Hartz muss ins Gefängnis

Diese Schlagzeile wäre Gerechtigkeit gewesen. Vielleicht noch den Schlüssel wegschmeißen, und gut. Aber genug der Polemik: Peter Hartz, ehemaliger VW-Personalvorstand und Namensgeber der Hartz-Reformen, muss nicht ins Gefängnis. Nach Absprachen zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Veteidigern — um nicht das Wort Mauscheleien — zu verwenden, kam der gute Mann mit einer Bewährungsstrage von zwei Jahren davon sowie einer lächerlichen Geldstrafe — gemessen an seinem Vermögen — in Höhe von 576.000 Euo. Rechtlich mögen diese Absprachen nicht angreifbar sein — moralisch zeigt sich aber nach Ackermann unser Staat schon wieder in seiner gesamten Perversion. Mehr bei SPIEGEL Online.

2 Antworten zu “Hartz muss ins Gefängnis”

  1. Grainger sagt:

    Ich finde das Strafmaß zugegebenermaßen auch eher lächerlich, noch peinlicher finde ich die Rücksichtsnahme dem Angeklagten gegenüber (Zeugenauftritte von Prostituierten sollten dem armen Mann erspart bleiben).

    Bestechung ist imho nun mal kein Kavaliersdelikt.

    Den Betriebsratschef Volkert halte ich persönlich aber für den noch größeren Verbrecher, schließlich wird er die Bestechungen kaum ohne Gegenleistungen erhalten haben und somit hat er die Beschäftigten, deren Interessen er eigentlich vertreten sollte, gnadenlos und aus niederen Beweggründen verraten.

    Um mal extrem zu polemisieren:

    in China dürften die beiden jetzt bei einer Massenveranstaltung in einem Sportstadion nebeneinander knien.

    Und in meinen schlechteren Momenten glaube ich manchmal das chinesische Volk wird schon wissen was es tut, schließlich hat es eine nahezu fünftausendjährige Erfahrung mit Korruption und deren Bekämpfung.

    Vielleicht hilft ja tatsächlich nichts anderes.

  2. spiefelwuetz sagt:

    Um mal extrem zu polemisieren:

    in China dürften die beiden jetzt bei einer Massenveranstaltung in einem Sportstadion nebeneinander knien.

    Na, na, @Grainger,
    ich wäre schon zufrieden, wenn der Namensgeber der schlimmsten Sozialgesetze in Deutschland sich bei allen Betroffenen persönlich entschuldigen würde. Das Ganze könnte massenwirksam durchaus in einem Stadion stattfinden. Aber so große Stadien hat´s in D leider nicht…

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