward S. Hermann. Einer der Autoren von «Manufacturing Consent» Seine Analysen sind immer sehr scharf. Absolut lesenswert,bezieht sich auch auf Obama!:

    http://www.zcommunication.….le/17795

  30. […] Woche unser Land besuchen. Sicher — er ist auf Wahlkampftour. Doch das ist erstmal zweitrangig. Die Menschen sind fasziniert von diesem Menschen, möchten ihn sehen und ihn hören, mö.… Der Antiamerikanismus, der sich in den letzten Jahren extrem entwickelt hat, schlägt bei […]

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