Gabor Steingart — verfassungsfeindlich, ein Antidemokrat?

Über Gabor Steingart, Leiter des Hauptstadtbüros des SPIEGELS, haben wir schon das eine oder andere Mal geschrieben. Neoliberal ist dabei noch das freundlichste, was man über ihn schreiben konnte, auch wenn man bedenkt, dass wohl am Ende des Weges der Feudalismus steht — der krasse Gegensatz zu unserer Verfassung, unserem Grundgesetz. Nun wird der gute Herr Steingart bald ein neues Buch herausbringen — und er rührt schon fleissig die Werbetrommel, auf den beiden neoliberalen Kampfblättern SPIEGEL und BILD. Albrecht Müller hat die bisher vorab veröffentlichten Texte analysiert und seziert sie gekonnt mit einfachen Fakten. Er schreibt unter anderem:

Steingart polemisiert so massiv gegen wichtige Versprechen unseres Grundgesetzes, insbesondere die in Artikel 20 versprochene Sozialstaatlichkeit, dass man ihn als Feind unserer Verfassung bezeichnen muss. […] Steingart polemisiert in menschenverachtender Weise gegen die ?neue Unterschicht der Unproduktiven und geistig Verwahrlosten?. Er nennt sie die ?neuen Proleten?. Dieser Text hat die Grenze zur Volksverhetzung überschritten.

Neben diesen beiden Feststellungen zeigt Müller auf, wie tief der SPIEGEL mittlerweile unter Steingart gesunken ist — auf BILD-Niveau. Wer wirklich noch glaubt, der SPIEGEL sei links oder gar für den kleinen Mann da, der sollte diesen Text ganz in Ruhe durchlesen — alle anderen selbstverständlich auch.

Die Wikipedia schreibt über Steingart:

Kritische Beobachter wie etwa Roger Willemsen sehen in Steingart die Verkörperung eines Wandels des SPIEGELs seit den 90ern hin zu neokonservativen und neoliberalen Themen. Unter Steingart wurde die Chefredaktion durchgehend mit Wirtschaftsjournalisten besetzt. Der SPIEGEL nehme unter Steingart zunehmend einseitig die Perspektive der Wirtschaft auf, ehemalige Sozialkritik käme kaum noch vor.

Die taz nennt einen Artikel einfach nur Arschlochalarm.

Hokey schreibt über den Hauptstadt-Büro-Leiter:

Steingart begibt sich in die Abgründe der Liderlichkeit. Die Sprache, in der er seine Thesen zur deutschen Unterschicht verfasst, offenbart deutlich, wie sehr Steingart diese Menschen herabwürdigt und gleichzeitig, wie sehr ihm die so ferne Unterschicht, fremd und ungewohnt, Furcht einflößt. Steingarts Thesen — eine Blaupause für das Denken neoliberaler Gesinnungsgenossen?

Die junge Welt hat auch ein paar Worte übrig:

Der Leiter des Spiegel-Hauptstadtbüros ist das Sprachrohr des neoliberalen Weltgeistes für die Bundesrepublik. Unermüdlich predigt der 44jährige die Mär vom Untergang Deutschlands. […] Es gibt hierzulande wieder extreme Herrschaften von rechts, die es bei der nächsten Kanzlerschaft endlich wissen wollen.

Und auch bei BooCompany kann man einiges über unseren Gabor lesen:

Laut seiner Bio soll Herr Steingart Wirtschaftsstudent gewesen sein, heute ist er der Leiter des SPIEGEL-Hauptstadtbüros. Was ihn offenbar nicht davon abhält, Artikel zu verfassen, deren Inhalte teilweise schon vor siebzig Jahren in gewissen deutschen Hetzblättern en vogue waren. […] Mit Steingarts neuestem Werk verhält es sich wie mit dem Schmuddelheftchen aus dem Sexshop: egal, wie reißerisch der Titel auch sein mag — der Inhalt ist stets derselbe. Quantitativ und qualitativ.

bodowuensch.blogspot.com stellt einige Fragen, um zum Schluß zu schreiben:

Schlimm: Gabor Steingart tut nur so. Würde für sonst nix bezahlt. Einfach ärgerlich. Ein Meister der politökonomischen Suggestion, ja ein Hypnotiker vor dem Herrn. Oswald Spengler war gestern? Er ist aktueller denn je.

