Google is evil

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Vor ein paar Tagen schrieb ich: Irrational. Ihr kennt sicherlich diese ganzen Websites oder Apps, bei denen man sich registrieren kann, bzw. muss. Die meisten Dienste bieten den Connect via Twitter oder Facebook an. Ich habe noch nie diesen Service angenommen, wenn notwendig habe ich mich per Hand registriert. Nun hat Google sein Google+ Sign-in vorgestellt und ich habe festgestellt, dass ich damit kein Problem hätte. Vertraue ich Google? Nicht wirklich, aber doch weitaus mehr als Facebook und Twitter. Irrational. Das war nicht nur irrational, sondern falsch. Google spielt in einer Liga mit Facebook und Twitter.

Man kann es übertrieben als schwarzen Mittwoch bezeichnen, was es aus dem Hause Google heute zu lesen gab. Den Anfang machte die Nachricht, dass Google damit begonnen  hat, alle Adblocker aus dem Play Store zu entfernen. Eine Entscheidung gegen die Nutzer. Und Entwickler: Jeder Entwickler, das zeigt der heutige Zeit, muss täglich damit rechnen, dass seine Apps aus dem Google Play Store verbannt werden. Google zeigt hier dasselbe Verhalten wie auch Apple. Nur weil es sich Android nennt, und nicht IOS, heißt es nicht, dass Google nicht genauso willkürlich handelt, wie Apple es seit Anbeginn vormacht. Meine Einstellung ist bekannt: Für gute Apps bezahle ich gerne, zahle einen Obolus um auf Werbung zu verzichten. Auf Webseiten jedoch möchte ich keine Werbung sehen — zumal gerade das Datenvolumen, insbesondere im digitalen Entwicklungsland Deutschland, eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Die Freiheit von Android hat Google spätestens mit diesem Handeln beerdigt.

Als wäre diese Nachricht nicht genug, hat Google heute angekündigt, dass der Google Reader eingestellt wird. Auch hier ganz klar, eine Entscheidung gegen die Nutzer, für die Aktionäre. Ich zitiere Frank Rieger: The Google Reader killing makes it very clear again: as long as you don´t run stuff yourself you are the product, not the user. Deutlicher als heute, hätte Google seinen Nutzern nicht sagen können, dass sie keine Freunde oder Partner sind. Sie sind die Produkte, nicht mehr und nicht weniger. Don’t be evil, so hieß einmal das Unternehmensmotto von Google. Das ist lange her und wurde viel zu lange wie ein Silbertablett vor sich hergetragen. Heute sieht Google keine User, keine Freunde und Partner mehr. Google sieht nunmehr ausschließlich Produkte.

Google is evil.

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6 Antworten zu “Google is evil”

  1. Hallo Oliver,
    hallo Christian,

    vielen Dank für diesen Artikel — vor allem für den letzten Absatz, der mir beweist, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine stehe, Google sei alles andere als (wie regelmäßig selbst verkündet) benutzerfreundlich.

    Ich schreibe seit über fünf Jahren mein Blog bei Blogger. Da dieser Dienst schon lange keine Verbesserungen erfährt, fürchte ich, dass er in absehbarer Zukunft auch eingestellt werden wird. Für mich wäre das sehr schlimm, weil ich mein Blog nicht in Google+ integrieren werde, weil er dort unter ginge. Wisst Ihr darüber Näheres?

    Mit bestem Gruß
    von Gerhard

  2. Über die Zukunft von Blogger habe ich nichts gehört.

  3. struppi sagt:

    Das dürfte der nächste Abschusskanditat sein. Zumal RSS Feeds und Blogs zusammen gehören.

    Ich habe aber schon letztes Jahr meinen Google Account gelöscht. Unter den Bedingungen die in den AGB aufgezählt werden, wollte ich keinen Account haben.

  4. Victoria sagt:

    Ich sag mal so, ich war nie richtig von Google, Facebook und Co überzeugt! Ich finde sie einfach zu sehr auf ihren Profit konzentriert als auf dem wohl der User.
    Nur das Problem ist ja als privat Personen könnte man noch um Google und Co. herum kommen aber als Unternehmen ist es schwierig ohne Google im Internet vorwärts zu kommen. Das Google Facebook und Twitter in einer Lieger spiel ist nicht neues für mich, ich denke als User des Internet muss man einfach mit machen und das Beste daraus machen!

  5. Max sagt:

    Ich hoffe mal nicht das Blogger eingestellt wird…

  6. Gerhard Hallstein sagt:

    Hallo Max,

    von der möglichen Einstellung von Blogger bin ich zwischenzeitlich nicht mehr so überzeugt, weil Google auf seinen Blogger-Blogs mit seinen Diensten AdSense und AdWords ja auch Geld einnimmt.

    Schönen Tag noch
    Gerhard


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