Google kauft Twitter?

Fragt Cem nebenan auf der Sprechblase. Google dürfte, gerade in heutiger Zeit, das einzige Unternehmen sein, welches sich das Spielzeug Twitter leisten kann. Risikokapital hat Twitter zwar gerade erst eingenommen – ein Geschäftsmodell hat man aber nicht in der Schublade. Ich persönlich sehe auch kein Geschäftsmodell. Die Diskussionen hier und da verfolge ich laut lachend. Es läuft immer wieder auf die selben Ideen heraus: Premium Accounts, Werbung, etc. pp. Und wenn das Überhand nehmen sollte, wird der Monopolist schnell seine Marktstellung verlieren – bessere Alternativen stehen bereit, gerade für Unternehmen, für geschlossene Systeme. Google wird das natürlich wissen. Bleibt die Frage, ob sich Google Twitter wie YouTube ohne Idee eines Geschäftsmodelles leisten wird. Bei YouTube suchen Horden von Google-Angestellten auch nach einem Geschäftsmodell – und finden es nicht. Sollte Google wirklich Twitter übernehmen, dann ausschließlich wegen dem eigenen Renommee und dem Ziel, Web-Monopolist zu werden. Ich denke nicht, dass Google sich nach YouTube noch einmal verkaufen wird. Aus Erfahrung wird man klug. Harte Zeiten liegen auch vor Google – und die Web-2.0-Blähungen in Form von 140 Zeichen lassen sich nicht wirklich refinanzieren…

, , ,

5 Antworten zu “Google kauft Twitter?”

  1. phoibos sagt:

    vielleicht sollte google noch mit amazon zusammengehen… dann könnten sie sich in skynet umbenennen. erschreckenderweise wird niemand etwas dagegen tun, dass google zu einer supradatensammelbehörde wird — vielleicht microsoft (erschreckender gedanke irgendwie). diese monopolisierung unserer daten macht mir doch angst, doch wieviele haben heute noch genug geld, gegen google oder microsoft anzustinken?

  2. Sebastian sagt:

    Ist das denn wirklich so schwer mit dem Geschäftsmodell?
    Das ganze 140 Zeichen System ist doch auf SMS angelegt. Warum werden denn nicht einfach viele Funktionen per SMS zur verfügung gestellt.
    Das posten des Status dann per Premium SMS(Nein, nicht 3,99€, aber 0,29€ tun es doch auch, wenn man die kritische Masse hat.)
    Das in diesem Bereich (leider) nahezu unendlich Geld rumfliegt sollte doch heutzutage jeder begriffen haben.

    p.s.. ich finde Twitter zum kotzen doof, aber das fand ich ya*ba monatsabos ja auch :-/

  3. dakira sagt:

    Hier kostenlos mein Twitter Geschaeftsmodell:
    Twitters einziger (monetaerer) Wert ist wie bei Facebook das gesammelte Wissen ueber User. Bei Facebook sind die Daten fuer Firmen allerdings nicht so leicht auswertbar (allein schon rechtlich bedenklich, wenn facebook stumpf personalisiert das Nutzerverhalten verkaufen wuerde),

    Bei Twitter sind diese Informationen allerdings von vornherein oeffentlich. Was interessiert zu welchen Zeiten die Menschen? Welche Personengruppen interssieren sich zu welchen Zeiten fuer mein produkt, wie sind sie vernetzt, was haben sie zu sagen?

    Sicher.. diese Informationen sind auch jetzt schon ueber twitter-suchen verfuegbar. Allerdings relativ schwer auswertbar. Genau da kann Twitter ansetzen und sie kommerziellen Kunden perfekt vorverarbeitet zur Verfuegung stellen. Fuer Kohle versteht sich. fuer die Markt«forschung» koennte Twitter so zum Powertool werden.

    PS: Ich nutze kein twitter 😉

  4. Daniel sagt:

    Ich sehe das wie der Vorposter:
    Kapital eines solchen «Unterhaltungsnetzwerkes» (nehmen wir die Blähungen mal als Gesprächsversuch wahr 😉 ist das datamining. Hier allerdings nicht auf die User direkt bezogen (wie bei facebook mit in (naher oder ferner) zukunft mit perfekt abgestimmter werbung) sondern mit der «schwarm intelligenz» der user masse.
    a sieht lustiges video, zwitschert es an b, der an .….
    dinge von «gehalt» ™ werden per schneeballeffekt gehypt.

    Dies ließe sich zur verbesserung der websuche einsetzten: was ist beliebt. grade, im letzten monat, etc. hier sieht man nicht wie bei facebook die auswertung nach «so und so viele deutsche stehen auf cokacola und oralsex» und «so und so viele hispaniks tragen polo hemden» sondern, danach, welche seiten oft besucht sind, in welchem «kontext» sie erwähnt werden (meißtens wohl «lol», «rolf», «numb» «ass», etc.
    der (durch eine «google hat es gekauft, also bekommt es eine api») möglich gewordene blick auf große «gruppen» kann einiges wert sein. denn twitter ist wie gesagt kein spiegel von vorlieben, und wünschen, sondern von echtem verhalten!

    (allerdings müsste goolge dann auch tinyurl, etc. kaufen. denn wenn der twitter crawler allenl links folgt.…. ist tinyurl platt.)

    doch bis zu einem solchen zustand ist es ein weiter weg, und es muss sich erstmal ein interesse an so etwas bilden. und vorher wird nicht investiert, und vorher wird kein interesse entstehen.….
    huhn oder ei, das gleiche dilemma, aus dem man sich langsam aus youtube erst raus «evolutioniert»

  5. dakira sagt:

    @Daniel
    Naja.. so weit wird der Weg bis dahin nicht sein. Laut eigenen Aussagen arbeitet Twitter ja an einem Konzept von kommerziellen Kunden Geld zu bekommen OHNE fuer kommerzielle Accounts Geld zu verlangen.

    Viel bleibt da nicht als ihnen gezielt datamining anzubieten.

RSS-Feed abonnieren