Google streift nun auch durch deutsche Gefilde

Das allsehende Auge Googles treibt schon seit längerer Zeit in den Staaten sein Unwesen und erfreut einerseits Suchende mit detailreichen Aufnahmen der Umgebung, erzürnt andererseits auch Anwohner die ihre Privatssphäre verletzt sehen. Die Rede ist von Google Street View, welches das bestehende Maps Projekt erweitert, um Aufnahmen vor Ort die persönlichen Fotos gleichkommen. Während man sich in den USA damit begnügt die Privatssphäre der Leute zu schützen, indem man lediglich auf Anfrage entsprechende Dinge verhüllt, gibt sich die EU damit nicht zufrieden — ergo muß man auch hierzulande nicht mit derlei tieferen Einblicken rechnen. Das Google neuerdings auch einen Blurr-Mechanismus in Erwägung zieht, mag nach Einsicht klingen, allerdings installiert Google diesen Mechanismus nur, wenn damit auch ein Automatismus einhergeht. Sprich händisch mag man sich nicht darum kümmern, insofern ist man zumindest in den Staaten selbst darauf angewiesen etwaige Einblicke zu melden. Auch wenn die EU nun heftigst mit dem Säbel rasselte, ist Vertrauen das eine bei diesem Konzern, Kontrolle jedoch die adäquatere Lösung.

Wobei wir auch eines nicht übersehen sollten, Google ist nicht alleine da draußen. Microsoft experimentiert ebenso damit, genauso wie einige Städte mit lokalen Lösungen und auch die Deutsche Post plant ein derartiges Projekt. Ehe man sich versieht ist man auch schon digital durchleuchtet und der Staat hat daran gar mitunter noch den geringsten Anteil.

via futurezone.orf

9 Antworten zu “Google streift nun auch durch deutsche Gefilde”

  1. Rudi sagt:

    Das schoenste bei Microsofts live search maps ist der 404-Fehler, wenn man den Link zu den Datenschutzbestimmungen klickt. Wie ein Zufall doch die Realitaet entlarven kann…

  2. Bogus sagt:

    Man hat eigentlich gar keine andere Wahl, sich dem zu entziehen. Sei es die Suchmaschine Google, sei es Map von Google und weiss ich noch alles.

    Aber ich finde viel schlimmer, das man dieses alles zugelassen hat. Alle meckern über M$ und das zurecht, aber keiner sieht die Gefahr oder man will sie nicht sehen. Nur ganz wenige sagen, das Google bald noch mehr Macht haben wird als M$.

    Anderseits muss man Google hochanerkennen, das sie auch viel für OSS machen. Sie haben einiges dagegensetzt. WEr weiss, was gewesen wäre, wenn Google es nicht gegäben hätte. M$ überall, das mag ich mir nicht vorstellen. Dann ist mir lieber zwei Mächte bekriegen sich.

    Aber wer wird da gewinnen ?

    Tschööö

    Bogus

  3. Oliver sagt:

    >Alle meckern über M$ und das zurecht

    Nein es ist zum Gros Blödheit, denn anstatt zu Meckern hätte man Alternativen ergreifen und fördern sollen. Mit der Zeit haben sich sogar völlig abstruse Verschwörungstheorien und urban legends in puncto Technologie gebildet die man leicht entkräften kann, da ohne Substanz. Über bleiben dann verunsicherte User die nicht mehr wissen was sie denn glauben sollen und die tatsächlich essentiellen Dinge aus den Augen verlieren. Es ist überall das gleiche, man kann über tatsächliche Mißstände kurz und knapp aufklären, gleichermaßen aber auch die Alternativen fördern. Beispiel wäre auch die teils nur noch vorhandene Hetze gegen die Musik Industrie, dabei liegt die Alternative doch so nah. Sie muß nur auch genutzt werden.

    >das sie auch viel für OSS machen.

    Man sollte immer eines bedenken, auch wenn es noch so nett ist, es ist reiner Pragmatismus. Egal ob nun bei Sun, Google und wie sie alle heißen oder gar neuerdings auch bei Microsoft.

  4. Bogus sagt:

    Ja sicher liegt die Alternative vor der nase, in SAchen Musik, zum beispiel Jamendo.
    Da ist nicht der Meinstream zuhause, aber da sind einige Perlen drunter. Echt schade nur, das sie keiner so richtig wahr nimmt, obwohl das ein Segen sein kann. Weil durch den Mainstream sind auch einige Musiker Grössenwahnsinnig geworden, die vorher eigentlich sehr genial waren.

    Klar wollen so firmen wie Sun etc. Geld verdienen, aber warum auch nicht ? Mit Support bei OSS sich das Geld zu verdienen, finde ich sehr ok. M$ hat nun gesehen, das bman mit OSS auch Geld verdienen kann. Aber siehe OOXML, haben sie wie immer den Bogen überspannt.In dem sie ihre Macht ausgenutzt haben.

  5. Stefan sagt:

    Alles schon dagewesen ..

    DER SPIEGEL 46/1998 vom 09.11.1998, Seite 90

    Tür und Tor geöffnet

    «Für ein ähnliches Unterfangen in Deutschland braucht es — dank modernster Technik — keine umherirrenden Lichtbildner mehr: Um etwa alle Häuser Hannovers zu filmen, benötigte die Firma Tele-Info aus dem niedersächsischen Garbsen gerade mal 48 Kameras und 120 Stunden. Sechs Mercedes-Transporter, jeder mit acht automatischen Kameras bestückt, fuhren die Straßensafari, ihre Bilddaten wurden digital gespeichert.»

    Damals war Google kaum mehr als ne Idee..

  6. Oliver sagt:

    Wenn interessiert der Spiegel und irgendeine Knipserei lokaler Minifirmen? Keinen. ’98 ging Google als Test online, die Idee war schon längst umgesetzt.

  7. kobalt sagt:

    Bogus:
    Auch Google ist nur eine Firma, allerdings eine die entdeckt hat, daß auch Image, Reputation und Daten sich in Geld umrechnen lassen.
    —————-
    Wenn wir nun alle photographiert werden, könnten wir das doch nutzen, und uns mit dem jeweiligen Lieblings-Protest-T-Shirt ablichten lassen. SO

  8. Oliver sagt:

    Nur eine Firma … ist Grund genug sich sorgen zu machen.

  9. […] werden. Denn Google weiß eines, zwar sind sie tatsächlich nicht per se böse, aber sie befleißigen sich auch eher eines pragmatischen Habitus und dem gilt es das eine oder andere Mal einen Riegel […]

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