GEMA gegen UseNeXT

Ihren Angaben zufolge hat das Landgericht Hamburg dem Betreiber des Dienstes UseNeXT.de am 18. Januar per einstweiliger Verfügung untersagt, von der Verwertungsgesellschaft lizenzierte Werke zugänglich zu machen und illegale Nutzungsoptionen zu bewerben.

heise online

Nach der recht sinnfreien einstweiligen Verfügung gegen Rapidshare, ging man nun auch gegen UseNeXT vor.
Ich stelle da erst gar keine Mutmaßungen ob nun primär legal oder illegal — letztendlich ist es völlig egal. Technologie kann ich immer mißbräuchlich nutzen, insofern müßte ich auch konsequent jegliches Filesharing verbieten. Eine Dienstleistung/Technologie in dieser Form hat jedoch keinen kriminellen Charakter, insofern ist auch ein derartiges Urteil darüber in meinen Augen recht sinnfrei. Läßt man diese Kausalität durchgehen, wird es konsequenterweise auch bald in anderen, nicht direkt offensichtlichen, Bereichen härter zugehen — der Zensur wäre somit Tür und Tor geöffnet.
Mit dieser Argumentationsrethorik kann man letztendlich *jeden* Dienst der es irgendwie ermöglicht Daten bereitzustellen dingfest machen, als nächstes wohl Filesharing.

15 Antworten zu “GEMA gegen UseNeXT”

  1. Chris sagt:

    Gerade bei den jeweiligen Diensten würde ich es differenziert sehen: Wer so offensiv und für jeden offensichtlich mit dem Handeln von Raubkopien wirbt, muss sich nicht wundern.

    Dass die GEMA Probleme hat, Techniken zu kennen, zu verstehen, okay, aber: Die Kritik, die gehört ganz allein Rapidshare und UseNeXT, denn die haben die vorhandene Technik dafür (aus)genutzt, Geld zu verdienen, was nicht schlimm ist, aber, wie schon gesagt, beide haben ganz offensiv und öffentlich, für jeden erkennbar, mit Raubkopien geworben.

    Ein Bärendienst, den die Herrschaften da den Diensten geleitet haben, welchen sie selbst «angehören».

    Beide Dienste sind — machen wir uns nichts vor — in der Raubkopierszene rund um den Globus berühmt, sie fischen ihre Kunden in der Grauzone, und ich sage wie beim g:b: Sie haben Kenntnis von dem Treiben, alles andere geht an der Wirklichkeit vorbei.

    Die Frage ist: Wie kann man sie stoppen, ohne die Techniken in Frage zu stellen — denn verschwindet eines der beiden Unternehmen, folgt das nächste.

    Der Dumme, ist wie so häufig, der legale User, dem die Technik vermiest, verboten, whatever wird. Schuld daran trägt IMHO nicht nur das lächerliche Verhalten der GEMA, sondern auch das offensichtlich illegale Handeln der Unternehmen.

  2. Oli sagt:

    Alles downloaden muß nicht *alles* bedeuten, hier kann man auch *alles* lesen, was aber nicht zwangsläufig bedeutet das darunter auch illegale Dinge fallen. Ansonsten wird nämlich wie gesagt ein Schuh draus und man kann mit dieser kausalen Kette so ziemlich *alles* dichtmachen.

    Yahoo bot vor langer Zeit auch einen Dienst an, der via Mailpostfach funktionierte — viele Monde her — wurde massiv mißbraucht, aber das kann man der Technik nicht übel nehmen.

    Ich predige es an vielen Stellen, auch wenn *mir* vieles nicht paßt, aber in meiner Vorstellung von tatsächlicher Freiheit ist halt kein Platz für Technologien die Zensieren oder Lizenzen wie die CC/GPL die anderen ihre Vorstellung von Freiheit aufpressen. Ich muß aber konsequenterweise damit leben, sonst oute ich mich mit meiner Vorstellung von Freiheit auch nur als Pharisäer.

