Gerade in der Werbung

Der neue Spiegel wird beworben mit den Worten:

Das neue Antidiskriminierungsgesetz lockt massenhaft Schnorrer an.

Erster Gedanke: Weitaus schlimmer als BILD, lohnt sich — wie schon seit Jahren — nicht wirklich. 😉

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Eine Antwort zu “Gerade in der Werbung”

  1. Grainger sagt:

    Ist eigentlich auch nichts wirklich neues, England hatte die entsprechenden EU-Gesetze schon Jahre vor Deutschland in nationales Recht umgesetzt und da hat sich genau dasselbe abgespielt.

    Vielleicht hätte der deutsche Gesetzgeber daraus ja gewisse Lehren ziehen können, aber das setzt natürlich eine gewisse Lernfähigkeit voraus.

    Das Antidiskriminierungsgesetz (korekterweise heißt das eigentlich Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz AGG) mag ja gut gemeint sein (wie wir alle wissen ist ja bekanntlich der Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert :D), ist aber schlecht umgesetzt.

    Alleine die Ausnahmeregelung für die sog. «Tendenzbetriebe» (also de facto die christlichen Kirchen), die weiterhin munter diskriminieren dürfen (kein anderer Arbeitgeber dürfte die Einstellung eines Bewerbers aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen ablehnen) ist europaweit wohl einzigartig.

    Da sind Klagen vor dem europäischen Gerichtshof fast zwangsläufig vorprogrammiert.

    Aber die christlichen Kirchen genießen in Deutschland ohnehin eine privilegierte Sonderstellung (warum eigentlich, etwa weil sie im Dritten Reich so schön still gehalten haben ?).

    Jedenfalls legen Firmen in England inzwischen bei Bewerbungen Wert darauf das

    ? kein Paßbild den Bewerbungsunterlagen beigefügt wird
    ? alle Altersangaben fehlen (selbst auf Zeugnissen geschwärzt)
    ? Vorstellungsgespräche extrem sachlich geführt werden und dabei möglichst kein persönliches Wort gewechselt wird

    Also alles vermieden wird was auch nur im Entferntesten den Eindruck erwecken könnte als Grundlage für eine mögliche Diskriminierung zu dienen.

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