GPL Blacklist

122 Projekte nutzen bereits die GPL v3, wie auch schon bei der v2 dachte man nicht, sondern nutze einfach nur, weil doch die Freiheit so lockte. Das diese Freiheit jedoch, ähnlich wie in der weltweiten Politik, nur eine massive Einschränkung darstellt ist den wenigsten bewußt. Zudem bedarf dazu ohnehin eines Anwalts, der einem die Nutzungsrechte erklärt. Der Ausspruch … as in freedom ist letztendlich einfach nur der blanke Hohn, da wir diese Art von Freiheit gerade hautnah miterleben dürfen in Deutschland, Europa, der USA … scheiß drauf!

9 Antworten zu “GPL Blacklist”

  1. nougad sagt:

    Ich will ja nicht als ständiger Kritiker wirken, allerdings wäre vielleicht eine Begründung zu deiner Aussage nicht schlecht.

    In wie weit schrenkt die GPL die Freiheit ein? Ich glaube keine andere Lizens schützt die Freiheiten von Source Code so sehr wie die GPL, egal in welcher Versionsnummer.

  2. Oliver sagt:

    >Ich will ja nicht als ständiger Kritiker wirken

    Kein Problem ich ja auch nicht 😉

    >schützt die Freiheiten

    Genau da liegt das Problem. Bush/Schäuble, sowie die Regierungen die diesen angehören «schützen» ebenso «nur» die Freiheit. Klar das sind die «Bösen» und RMS ist der «Paladin» der freien Software — aber ehrlich gesagt, ich habs nicht so mit dem Glauben.

    Wir sprechen einfach nicht mehr von Freiheit, wenn wir diese einschränken. Und wer zu feige ist sich Freiheit anzunähern, indem er auch etwas wagt, sollte auch nicht den Begriff Freiheit mit der Phrase as in freedom beschmutzen. Ganz einfache Sache, um die Zweckentfremdung dieser Begriffe dreht es sich. Sollen sie die GPL von mir aus Schutz wie Schutzgeld nennen — denn auf mehr läuft es in der freien Softwarewelt nicht hinaus …

  3. nougad sagt:

    Naja aber das erklärt ja nicht warum die GPL einschränkt. Das einzige was die GPL verhindert ist das Firmen den Source Code eines Projektes nehmen, diesen für ihre Zwecke ge-/missbrauchen und das Endprodukt eben nicht mehr Jedem zugänglich gemacht wird.

    Außerdem werden vor allem in der neuen Version Maßnahmen wie DRM oder Softwarepatente unterbunden. Dies verhindert das der Nutzer in seinen Möglichkeiten die Software zu nutzen etc. eingeschränkt wird.

    Natürlich schränkt die GPL ein. Allerdings schreckt sie ein damit Anwender und Programmierer eben nicht eingeschränkt werden können. Einzig Firmen die ihre Projekte als Closed Source weiter geben sind davon betroffen.

    Jetzt ist es natürlich eine Frage wie man «Freiheit» definiert. Allerdings wird es nie möglich sein jedem alle Freiheiten einzuräumen. Wie man hier schön sieht bleibt die Wahl zwischen Freiheit für geldgeile Firmen oder für Anwender. Und da muss ich sagen trifft die GPL, die sich auf die Seite der Anwender stellt, meine Ansicht von Freiheit besser.

    Außerdem stellt sich die Frage welche Lizenz deiner Meinung nach die Freiheit besser fördert. Denn unter irgend einer Lizenz muss die Software ja veröffentlicht werden, da sonst ein Chaos entsteht, da niemand mehr weiß wie er nun damit umgehen kann. Und das ist sicherlich nicht der «Freiheit» förderlich.

  4. Oliver sagt:

    >Jetzt ist es natürlich eine Frage wie man ?Freiheit? definiert.

    Ja wie *frei* eben und nicht wie *Zwangsjacke*.

    >Wie man hier schön sieht bleibt die Wahl zwischen Freiheit für geldgeile Firmen oder für Anwender.

    >Denn unter irgend einer Lizenz

    Muß man das? BSD lebt seit den frühen 70ern ganz gut. Und dort verlangt man nur die Nennung des Urhebers, mehr nicht. Übrigens nennt selbst die FSF die Lizenz als über die Maße freiheitlich — eben nur ohne copyleft :)

    Mir gefällt auch nicht alles, keine Frage — aber ich habe teils Mut dazu, Freiheit zu wagen. Anders herum betrachtet, wo kommt ein Gros der Entwicklungen her bzw. wo arbeiten viele Entwickler? Na? Okay ich helfe mal, einmal von Universitäten, zum anderen von Firmen. Funktioniert bei Linux so, als auch bei *BSD.

