Grimme Online Award — Wie man die Kritiker mit Hilfe der Deppen Journalisten von SPIEGEL Online abbügelt

GrimmeDer Grimme Online Award war dieses Jahr sehr erheiternd — und hat dann unterm Strich mit Yahoo-Werbeträgern verdiente Preisträger gefunden. Gleich zu gleich gesellt sich gern. Während ich mir ein wenig Entspannung gegönnt habe, hat der Don weiter berichtet. Auf der Blogbar gibt er dem Adolf Grimme Institu abermals Tipps, wie die Sache zu händeln ist — vergebene Lebensmüh, dann muss auch er einsehen, es reicht. Auf dem Rebellmarkt findet er ein paar Worte für Stefan Niggemeier, wie auch F!XMBR schon zuvor — womit wir gleich beim Thema wären. Wie schon Sascha Lobo mit adical, nutzen Stefan Niggemeier und die Seinen SPIEGEL Online, um dort die Kritiker abzubügeln, die werden schließlich von den dortigen Qualitätsjournalisten nicht gefragt, sondern die Aussagen des EPO-Beauftragten Stefan Niggemeier unreflektiert übernommen.

Der Pannen-Preis — so titelt also Spiegel Online. Tja, wer nun meint, die Kritiker würden zu Wort kommen, weit gefehlt, das Grimme Institut und derern Mitmacher, Preisträger dürfen die Kritiker diskreditieren. Man beginnt mit der Aussage Niggemeiers: Kann bitte jemand den Grimme Online Award aus den Händen dieser Organisatoren befreien? Der SPIEGEL nimmt diese lächerliche und rhetorische Frage für voll, naja, wie sagte meine Oma — hab Dich lieb, ich hoffe Du schaust mir da oben gerade zu — immer bei rhetorischen Fragen: Das ist unredlich. So ist er wohl, der Stefan Niggemeier.

Es folgt der Hinweis auf eine Reihe böser Blog-Kommentare — na, erkennt wer hier, wo der Hase langläuft? Schon mit diesem Satz kann man das Lesen des Artikels abbrechen — böse ist gundsätzlich schlecht und falsch, sprich, alles was bisher zum grandiosen Grimme Online Award geschrieben wurde ist eben schlecht und falsch. Natürlich muss Herr Niggemeier auch ein wenig an die eigene Glaubwürdigkeit denken (siehe Wendehals-Artikel beim Don), und so darf der das Grimme Institut ein wenig kritisieren: Ich erwarte von den Organisatoren eines Preises, der professionell gemachte Internetangebote auszeichnen will, schon eine gewisse eigene Professionalität. Das ist denen dieses Jahr nur so mittel gelungen. Mittel? Ich lach mich tot — böse vs. mittel, na, wer erkennt die Richtung? 😉

Zum Debakel, dass die Abstimmung des Publikumspreises eigentlich noch laufen sollte, als die Gewinner schon bekannt gegeben wurden, sagt Uwe Barfknecht: Die Abstimmung ist um 18 Uhr geschlossen worden.» Zu der Verwirrung habe lediglich eine unpräzise Zeitangabe geführt. Kollegin Bensmann führt aus: Wir haben nie eine Uhrzeit kommuniziert, es hieß immer nur, dass man bis zum 18. abstimmen kann. Ja, das Internet-Dings, das ist schon verdammt schwer. Einen Timestamp zu setzen, anstelle von 18.00h eben 24.00h, vielleicht die automatische Übersendung der Ergebnisse von TV Spielfilm an das Grimme Institut, ja, das ist alles bei den Online-Profis nicht möglich. Liebe Freunde, wenn ich sage, die Abstimmung endet am 18. Juni, dann endet sie um 24.00h des 18. Juni — da kann man sich nicht wirklich rausreden. Es ist peinlich, nicht mehr und nicht weniger.

Zu Mario Sixtus wird gesagt: Bevor über die Nachnominierung des Elektrischen Reporter diskutiert wurde, hatte Mario Sixtus die Jury bereits verlassen. Ich glaube, hier verliert dann das Grimme Institut endgültig die Glaubwürdigkeit — es ist einfach nur noch lächerlich und spätestens jetzt sollte der letzte verstanden haben, dass man sich dort unter Freunden die Preise zuschiebt. Der Kern der Kritik war immer, dass ein Jury-Mitglied nachnominiert wurde — dass es mittlerweile mehrere Versionen gibt, ob, wie und wann der gute Herr Sixtus während den Sitzungen anwesend war, verstärkt diesen Glauben nur noch.

