Geode — dein Firefox weiß wo du wohnst

Sicherlich Geolocation ist eine feine Sache — bei Flickr z.B., wenn man bei offenen Kartenprojekten partizipiert oder auch vielleicht mal etwas finden möchte in seiner Umgebung. Die Navigation mit GPS ist ohnehin in. Natürlich ist GPS nicht die einzige Möglichkeit, wenn auch die mitunter genaueste — die Lokalisierung mittels WLan oder auch Mobilfunkmasten zeigte schon anschaulich das iPhone bzw. der iPod Touch. Bei letzteren wird man stets gefragt bzw. kann diese Option auch abstellen, gleichermaßen soll dies bei Firefox 3.1 funktionieren. Um dabei die Privatsphäre der Nutzer zu wahren, erhält dieser die Kontrolle darüber, welche Informationen einer Website zur Verfügung gestellt werden sollen: ob die exakte Adresse, die Nachbarschaft, die Stadt oder gar nichts.

Diverse Ansatzpunkte werden in Erscheinung treten, um diese Funktionalität, respektive den Gegencheck des Users zu umgehen. Je mehr Optionionen zur Datenakquise ein Browser bereithält und diese noch mittels allgemein zugänglicher Schnittstellen feilbietet, um so eher werden auch Begehrlichkeiten geweckt. Wie man Mozillas Vorstellung von Komfort und Features kennt, wird dies wohl ebenso als Opt-Out realisiert werden, denn wer würde schon auf Komfort verzichten wollen? Da helfen auch keine Relativierungen im Nachhinein

Ich weiß durchaus derlei Dinge zu schätzen, auch hüpft der Nerd in mir manchmal vor Freude ob diverser Spielereien, jedoch nehmen diese Dinge überhand, wirken übereilt umgesetzt, Feature-Geilheit beim User ist generell vorausgesetzt, Sicherheit erscheint mehr und mehr nur als Phrase ob der notorischen Nörgler. Dabei ist letztere heutzutage wichtiger denn je. Es ist also nicht per se ein Rant auf die bösen Leute von Mozilla und ihren verfehlten Browser, mehr nur ein Hinweis das heutzutage das Pferd oft von hinten aufgezäumt wird. Und erst wenn ein kritische Masse — jene erwähnten Nörgler — sich lauthals Gehör verschafft sieht man sich genötigt einige Dinge klarzustellen. Imho eben der falsche Ansatz, derlei Features an sich können dennoch ihren Nutzen haben. oder wie Goethe schon auch in Faust schrieb: Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehen.

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9 Antworten zu “Geode — dein Firefox weiß wo du wohnst”

  1. stimme sagt:

    Optional kann man sich das ganze per Plugin auch jetzt schon ansehen. Interessant wird der umgekehrte Ansatz:
    Ich möchte nicht wissen wo Ich bin, sondern wo sich der PC/Laptop/Router mit der Macadresse xyz befindet. Stalkerati deluxe quasi, und erleichtert die Überwachung ungemein.

  2. weelsoon sagt:

    Man muss nicht komplett paranoid sein, um den o.g. Bedenken zuzustimmen. Auch die «Abstell»-Funktionen und die Tatsache, dass es sich dabei um OpenSource handelt, beruhigen wenig.
    Mozilla hat in letzter Zeit einige Eigentore geschossen, die, vorsichtig ausgedrückt, eher unsensibel erscheinen.

  3. phoibos sagt:

    ich frage mich, warum sollte mein browser ermitteln können, wo er mich auf dem planeten finden sollte? ich finde den browser und ich weiss, wo ich bin.

  4. kobalt sagt:

    Geode macht die Entscheidung für oder wider Firefox bzw. Opera um vieles leichter.

  5. stimme sagt:

    Nun, es hat auch nicht nur Nachteile. Ein paar sinnvolle, insbesondere für die mobile Anwendung, Vorteile gibt es schon. Allein wenn man dynamisch POI generieren könnte gibt es zahllose Anwendungesfälle. Nur halt nichts für jeden Nutzer. Insgesamt bewegt sich Firefox damit in Richtung mobile computing, und leider mal wieder weg von einem sicheren System. Vielleicht gibt es ja eine Version ohne Geode für statische Systeme…

  6. Oliver sagt:

    >Vielleicht gibt es ja eine Version ohne Geode für statische Systeme…

    Sollte man beim kompilieren simpel deaktivieren können wie auch andere Dinge, bleibt jedoch nur eher einer Minderheit in der Praxis vorbehalten.

  7. tante sagt:

    Gentoo USEFLAGs, USE=»-geode» emerge mozilla-firefox 😉

  8. […] | .get privacy, Nerd, Technologie, colosseum 2.0 | 7. November 2008 Et tu brute könnte man sagen, auch die nächste Firefox Version wird es können und das iPhone iniziierte wohl diesen Crap bzw. verlieh diesem Breitenwirkung. Microsoft hingegen […]

  9. […] In der Praxis funktioniert dies mehr schlecht als recht, es ist (noch) mehr ein geschicktes Raten. Aber die Tendenzen sind gerade in der heutigen Zeit bedenklich. Google says it’ll never track you down without your […]

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