Gumball 3000 — Ich hab Euch nicht vergessen, liebe Telekom, Adidas, Red Bull & eBay

Gumball 3000Über das Todesrennen Gumball 3000 hatte ich hier ein paar Zeilen geschrieben. Während ich den Artikel geschrieben hatte, kam mir die Idee, von den angeblich werbenden Unternehmen beim Gumball 3000 ein paar Statements einzuholen. Das gestaltet sich schwierig. Bis auf MTV hat nicht ein Unternehmen geantwortet. Aber so leicht lasse ich mich nicht abschütteln — aus dem Windschatten heraus werde ich ganz einfach per Post nachlegen, eine eMail kann ja mal aus Versehen verloren gehen. 😉

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich beziehe mich auf meine eMail vom 06. Mai diesen Jahres (siehe Anlage), die wohl bei Ihnen im Haus verloren gegangen ist. Lt. Medienberichten gehört Ihr Unternehmen zu den Sponsoren des Todesrennens Gumball 3000 — oder zu einzelnen Teams. Diesbezüglich bitte ich um die Beantwortung folgender Fragen:

Wird Ihr Haus auch zukünftig das Todes-Rennen finanziell unterstützen, bzw. sind die Medienberichte diesbezüglich korrekt?

Gibt es in Ihrem Haus Überlegungen, den Hinterbliebenden von Margit und Vladimir Cepunovski (finanzielle) Unterstützung zukommen zu lassen?

Wie steht Ihr Haus generell zu illegalen Autorennen — hier im Industriegebiet in Hamburg werden auch immer solche Rennen gestartet. Können die Fahrer dort vor Ort auch mit Ihrer Unterstützung rechnen?

Wer ist in Ihrem Haus dafür verantwortlich, dass dieses Rennen finanziell unterstützt wurde?

Informieren Sie sich über die Ereignisse, die Sie sponsorn?

Wie steht Ihr Haus zu den Todesfahrern und den Opfern?

Dann warten wir doch mal ab, ob wenigstens per Post beantwortet wird. Wie oben schon erwähnt, hat MTV geantwortet:

vielen Dank für Ihre Mail. Der schreckliche Unfall während des Gumball 3000 hat auch uns schockiert, allerdings kann ich Ihnen versichern, dass MTV Networks Germany nicht zu den Sponsoren des Gumball 3000 zählt. Es flossen keine Mittel von MTV Germany im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung. Dahingehende Berichte im Netz entsprechen nicht den Tatsachen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen hiermit weiterhelfen.

Da explizit auf MTV Networks Germany eingegangen wurde, musste ich natürlich Rückfrage halten, wie es mit anderen MTV-Vertretungen ausschaut:

leider kann ich Ihnen als Pressesprecherin hier in Deutschland nur für MTV Networks Germany, also MTV in Deutschland, Auskunft geben. Auf meine Nachfrage in London hin habe ich erfahren, dass auch MTV UK nicht in Verbindung mit dem Rennen steht und mir ist darüber hinaus auch sonst kein Sponsoring des Gumball 3000 durch MTV bekannt. Grundsätzlich besteht bei Partnerschaften zwischen einem Event und MTV ja immer ein Zusammenhang mit Musik (MTV Rock am Ring o.ä.), so dass mir auch kein Bezug zum Gumball 3000 offensichtlich ist, der eine Partnerschaft mit MTV wahrscheinlich machen würde. Falls Sie aber darüber hinaus eine Aussage zu anderen MTVs benötigen, muss ich Sie bitten, sich an die Kollegen von MTV Networks International zu wenden. Für Nachfragen zu anderen MTV Sendern weltweit steht Ihnen dort gern meine Kollege […] zur Verfügung.

Das war also MTV — wer bei der Wikipedia registriert ist, sollte da vielleicht mal korrigieren.

Ich glaube zwar nicht, dass vom Rest Antworten kommen, aber den Spaß gönne ich mir einfach. Keine Antwort ist nämlich auch eine Antwort. 😉

Das Zitat der Woche übrigens möchte ich Euch auch nicht vorenthalten — man hat sich tatsächlich über meine Headline aufgeregt — Bildzeitungsstil — und hat dann einen eigenen Artikel verfasst. Nein, nicht über das Rennen — man hat versucht, mich anzufahren. *g*

aber ich bleibe dabei, dass es nicht besonders intelligent ist ein Autorennen, bei dem es Todesopfer gab, als Todes-Rennen zu bezeichnen.

Alles klar soweit? 😉

Bild der Wikipedia entliehen — Lizenz Public Domain worldwide.

11 Antworten zu “Gumball 3000 — Ich hab Euch nicht vergessen, liebe Telekom, Adidas, Red Bull & eBay”

  1. Raz sagt:

    Wie kommst du auch auch auf so eine absurde Schlussfolgerung…

    Bzgl. Topic: Wieso sollten diese Firmen dieses Rennen unterstützen? Was haben sie davon? Geld haben die Fahrer doch wirklich genug und naja… Werbeaufkleber (der Deutschen Telekomm!!!) auf ihren Ferraris sind vermutlich auch nicht drin. Gut, Red Bull hat nen eigenen F1-Rennstall aber sonst? Finde das ganze eher fraglich.

  2. Raz sagt:

    Verdammt. Will nix gesagt haben.

