Geert Wilders und «Die Freiheit» zu Gast im Maritim Hotel Berlin

stooges_freiheit
Bild: Spiegelfechter

Am Wochenende hatte die zumindest rechtspopulistische, wenn nicht sogar von der Basis her, rechtsextreme Partei «Die Freiheit» nach Berlin geladen. Die Vorfreude auf rassistischen Blogs wie Politically Incorrect war groß, war doch der holländische Superstar Geert Wilders geladen. In den Niederlanden mag Geert Wilders durchaus Erfolg haben, in Deutschland jubelt ihm nur ein armseliges Häufchen zu. Selbst als wenige Tage vor der Veranstaltung die Tickets verramscht wurden, gelang es am Wochenende nicht, den Saal zu füllen. Lediglich rund 600 Verirrte kamen nach Berlin. Doch das nur am Rande. Gewundert hat mich, dass ein Hotel, wie das Maritim in Berlin, welches vom Tourismus abhängig ist, täglich aus aller Welt Gäste empfängt, dieser Partei und Geert Wilders Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Ich habe das Maritim angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten. Die Antwort zeigt nachvollziehbar, wie es zu solchen Veranstaltungen kommen kann und endet mit einer klaren Ansage, die man sich auch von anderen wünscht. Chapeau an das Maritim in Berlin. Wenn Ihr also man in Berlin seid, das Maritim ist eine gute Adresse. Die Stellungnahme:

«Generell gilt, dass wir keine Buchungen von bekanntermaßen rechtsextremen oder in sonstiger Weise menschenrechtsverletzenden Organisationen entgegennehmen. Aus ebendiesem Grund hat Maritim schon mehrfach Veranstaltungsanfragen abgewiesen — so zum Beispiel mehrfach von der NPD oder auch von den Deutschen Konservativen. Zweifelhafte Anfragen prüfen wir bereits im Vorfeld und kontaktieren hierzu die Polizei und schauen nach, ob es im Verfassungsschutzbericht hierzu einen Eintrag gibt. Erfahren wir erst nach einer Veranstaltung, dass diese einen Inhalt hatte, der mit den vorgenannten Grundsätzen nicht vereinbar ist, wird der betreffende Veranstalter zumindest für die Zukunft geblockt.

Auch im Falle der Anfrage von «Die Freiheit» haben wir im Vorfeld geprüft, ob es sich bei dieser Partei um eine — in welcher Form auch immer — menschenrechtsmissachtende Partei handelt.

Die Veranstaltung wurde unter dem Namen der Partei gebucht und wir haben in den Verfassungsschutzberichten geprüft, ob es einen entsprechenden Hinweis gäbe. Da es jedoch keinen Eintrag gab, gingen wir davon aus, dass es sich nicht um eine extremistische Vereinigung handelt. Auch unsere Nachfrage bei der Polizei, ob gegen diese Partei etwas vorliegt, führte zu keinem anderen Ergebnis.

Erst durch die öffentliche Berichterstattung im Anschluss ist uns der Inhalt der Veranstaltung klar geworden und Sie können sicher sein, dass zukünftig keine Veranstaltungen der Partei «Die Freiheit» mehr bei uns oder in anderen Häusern unserer Gesellschaft stattfinden werden.

Wir hoffen, Ihnen hiermit unseren Standpunkt deutlich gemacht zu haben und stehen bei weiteren Fragen gern zur Verfügung.»

, , , , , , , ,

6 Antworten zu “Geert Wilders und «Die Freiheit» zu Gast im Maritim Hotel Berlin”

  1. flippah sagt:

    das kommt davon, wenn Verfassungsschutz und Polizei auf dem rechten Auge blind sind. Dann kann man sich auf deren Aussagen zu Parteien leider nicht mehr verlassen.

  2. Panagiotis sagt:

    Schöner Fehlgriff vom Maritim Hotel. Die haben echt Ihre Hausaufgaben schlecht gemacht. Aber die werden aus ihrem Fehler lernen. Ich kann nur sagen, dass die dort sicher nichts für die rechte Fraktion übrig haben. Dort arbeiten soviele Ausländer, Schwule & Lesben– die sind echt klasse und allem offen gegenüber. Bn dort Stammgast und bleibe das auch.

  3. no sagt:

    Nun ja, Verfassungsschutzberichte als alleinigen Maßstab zu nehmen, ist nicht gerade optimal.

  4. […] und Co. am letzten Samstag einen Veranstaltungssaal in der Nobelherberge anmieten konnte. Die Antwort des Hotels legt nahe, dass für solche Veranstaltungen so eine Art Checkliste existiert, die der zuständige […]

  5. markus sagt:

    aber so erspart man sich zickereien um antidiskriminierung usw.
    .
    finde das vorgehen des hotels durchaus angemessen und nachvollziehbar.

  6. […] müssen. Meine Intention war es, ein breites Bündes gegen den äußeren rechten Rand zu erreichen, wie es auch mit dem Maritim Hotel Berlin geschehen ist. Aufgrund von Beleidigungen gegenüber meiner Person und der Vorwurf der Denunziation habe ich die […]

RSS-Feed abonnieren