Darüber, dass Alexander Svensson ebenso in der Nominierungskommission sitzt, nicht zurückgetreten ist, er beim Tagesschau-Blog als Co-Autor Texte verfasst hat, dieses nun auch den Preis zugeschoben bekam, dazu sagen ich dann nichts mehr. Peinlicher gehts nimmer — Wortfeld fand ich mal sehr fein und als Anlaufstelle rund um die Medien nicht wirklich schlecht — seit diesen Tagen gehören sie zu dem Dunstkreis derer, die sich Preise zuschieben, sehr schade. Aber das ist nur meine Meinung, es wird sicherlich andere Wort(feld)meldungen geben.

Der Artikel endet, wie sollte es anders sein, mit einer weiteren Diskreditierung der Kritiker. Die Sprecherin des Adolf Grimme Institutes, die gute Frau Bensmann, sagt allen Ernstes: Bei der Nominierung und Juryentscheidung ist alles korrekt gelaufen. Zum Skandal ist das durch die nicht ganz korrekte Darstellung in einigen Blogs geworden. Und hier schalte ich dann ab, danke fürs Lesen dieses Artikels und freue mich sagen zu können, dass Stefan Niggemeier den Preis zurecht gewonnen hat. Gleich zu gleich gesellt sich gern. Na, war das jetzt wieder hysterisch?

Der Grimme Online Award auf F!XMBR:

Grimme Online Award — Wie man sich gegenseitig die Preise zuschiebt

Grimme-Mauscheleien nun schon bei Heise angekommen

Grimme Online Award — Augen zu und durch

Grimme Online Award — Mauscheleien und Öffentlichkeits-Manipulationen setzen sich fort

Grimme Online Award — Reaktionen, u. a. von DWDL und Stefan Niggemeier

Grimme Online Award — Exit Strategie

Grimme Online Award — Post aus Marl

Grimme Online Award — Interview bei Trackback mit Friedrich Hagedorn — Irgendwer lügt offensichtlich

Grimme Online Award — Antwort auf die Post aus Marl

Grimme Online Award — Yahoo-Werbeträger holen den Pokal

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12 Antworten zu “Grimme Online Award — Wie man die Kritiker mit Hilfe der Deppen Journalisten von SPIEGEL Online abbügelt”

  1. Chris sagt:

    Liebe Freunde vom SPIEGEL — dass Ihr nun nachträglich die Kritiker verlinkt habt, macht die Sache auch nicht besser. Was bleibt, ist der Eindruck Eures Artikels, siehe oben…

  2. dante sagt:

    Zum Spiegel-Artikel:

    Warum sollte Mario Sixtus _vor_ der Nachnominierung seines E. R. die Jury verlassen? Doch nur, wenn er _vor_her davon wusste, also noch selbst in der Jury saß. Schiebereien? Ja nee, is klar.

  3. Marnem sagt:

    Hach, ihr lest einfach die falschen Nachrichten. heute.de schreibt:
    «Preisträger in der Kategorie «Wissen und Bildung» wurde «Elektrischer Reporter» von Mario Sixtus, der bis zur Nachnominierung selbst in der Jury des Preises gesessen hatte. Dieser Vorgang war in Fachkreisen heftig kritisiert worden.«
    Zwar verlinken sie nicht auf die Fachkreise, aber alleine die Bezeichnung ist doch schon mal ganz nett, oder?

  4. Chris sagt:

    Das ist wirklich witzig… 😀

  5. […] des Debakels bei der Vergabe des diesjährigen Grimme Online Awards (hier, hier, hier oder hier oder anderswo) wollen wir einmal in Erinnerung rufen, dass so ein […]

  6. mitleser sagt:

    Ich muss mich wohl mal bei Euch/Dir entschuldigen. Ich dachte die ganze Zeit das hier ein wenig Aufgebauscht/Übertrieben wird.