Rene schreibt direkt, was viele Menschen denken, klasse:

Nur leider ist das Bübchen Leiter des Hauptstadtbüros des Spiegels und drückt das ehemals lesbare Blatt immer weiter in die neokonservative Ecke, zuletzt mit diesem arroganten, ekelhaften Blick aus seinem Elfenbeinturm auf die Teile der Gesellschaft, denen genau seine Anhänger Teilhabe und Perspektive verweigern.

Immer daran denken, wir reden hier nicht über einen BILD-Redakteur oder Landesvorsitzenden der NPD Neoliberalen, sondern über den Leiter des Hauptstadtbüros des SPIEGELS. Erschreckend — insbesondere wenn man bedenkt, dass viele Menschen den SPIEGEL noch links sehen, Leute, aufwachen! 😉

13 Antworten zu “Gabor Steingart — verfassungsfeindlich, ein Antidemokrat?”

  1. Oli sagt:

    Alles seltsam im Spiegel … sehr seltsam.

  2. […] Ich sollte mir ein “Proletenleben” zulegen, mich Abends gegen 8 vor die Klotze werfen, 3 Liter Bier trinken und dann einfach aufm Sofa einpennen. Ich glaub dann passiert sowas nicht oder? Oder ich versuchs mal alternativ mit Koks…zumindest scheint das ein gutes Mittel zu sein, solche Gesellschaftsbilder vom neuen “Proletentum” wie eben als Verantwortlicher einer großen deutschen Zeitschrift zu zeichnen. Und da jetzt keiner weiß, um was es grad geht, steht hier der Lesebefehl mit vielen weiteren Links zum Thema. […]

  3. joe_f sagt:

    Als ich den Print-Spiegel vor etwa zehn Jahren abbestellt hatte, wusste ich warum. Jede Woche war aufs Neue Weltuntergang, jeder zweite Titel fing mit «Der/Die/Das neue [ein beliebiges Wort einfügen]» an. Mir war das Blatt einfach zu schmierig, zu arrogant, zu einfallslos geworden. Tonnenweise Spekulationen und diese schrecklichen «Ich bin das Mäuschen in Politikerkreisen, höre alles mit, schreibe aber nicht alles»-Berichte ohne jegliche Substanz. Ich muss sagen, Stabor Geingart passt zum Blatt, jetzt, nachdem sich der Spiegel publizistisch endgültig auf BILD-Niveau befindet.

    Er ist im Grunde nur ein armer Wicht. Aber in bester Gesellschaft. Schließlich sitzen die Verfassungsfeinde heute sogar in der Regierung. Man denke nur an Schäuble, den ewigen Griesgram, der nicht ruhen wird, bis die Bundeswehr im Innern endlich auf Bürger schießen darf. Nur so als Beispiel.

    Woher kommt er eigentlich heute, dieser Hass der Eliten auf die Verfassung, den Sozialstaat, die Demokratie, die Bürgerrechte?

  4. Chris sagt:

    Feiner kommentar Joe. :)

    Eine Antwort auf Deine Frage habe ich allerdings nicht.….

  5. Oli sagt:

    Ich schon, *Elite* bist du schließlich nur, wenn da unten genügend Proleten rumkrebsen 😉

  6. maloXP sagt:

    Sorry, Kommentar ist ziemlich lang geworden.

