Großbritannien: wenn einer eine Reise tut

Ist er eigentlich gut beraten Großbritannien als auch die Staaten zu meiden wie die Pest. Jedoch besitzt nicht jeder die Option für derart freie Entscheidungen und so wird sich der kluge Mann bzw. die kluge Frau wohl zuvor informieren, welche no-go-Areas denn dort in Frage kommen.

In fremden Städten sollte man generell nie einfach irgendwelche Gegenden aufsuchen, ohne sich zumindest ein wenig auszukennen.

Andererseits ist eine derartige Stigmatisierung wie hier von offizieller Seite vorgenommen auch nicht unbedingt das wahre. Werden hier doch Zahlen von Verbrechen optisch in Szene gesetzt mittels einer Verbrechenskarte. Selbstredend alles ohne Gewähr: Die Polizei weist darauf hin, dass sie keine Verantwortung für die Verwendung der Karte und der Zahlen übernimmt.

Der Tourist wird nun eventuell diverse Gegenden mitunter grundlos meiden1 , der vor Ort Lebende wird sich vielleicht bei der Arbeitssuche, der Kreditnahme etc. pp. zukünftig diversen Schwierigkeiten gegenüber stehend sehen. Das zudem auch etwaiges asoziales(?) Verhalten, lärmende Zeitgenossen usw. mit einfließen macht den Mißbrauch nahezu perfekt. In Deutschland hatten diverse Politiker in der Vergangenheit auch schon ähnliche Dinge im Sinn, vielleicht ist heute die Zeit auch bei uns reif? Eine Stigmatisierung diverser Teile der Bevölkerung von staatlicher Seite her ist ohnehin schon usus …

via heise

  1. vielleicht kennt man nicht einmal die Zahlen des Heimatortes []

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10 Antworten zu “Großbritannien: wenn einer eine Reise tut”

  1. Solarix sagt:

    Das schlimme daran ist das die Briten sich daran wirklich gewoehnt haben. Ich habe es glaub ich schon einmal erwaehnt, aber von meiner Wohnung bis zu meinem Arbeitsort, gehe ich an 35 Kameras auf einer Wegstrecke von Drei Kilometern entlang. Die Briten oder in meinem Fall die Schotten haengen sich sogar CCTV Geraete an die eigenen Haeuser. Fuer ein paar Pfund kann man den Krempel in der Apotheke bei Lloyds oder Boots kaufen. Das aus meiner Sicht krude an der ganzen Sache ist das es in GB durchaus sehr gute soziale Verhaltensstrukturen gibt. Besonders im Umgang mit alten Menschen, diese werden in das oeffentliche Leben eingebunden und nicht in der Besenkammer/Altenheim versteckt oder abgeschoben.

    Was diese Verbrechenskarte angeht, die existiert auch ohne Praesenz im Web schon mehr oder weniger. Diverse Gegenden in Glasgow wuerde ich nie betreten. Aber die Methodik hinter dieser Oeffentlichmachung ist das perfide. Nicht das es sie gibt. Grossbritannien ist anders und die Briten sind nach dem was ich so mitkriege, zum grossen Teil von diesen Methoden ueberzeugt. Das klingt krank fuer unsere Ohren, aber ma kann die Mentalitaeten absolut nicht vergleichen. Das habe ich in den letzten Eineinhalb Jahren gelernt.

  2. Oliver sagt:

    >Diverse Gegenden in Glasgow wuerde ich nie betreten.

    Das ist klar, das kennt man überall und hat auch etwas mit der Vernunft zu tun.

    >aber ma kann die Mentalitaeten absolut nicht vergleichen.

    Nein die Mentalität sicherlich nicht, aber auch hierzulande winkt man allgemein nur allzu gerne durch — solange man sich nicht eingeschränkt fühlt. Mal abgesehen von diesem Ort hier stoße ich in der Regel meist nur auf taube Ohren.

  3. Solarix sagt:

    >Nein die Mentalität sicherlich nicht, aber auch hierzulande winkt man allgemein nur allzu gerne durch — solange man sich nicht eingeschränkt fühlt. Mal abgesehen von diesem Ort hier stoße ich in der Regel meist nur auf taube Ohren.

    Wobei ich den Eindruck habe das dies an der deutschen Mentalitaet liegt, die bei vielen heisst der Staat wirds schon richten er sorgt fuer mich.

    Auf der anderen Seite interessiert es wirklich keinen was dort oben so getrieben wird. Das ist dann die Kehrseite der Medaille. Die Obrigkeitsglaeubigkeit, ist trotz dem nicht wegzuredenden Desinteresse der Mehrheit an Politik im allgemeinen sehr stark ausgebreitet.

    Denk nur mal an die Vorratsdatenspeicherung, gemessen an dem was bei der Volkszaehlung in den fruehen 80ern fuer ein Geschrei durch die Republik ging hat sich auch dafuer keiner interessiert. Es gab/gibt zwar Interessengruppen die sich dagegen wehren, einige auch aus dem aeltesten Grund der Welt, dem monetaeren, dies auch mit Erfolg aber der breiten Masse ist es letztendlich egal.

    Sieht man sich das in GB an, hier liefern die Provider sogar freiwillig Hilf Sherrif Dienste ab. Die grossen wie Virgin, BT oder Sky schnueffeln ihre Kunden aus und liefern die Daten der Obrigkeit frei Haus, dafuer wurden sogar richtig grosse Summen an Geldern investiert.

    Ueber eines koennen wir froh sein, unsere muessen dafuer Gesetze machen, die britische nicht.
    Da regelt das die Oeffentlichkeit und Industrie selbst.

    Das ist ein trauriger und schwacher Trost,

    Jeder redet von der Freiheit, aber leben tut es genau genommen keiner.

