Google Chrome deinstalliert (Update)

Welche Daten dabei an die Server gesendet werden, verraten die Datenschutzbestimmungen — für an Chrome interessierte Leute lohnt sich ein Blick darauf in jedem Fall. Der erste Punkt erläutert sogleich, dass Google über alle aufgerufenen URLs in Kenntnis gesetzt wird. Dies sei notwendig, um Adressvorschläge zu machen und das Surfen zu verbessern. Ebenso werden aufgerufene, aber nicht vorhandene URLs an den Google-Server gesendet. Der Browserverlauf bleibt also nicht auf dem Benutzerrechner gespeichert, sondern wird direkt auch an das Online-Unternehmen gesendet. Das Surfprogramm selbst enthält darüber hinaus »zumindest eine eindeutige Anwendernummer«, die bei der Installation sowie bei der automatischen Update-Prüfung an Google übertragen wird. Cookies tragen zur kontinuierlichen Beobachtung ihren Teil bei.

Pro-Linux News: Google-Browser entpuppt sich als Datenspion

So fein das Erlebnis warOliver hatte hier schon angedeutet, dass nach einer durchzechten Nacht meist nur ein dicker Kopf bleibt. Es wäre reichlich schizophren, wenn ich nun den Firefox, der mit mehreren Addons zum Datenschutz und Privatsphäre von mir ausgestattet wurde, nun dem Google Chrome weichen würde. Es bleibt dabei — Google wird von mir ausschließlich zur Suche verwendet, mal von YouTube abgesehen.

Nachtrag:

11. Content licence from you
11.1 You retain copyright and any other rights that you already hold in Content that you submit, post or display on or through the Services. By submitting, posting or displaying the content, you give Google a perpetual, irrevocable, worldwide, royalty-free and non-exclusive licence to reproduce, adapt, modify, translate, publish, publicly perform, publicly display and distribute any Content that you submit, post or display on or through the Services. This licence is for the sole purpose of enabling Google to display, distribute and promote the Services and may be revoked for certain Services as defined in the Additional Terms of those Services.

Burned by Chrome

Haariger wird es schon, wenn man den Browser im Zusammenhang mit eigenem urheberrechtlich geschützten Content verwendet. Die Rechte daran verliert man zwar nicht, aber Google sichert sich das Recht, diese Inhalte zu verwenden, um das eigene Angebot zu promoten — natürlich ohne Gegenleistung und nicht einmal mit Widerrufsmöglichkeit.

Und schließlich behält sich Google vor, Werbung nicht ausschließlich über Web-Seiten zu liefern, sondern auch mittels des Browsers selbst.

Chrome: Vorsicht beim Kleingedruckten

Ist es rechtlich (oder technisch) möglich Surfern den Zugriff auf F!XMBR zu sperren? Das wäre doch mal ne spannende Frage.

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10 Antworten zu “Google Chrome deinstalliert (Update)”

  1. Filzo sagt:

    Bei mir wird Chrome in absehbarer Zeit auch nicht den FF ablösen. Schade eigentlich, dass eine ernst zu nehmende Alternative aus solchen Gründen unbenutzbar wird… But, hey, it’s open source 😉

  2. micha sagt:

    Ich bin hierdurch misstrauisch geworden und hab das Teil auch wieder deinstalliert. Obwohl der Browser durchaus interessante Ideen mitbringt.

    Aber irgendwie war mir schon klar, dass ein Browser von Google irgenwas mit Werbung zu tun haben muss. Und wenn nicht jetzt, dann irgendwann später.

  3. […] Google-Browser entpuppt sich als Datenspion heißt die Meldung, die bei pro-linux über Google-Chrome zu lesen ist (via) […]

  4. phoibos sagt:

    moin,

    wie gesagt, lasst uns abwarten, bis die open source-gemeinde daraus etwas gebastelt hat, dass nicht einem striptease google gegenüber gleichkommt.

    ciao
    phoibos

  5. Guy Montag sagt:

    @Filzo
    Das mit Open Source war leider auch nur Marketing von Google. In der Wikipedia steht:
    Die Open-Source-Basis von Google Chrome wird unter dem Begriff Chromium entwickelt. Google Chrome selbst ist aber nicht Open Source.

  6. Oliver sagt:

    @Guy Montag

    Na klasse, das wußte ich jetzt gar nicht. Das kommt davon wenn man spannende Comics liest 😀

  7. Oliver sagt:

    @phoibos: en detail,

    10.2 Es ist Ihnen nicht gestattet, den Quellcode der Software oder Teile davon zu kopieren, zu verändern, darauf basierende Werke zu erstellen, ihn zurückzuentwickeln, zurückzuassemblieren oder auf andere Weise zu extrahieren. […]

    Google Chrome ist (k)ein Open Source Projekt

  8. […] dann sind da noch die Mahner, die sich um die Sicherheit der eigenen Daten sorgen und/oder Probleme haben die […]

  9. Martina sagt:

    Als ich das erste Mal von dem G-Browser las, stellte sich bei mir augenblicklich ein ungutes Gefühl ein. Dieses Gefühl sehe ich nun bestätigt!

    Allerdings was den Passus mit dem Nutzungsrecht des selbst verfassten Contents anbelangt: macht G. das nicht schon seit langem, das Ad-Sense-Programm den Suchbegriffen und Seiteninhalten anzupassen?

    In deren Terms wird dieses Gebahren nur in Stein gemeißelt, wobei es sich für mich um ein schon längst praktiziertes Verhalten handelt.

    Naja, bis auf diesen Punkt:«This licence is for the sole purpose of enabling Google to display, distribute and promote the Services and may be revoked for certain Services as defined in the Additional Terms of those Services.» Der hat es wirklich in sich!

    Konqueror, FF und Opera werden deshalb weiter ihre Existenzberechtigung auf meinem Rechner behalten.

  10. Oliver sagt:

    Opera sollte man ebenso im Auge behalten, wie auch FF bei dem nicht alles koscher ist. Aber mal davon abgesehen gehts nicht um ha ich habs ja gewußt, sondern um Fakten. Paranoia schieben kann man bei allem, Gewißheit erlangen jedoch erst wenn man es ausprobiert und sich mit der Sache beschäftigt. Letztendlich ist es schon fraglich darüber überhaupt etwas zu schreiben, da bei der Majorität von Blogdeppendorf ohnehin nur der Hype durchgepeitscht wird oder ganz besondere Schlauberger etwas von hätte man zuvor die EULA gelesen faseln. Die EULA bietet zudem bei uns so mancherlei Anlaß zum schmunzeln ist aber wie beim Gros dieser eher Zeichen für den Habitus des Konzerns (im krassen Gegensatz zu we aren’t evil) als denn tatsächlich von rechtlichem Belang in unseren Breitengraden — die Amis müssen sich da schon eher Gedanken machen.

    Das zudem vielen alles scheißegal ist Hauptsache fun und usability sind okay, beweist darüber hinaus das man hier in Deutschland kein Blumentopf mit Datenschutz gewinnen wird. Das ist ebenso eine Angelegenheit für eine Minderheit wie viele anderen Dinge ebenso. Aber Hauptsache Blogdeppendorf heftet sich ein Stasi2.0 Button an den Blog — damit ist das Seelenheil gerettet.

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