    Ich denke, es ist mehr als der Drang nach ideeller Statussicherung. Der Spiegel verfolgt mit dem abwechselnden Bashen von Rentnern, Studenten, Umweltschützern, Hartz IV-Empfängern, Lehrern, Globalisierungskritikern, Ausländern, Muslimen usw. das Ziel, ein zartes Pflänzchen Solidarität gar nicht erst unter den Deutschen aufkeimen zu lassen. Als Anfang des Jahres in Frankreich die Studenten gegen den CPE auf die Straßen gingen, erhielten sie breiten Zuspruch in der Bevölkerung und Menschen aus allen Schichten liefen mit. Auf diese Weise konnte ein enormer politischer Druck auf Nicolas Sarkozy ausgeübt werden. So etwas wäre in Deutschland gar nicht möglich, weil sich die verschiedenen Teile der Gesellschaft, Schichten und Subkulturen mit Argwohn betrachten — so als ob der jeweilige Gegenüber an der finanziellen Kalamität die Schuld trägt. Das ist nicht nur erwünscht, sondern wird forciert. Divide et impera.

    Einfach ausgedrückt: Der Student macht des Rentners Hüftgelenk dafür verantwortlich, dass er Studiengebühren zahlen muss. Der Rentner schimpft über die Hartz-Empfänger, weil wegen denen, wie er denkt, die Rente gekürzt wird. Und der ALG’ler schielt wiederum zu den Studenten in ihrem wissenschaftlichen Elfenbeinturm hinüber, die ja für’s Nichtsun auch noch von Vater Staat durchgefüttert werden. Daran, dass eben dieser Staat ein absolut unfaires System erschaffen hat und alles daran setzt, mit Hilfe der Medien den Status Quo zu sichern und auszubauen, denkt kaum einer.

    An diesen gegenseitigen Stigmatisierungen ist nicht zuletzt unsere Skandaljournaille schuld. Sie schürt das Misstrauen gegen andere Bevölkerungsgruppen und gibt der auf Machterhaltung programmierten politischen Kaste eine breite Legitimationsbasis für deren größtenteils menschenverachtendes Werk. Nur auf dem ersten Blick paradox ist dabei, dass BILD, Spiegel und Co hin und wieder eine vorgebliche «neue Einheit» der Deutschen proklamieren. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich diese Einheit doch nur wieder auf die mediale Konstruktion eines Quasi-Feindbilds gestützt: Bei der Fussball-WM war das der Langweiler und Spießer, der sich selbst gegen Schluss der Veranstaltung immer noch dagegen wehrte, mit schwarz-rot-geilen Halbmeterfilzhüten herumzulaufen, sich ständig dessen versichernd, wie «gesund» doch Patriotismus «endlich» wieder sein könne.

    In der aktuellen Diskussion (nämlich die G. Steingarts mit sich selbst) ist es einerseits die «gelbe Gefahr», die auch ein Recht auf Wohlstand haben will — wie vermessen — und dabei unlautere Methoden einsetzt, an die wir Europäischen und Nordamerikanischen (!) Moralisten nie zu denken gewagt hätten: Ausbeutung, Umweltverschmutzung, und so weiter. Andererseits mal wieder der Sozialstaat, das Arsch, der uns im globalen Wettbewerb nicht mithalten lässt. Auf diese leidlich versteckten Tendenzen in Steingarts Werk weist ja auch Albrecht Müller eloquent hin.

    Das traurige ist, und diesen Schuh müssen sich viele von uns anziehen, das die allermeisten Menschen nicht erkennen, wie — ja, überhaupt: dass sie tagtäglich von vorne bis hinten manipuliert werden. Stattdessen wird weiter der SPIEGEL gekauft, der Focus gar manchmal auch (man will ja verschiedene Meinungen) und weiterhin SPD gewählt. Einverstanden ist man ja «nicht immer so ganz», aber der Kurt Beck sieht ja so knuffig aus und im SPIEGEL sind ja auch immer so interessante naturwissenschaftliche Themen drin. So sind wir Deutschen eben: Immer auf der Suche nach dem geringeren Übel.

  7. Oli sagt:

    Ja wenn wir in Zukunft keine langen Kommentare mehr mögen, nur noch 3-Zeiler, dann bauen wir einen entsprechenden Filter ein 😉

    Im übrigen, full ack.

