Gestern noch haben mehr Menschen die Petition unterschrieben, als die Grüne Mitglieder hat (46.000). Spätestens morgen werden wir die Mitgliederzahl der FDP übertreffen (65.000). Nächstes Ziel sollte die Linke (72.000) sein. Bei den Damen und Herren Politikern scheinen die Nerven so langsam blank zu liegen. Dieter Wiefelspütz, der von den etablierten Medien – mir völlig schleierhaft – immer als Innenexperte zitiert wird, antwortete auf Abgeordnetenwatch auf die Fragen zu seiner Internetkompetenz doch sehr befremdlich: Sehr geehrter Herr, was soll denn ein "Computer" sein, was soll "Internet" sein? Ich habe diese Begriffe noch nie gehört oder gelesen. Ich stamme nämlich aus dem vergangenen Jahrtausend. DNS, TLD, GAGA, GOGO, TRALAFITTI oder was? Mit freundlichen Grüßen Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB. Diese Arroganz ist fast unerträglich und eines Politikers unwürdig. Leider in Deutschland Normalität.
Ein Politiker, der seit Jahren mit Freude und Elan unsere Grundrechte beschneidet, von Karlsruhe eine Ohrfeige nach der anderen kassiert, versucht seine offenkundige Ahnungslosigkeit durch solche Äußerungen zu übertünchen. Ich würde gerne schreiben, dass Wiefelspütz überfordert war und überreagiert hat. Leider kann ich das nicht behaupten, zeugen seine Antworten auf Abgeordnetenwatch generell von einer Blasiertheit und Anmaßung, die unübertroffen sind. Dieter Wiefelspütz ist für mich der Prototyp eines im Elfenbeinturm lebenden Politikers, der nur in einem Land ohne Bürgerinnen und Bürgern glücklich zu werden scheint. Denn erst dann ist er der, der er heute schon glaubt, zu sein. The one and only.
c’t-TV hat sich auch mit dem Thema beschäftigt:
Als Bundesfamilienministerin von der Leyen Anfang April ihre Stoppschild-Initiative zur Eindämmung von Kinderpornografie im Internet vorstellte, übten Online-Experten heftige Kritik und bezweifelten den Sinn dieser Aktion. Nachdem nun immer mehr Einzelheiten über die Sperre bekannt werden, verschärft sich der Ton.
Inzwischen räumt der Sprecher im Bundesjustizministerium Ulrich Staudigl sogar ein, dass man in der Regierung durchaus eine Überwachung der von den Providern betriebenen Stoppseiten-Server durch die Strafverfolgungsbehörden in Betracht zieht. Das c’t magazin stellt die Fakten zusammen.
Noch einmal der Hinweis: ct – Die Argumente für Kinderporno-Sperren laufen ins Leere
Via Cems Sprechblase der Twitter-Flurfunk zu den Schlagwörtern ePetition, Zensursula, Internetsperre, Netzsperre, Netzsperren, Petition, Internetsperren auf wahl.de.
Die Grünen werden nun ob ihrer Beschlüssen gegen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung gefeiert.
Ich sage nur, Vorsicht, lasst Euch nicht verar auf den Arm nehmen. Schon gar nicht von dem grün-gelben Gemüse. Grüne Schizophrenie.
Zum Thema:
Zensursula live @ Rivva
Netzsperren live @ Rivva

9. Mai 2009, 23:29 Uhr @
Schon passiert:
23:27 65027 Unterzeichner
9. Mai 2009, 23:56 Uhr @
Der Wiefelspütz ist wirklich das absolute Highlight des Tages. Das arme Kerlchen scheint wirklich niemenden zu haben, der ihm mal sagt, dass er erstens eine furchtbare Frisur hat und dass man zweitens mit potentiellem Stimmvieh nicht so umgehen sollte. Wenn dein obiges Zitat alles wäre, was ihm heute so entfleucht ist, könnte man es ihm ja noch irgendwie als Fauxpas durchgehen lassen. Aber der Kerl stänkert munter weiter:
Die Epetition scheint wirklich ein voller Erfolg zu sein, wenn die Herrschaften der Großen Koalition schon dermaßen dünnhäutig reagieren.
10. Mai 2009, 00:48 Uhr @
Das sich die Gemahlin unseres Herren Wirtschaftsminister sozial engagiert, so wie es sich halt in solchen Kreisen “gebührt” beim Schampus “das Leid der Anderen” ™ beheben zu wollen, ist ja vielen bereits bekannt. Nur scheint weder sie, noch ihr werter Gemahl die Studie, welche vom eigens unterstützen Verein erstellt wurde, je gelesen zu haben. Hätten sie dies, müssten sie schon lange in’s Grübeln gekommen sein. Obwohl, diese Zahlen stammen ja aus 2005. Seitdem ist das Netz ja viel Böser ™ geworden, und hat massenhaft Amokläufer zutage gefördert, wie auch der kommerzielle Pädoporn um 111% zugenommen hat.
Nichts für ungut – Schönen Sonntag allerseits wünscht Euch allen der ZEITungsleser
10. Mai 2009, 10:03 Uhr @
In letzter Zeit hat sich bei mir als treffendster Begriff für die deutsche Politikerkaste das Wort “Rotzlöffel” etabliert.
Wikipedia sagt dazu:
“Ein Rotzlöffel ist eine Person, meistens ein Kind oder Jugendlicher, die frech, dreist, arrogant und unbelehrbar auftritt, aber auch wehleidig, widerspenstig und weinerlich. Vergleichbar etwa mit einem Bengel und einer Göre.
Diese eher pejorative Bezeichnung ist eine Steigerung der Rotznase – die eine eher neugierige Frechheit beschreibt. Rotz entspricht dem Nasensekret, der Löffel soll an Schwierigkeiten beim Babyfüttern erinnern, wenn Kinder das Essen mit Protest, Geschrei, Blasen und Weinen verweigern.”
Passt doch!
D.
10. Mai 2009, 18:31 Uhr @
Nunja, ich halts mit Pispers:
Wie steigert man eigentlich Arschloch?
Das perverse Weltbild des Dr. Wolfgang Opferschäuble
11. Mai 2009, 12:55 Uhr @
Die Seite von Wiefelspütz auf Abgeordnetenwatch ist ja mal der Oberhammer. Wie will jemand mit solchen Antworten Wähler gewinnen? Ich habe keine auch nur im Ansatz freundliche oder nützliche Antwort von Ihm gefunden.
Auf der anderen Seite: Toll das jemand so offenkundig zeigt, dass er ein richtiges … (das Zensiere ich mal lieber selbst, ist meine Meinung) ist. Bei den meisten anderen Abgeordneten findet man das nicht so schnell heraus.
11. Mai 2009, 21:32 Uhr @
Größer als Die Linke: 72528
14. Mai 2009, 14:16 Uhr @
Es scheint also doch etwas zu bringen, wenn man Leuten wie Wiefelspütz Feuer unter dem Hintern macht. Das Paintball-Verbot ist schon mal vom Tisch.
Jetzt ist Zensursula dran. Auch wenn ich nicht glaube, dass es in diesem Fall genauso einfach wird, denn schließlich ist das “nun wirklich einer der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht.”