Gaddafi

Muammar al-Gaddafi ist tot. Die Medien kennen zur Zeit kein anderes Thema, das Steuerdesaster wie auch die staatliche Computerwanze sind in den Hintergrund gerückt. In den nächsten Tagen wird hoffentlich darüber gesprochen werden, wie er sein Leben verlor. Auf einschlägigen Portalen wurden Videos zum Tod Gaddafis veröffentlicht, die als authentisch gelten können, wurden daraus doch die Fotos gewonnen, die von den Medien verbreitet werden.

Erst wurde Gaddafi von einer Menschenmenge zusammengeschlagen, gefoltert, dann wurde er erschossen. Nun kann man argumentieren, dass es sich um einen Massenmörder handelt und wie schon bei Osama bin Laden Freude empfinden. Das wäre aber falsch — allein schon aus der Tatsache, dass man Gaddafi gerne in Den Haag vor dem Internationalen Gerichtshof gesehen hätte.

Libyen ist noch nicht befreit. Der heutige Tag beweist es eindrucksvoll: Libyen ist noch keine Demokratie. Heute wurde in Sirte ein Mensch ermordet, beklatscht von der Presse und der (internationalen) Politik. Gaddafi war ein Massenmörder und schrecklicher Despot. Und doch ist bleibt es Mord.

Für Libyen ist es noch ein weiter Weg. Der Sieg über Gaddafi heißt nicht automatisch, dass in Tripolis automatisch eine demokratische Regierung gewählt wird und für die Menschen Freiheits– und Menschenrechte gelten. Afghanistan und der Irak kämpfen noch, Libyen steht vor einem ähnlich langen Weg.

Der Sieg über einen Diktator heißt nicht automatisch, Demokratie für ein Land. Die Bevölkerung muss mitgenommen und überzeugt werden. Das ist in demokratischen Ländern täglich ein immer wiederkehrender Kampf. Insbesondere wenn es sich um junge Demokratien handelt und die, die es werden wollen.

Disclosure: Ich werde in Zukunft, den einen oder anderen Text von Google+ crossposten, weil mich ein paar Mails erreicht haben, man lese hier, von Google+ aber die Finger lassen würde.

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2 Antworten zu “Gaddafi”

  1. Ich kann mir trotzdem nicht helfen — meine Gefühle, dann, wenn ein eindeutig schuldiger Mensch ermordet wird, sind nun mal andere, als wenn es einen völlig unschuldigen Menschen trifft. Natürlich hätte ich den ‘König der Könige Afrikas’ auch lieber in Den Haag gesehen, wo er sich dann à la Mladic über fehlende Handies lautstark hätte empören dürfen.

    Ob für die libyschen Menschen jetzt tatsächlich eine Demokratie folgt, ist auch mir nicht klar, der Weg dorthin konnte jedenfalls nur über den Sturz der bisherigen Diktatur führen — das ist eben auch sonnenklar.

  2. […] Gaddafi Libyen ist noch keine Demokratie. Heute wurde in Sirte ein Mensch ermordet, beklatscht von der Presse und der (internationalen) Politik. […] Und doch ist bleibt es Mord. Dieser Beitrag wurde unter Internet, Link-Ecke abgelegt und mit gaddafi, Internet, libyen, links, Piraten und Politik, piratenpartei verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. ← Helmut und Peer […]

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