  8. Chris sagt:

    Ganz feiner Kommentar. Wenn Du nichts dagegen hast malo, werd ich den nachher als Gastartikel als eigenen Text auf die Homepage packen. :)

  9. maloXP sagt:

    Ich fühle mich geehrt, sehr gerne. :)

  10. […] Der Kommentar von maloXP kommt von hier — zu schade um in den Kommentaren unterzugehen. Ich finde den ganz grandios. […]

  11. Lotta sagt:

    Joe fragte: «Woher kommt er eigentlich heute, dieser Hass der Eliten auf die Verfassung, den Sozialstaat, die Demokratie, die Bürgerrechte?»

    Um sich dieser Frage anzunähern kann ich die Bücher von Arno Gruen sehr empfehlen.
    Besonders das Buch «Der Wahnsinn der Normalität — Realismus als Krankheit». Dort untersucht Gruen sogenannte ?Realisten? für die sich ja besonders unsere Machtpolitiker und Ökonomen gerne halten.
    Nebenbei: Das Buch ist aus dem Jahre 1987, damals gab es also das Feindbild Moslem noch nicht. Was Herr Gruen allerdings über den Vietnamkrieg und die Angst vor dem Kommunismus schreibt, ist teilweise so deckungsgleich mit dem heutigen Krieg gegen den Terror und der Angst vor dem Islam, dass ich mir mehr als einmal verwundert die Augen rieb.

    Ich bin Albrecht Müller und Wolfgang Lieb dankbar dafür, dass sie immer wieder aufzeigen wie komplett irrational und oft grausam sich diese ?Realisten? gegen Schwächere verhalten.
    Nur ist es tragisch dass Männer wie Steingart, Schirrmacher oder Döpfner weitaus mehr Einfluß haben. Wenn es auch nicht verwunderlich ist, da wir in einer selbstgerechten Zivilisation leben die auf Gewalt, Gehorsam, Machtgier uns Heuchelei gründet — und dass sich unsere Medienschaffenden durch eben diese Merkmale hervortun, ist wohl leider zwangsläufig.

    Was die sogenannten ?genialen Netzwerker? (Steingart, Döpfner, Schirrmacher usw.) auszeichnet, ist u.a. ihre Eigenschaft sich den Oberen unterwürfig anzubieten, indem sie komplizierte Sachverhalte auf banale Einseitigkeit plausibel verkürzen und an prominenten Stellen dem Volk nahebringen. Die meisten Bürger nehmen derlei Einseitigkeiten gerne an weil es sich einfacher damit leben lässt.

    Anhand des Brandbriefes der Rütli-Schule lässt sich das gut verdeutlichen.
    Allerorts wurde behauptet, dass die Lehrer die Rütli-Schule auflösen und die gewaltbereiten Schüler auf andere Schulen verteilen wollten.
    ?Unfassbar! Lehrer wollen eigene Schule auflösen!? kreischte es uns entgegen.
    Dabei hatten die Lehrer überhaupt nichts von einer Ausflösung geschrieben. Es ging einzig um ihre Erkenntnis, dass diese Schulform untragbar ist und zwangsläufig in Hass und Armut führt. Mehr noch: Die Lehrer wollten die Rütli-Schule mit dem Brief retten! Sie baten um Sozialarbeiter und mehr Lehrer, der letzte Satz des Briefes ist: ?2009 wird unser Schulgebäude 100 Jahre alt und wir hoffen, dass bis dahin eine Schule geschaffen werden kann, in der Schüler/innen und Lehrer/innen Freude am Lernen bzw. Lehren haben werden.?

    Allerdings hätte die Erkenntnis, dass die Hauptschule als Hort der Überflüssigen ganz real Gewalt und Hass befördert nicht in die Mainstream-Meinung gepasst. Und da differenzierte Sichtweisen sich schlecht verkaufen und außerdem wichtige Feindbilder bedroht würden, machte man es sich tatsächlich ganz einfach.
    Aus dem unangenehmen Problem wurde ein bequemes Problem: «80% Migrantenanteil, alles klar: Die gewaltbereiten Moslems die kein Deutsch lernen wollen, sind am Niedergang der Schule Schuld. Die mit ihrem falschen Ehrbegriff mal wieder und ihren extremistischen Parallelgesellschaften, das kennt man ja.«
    Das Feindbild Moslem blieb erhalten, das Selbstmitleid ebenfalls (?Die Türken machen unsere Schulen kaputt! Wir fühlen uns schon fremd im eigenen Land!?) und gleichzeitig wurde ein Gemeinschafts– und Identitätsgefühl geschaffen bzw. ausgebaut, das auf ?den Fehlern der Moslems? ergo ?Wir sind besser als die!? basiert.

