Gimp 2.4 ist bald bereit

Ich weiß, ich weiß. Das Interace ist gewöhnungsbedürftig, GTK ist manchmal grottig und es fehlt auch die hochqualitative Farbverwaltung. Letzteres auch das Argument schlechthin für viele, weiterhin ihrem raubkopierten Grafikboliden Photoshop die Stange zu halten — natürlich immer in der neuesten Version. Ich rede bewußt natürlich nicht von echten Grafikern, die damit ihren täglichen Job bestreiten oder Hobbyisten die da schon semi-prof. zu Werke gehen — völlig anderer Bereich. Ich rede von der Kakophonie die da durchs Netz treibt und für die allgemeine Stimmung sorgt. Bei Farbverwaltung und Oberfläche ändert sich auch einiges, die Farbverwaltung ist nun da, die Oberfläche wirkt deutlich aufgeräumter. Darüber hinaus gibt es noch andere kleine und große Schmankerl, sowie ein netteres Theme.

Last not least ist es doch so, es ist eine Umgewöhnung und ich kenne und schätze PS auch schon seit Version 3 auf dem Mac. Aber ich kenne selbst Profis die mit PS6 wunderbare Dinge zaubern und Nasen die immer die neueste Version besitzen und nicht mehr fertig bringen als jemand mit Microsoft Paint — will heißen, der Profi braucht in der Regel zwar eine gewisse Basis, kann jedoch oft genug auf viele der neueren Spielereien geflissentlich verzichten, allenfalls können diese die Arbeit beschleunigen. Gimp wird wohl nie Profi-Software, aber vielleicht rückt es mit der Zeit mehr und mehr in semi-prof. Gefilde vor, man muß halt nur mal die Augen aufmachen.

Mehr dazu bei Pro Linux.

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12 Antworten zu “Gimp 2.4 ist bald bereit”

  1. derhans sagt:

    Ich persönlich freu mich ja schon sehr auf die neue Version. Arbeite schon seit einiger Zeit regelmäßig mit Gimp, auch wenn ich mich nichtmal als Semiprofessionel bezeichnen würde :)
    Recht haste bezüglich der Dummschwätzer mit ihren raubkopierten Photoshop, sind schon mit Paint überfordert, aber hauptsache das Flaggschiff unter den Bildbearbeitungsprogrammen aufm Rechner.

  2. BlackVivi sagt:

    Photoshop war in der Version 7 sowieso am stärksten. Der beste Kompromiss zwischen Preis, Funktionalität und Systemanforderungen.

    Gimp reicht vollkommen für 99% der Leute… Sie sind einfach nur zu faul, sich etwas neues anzuschauen.

  3. dejot sagt:

    > Gimp reicht vollkommen für 99% der Leute? Sie sind einfach nur zu faul, sich etwas neues anzuschauen.

    Wie klingt das denn bitte. Ok, professionell ist gimp sicher nicht, aber so wie du das formuliert hast, klingt es in meinen Augen schon etwas abwertend. Etwa wie «Is schlecht, aber für den Hobbyidioten von nebenan reichts». Versteh dich vll auch einfach nur falsch 😉
    Die Faul– bzw. Trägheit der Menschen ist sehr oft ein Hindernis. Der fehlende Wille, sich mit etwas zu beschäftigen, was über den bisherigen Horizont hinausgeht …

    Und zum Thema: Da freut man sich doch auf das baldige Release 😀 dank gtk2_prefs schauts ja unter kde auch freundlich aus.

  4. Oliver sagt:

    >unter kde

    Aso halt das andere Ungetüm.

  5. dejot sagt:

    > Aso halt das andere Ungetüm.

    Ganz genau 😀 Als kdemod-Version auf arch linux gefällts mir aber überraschend gut.

  6. Grainger sagt:

    Ich bleibe bei meinem Photoshop.

    Ist zwar nur die 6.0er Version, aber für meine Bedürfnisse reicht die immer noch aus.

    Ist natürlich eine legale und lizenzierte Vollversion (so blöd, in einem öffentlichen Blog mit Raubkopien anzugeben bin ich nun auch wieder nicht). 😉

    Trotzdem werde ich mir die neue Gimp-Version sicher mal anschauen, mein letzter Kontakt damit war mit irgendeiner 1.x-Beta.

    Die Erfahrung hat mich nachhaltig schockiert und für Jahre von weiteren Versuchen abgehalten. 😀

    Meine Vorstellungen von Usability unterscheiden sich offensichtlich ganz beträchtlich von denen der Gimp-Programmierer.

  7. dejot sagt:

    lustigerweise (im tragischen sinne lustig) machen sich die meisten programmierer meiner erfahrung nach recht wenig gedanken über usability geschweige denn design. und diese ich nenne es mal unbesonnenheit, scheint sich proportional zu ihren fähigkeiten zu entwickeln.