  4. Oliver sagt:

    >Sieht man sich das in GB an, hier liefern die Provider sogar freiwillig Hilf Sherrif Dienste ab.

    Traust du unseren weniger zu? Beweise hat man ja nie wirklich, aber unser rosa Riese hat sich in der Vergangenheit ganz und gar nicht mit Ruhm bekleckert und mischen die nicht auch dort auf dem Insel-Markt groß mit?

  5. Solarix sagt:

    >Traust du unseren weniger zu? Beweise hat man ja nie wirklich, aber unser rosa Riese

    Ja meinen magentafabenen «Lieblingskunden» gibt es auch hier, der zweitgroesste Mobilfunkbetreiber nach Vodafone. Allerdings haben sie den restlichen Krempel wie T-Offline noch nicht hier positioniert.

    Ich trau unseren auch einiges zu, aber die ganze Schnueffelei kostet Geld und vor allem unbaendige Storedge und Rechenkapazitaet. Das kostet viel Geld und unsere sind in der Hinsicht sehr geizig, deshalb kann man dem «relativ gelassen» entgegen sehen.

    Freiwillig verpulvern die kein unnoetiges Geld, die Kohle geht vor «Patriotismus». Das ist das einzig positive daran. 😉

    Wenn sie einen wirtschaftlichen Mehrwert haetten wuerden sie es sicher tun. Aber den gibts noch nicht. 😉

  6. Laura sagt:

    «>Diverse Gegenden in Glasgow wuerde ich nie betreten.

    Das ist klar, das kennt man überall und hat auch etwas mit der Vernunft zu tun.»

    Echt? Ich kenne das nicht. In den Städten, in denen ich bisher gelebt habe (München und Berlin) gab bzw. gibt es jedenfalls keine Gegenden, die ich nie betreten würde.

  7. Oliver sagt:

    Nicht? Es gibt in jeder Stadt «Ecken» die man nicht unbedingt aufsucht, mitunter auch Abends nicht. Ich freue mich über jeden der bisher in seinem Leben nur positive Erlebnisse hatte in derlei Dingen.

  8. Laura sagt:

    Es gibt schon Ecken, die mir nicht ganz geheuer sind, aber es ist von einer ganz anderen Qualität, wenn man bestimmte Gegenden aus Angst «nie freiwillig betreten» würde. Ich finde, das zeigt von einer dramatischen Fehlentwicklung einer Stadt/Region/wasauchimmer, die man auch nicht so einfach hinnehmen sollte, denn schließlich gehört der öffentliche Raum uns allen.
    Davor, Opfer einer Straftat zu werden, ist man sowieso nie gefeit. Ich bin auch schon mal «überfallen» worden (das hört sich jetzt übermäßig dramatisch an, aber mir fällt gerade kein adäquates Wort ein), am hellichten Tag, in Rom, bei den Kaiserforen… (Ich konnte mich aber dank kruder Gewalt aus der Umzingelung der Leute befreien, ohne beklaut zu werden.) Es würde mich aber nicht davon abhalten, da wieder hin zu fahren.
    Ich kenne jedenfalls keine Gegend, in der ich Angst hätte, mich zu bewegen. Klar, kleinere Schreckmomente kann es schon mal geben (Neonazis auf der Parkbank, nicht angeleinte «Kampfhunde»), aber kein generelles Gefühl der Bedrohung.
    Kann allerdings auch daran liegen, dass ich häufig in den Gegenden wohne, die andere Leute nicht betreten wollen, und deswegen sehe, dass es nicht so schlimm ist wie von außen wahrgenommen.

  9. Oliver sagt:

    >Es gibt schon Ecken, die mir nicht ganz geheuer sind, aber es ist von einer ganz anderen Qualität, wenn man bestimmte Gegenden aus Angst “nie freiwillig betreten” würde.

    Es gibt eben Gebiete da geht man z.B. des Abends nicht mehr hin, selbst schon die Erfahrung gemacht, vor 20 Jahren als auch heute. Kann man gerne zurückerobern, fehlt mir aber der Nerv dafür. Und damit wir uns nicht falsch verstehen, ich meine nicht den Faktor «Kleider machen Leute», sondern eher die «hautnahe» Erfahrung. Von Schreckmomenten war auch keinesfalls die Rede.

    Und im Ausland selbst gibts das ebenso, teils noch drastischer und dort höre ich auch gerne auf die Einheimischen, vor allem da ich mich in Gegenden «herumtreibe» die doch etwas abgelegen sind. Letztendlich hat das etwas mit Vernunft zu tun, nicht mit «mir gefällt dessen Nase nicht».

  10. Grainger sagt:

    Ein Bekannter von mir war letztens einige Wochen in Rio de Janeiro auf Montage.

    Das deutsche Team (Handwerker, Techniker, Ingenieure, usw.) wurde eindringlich davor gewarnt, bestimmte Stadtviertel überhaupt zu betreten (egal ob am Tage oder in der Nacht).

    Rio ist sicherlich ein extremes Beispiel, gilt es doch als die Stadt mit der mit Abstand größten Mordrate weltweit (rund 60 mal so hoch wie in Deutschland). Auch Entführungen sind sehr beliebt.

    Dazu kommen dann noch die üblichen Delikte wie Raubüberfälle, Einbrüche, Drogenhandel, usw.

    Alles ebenfalls in einem Ausmaß, das weit über dem internationalen Durchschnitt liegt.

    Nach den Schilderungen meines Bekannten (auch die als Sicher deklarierten Stadtteile haben eine nach deutschen Verhältnissen extreme Kriminalitätsrate) würde ich die gesamte Stadt Rio niemals freiwillig besuchen.

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