Google+ has arrived

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Ich weiß ja nicht, ob ihr es schon mitbekommen habt: The eagle has landed, Google+ has arrived. Mein erster Eindruck, gestern überspitzt formuliert: «Facebook fühlt sich an, wie Sex mit Deiner Ehefrau, der Du vor 20 Jahren Dein Jawort gegeben hast. Routiniert, aufeinander eingespielt, man schaut jeden Tag mal vorbei. Google+ fühlt sich an, wie Sex mit einer 18-Jährigen. Aufregend, neu, Du kannst ihr noch jede Menge beibringen, willst gleich nochmal.» Nach den Fehlschlägen Wave und Buzz ist Google+ für Google die letzte Chance, ein soziales Netzwerk zu etablieren. Es scheint, als hätten sie aus den eigenen Fehlschlägen, sowie Diaspora und Facebook gelernt.

Google+ hat von Diaspora den wunderbaren Ansatz der Aspekte, bei Google+ Circles genannt, übernommen. Kontakte können in Kreise eingeteilt werden, Eure Veröffentlichungen (Streams) können für Alle oder eben nur für einzelne Kreise freigegeben werden. Facebook hat dieses Problem nachträglich mit Gruppen gelöst — doch ist jede Steuererklärung einfacher, als diese Funktion auf Facebook sinnvoll zu nutzen. Die Einteilung der Kontakte ist denkbar einfach — per Drag and Drop oder einfachem Mausklick.

Weitere Neuigkeiten und Funktionen erklären caschy und Techcrunch.

Ist Google+ der mittlerweile vielzitierte Facebook-Killer? Völlig egal, es ist eine Alternative. Und darauf kommt es an. Diaspora war nie eine Alternative und wird es auch nie sein, es wurde und wird weitaus weniger genutzt als beispielsweise die Twitter-Alternative Identi.ca. Derzeit macht Google+ einfach Spaß, es ist endlich mal wieder etwas Neues, etwas großes Neues. Die Usability ist dank smoother HTML5-Programmierung großartig — und dank fehlender Apps und fehlender API1 interagieren die Nutzer selbst anstelle automatisiert Inhalte einzustellen. Google hat bis jetzt alles richtig gemacht. Da kann man sich nur wünschen, dass es so bleibt.

Nun ist Google natürlich Google und verdient sein Geld hauptsächlich mit Werbung. Personalisierte Werbung ist die Zukunft, ob uns das gefällt oder nicht — mit Google+ wird Google uns vielleicht bald besser kennen, als wir selbst. Niemand sollte so blauäugig sein und nicht glauben, dass Google uns auf Google+ nicht exzessiv auswertet. Im Gegenteil. Mit Google+ wird Medien– und Onlinekompetenz, die eigene Mündigkeit, noch viel wichtiger, als es vorher schon der Fall war. Aber: An einem Kontrollverlust ist immer der Nutzer selbst schuld. Wer anders argumentiert, beweist nur seine Einfältigkeit.

Wir haben hier auf F!XMBR gegenüber Google immer eine kritische Haltung übernommen. Das wird auch so bleiben, trotz des ersten positiven Eindrucks von Google+. Google überlässt bei Google+ die Kontrolle über die eigenen Inhalte dem Nutzer. Der Nutzer entscheidet, ob er einen Nachricht öffentlich macht, einem gewissen Kreis oder nur bestimmten Personen zum Lesen anbietet. Das ist ein wichtiger und richtiger erster Schritt. Don’t be evil. Google+ ist für Google der letzte Schuss. Der muss sitzen, sonst bleibt vielleicht nichts anderes, als sich aus den sozialen Netzwerken zurückzuziehen, oder für Facebook oder Twitter ganz tief in die Tasche zu greifen. Das Schöne ist: Wir Nutzer können uns entspannt zurücklehnen. Es wird immer eine Alternative geben. Endlich gibt es zu Facebook jetzt auch eine ernsthafte Alternative. Allein aus diesem Grund ist Google+ eine Reise wert.

Ich bin auf Google+ hier zu finden.

  1. Noch… []

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11 Antworten zu “Google+ has arrived”

  1. Anonymous sagt:

    «Wer anders argumentiert, beweist nur seine Einfältigkeit.»

    Auch wenn ich inhaltlich zustimme, ist so eine Satzkonstruktion in gewisser Weise eine Frechheit, genau wie Angies «alternativlos».

  2. Sascha sagt:

    «Wer anders argumentiert, beweist nur seine Einfältigkeit.»

    Bombenargument

  3. @Anonymous: Es gibt Bestrebungen, das Wort «Kontrollverlust» eben genauso wie das Wort «alternativlos» als selbstverständlich in den Sprachgebrauch einzubringen. Das war nur eine kleine Spitze darauf…

  4. @Sascha: An anderer Stelle schon ausführlicher beschrieben. Ansonsten, obiger Kommentar…

  5. Mynona sagt:

    «Personalisierte Werbung ist die Zukunft, ob uns das gefällt oder nicht»

    - Gerade deshalb sollte man einen großen Bogen darum machen (Wie um alle Netzwerke dieser Art). Noch mehr Werbung ist genau das was Wir brauchen…Häuser Verpixeln lassen aber im Internet die Hosen runter lassen.

    Zum Glück lassen sich sich die ganzen Gefällt Mir, Twitter das, Bettel– Buttons und Analytics-zeugs prima blockieren…

  6. Wowy sagt:

    Wenn ich das so lese, also mit der 18jährigen und dem letzten Schuss, dann frage ich mich, ob Google+ in Wahrheit ein Porno für feuchte Männerträume ist 😀

  7. @Mynona: Ich sehe keine Werbung mehr, ob nun personalisiert oder nicht. Wichtig ist, dass meine persönlichen Daten nicht verkauft werden, schon gar nicht an Unternehmen, die ich nicht kenne…

    @Wowy: Wenn die sich so weiter entwickeln, feuchte Nerdträume… 😀

  8. Anonymous sagt:

    Gibst Du auch Einladungen weiter?

  9. Google hat im Moment die Tür zugesperrt…

  10. Rossi sagt:

    naja, der Chauvispruch mit der Ehefrau und der 18jährigen ist mir schon kräftig aufgestoßen. Schade, in einem sonst guten Blog sowas lesen zu müssen…

  11. Ein kleiner Scherz darf und muss immer sein. Sonst darf man keine Witze mehr erzählen, die grundsätzlich immer auf eine Gesellschaftsgruppe abzielen…

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