Gentoo in der Krise?

Die Entwickler der Distribution Gentoo haben das Release von Gentoo 2008.1 storniert. Offizielle Begründung: Bereits die Vorgängerversion habe für zu viel Stress beim Release-Team gesorgt, was zu mehrfachen Verschiebungen der Veröffentlichung führte. Gründe sind zu wenig man-power etc., von Politik, siehe auch Daniel Robbins, ganz zu schweigen. Was mich jedoch wirklich irritiert: warum fehlender man-power? Rühmt sich nicht die Gentoo–Community die erfahrensten Leute zu besitzen? Ist es also nur Bequemlichkeit? Oder bewahrheitet sich doch das Klischee vom Poser mit Rennstreifen? Wie dem auch sei, es wäre schade wenn Gentoo — die auch ihren Beitrag durch vielerlei Patches leisten (siehe z.B. GCC4-Portierungen von Software) etc. — derart den Bach hinuntergingen. Sicherlich, ein Opensource-Projekt stirbt nie, es kann jedoch langsam dahinsiechen …

via LinuxCommunity

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6 Antworten zu “Gentoo in der Krise?”

  1. tante sagt:

    Das Problem ist einfach, dass das Release Team zu wenig Manpower hat, weils ein Bereich ist, der viele nicht interessiert.
    Gentoo unterstützt eimerweise unterschiedliche Architekturen, dieser Misch macht das Bestimmen der Pakete, die dann ein bestimmtes Release bilden sollen, extrem schwierig und das Testen aufwendig (wenn man dann noch Randarchitekturen wie MIPS betrachtet, wo die Hardware selten und die Build-Zeiten lang sind wirds kein Stück besser).
    Gentoo hat sich entschieden, keine «fetten» Live CDs mehr zu produzieren, sondern minimal-CDs zum installieren. So hat man auf der Gentoo install CD keine fertigen GNOME oder KDE Pakete, aber üblicherweise zeiht man sich doch eh zuerst nen neuen Portage Snapshot und die folgenden Pakete übers Netz, also ists de facto keine ernstzunehmende Einschränkung (ich installiere Gentoo meist aus irgendeiner anderen Live CD, weil man eben nur nen snapshot ziehen muss zum bootstrappen und dann eh alles neu brät).
    Der Tod von Gentoo wird so einmal pro halbem Jahr heraufbeschworen aber es geht doch jedesmal problemlos weiter: Gentoo ist immer noch eine der bequemsten Distributionen, für Nutzer, die aktuelle, funktionierende Pakete wollen.

  2. Oliver sagt:

    >Der Tod von Gentoo wird so einmal pro halbem Jahr heraufbeschworen

    Ich sprach auch von etwaigem Siechtum, sterben kann Opensource naturbedingt eigentlich nie wirklich. Es ist auch kein Distro-Flame, doch den Schuh muß man sich halt eben anziehen als Community. Und ja ich kenne auch die diversen Architekturen, macht ja beinahe jedes größere Projekt und vielleicht sollte man darüber nachdenken Frankenstein Architekturen wie Gentoo Userland mit FreeBSD Kernel etc. pp. zu kippen bzw. sich überhaupt aufs wesentliche zu konzentrieren?

  3. tante sagt:

    Naja, es gibt halt noch Leute mit Interesse an Gentoo/FBSD also arbeiten sie dran (und die Tatsache, dass die Architektur funktioniert alleine ist finde ich schon ein Zeugnis der Qualität Gentoos). Ich finde den jetzt eingeschlagenen Weg gut: Dicke LiveCDs zu bauen war meiner Meinung nach eh immer Verschwendung weil die mitgelieferten Pakete kaum jemand nutzte. Die MinimalCDs die jetzt (immer sehr aktuell) angeboten werden, werden denke ich einen besseren Job leisten und das Release-Team entlasten.

    Gentoo braucht keine hübschen LiveCDs: Wenn Du es nutzen willst, dann weisst Du, was Du willst und bist mit den bis zum Erbrechen kaputtgepatchten Binary-Distros fertig. Wer’s beim installieren hübsch will: Ubuntu, Fedora, OpenSuSE oder Knoppix LiveCDs tuns 😉

  4. derhans sagt:

    Sehe ich wie tante, hab Gentoo eigentlich auch immer von derminimal CD oder ner anderen LiveCD (bevorzugt grml) installiert und werde genau das am we auch wieder tun :) (studium vobei => zuviel freizeit => gentoo XD)

  5. Oliver sagt:

    @tante, nimm von mir aus Debian als ähnliches Beispiel und es paßt ebenso. Schönheit, Gucci — war davon die Rede? Das Gentoo-Projekt hat ebenso wie Debian die Finger an zuvielen Töpfen und auch ist zuviel Politik im Spiel (bei Debian mitunter mehr) — beiden gemein ist auch das stoische Beharren auf Nichtexistenz irgendwelcher Probleme inkl. dem Verleugnen der Gründer. Spricht Bände imho, aber jedem das seine. Wenn jetzt ein Debian-Nutzer das ganze liest wird auch losmarschiert, Gods own distro verteidigt und geleugnet bis sich die Balken biegen.
    In puncto Gentoo z.B. kann ich auch desöfteren mal haarsträubendes lesen bei einem bekannten Gentoo-Nutzer und keineswegs unerfahrenen Zeitgenossen … fefe. Dort von rein technischer Seite, tun sich für normale Zeitgenossen auch teils Abgründe auf, selbst wenn ich Gentoos Qualitäten nicht in Abrede stelle.

    Wer mir hier im übrigen noch einmal die Vergleiche bringt, dann aber Suse oder Ubuntu & Co kann gleich das Weite suchen. Im Ubuntu-Forum gehts dann mangels Alternative weiter zu dann nutz doch Windows. Macht Sinn …

  6. […] dazu, wir waren aber eigentlich bei der neuen Releasepolitik … Reaktionen in Blogs wie F!XMBR (”Gentoo in der Krise?”) tendieren auch dazu, dies als Untergang von Gentoo herbei zu schwören. Das allzu beliebte […]

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