    Hab sogar nen T-Mobile Aufkleber gesehen, Addidas sowieso…

    Halten wir fest, die Telekom unterstützt augenscheinlich ein Autorennen bei dem es nur darum geht besonders Gehirnbefreit mit 250 Sachen durch die Gegend zu rasen und so ziemlich jede Regelung der StvO zu brechen. Und wo (erst) jetzt jemand zu Tode gekommen ist.

    Klingt nach ziemlich guter PR.

  3. Grainger sagt:

    Vielleicht glauben Telekom und Adidas ihre (potentiellen) Kunden würden auch gerne bei derartig schwachsinnigen Rennen mitmachen?

    Denn anders läßt es sich ja nicht erklären das man sich durch das Sponsoring von illegalen Rennen ein positives Image bei der Zielgruppe erhofft.

    Vermutlich stellen sich die Verantwortlichen illegale Autorennen ähnlich lustig vor wie im Film The Cannonball Run von 1981 (genau der Film, in dem Farrah Fawcett diese Löwenmähnenfrisur hat, mit der dann kurz darauf jede zweite Dorfschönheit herum gerannt ist).

  4. Caroline sagt:

    Ich finde es sehr schade, dass hier durch die plumpe Art des Anschreibens die Chance vergeben wurde, dass sich einer der PR-Deppen der angeschriebenen Firmen mal kräftig selbst zum Abriss stellt. Statt einer derart penetrant tendenziösen Anfrage hätte ich lieber ein «Sie werden sich doch hoffentlich durch eine derart unglückliches Missgeschick nicht von zukünftigen Engagements abhalten lassen. MfG, Ihr Speedfreak-Blog» gesehen und gehofft, dass tatsächlich einer antwortet. Na ja , kann man ja immer noch selber machen.

  5. Chris sagt:

    Sie werden sich doch hoffentlich durch eine derart unglückliches Missgeschick nicht von zukünftigen Engagements abhalten lassen.

    Die Idee ist auch fein — es steht Dir frei, die Herrschaften anzuschreiben. 😉

  6. man oh man ey sagt:

    Seit es die !!!!!!!RALLY!!!!!!! Gumball 3000 gibt ist bis jetzt nur ein tödlicher Unfall passiert. Überall passieren Unfälle und das das sind ganz bestimmt nicht immer diejenigen Schuld die Luxuskarossen fahren. Das ist entweder der Neid der in JEDEM Deutschen steckt (ja scheisse ich muss arbeiten und die haben spass und fahren ihre unbezahlbaren boliden um die halbe welt und werde nicht mal im 3. Leben nen Ferrari besitzen) oder dieses land besteht nur noch aus trotteln die die medien als quelle 100%ig wahrer nachrichten empfinden. Eine PR-Kampagne hier und da schon sind alle aus dem häusschen. Was die Medien sagen glaubt anscheinend echt jeder. Haben andere Spass, fuckt das andere die momentan keins haben ab.

  7. Chris sagt:

    Oh ja Baby — gibts mir. Kratz mich, beiß mich, gib mir Tiernamen. Oh ja… Du Hengst, Du… :)

  8. Oliver sagt:

    Schwachmaten haben «Spaß» und das soll man gut finden. Einsperren und gut ist, da können «Hengste» auch ihren «Spaß» haben. Asoziale Spacken die andere gefährden haben nichts in der Öffentlichkeit zu suchen. Neid auf Hirntote? Jetzt wirds aber peinlich …

  9. Grainger sagt:

    Manche wollen es einfach nicht kapieren:

    Ich empfinde keinen Neid wenn jemand in seinem Ferrari, Porsche, Lamborghini, usw. durch die Gegend fährt (aber der vermeintliche Neid der Anderen ist natürlich nicht nur schmeichelhaft, er bietet auch immer wieder eine bequeme Ausrede wenn eigenes Fehlverhalten kritisiert wird).

    Aber das einzig relevante Kriterium an illegalen Rennen ist nun mal ihre

    Illegalität

    Da braucht man gar nicht erst lange nach Rechtfertigungen zu suchen.

    Und dabei ist es unerheblich, ob irgendwelche Vollspasten auf abgelegenen Landstrassen mit ihren aufgemotzten Corsas und Polos durch die Gegend rasen oder ob gelangweilte Berufssöhne mit Luxussportwagen quer durch Europa heizen.

    Ist aber vermutlich ohnehin sinnlos das Leuten der Spiel– und Spassfraktion erklären zu wollen.

  10. Roman sagt:

    Hallo,

    Ich war gerade vor ein paar Tagen beim Gumball 3000 2010 Start in London.

    Rate mal wen ich getroffen habe.

    Joko und Klaas von MTV
    Auf Nachfrage von mir bestätigte Klaas, dass sie für MTV Home an den Start gehen.

    Ich bin übrigens Fan von Gumball und würde selbst mitfahren, wenn ich das Geld hätte. Desweiteren muss man einfach mal festhalten, dass es nur in Deutschland eine illegale Veranstaltung ist. Eigentlich aber nicht sein dürfte, da es eine Rallye ist, kein Rennen. Das trotzdem zu schnell gefahren wird und das wird es auch nicht bei jedem, liegt ganz alleine in der Verantwortung des Einzelnen. Der Tod von Margit und Vladimir Cepunovski mag tragisch sein, aber deshalb nun die Veranstaltung zu verurteilen…Nicht wirklich. Beim Fußball sind auch schon Leute gestorben…

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