Google tritt die Netzbeschmutzer in den Staub — Part II

Ist das Leben nicht wunderbar, zumindest manchmal. Nach Part I, folgt nun der nächste Schritt, nach den Paid Links sind nun die PayperPost–Schreiberlinge dran. Google versucht sich weiter daran, die eigenen Suchergebnisse zu verbessern. Und das ist auch gut so, liebe Bloggerinnen und Blogger. Für den normalen Internetuser kann es nur gut sein, wenn Google gegen die Netzbeschmutzer weiter vorgeht. Wer schon mal nach einem Produkt gesucht hat, weiß wovon ich rede — die ersten Seiten sind mittlerweile durchsäht mit irgendwelchen kommerziellen Dreck, völlig unbrauchbar, nur auf den Klick auf die eigene Werbung aus, kein eigener Inhalt — schlicht und ergreifend Spam. Und dass Google mit dem neuen Kurs genau ins Schwarze trifft, zeigen die Reaktionen derer, die eben genau das tun, das Internet beschmutzen, ausnutzen, es zu dem Moloch gemacht haben, zu dem es heute schon fast geworden ist. Es als ein Jammern zu bezeichnen, wäre noch freundlich ausgedrückt — was für Heulsusen. Ein treffender Kommentar, den ich zu der ganzen Geschichte gefunden habe: Wer Eier in der Hose hat, sperrt den Google-Bot ganz aus. Alles andere ist nur dumm-dämliches Gerede und zeigt, wie sehr Euch Google in dieselbigen gerade tritt.

Dem ist eigentlich kaum noch etwas hinzuzufügen. Da wird von einem Kreuzzug gefaselt, von einem arischen Rassenwahn — ehrlich, kein Scherz, da macht man sich wirklich ganz ernsthaft Sorgen über die Gesundheit mancher Blogger da draußen. Da werden demonstrativ Google-Anwendungen, wie der Google Reader, Google Analytics und andere gelöscht, man lässt sich von der Anhängerschaft feiern — zeigt im gleichen Artikel aber was für ein Weichei man ist, der Google-Bot jedoch, der darf noch gerne kommen, bringt er doch Traffic, somit Geld. Wer soll diese Leute eigentlich noch erst nehmen? Ich kann und werde es nicht mehr. Lediglich von Robert erwarte ich die Konsequenz, die er demonstrativ diskutiert — obwohl bei der (fairen) Werbekennzeichnung warte ich ja auch noch. Der Witz des Tages dabei ist ja jetzt noch, dass alle nach einer Alternative schreien — und was kommt dabei raus? Yahoo. Ich glaube, lächerlicher geht’s kaum. Das wäre ungefähr das gleiche, als würde man Feuer mit Benzin bekämpfen. exalead wäre vielleicht eine Alternative — für die Zukunft. Dort kann man sogar mit den Entwicklern in Kontakt treten. Das Auge isst ja bekanntlich mit — mir gefällt die Seitengestaltung von exalead verdammt gut. Warten wir es ab.

Viele trotzige, kleinkindliche Kommentare sind zu der Geschichte natürlich auch zu lesen. Wen interessiert schon ein PR von 0, das Ranking ist wichtig, Google kann uns gar nichts, es werden sogar offen Rechtsverstöße — dann werden Paid Links demnächst halt versteckt — angekündigt. Könnt Ihr alles gerne tun, ich würde mich drüber freuen — ich habe jetzt schon Teile für den 3. Artikel dieser kleinen Serie im Kopf — dann nämlich, wenn Ihr eine Abmahnung von einem Wettbewerber auf dem Tisch habt oder Google Euch im nächsten Schritt dann komplett aus dem Index schmeißt. Und das wäre dann ein wahrer Freudentag — denn eines ist und bleibt (zur Zeit) klar — Google liefert einfach die besten Suchergebnisse. Und so sehr ich Google an anderer Stelle1 kritisiere, nutze ich Google weiterhin als Suchmaschine Nummer 1 — aber auch nur als Suchmaschine, und geschützt.2 Das restliche Gedöns habe ich mir vielleicht mal angeschaut, um zu sehen, um was es geht. Das war’s dann aber auch — wenn ich sehe, wie sehr manche Leute Ihr Online-Leben von diesem Riesen abhängig machen, muss ich fast schon schmunzeln obwohl man eigentlich mit dem Kopf schütteln sollte.