  8. Oliver sagt:

    Tja in der Regel beginnt das, zumindest im Opensource Bereich, aus Eigeninteresse heraus. Ich störe mich auch recht wenig daran was andere gerne hätten hier auf dem Weblog oder in irgendeinem Code etc. Zuerst muß es meinem Anspruch genügen.

    Schau Steve Jobs bei Apple macht das auch so. «Hey ihr baut mir jetzt einen Rechner mit OS den sogar ich bedienen kann» und weil er ganz helle war, dachte er sich «hey vielleicht mag das einer kaufen» … von usability also keine Spur. Da fiele mir jetzt noch das Beispiel mit den Fliegen ein usw. oder die ewige Mär vom «Desktop». Die Gralssuche PR-geiler IT-Unternehmen.

  9. Grainger sagt:

    Nun ja, bei der Usability kann es eigentlich nicht grundsätzlich falsch sein, sich am bewährten (oder besser gesagt: gewohnten) zu orientieren.

    Die Benutzeroberflächen bei Kai Krauses diversen Grafikprogrammen und –tools mögen ja schick anzusehen gewesen sein, praktisch waren sie eher nicht.

    Die Franzosen hatten bei ihren Autos auch mal eine zeitlang das Zündschloss links vom Lenkrad montiert, der Rest der Welt rechts.

    Eigentlich ist das egal und pure Gewohnheitssache, trotzdem bauen die Franzosen die Zündschlösser inzwischen rechts vom Lenkrad ein.

    (Bei näherer Überlegung muss ich zugeben, dasss das Beispiel vielleicht doch nicht so gut gewählt ist, da ich einen Saab fahre und der das Zündschloss in der Mittelkonsole zwischen den Vordersitzen hat). 😀

    Oder z.B. der IE-Aufsatz Maxthon (der ja kürzlich erst auch hier vorgestellt wurde), da ist defaultmäßig das Menü rechtsbündig.

    Da bei so ziemlich alle anderen Programme das Menü linksbündig orientiert ist eine absolut sinnlose Änderung, die imho auch keine für mich erkennbare Verbesserung bringt.

    Ich habe absolut nichts gegen sinnvolle Änderungen (und manchmal muss man das auch experimentell testen), aber Veränderungen nur um der Veränderung willen ohne jeden erkennbaren Mehrwert ist nicht mein Ding.

  10. Samthammel sagt:

    Für meine Zwecke der Fotonachbearbeitung reicht mir Gimp aus. Dafür daß es kostenlos ist, macht es eine Menge mehr her als man vielleicht erwartet.
    Einzig die Schemedokumentation könnte ein wenig besser ausfallen, damit habe ich mich vor allem anfangs schwer getan.

  11. Martina sagt:

    Was mir von Gimp erhoffe, ist eine vernünftige Bildbearbeitung. Nicht mehr und nicht weniger. Dabei interessiert es mich nicht, ob Gimp demnächst noch weitere Bildformate übernehmen kann oder nicht.

    Wenn aber z.B. die reduzierte Webauflöung unter Gimp als solche zu erkennen ist (im Vergleich zu einem PSP-Bild von gleicher Größe), dann hat das Proggi leider seinen Zweck verfehlt.

    Ich benutze Gimp, aber nur, weil ich Linux als OS habe.…

  12. nfowar sagt:

    Zu Gimp vs. Photoshop: Aus der Sicht des Linux-Benutzers kamen mir die oben angeführten Argumente auch immer Scheinheilig vor.

    Ich glaube aber die mangelde Verbreitung von Gimp unter Windowsnutzern hat noch andere Gründe, z.B. daß die Gimp-Entwickler (unterstelle ich jetzt einfach mal) nicht wirklich ein Interesse daran haben.

    Das mag jetzt böse klingen, aber wer schonmal Gimp unter Windows installiert hat auch nur 5. Minuten benutzt hat wird wissen was ich meine: Die Datei öffnen/speichern-Dialoge sind nicht nativ (Windows) sondern die aus Linux bekannten Gtk-Dialoge, die mangels Gtk-Theme in Windows auch noch aussehen wie ein Schlag in die Magengrube.

    Selbst unter Linux erwarte ich selbstverständlich native (Gtk) Datei-Dialoge, selbst bei proprietären Anwendugen wie Adobe Reader & co, und bekomme sie auch.

    Wenn Google bemüht, findet zwar man schnell ein Plugin für Gimp, das die nativen Dialoge nachrüstet, aber nur unter eigenen Menüpunkten («Windows open»/«Windows save-as» …), und eine paar Mailinglisten-Beiträge, auf denen die Entwickler durchscheinen lassen, dass sie aus «ideologischen» Gründen (sinngemäß: «Gtk ist ein plattformübergreifendes Toolkit, und wir dürfen unsere Gtk-Anwendung nicht auf einzelne Plattformen anpassen, wo kämen wir den da hin!!!1!») nicht vorhaben das zu Ändern.

    Das finde ich schade, denn damit verbaut sich Gimp das Potential, so was wie der «Firefox» (im positiven Sinne) der Bildverarbeitungsprogramme zu sein.

    (Rant ende) 😉

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