Großbritannien: Zeiten und Wunder — die globale Dimension

Unser aller Übervater in puncto Überwachung residiert keinesfalls wie angenommen in den USA, sondern in Großbritannien. Manche konstatieren Deutschland gar ein Wetteifern in diesen Gefilden mit den Inselbewohnern, aber das soll uns nicht weiter stören. Auch wenn es nicht von der Hand zu weisen ist, da die Deutschen ein recht stolzes Volk sind und auf ihre Traditionen1 pochen ob zweier angefangener Kriege und zweier menschenverachtender Regime. Die Briten hingegen preschen tagtäglich mit neuerlichen Aktionen vor und das ebenso wenig erst seit 9/11, auch wenn dieses markante Datum dem ganzen weiteren Auftrieb verlieh. Die Freiheit wird mehr und mehr eingeschränkt, der Verdachtsmoment triggert oftmals bei einem derart profanem Level, der einfach nur unglaublich scheint. Ebenso unglaublich sind auch die Informationsfetzen des andauernden und häufig auftretenden Kolateralschadens, der keineswegs mehr nur lokale Dimension besitzt, sondern welcher sich unlängst global manifestierte.

Ergo ist es nur eine Frage der Zeit bis diverse Maßnahmen in fremden Gefilden auch bei uns zum Vorbild gereichen, vice versa ebenso. Der globale Datenaustausch peitscht gar die Chance in die Höhe ob mittels absurder Oberflächlichkeiten lokale Verdachtsmomente zu triggern, die globale Dimension erlangen und einen Kolateralschaden feilbieten der seinesgleichen sucht. Hier bist du links und stehst wegen einer unbedachten Äußerung auf einem internen Index, in den USA erfreust du dich möglicherweise einer gesonderten Durchleuchtung ob der akquirierten bundesrepublikanischen Daten. Die Briten nun wirkten etwas, daß definitiv nicht globale Dimension erlangen wird — sie ruderten zurück. Wollte man zuvor gemäß Plänen der üblichen Verdächtigen dort gewalttätige Extremisten — da tun sich Abgründe auf, betrachtet man denn die gewirkte Interpretationsbandbreite — ohne Anklage mal eben 42 Tage wegsperren, so wurde dieser Absurdität eine Absage erteilt, 28 Tage müssen reichen. Und wie fefe schließt: aber es ist die Geste, die zählt. Und wir sind schon weit gekommen in demokratischen Breitengraden, wenn wir uns derartig an Gesten erfreuen. Andererseits, oftmals erzürnen wir auch ob zur Schau getragenem Populismus, ergo können wir dies auch bei Gesten tun. Zumal Gesten positiver Natur die Angewohnheit haben, diesen berühmten Funken Hoffnung neu zu entfachen. Denn wo ein Iota Vernunft anzutreffen ist — selbst in diesen engen Grenzen — gründet sich sicherlich eher eine Basis praktischer Vernunft.

  1. Leitkultur etc. pp []

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