    Dem ist leider nicht so. Es ist alles wirklich so «schmutzig».

    Na gut. Ich habe am letzten Wochenende eh meine Konsequenzen gezogen und verweigere seit dem das lesen vom wirren Ix, Spreehoo und Yameier (die waren in meiner Bookmarksammlung, die anderen Yahoo-Blogs las ich nur sporadisch).

    Ich möchte Fixmbr zu einer klaren und konsequenten Linie gratulieren!

  7. HG sagt:

    Im Vorfeld der diesjährigen Grimme-Online-Award-Vergabe hatte es eine Reihe von Ungereimtheiten gegeben, die vor allem hier (Link zu fixmbr) und hier (Link zur blogbar) immer wieder ans Licht der Internet-Öffentlichkeit gebracht wurden. Ich habe das nur von außen beobachtet und dachte immer, irgendwann kommt jemand vom Grimme-Institut und sorgt im Interesse der Institution, die ja einen Ruf zu verlieren hat, für Klarheit. Zum Beispiel, indem ein paar Leute in der Jury ausgetauscht werden.

  8. kobalt sagt:

    da wollte ich eben schreiben, daß F!XMBR bei SPON verlinkt ist, aber ihr seid ja schneller als die polizei erlaubt.

  9. Grainger sagt:

    Wir haben nie eine Uhrzeit kommuniziert, es hieß immer nur, dass man bis zum 18. abstimmen kann.

    Was für eine lausige Ausrede. 😀

    Wenn ich eine nach dem Kalender bestimmbare Frist ohne explizite Zeitangabe nenne endet diese immer um 24:00 Uhr des Tages.

    Ich habe das eigentlich als Allgemeinwissen vorausgesetzt, eine gemeinnützige Forschungs– und Dienstleistungseinrichtung, die sich mit Medien und Kommunikation beschäftigt müsste das aber auch so wissen.

    Es muss beim Grimme Institut (als Forschungseinrichtung) doch zumindest den/die Eine(n) oder Andere(n) geben, der mal studiert hat und eine Semesterarbeit abgeben musste.

    Da wird als Abgabetermin auch nur ein Datum ohne Zeitangabe festgesetzt und selbstverständlich gilt diese Frist bis um 24:00 Uhr des Abgabetermins. Es zählt da der Poststempel, nicht umsonst bilden sich zu diesen Terminen vor den Fristbriefkästen (wer nicht weiß was ein Fristbriefkasten ist kann ja mal bei Wikipedia nachschlagen) der Universitätsstädte ellenlange Warteschlangen.

  10. Marcel sagt:

    Spiegel-Online gehört auch zu den Preisträgern der Auszeichnung. Was will man von so Leuten auch anderes als Gatekeeping erwarten.

  11. Ich habe nie so wirklich verstanden, was Journalisten, Autoren und Medien-Akteure generell an Preisen so spannend fanden und finden.

    Besteht die wertvollste Auszeichnung nicht aus der Aufmerksamkeit, den Reaktionen und der Relevanz, die Medienschaffende vom Publikum verliehen bekommen?

    Freilich sind die nur bedingt meßbar und auch Quoten oder Auflagenzahlen sind nur Bewertungs-«Krücken» für jene, die selbst nicht in der Lage sind, für sie relevante Qualität zu erkennen.

    Aber als Journalist (in verschiedenen Massen– bzw. «Mainstream»-Medien) haben mich KollegInnen immer amüsiert, die mit Blick auf mögliche Teilnahme an bzw. Nominierungen bei Preis-Ausschreibungen (wieso liegt die Assoziation zum «Preisausschreiben» nur so nah?) ein oder zwei Beiträge pro Jahr besonders aufwändig oder originell publiziert haben.

    Letztlich war und ist mir die tatsächlich erreichte Relevanz meiner journalistischen Arbeit für Publikum und Protagonisten die schmeichelhafteste Referenz an mein Ego. Und im idealsten Fall ein Stück weit Erfüllung meiner Berufung.

  12. […] Auch in Klein-Bloggersdorf werden schon längst Awards vergeben. Nach dem diesjährigen Grimme Online Award und den dabei einhergehenden Mauscheleien hat sich die Macher der “THÜRINGER […]

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