    Bei Firmen ist es klar, viele bezahlen da Entwickler Vollzeit, damit sie an einem Opensource Projekt arbeiten — ich nenne da auch als Plus mal noch Google SoC.
    Dann existieren da die Universitäten, diese nutzen viel Opensource, stellen zu 90% die Mirrors auf den Distros verteilt werden und viele Entwickler nutzen dortiges Knowhow bzw. zum Teil die Ressourcen. Alles kein Problem, schön ist die Gesellschaft.

    Aber was ist mit den bösen Firmen? Das sind ebenso gewaltige Steuerzahler und diese tragen auch derlei Bereiche massiv mit, u.a. auch das evil empire Microsoft. Macht das für mich auch nicht schöner, aber das ist eben Freiheit mit ihren Vor– u. Nachteilen.

    Freiheit die ich meine — free as in …

    Aber davon abgesehen gehen mit derlei starken copyleft Lizenzen auch massive Einschränken für Opensource Entwickler einher — entweder ist es gar ein striktes no-go, ob debiler Lizenzauslegungen oder es ist ein «freiwilliges», zensierendes no-go, weil man sich nicht sicher ist — man ist halt Coder, nicht Anwalt oder aber man findet sich in der viralen Zwickmühle der copyleft-Lizenz wieder, in welche man sich ganz und gar nicht mit seinem Code begeben mag. Letztendlich ist also die Freiheit ad absurdum geführt, die Freiheit des Codes ein Witz auf dem Papier, das Gebetbuch für die Evangelisten, die Zwangsjacke für den Coder.

    Wie man also sieht ist die Freiheit die die FSF meint identisch mit jener von MIT oder BSD Lizenzen. Aber der Schutz, das copyleft, der damit einher geht, ist jener Schutz den man hier bei Schäuble und dort im Ländle von RMS bei Bush vorfindet.

    Ich war mal für viele, viele Jahre ein großer Anhänger der GPL, bis zu dem Punkt als man sich einmal wirklich Gedanken machte und die verwendete Rethorik genauer unter die Lupe nahm.

  5. Peter sagt:

    Das oben genante gilt aber nur für bestimmte BSD Lizenzen: http://de.wikipedia.org/w.….D-Lizenz
    Woher weisst du eigentlich wer die ganzen Linux Entwickler bezahlt? Ich habe danach gesucht, aber nichts gefunden.

    Ansonsten verstehe ich ehrlich gesagt die Kritik nicht, da die BSD Lizenz im Vergleich mit http://de.wikipedia.org/w.….c_Domain dir doch auch wie doch eine Zwangsjacke vorkommen muss, oder?

    Unter welcher Lizenz steht eigentlich das Blog?

  6. Bernd sagt:

    Jetzt ist es natürlich eine Frage wie man ?Freiheit? definiert. Allerdings wird es nie möglich sein jedem alle Freiheiten einzuräumen.

    So? Warum nicht?

    Wie man hier schön sieht bleibt die Wahl zwischen Freiheit für geldgeile Firmen oder für Anwender. Und da muss ich sagen trifft die GPL, die sich auf die Seite der Anwender stellt, meine Ansicht von Freiheit besser.

    Das ist doch — ums noch freundlich zu sagen — Stuß! Wo schützt die GPL Anwender? Die GPL schützt höchstens den Code vor dem Anwender oder Programmierer.

    Und das ist sicherlich nicht der ?Freiheit? förderlich.

    Ich glaube nicht, dass Freiheit dort entsteht, wo man versucht einen Rahmen um sie herum zu bauen. 😉

  7. Oliver sagt:

    @Peter, nope ich schreibs hier nicht noch einmal auf. Und die Zwangsjacke den Namen zu nennen und dich ansonsten zum Teufel zu scheren nehme ich gerne in Kauf, zudem legt auch das Urheberrecht — das vor den Lizenzen steht — die Zwangsjacke Namensnennung auf. Und der Stallmansche Bockmist ob der mehrfachen Namensnennung der ersten BSD Lizenz, bestätigt doch letztendlich nur meine Aussage. Der Mann hat sich nie wirklich mit der Thematik beschäftigt, vor allem nicht mit dem Begriff *Freiheit* und versucht anderen seinen Willen aufzudrücken, free as I say.

