Geld verbrennen

Im Rahmen eines Projektes, welches Oliver und ich im Moment im Hintergrund vorantreiben, haben wir ein paar Politiker angeschrieben. Warum, wieso, weshalb tut zur Zeit noch nichts zur Sache. Und wie das heute selbstverständlich ist, geschieht das natürlich per eMail. Heute hatte ich diesbezüglich mal wieder ein Aha-Erlebnis. Als ich meinen Briefkasten öffnete, fand ich dort Post vom Innenministerium vor. Eine Antwort auf meine eMail wurde mir per Post geschickt. Unglaublich. Was das für ein Geld kostet — Jahr für Jahr. 55 Cent alleine an Porto, Brief schreiben, ausdrucken, unterschreiben, eintüten, abschicken. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir nicht die einzigen sind, die sich an unsere Damen und Herren Politiker wenden. Und eine postalische Antwort, so zeigt die Erfahrung, ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel — zumindest auf Bundesebene. Ich will nicht wissen, wieviel Geld da Jahr für Jahr verbrannt wird. Und wenn man jetzt den Bogen schlägt, dass genau die selben Leute über das Online-Recht, VDS und Co. entscheiden, dann braucht man dazu nicht mehr viel sagen. Wenigstens hat der gute Dr. Schäuble geantwortet, das ist schon mal positiv — auch diese Selbstverständlichkeit scheint bei manchen Politikern noch nicht angekommen zu sein…

4 Antworten zu “Geld verbrennen”

  1. Santi sagt:

    Das ist ganz normal, nicht nur auf Bundesebene. Auch wenn eMail schon seit einiger Zeit als Beweismittel vor Gericht zugelassen ist, haben sich die Leute noch nicht damit abgefunden. Oder anders gesagt wird eMail allgemein nicht als ernstzunehmendes Kommunikationsmittel anerkannt. Mails werden schnell weggeklickt und verschwinden aus dem Sinn, aber ein Fax oder Brief ist als Gegenstand vorhanden und dessen Zustellung kann von der Post bestätigt werden (als ob das online nicht auch so wäre, ich weiß). Wenn ich an Unternehmen wie Arcor oder mein geliebtes Prüfungsamt an der Uni denke kam ich immer erst auf dem Postweg durch, Mails wurden (werden) einfach verschluckt. Die Leute wollen was in der Hand halten. Frag mal deine Eltern in welcher Form sie sich an die Politik gewendet hätten; ich denke für sie (und für meine auch) bringt ein briefliches Schreiben ein gewisses Maß an Anstand mit.

    Glaube, dass es noch viel Zeit braucht bis Mails wirklich ernst genommen werden können. Oder vielleicht müssen die Versandtkosten erst wieder steigen 😀

  2. Oliver sagt:

    >aber ein Fax oder Brief ist als Gegenstand vorhanden und dessen Zustellung kann von der Post bestätigt werden

    Klar via Einschreiben oder Einschreiben mit Unterschrift des Empfängers, in der Praxis heißt das jedoch nur irgendein Schriftstück meinerseits kam dort an und wurde von irgendeinem kleinen Mitarbeiter entgegengenommen. Im Zusammenhang mit Behörden, selbst erlebt, hast du damit keinen Pluspunkt falls mal wieder die Antwort kommt «ist bei uns nicht eingegangen». Man kommt dir allenfalls ein wenig entgegen, denn immerhin besitzt du einen Nachweis, daß irgendetwas abgesendet wurde =)

    An Unis ist es durchwachsen, es gibt heute noch welche die lernten es gerade eben und andere verkehren damit schon erfolgreich seit 95.

    Ergo das Problem ist nicht das Medium, sondern der Wille sich tatsächlich Gedanken zu machen und das eben funktionierte auch ohne Mail schon nicht. Wir reden immer gerne von Wirtschaftlichkeit, aber nur wenn es darum geht dem deutschen Michel mehr Wasser abzugraben, in Behörden und Ministerien wäre es an der Zeit das diese wirtschaftlich durchorganisiert werden. Jede Firma würde mit einem derartigen Verwaltungswasserkopf sofort stranden, siehe Siemens. Das beste Beispiel sind ehemalige Staatsbetriebe die in der freien Wirtschaft kaum überlebensfähig sind, außer mittels Quasimonopolen, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen trotz Mißwirtschaft.

  3. Waschnuss sagt:

    Ja, für die Verwaltung ist E-Mail einfach noch zu «neu». Habe das schon mehrmals erlebt. Frage per E-Mail und die Antwort kam dann per Post. Dass dann natürlich noch eine E-Mail mit dem Hinweis auf die Post-Antwort kommt ist wirklich krass.
    Vielleicht ist es in 10 Jahren besser 😉 Aber wer weiß, vielleicht gibt es dann ja schon wieder etwas ganz anderes… LG Claudia die Waschnuss

  4. Laura sagt:

    Naja, vielleicht nehmen die Politiker die Bedrohung durch die Vorratsdatenspeicherung einfach sehr ernst und antworten deshalb mit einem Brief… 😉

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