Gewaltige Studie

Der Konsum von gewaltverherrlichenden Computerspielen erhöht Studien der Universität Potsdam zufolge die Aggressionsbereitschaft bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Experimente belegen, dass solche Spiele aggressive Gedanken und Gefühle sowie aggressives Verhalten begünstigen,

heise online

Ja man kanns nicht mehr hören und nicht nur die Studien fördern agressives Verhalten, nein auch die Nachrichten, die menschenverachtende Gesellschaft in diesem Land, die Politik, laut zwitschernde Vögel im Sommer, ein abstürzendes Windows, Probleme mit dem Computer, Bücher, Comics, Alkohol, Dummheit allgemein, Hitze im Sommer, Diäten, Sport wider Willen, SPAM, DAUs auf Lebenszeit, Kuschel/Gruschel-Attacken, ein leerer Füller im falschen Moment, wiederkehrende Fehler in Software, grausame Webseiten die man aus irgendeinem Grund ansteuern muß, eine ausgefallene Heizung, Hunde die einen absabbern, Nerds, Linux-Nutzer, Windows-Nutzer, BSD-Nutzer, Solaris-Nutzer, Shell-Fetischisten, GUI-Fetischisten, grottige Browser, Web 2.x, leere Batterien im Auto, bewußtseinserweiternde illegale Glücklichmacher, überzogene Preise, Betrüger im Netz, Betrüger da draußen im Reallife, abgebrochene Bleistifte, klecksender Tuschestift bei einer technischen Zeichnung (okay Retro, halt abstürzendes AutoCAD heute), Kopfschmerzen, abnibbelnde Hardware im falschen Moment, befremdliche Online-Magazine mit noch befremdlicheren Artikeln, Rap, HipHop, Volksmusik, Pop, Gothik, Techno, Country, Folk, Jazz, Musik allgemein, TV, Videos usw.

Das ließe sich wohl endlos fortsetzen und das Gros der Menschen da draußen hat dann einfach nen dicken Hals, bekommt Sodbrennen, eine Magenschleimhautentzündung, Kopfschmerzen, Wutanfälle … allesamt verhalten sich aber recht normal in ihren vier Wänden, nur ganz wenig laufen dann Amok, der Grund ist aber wirklich Schnuppe.

Die Studie zeigt also nur eines, sucht man an der richtigen Stelle, *wird* man auch etwas finden und diesen gefundenen Umstand verpackt man hübsch in Zahlen und baut damit seine realitätsfremde Studie auf. Gelingt immer und überall, je nachdem was man den nun gerade in die Verantwortung ziehen möchte.

5 Antworten zu “Gewaltige Studie”

  1. Chris sagt:

    Bei sowas könnt ich immer Amok laufen. 😉

  2. Grainger sagt:

    Dem Ergebnis meiner eigenen Studie zufolge sind 80% aller Studien falsch. 😀

    Ich gewinne mehr und mehr den Eindruck das man das allgemein Churchill zugeschriebene Zitat
    «Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!«
    inzwischen vollumfänglichen auch auf die meisten Studien anwenden kann.

    Bei vielen Studien gibt der Auftraggeber das gewünschte Resultat ja bereits vor und wunderbarerweise «beweist» die Studie dann auch genau das was man bewiesen haben wollte.

    In meiner berulfichen Praxis habe ich es schon erlebt das die mit der Durchführung einer Studie beauftragten Gutachter mehr oder weniger unverhohlen gefragt haben welches Resultat denn dabei herauskommen soll.

    In diesem Zusammenhang muss ich auch immer gleich an die Rentabilitätsstudie zum TransRapid denken, die man im Wordformat (also als DOC-Datei) ins Netz stellte. Dummerweise einschließlich aller Metadaten, so dass man sich über «Änderungen anzeigen» sehr schön ansehen konnte wer welche Zahlen so lange geschönt hatte bis alles passte. 😀

    Und auch hierzu mal ein passendes Zitat, diesesmal von Walter von der Vogelweide:
    «Wes Brot ich ess, des Lied ich sing!»

    Und was bei einem Barden oder Minnesänger ja noch ein verständliches Motto sein mag (war vermutlich der Vorläufer der heutigen Wunschkonzerte :D), erwarte ich bei einer Studie, die den Anspruch auf wissenschaftliche Objektivität und Genauigkeit erhebt, eben gerade nicht.

    Leider ist dieser Anspruch allzu häufig nur vorgetäuscht.

  3. joe_f sagt:

    Walther von der Vogelweide hatte tatsächlich jeden Grund für den Spruch. Im 12./13. Jahrhundert Freiberufler zu sein, war sicher kein Spaß. Ich schätze, man hatte nicht so viele Möglichkeiten wie heute, sein Rückgrat zu bewahren. Schließlich ging es ums Überleben und nicht um popelige Studien. Man braucht meines Wissens heutzutage keine Studien erstellen, um sein eigenes Überleben zu sichern. Dennoch wird das Rückgrat nicht besonders oft genutzt.

  4. Oli sagt:

    Ich glaube heute als Freiberufler schauts auch nicht anders aus, außer man hatte zuvor schon mal ne gute Phase *und kann es sich leisten* — wohl zu jeder Zeit usus.
    Da im Hochmittelalter die Herrschaft der Zünfte begann, hatte wohl kein Freiberufler überhaupt eine Existenzberechtigung — da unmöglich und mit drakonischen Strafen belegt. Und zuvor entschied der Adel vor Ort wie es ausschaut mit der Berufsausübung. Ja schwerer bis unmöglich, aber die Gute Miene zum bösen Spiel mußte man immer mimen.

  5. Volker sagt:

    Eigentlich kann ich das Thema nicht mehr hören, aber hier einer der besseren Beiträge zum Thema Gewalt: http://www.welt.de/data/2.….533.html 😀

RSS-Feed abonnieren