    Und die Lizenz vom Blog? Nun mein lieber um mich anzuscheißen mußt du schon früher aufstehen — etwas Niveau wahren wir uns hier auch. Lies es selbst nach oder geh stiften.

  8. nougad sagt:

    ok, Respekt, Überzeugt…

    … zumindest zum Teil. Ich verstehe jetzt was du damit meinst wenn du davon sprichst das die GPL einschränkt. Sicherlich im Gegenteil zur BSD-Lizenz ist die GPL relativ restriktiv. Aber die GPL als Zwangsjacke für Programmierer abzutun halte ich für etwas übertrieben. Man hat einige Probleme wenn mein Code verschiedene Lizenzen verwendet die alle Vorschreiben, dass der Code wieder unter der gleichen Lizenz veröffentlicht werden muss. ABER: (und das ist die andere Seite) gäbe es erst gar nicht so viel Code den ich verwenden könnte, würde es diese Regel nicht geben. Nach deiner Argumentation würde ich die GPL auch nicht unbedingt mit ?Freiheit? in Verbindung bringen, aber nur so gibt es überhaupt eine solche Breite von Quelloffenen Programmen. Ich bin überhaupt gerade am überlegen ob es so etwas wie ?die Freiheit? gibt. Am besten ein Paar Beispiele was ich meine:

    Ein Projekt ist unter BSD lizenziert. Alle haben die Freiheit das Projekt zu nutzen, abzuwandeln und Closed weiter zu vertreiben. ABER: Programmierer die das daraus erschaffene Projekt nutzen wollen haben die Freiheit nicht mehr dies zu tun.

    Ein Projekt ist unter GPL lizenziert. Jemand hat nicht die Freiheit dies abzuwandeln und als Closed weiter zu vertreiben. ABER: Alle Programmierer haben die Möglichkeit das daraus erschaffene Projekt zu nutzen.

    Das meinte ich auch damit einerseits eine Freiheit für eine Firma (ich sage immer Firma aber meine allgemein alle die Interesse haben ein Projekt Closed weiter zu vertreiben) zu haben, oder eben Andererseits für den Programmierer da er mehr Auswahl hat und so auch schlussendlich für den Anwender weil er so auch wieder die Wahl hat. Ich hoffe meine Argumentation ist einigermaßen verständlich (zweifel gerade selbst an der Verständlichkeit ;-))

    Alles in Allem muss ich sagen GPL ist für mich das Richtige. Auch wenn ich jetzt eingesehen habe das die vielleicht nicht unbedingt mit Freiheit gleich zu stellen ist, so halte ich sie dennoch für notwendig und auch gut.

    PS: Sorry für die lange Wartezeit für meine Antwort 😉

  9. Oliver sagt:

    >Man hat einige Probleme wenn mein Code verschiedene Lizenzen verwendet die alle Vorschreiben,

    Profan ausgedrückt mittels eines Beispiels:

    Wenn ich den USA freundlich gesinnt bin und deren Truppenstationierungen im eigenen Land dulde, dann bin ich ein friedfertiger Mensch, anderenfalls gehöre ich zur Achse des Bösen. Umgemünzt auf die Lizenzen, hier BSD, dort MIT, anderswo GPL2 oder GPL3 — verknüpfe das mal und rede dann noch von einem freien Programmierer. Antwort der Lizenz mit dem Copyleft, dann lass es doch bleiben oder migriere mit deinem Code zu GPL. Und nun sollte das Beispiel mit Bush und der USA auch deutlicher werden :)

    >ABER: Programmierer die das daraus erschaffene Projekt nutzen wollen haben die Freiheit nicht mehr dies zu tun.

    Das mag zwar auf gut Deutsch scheiße sein, gehört aber zur Freiheit eben dazu, den Mut haben auch «Mißbrauch» derselbigen zu tolerieren.

    Unterstützung kann vielfältiger Natur sein, diverse Firmen nutzen BSD Code und geben keinen Code zurück. Unterstützen jedoch in «Naturalien», indem sie Veranstaltungen ausrichten, Developer finanzieren (in dem sie diese beschäftigen und Vollzeit für BSD arbeiten lassen) etc.
    Die richtige Arschlochmentalität, wie von der FSF propagiert, findet man bei den Firmen eigentlich recht selten.

    Last not least stört auch der Punkt … as in freedom, … as I wish wäre wohl angebrachter. Denn dieser Bezug auf Freiheit, soll eben tatsächliche Freiheit verdeutlichen und ehrlich gesagt fortwährende Einschränkungen, um Freiheit zu garantieren, den Blödsinn müssen wir uns schon permanent in der Politik anhören.

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