    Fatal ist, dass dabei die tatsächliche Ursache weitesgehend ausgeblendet wurde. Zumindest kann ich mich an nur sehr vereinzelte Stimmen erinnern, die als Grund für die katastrophalen Zustände Armut und Perspektivenlosigkeit nannten. So dass ein weiterer Skandal der Art nur eine Frage der Zeit ist — und wenn wieder etwas passiert, wird man sich bestätigt fühlen in seiner Annahme vom aggressiven, unverbesserlichen Moslem.

    Die Unterschicht eines Landes, ganz gleich welcher Ethnie auch immer angehörend, ist gewaltbereiter und je umfassender die Hoffnungslosigkeit, desto brutaler auch die Gewalt.
    Wie weit das gehen wird, kann man an dem Beispiel USA sehen: Dieses Land mit breiter Unterschicht und zudem einer sehr wackeligen Mittelschicht hat so viele gewalttätige und kriminelle Schüler, dass es schon als Alltagsphänomen betrachtet wird. Dort sind es in der Regel Farbige und Latinos.

    Die Frage wieso in unserer ach so freien und angeblich nicht rassistischen, westlichen Zivilisation besonders Farbige, Latinos und Moslems in Armut leben wird gar nicht erst gestellt.
    Vermutlich weil die Diskrepanz von Idealisierung und Wirklichkeit für die meisten nicht zu ertragen ist.

    Das Gefährliche an derlei Verdrehungen und Lügen ist, neben der Verwirrung die sie in uns hinterlassen, die Verführung, weil suggeriert wird: Die Welt ist ganz einfach. Hier böse, da gut.
    Es ist kein Geheimnis, dass sich in Krisenzeiten und Zeiten wirtschaftlicher Not die Menschen radikalisieren. Und an dieser Stelle komme ich zur Ausgangsfrage zurück: Woher kommt der Hass unserer Eliten auf den gesellschaftlicher Fortschritt?
    Was ich allerdings viel schlimmer finde: Woher kommt der Hass unserer Gesellschaft auf den gesellschaftlichen Fortschritt?

    So das ist jetzt sehr lang geworden, aber mir war grad danach.
    Lieben Gruß,
    Lotta

  12. […] Bitte melde Dich nun eine Renaissance hier auf F!XMBR. Über Gabor Steingart hatte ich schon das eine oder andere Mal geschrieben — der journalistische Niedergang des SPIEGELS ist meiner Meinung nach […]

  13. Wichlaf sagt:

    Wiglaf Droste meinte seinerzeit (Galore Vol 18, 2006):

    WD: «Es darf keine Kritik an der Politik mehr ohne Medienkritik geben, denn die beiden Ebenen sind mittlerweile untrennbar miteinander verbunden. Ohne Gabor Steingart vom ‘Spiegel’ würde es Hartz IV in Deutschland nicht geben. So ein Mann ist für die Durchsetzbarkeit der Asozialenreformen viel wichtiger gewesen als jeder Politiker. Seit Jahren hat er systematisch gegen Leute gehetzt, die nichts haben. Viele Journalisten haben sich daran beteiligt, indem sie Angst– und Betrugsszenarien aufgebaut haben. (…) Journalisten haben in ihrer überwiegenden Mehrheit keinerlei Distanz mehr zu Politik oder Wirtschaft und setzen auf die Möglichkeiten des Partizipierens. Während die Öffentlichkeit die Medien immer noch als autarke Instanz betrachtet, die der Politik auf die Finger klopft, wird schon längst eine gemeinsame Sprache verwendet. Eine Sprache in der nichts stimmt. »

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