Google und die Klarnamen

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Lassen wir die infantilen Verlage und Zeitungen sterben und widmen uns wieder gehaltvolleren und wichtigeren Diskussionen mit und über Google. Wisst Ihr noch, damals zum Start von Google+ — die Diskussionen und Pseudonyme? Google ist nie wirklich vom eigenen Standpunkt abgewichen, die eine oder andere Absichtserklärung klang nett, doch im Prinzip werden Pseudonyme nur so lange geduldet, bis Google den Account sperrt.Das ist jederzeit möglich und wird genauso noch gehandhabt.

Es ist eine taktische Meisterleistung, dass Google heute, während alle über das LRS sprechen, die Klarnamen-Policy auch im Play Store eingeführt hat. Wer zukünftig im Play Store eine App bewerten, kommentieren möchte, kann das nur noch mit Google+Account tun — mit angeschlossener Klarnamen-Policy.

Genau das ist der Grund, warum Google immer kritisch gesehen werden muss. In der Debatte um das LSR haben sie alle Argumente auf ihrer Seite, das darf dazu aber nicht führen, dass man die wichtige und existentielle Kritik an anderer Stelle gegenüber Google vergisst.

Wir in Deutschland können stolz auf Artikel 5 im Grundgesetz sein. Menschen in anderen Ländern haben nicht dieses Glück. Ich mag Google wirklich, gerade Google+ — doch an solchen Tagen würde ich gerne nach Mountain View fahren und den Verantwortlichen eine schallende Ohrfeige verpassen. Und danach wahrscheinlich Google Glasses testen wollen.

*seufz*

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2 Antworten zu “Google und die Klarnamen”

  1. allo sagt:

    Google hat das Internet an sich verstanden.
    Im Gegensatz zu Facebook und anderen Datensammlern schaffen sie es bisher, dass sie nie so viel zu weit gehen sich die wirklich ueblen Kritiken zuzuziehen. Das liegt einerseits daran, dass sie die richtigen Grenzen kennen, andererseits aber auch daran dass sie immer eine wirklich gute Leistung zurueckgeben.
    Googlemail? Die waren der Startschuss dafuer, dass E-Mail Konten heute statt ein paar Megabyte immer gleich Gigabyteweise Speicherplatz bieten.
    Google Talk? In dem Moment wo Google auf seinem Jabber-Interface dazu (intern nutzen sie angeblich kein XMPP) angefangen hat Server2Server zu unterstuetzen hatten sie sofort den Rueckhalt der Community. Ich chatte von einem anderem Account oefters mit Leuten die XMPP nur via Gmail kennen. Fuer mich kein Problem, fuer sie kein Problem.
    Werbung? Personalisiert? Ja klar, aber unaufdringlich. Fuer Google-Textads haette keiner einen Adblocker erfunden, auch wenn sie von verschiedenen Systemen nun blockiert werden.

    Nur Google+, da sieht es anders aus. Sie haben sich die Kritik eingefangen und nicht sinnvoll reagiert, sie bleiben stur und bauen keinerlei andere Moeglichkeit ein. Sie verstossen damit (aehnliche wie Facebook) in Deutschland sogar gegen das Gesetz dass solche Dienste wenn angemessen machbar pseudonym nutzbar sein muessen. Aber vor allem blockieren sie sich damit den Wachstum ihrer Community und verscherzen es sich mit einigen sog. Multiplikatoren.
    Da fragt man sich doch, warum? Das ist kein Zufall. Sie haben die Kritik mit Sicherheit wahrgenommen, die noetigen Aenderungen waeren einfach machbar und zumindest die Aenderung dass nur Google den Realnamen kennt alle anderen aber nur das pseudonym waere zumutbar im Sinne von dass sie im Zweifelsfall bei Hetzreden oder was immer ihr Horrorszenario ist einen Namen haben den sie weitergeben koennen.
    Trotzdem beharren sie darauf, dass man nur unter echtem Namen teilnehmen darf. Da muss ein tieferer Sinn fuer Google dahinter stecken. Datamining waere ein Ansatzpunkt, laesst sich aber auch wieder bestreiten weil da ja ein Realname den nur Google kennt reichen wuerde.
    Eine harmlose Variante waere natuerlich, dass Google tatsaechlich noch glaubt, dass Realnamen Trolle verhindern. Aber ich denke da kennt auch Google die entsprechenden Studien und auch einfach Erfahrungen, dass einige Leute auch unter Realnamen rumpoebeln, teils zum trollen, teils weil sie es einfach ernst meinen.

  2. geheim sagt:

    Das ist problematisch — wie schon bei den Ebay-Bewertungen wird auch das schnell zu enormen Streitigkeiten führen. Wir erinnern uns hier an diverse Klageandrohungen, Klagen, Abmahnungen und sonstige Belästigungen, weil jemand auf Ebay eine schlechte Bewertung abgegeben hat. Im Play Store wird es dann schnell ebenfalls so gehen — Pseudonyme schützen vor sowas.

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