Google Street View & Analytics

Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, bleiben die Fahrzeuge von Google Street View vorerst in der Garage. Lustig in dem Zusammenhang: Die Splitterpartei CSU möchte den Erfolg für sich verbuchen: Joachim Herrmann (CSU) ist zufrieden. Auf dem Schreibtisch des bayerischen Innenministers liegt ein Brief von Google-Mitarbeitern. Darin steht, dass die Autos des Internet-Riesen in der Garage bleiben — zumindest so lange, bis die Fahrzeuge keine W-Lan-Netzdaten mehr erfassen können. Doch Google stellt klar: Wir haben bereits in unserem Blog verkündet, die Street-View-Fahrten zu unterbrechen.» Und zwar nicht nur in Bayern, sondern auf der ganzen Welt. […] Wir haben einen Fehler gemacht und wollen das Vertrauen der Nutzer wiedergewinnen. Größenwahn ist in Bayern schon immer weit verbreitet gewesen.

Lesetipps:
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Google Streetview, Nerds und ihre Spielzeuge

Dass Google Analytics gegen deutsche Datenschutzgesetze verstößt, ist ein offenes Geheimnis. Aber, fast alle nutzen es, und somit wird es nicht nur von den Medien, sondern auch von manchen Bürgerrechtlern totgeschwiegen. Golem, berichtet, dass Google auch in diesem Punkt reagiert hat: Google hat ein Browser-Plugin veröffentlicht, das den Webanalysedienst Analytics im Browser abschaltet. […] Mit einem Plugin können Anwender den Webanalysedienst Analytics in ihrem Browser abschalten. Das Opt-Out-Plugin schaltet die Javascripts ab, die Webseiten verwenden können, um Informationen zum Surfverhalten eines Anwenders für Google zu sammeln.

Download des Plugins

In beiden Fällen ist es natürlich ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, doch noch immer sind die Dinge suboptimal geregelt. Korrekt wäre es, wenn die Menschen bestätigen müssen, dass Google Street View oder Analytics Daten über sie erfasst, sprich das Opt-In-Verfahren wäre die richtige Herangehensweise, nicht das nachträgliche Opt-Out-Verfahren.

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11 Antworten zu “Google Street View & Analytics”

  1. Robert B. sagt:

    Wer Datenschutz und Bürgerrechte ernst nimmt, darf die Problematik hinter Google Analytics nicht verschweigen! Ich schreibe hobbymäßig bei einem regionalen Zeitungsprojekt, dass auch einen Fokus darauf hat (große Serien schon über die Überwachung des öffentlichen Raums) und wir haben uns ohne große Diskussion – deutsches Datenschutzrecht ist da eindeutig – von dem Dienst verabschiedet. Es ging dabei nicht nur um die rechtliche Seite, sondern vor allem um die Glaubwürdigkeit.

  2. der wanderer sagt:

    Hm, aber macht das Plugin von Google nicht das gleiche, was Adblock eh schon für mich erledigt?
    Ok, das Plugin würde Analytics auch auf den Seiten deaktivieren, auf denen ich Adblock deaktiviert habe, weil ich die Seiten unterstützenswert finde.

  3. olhe sagt:

    >weil ich die Seiten unterstützenswert finde.

    Nur nebenbei, du finanzierst wie jeder andere Konsument die Werbung und konsumierst diese später auch noch? Okay, wollte ich nur nebenbei bemerkt haben, aber für eine Belästigung zu bezahlen hat schon was.

    Ich denke mal, das müßte man jedoch erst verifizieren, der Google Plugin vermag da mehr und gezielter als Adblock.

  4. C sagt:

    Ich finde ein Opt-In bei google Analytics sehr sinnvoll, vor allem, da so etwas recht simpel Lösbar wäre.

    Jedoch bringt so etwas auch einige EU-Spinner auf dumme Gedanken, die dann vordern, dass es auch für jede einzelne Seite so etwas für Cookies geben muss… (Und welche Seite nutzt keine Cookies, selbst Fefe nutzt Cookies…)

  5. olhe sagt:

    Google ist nur exemplarisch zu sehen, eine allgemeingültige Lösung in diversen Bereichen wäre letztendlich tatsächlicher Datenschutz. Und da gehören private Angebote ebenso hinzu wie Google & Co.

    Und Cookies, fefe benutzt diese für die CSS-Styles (man kann das alte nutzen und ohne Cookie surfen), sind imho eine regelrechte Pest, ohne jeglichen Nutzen. Es existieren genügend andere Möglichkeiten. Ich arbeite beispielsweise mit einem generellen Verboten und einer Whitelist.

  6. olhe sagt:

    Ich verstehe nicht, wenn diverse Zeitgenossen hier ihre in Fäkalsprache verpackte «Meinung» feilbieten möchten und zudem der Grundbegriffe nicht gewahr sind. Wir sind keinesfalls dafür da Bildungslücken zu schließen, zumindest erst ab einem gewissen von uns festgelegten Level. Ein Geheimtipp, die Wikipedia. Wir mögen zwar nicht mit allem dort einverstanden sein und mancher Fachartikel gereicht auch mehr Nonsense, denn Aufklärung, aber gerade für grundlegende Begrifflichkeiten usw. ist diese nahezu perfekt. Und anstatt hier herumzuzetern macht man einen Tab auf und sucht dort sein Glück.

    Ich hätte hier nun zwar auch Antwort geben können, aber ehrlich gesagt manifestiert sich die Denkstase schon viel zu lange in Deutschland … es ist an der Zeit dies zu ändern. Seht es als Motivationsschub :-)

  7. Tobias sagt:

    In Bezug auf die Browser-Erweiterung hätte ich hier noch ergänzende Informationen. Insbesondere die Tatsache, dass der Websitebetreiber das ganze außer Kraft setzen kann, halte ich für bedenkenswert.

  8. olhe sagt:

    @tobias, gibts derlei Infos auch aus vertrauenswürdiger Quelle? Weil die beiden Deppen von Adblock und Noscript haben es sich bei mir da seit einiger Zeit verspielt, da beide ob Konkurrenz-Denken gegenseitig versuchten die Extension des jeweils anderen zu sabotieren. Und letztendlich ist auch eine solche Extension wieder nur Konkurrenz.

    Ich nutze btw. privoxy, zwar zusätzliche Software, aber weitaus effektiver und seit Jahren absolut vertrauenswürdig.

  9. Tobias sagt:

    Naja, man kann sich den Javascript-Code der Browser-Erweiterung ja anschauen:

    (function(){var a='window["_gaUserPrefs"] = { ioo : function() { return true; }}', b=document.createElement("script"); b.type="text/javascript"; b.innerText=a; document.documentElement.insertBefore(b);})()
    Da wird tatsächlich nix anderes gemacht, als eine JS-Variable (ein Array) namens _gaUserPrefs zu setzen. Das heißt also, dass der gesamte Analytics-Code trotz Extension heruntergeladen wird, gestartet wird und dann erst prüft, ob’s die Variable gibt und falls ja (hoffentlich) die Arbeit einstellt.

    Klar, mit Privoxy ist das deutlich eleganter und auch wirkungsvoller.

  10. wichtiges sagt:

    Google geht das Thema Datenschutz an…

    […] Suchmaschine eingelenkt und bei seinem Webmasterservice Google Analytics eine Änderung vorgenommen: Der […]…

  11. […] sieht es beim Thema Datenschutz aus. Sollte Google also weiter neue Datenskandale produzieren (was ich von der Art und Weise wie Google arbeitet und vor allem organisatorisch aufgestellt ist […]

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