Google tritt den Netzbeschmutzern gerade richtig in die Weichteile — herrlich. Das Jammern ist noch viel schöner zu beobachten. Bei fast jedem Artikel, den ich heute zu der Geschichte gelesen habe, musste ich grinsen. Ich freue mich schon auf den nächsten Schritt Googles — wenn es ans Ranking geht, wenn Webseiten aus dem Index geschmissen werden, wenn AdSense-Accounts gekündigt werden. Denn dann wird es richtig weh tun, geht es doch an die Geldbörse der Netzbeschmutzer. Und auch dann werde ich hier lachend vor dem Rechner sitzen — und sage mir niemand, er hätte von nichts gewusst. Google hat es vor Monaten angekündigt. Ihr habt jahrelang willig die Beine breit gemacht nach Googles Spielregeln gespielt, jahrelang das Netz beschmutzt, nun ändert Google ein wenig die Spielregeln, back to the roots, für bessere Suchergebnisse, weniger Spam, weniger Dreck — und die Heulsusen sind losgelassen. Wenn Google so böse ist, wie Ihr behauptet, sperrt ihn aus — Ihr habt die Wahl, ob Ihr mit Google zusammenarbeiten wollt. Man könnte jetzt sagen, dass sei Marktwirtschaft, niemand zwingt Euch, mit Google gemeinsame Sache zu machen. Aber diesen kleinen Hinweis lasse ich dann doch — aber es ist schon witzig, dass die, die sonst eher FDP-Positionen postulieren, nun nach Papa Staat schreien, weil Google so böse mächtig ist. Ridiculous.

  1. Der Datenschutz, die Datenkrake, genau da ist die Gefahr, und nicht, wenn ein paar Netzbeschmutzer jammern… []
  2. Adaptive Referer Remover, Adblock Plus, Adblock Plus Element Hiding Helper, CS Lite, CustomizeGoogle, Layerblock, NoScript, PopupMaster []

10 Antworten zu “Google tritt die Netzbeschmutzer in den Staub — Part II”

  1. ogee sagt:

    Da bereue ich es schon fast das ich meinen Blog geschlossen habe — kein schadenfroher längerer Beitrag also meinerseits zum Thema 😉

    Kann mich Deiner Meinung nur anschließen. Das ewige Gejammer und SEO-Tip Geschwafel der Popstar-Blogger wird nun jäh geknackt. Es scheint das Ende der Linkhurerei ist gekommen. Content rules!!!

  2. […] ob er nicht seine Robotsttexte an die Tür zu seinem Rootverzeichnis anschlagen soll, nachdem die Hüter des Grossen Botes mal wieder durch die Heiligen Hallen gefegt […]

  3. EuRo sagt:

    Tut richtig gut, einer derer zu sein, die sich darüber amüsieren können. Aber die Metapher taugt nicht: Entweder ich habe Eier — dann gebe ich ihnen nicht die Gelegenheit reinzutreten — oder ich habe keine, dann treten die zwar, aber was treffen die dann eigentlich?
    Aber das ist ja alles Korinthenkackerei :-) — ich bleibe independent.

  4. tex sagt:

    Ich finde es gut, dass Google die Pay-Blogger abstraft, du hast mit deinem Beitrag vollkommen recht. Ich wollte mich mal über eine Firma informieren, aber das einzige was ich in Google gefunden habe, waren haufweisen bezahlte Trigami Posts. Der hat einfach nur genervt.

  5. […] die große, nette Suchmaschine versucht mal wieder die Qualität der Suchergebnisse zu verbessern und straft Pay-Blogger […]

  6. Auch wenn ich persönlich die Marktmacht von Google sehr kritische sehe, finde ich das Vorgehen gegen Betrüger — und nichts anderes sind bezahlte Blogger — zu 100% gerechtfertigt und die Klagen jämmerlich.

    Bei bezahlten Links bin ich indes anderer Meinung. Hier ist das Vorgehen Googles (wenn es denn alles so stimmt, wie es beschrieben wird) wettbewerbsverzerrend. Wer einen Link verkauft, soll dies auch ohne Google Ad-Sense tun können.

    Hierbei nutzt Google die Vormachtstellung der (an sich unprofitablen) Suchmaschine, um die profitable Anzeigenvermarktung zu stärken.

    Wie sooft — eine Medallie mit zwei Seiten.

    Ich bin ja mal gespannt, ob Google auch gegen andere Medien vorgehen will, bei denen redaktionelle Inhalte und bezahlte Berichterstattung eng verwoben sind. Da würden die Damen und Herren aber viel zu tun bekommen 😉

  7. Marc sagt:

    Ich kenne nur die berühmten Trigami-Posts und keine anderen PayperPost-Systeme, aber ich finde die vorgeschriebene Kennzeichnung dort durchaus ausreichend.

    Ob man allerdings seinen LeserInnen einen solchen Beitrag wirklich anbieten möchte, halte ich auch für fragwürdig …

  8. cineastentreff sagt:

    Leider hat es aber nicht nur Seiten mit gekauften Links getroffen. Auch Seiten, die von überall her kostenlose Links auf den Inhalt bekommen, wurden abgecancelt.

    Das wir unsere Redakteure für ihre Artikel bezahlen müssen, liess sich leider nicht vermeiden.

  9. Oliver sagt:

    Nichts für ungut, aber das ganze ist wohl ein recht wackliges Unterfangen, um Leute auf Dauer zu entlohnen. Insbesondere deswegen, weil man sichauf Gedeih und Verderb auf einen einzelne, hier Google, verläßt. Und Google spielt zudem kaum mit offenen Karten …

  10. Bernhard sagt:

    Hut ab! Ich habe jede Zeile genossen.

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