  3. Chris sagt:

    Ich rede nicht von Zensur oder dergelichen. Die, die es missbrauchen müssen gepackt werden, ohne die Technik zu verdammen oder einzuschränken. 😉

  4. «Die, die es missbrauchen müssen gepackt werden, ohne die Technik zu verdammen oder einzuschränken. »

    Ganz genau. Man hat ja auch nicht die Post AG verboten, nur weil es einige Menschen gibt, die sie mißbrauchen.
    Allerdings hat die Post AG auch nicht damit geworben, dass man mit ihr auch Briefbomben, Erpresserbriefe, Anthrax oder Abmahnungen (*g*) verschicken kann.
    Usenext hat ganz massiv in einschlägigen «Kanälen» geworben, wenn auch (oft) nur indirekt (z.B. via Server-Welcome-Message im Edonkey-Netz).

  5. Oli sagt:

    Das wird ja schon passieren, in Zukunft wird jeder irgendwo mal dran sein — dann kann man nur noch zählen wer die meisten oder wenigsten Abmahnungen zu verbuchen hat 😉

    Mißbrauch ist heute ein sehr gedehnter Begriff, interessant dabei eigentlich — was Staat dabei denkt …

    http://www.heise.de/newst.….ng/84214

  6. Oli sagt:

    Usenext hat ganz massiv in einschlägigen ?Kanälen? geworben, wenn auch (oft) nur indirekt

    …und eben dieser kleine Punkt zählt, ob man es nun mag oder nicht. Würden wir von dem ausgehen was *wir* mögen, wäre einiges schon weg 😉

  7. itti sagt:

    also ist nix dran an dem gerücht, dass die betreiber von newsservern mit binary nicht auf urheberrechtsverstöße achten müstten, da die bereits vor jahren nen freischein bekommen hätten aufgrund von «lässt sich nicht kontrollieren»… das war doch immer das top-argument für die bezahlzugänge zu so servern.

  8. Chris sagt:

    Das werden die zukünftigen Gerichtsverhandlungen zeigen. Die GEMA wird nicht zurückstecken, und auch nicht UseNeXT — sonst könnten sie den Laden dicht machen.

  9. JimBo sagt:

    Gerade bei Gulli gefunden — die offizielle Stellungnahme:

    Die Aviteo Ltd. mit Sitz in München hat gegen die am 22.01.07 von der GEMA erwirkte einstweilige Verfügung des Landgerichtes Hamburg noch am gleichen Tag Widerspruch eingelegt. Der Verfügung, die ohne vorherige mündliche Anhörung erlassen wurde, war eine Abmahnung der GEMA vom 19.12.06. vorausgegangen. Weiterlesen…

  10. Chris sagt:

    Habe obigen Comment mal gekürzt. 😉

    Fast den kpl. Artikel übernehmen, nein, ich denke mir jetzt nicht meinen Teil. 😉

  11. Oli sagt:

    Wir machen weder Propaganda pro noch contra, es ist jedoch nicht gut wenn solche Dinge zensiert werden, da damit andere Dinge ebenso ins Rollen kommen. Wo aber jetzt irgendwo sinnfreie Diskussionen geführt werden ist uns völlige Schnuppe, da das mit dem eigentlichen Anliegen nichts zu tun hat.

  12. bed sagt:

    Also ich fand die Werbung von Usenext in Bannern schon verwerflich genug. Wunder, das das solange ohne irgendwelche Querelen geht. Und Merkwuerdig, auch diese Firma sitzt in Muenchen? War da nicht auch diese ominoese ftp-dienst von dem obskuren rechtsanwaltsmitschwimmer?

  13. Laut emule-web.de war ein gewisser Bernhard S. mal als Admin-C für aviteo.de eingetragen. Mittlerweile ist das aber ein gewisser Oliver S..

  14. Oli sagt:

    Ich bitte hier mal darum von irgendwelchen *Spekulationen* abzusehen.

    Also ich fand die Werbung von Usenext in Bannern schon verwerflich genug.

    Und eben darum geht es eben nicht bei derlei Dingen, wir haben dazu auch eine Meinung, aber die ist in der Justiz irrelevant.
    Was da als Pressemitteilung rausgehauen wird in der Regel, hätte vor Gericht keinerlei Bestand (in der jeweiligen Form). Allerdings wüßten auch die wenigsten etwas mit der Sprache der Klageschrift etwas anzufangen.

  15. Chris sagt:

    Ich mach hier mal dicht. Über Rechtsanwälte & Co. wird hier nicht diskutiert — jedenfalls nicht über diesen Schlag. 😉

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