Freitagsfragen

Ich gebe ja zu, dass ich mich mit dem Freitag in den letzten Wochen nicht beschäftigt habe. Einzelne Artikel sind sicherlich noch grandios — aber das Gesamtprojekt, –konzept hat mich als Stammleser erst einmal verloren. Vielleicht nicht für immer — manchmal muss man sich halt trennen, um zu erfahren, wie wertvoll der andere für das eigene Leben ist. Ein neues Feature muss ich dann aber doch hier kurz vorstellen, weil es mir im Rahmen eines Online-Auftrittes einer Zeitung verdammt innovativ daherkommt. Es ist eine sehr spannende Sache: die Freitagsfragen.

Jedes Community-Mitglied kann dort eine Frage stellen, und die Frage mit dem meisten Zuspruch wird Frage der Woche:

Welche Frage ist in dieser Woche die wichtigste? Stimmen Sie ab! Jeden Mittwoch eröffnet die Frage mit den meisten Stimmen als Freitagsfrage die Debatte. Ihre Stimme können Sie jede Woche ein Mal an Fragen anderer User vergeben.

Damit neu eingereichte Fragen die gleiche Chance haben wie bereits existierende, setzen wir die Stimmzahl mit dem Start der neuen Freitagsfrage der Woche auf null. Für Fragen, die bereits Frage der Woche waren, können Sie nicht mehr abstimmen.

Ihre eigene Frage können Sie in der Box «Ihre Freitagsfrage» vorschlagen. Bitte bedenken Sie, dass Ihre Frage Pro– und Contra-Antworten erlauben muss, um in der Wahlkampfarena diskutiert zu werden.

Wir geben Ihre Fragen nach redaktioneller Prüfung zeitnah frei. All diese Fragen können Sie in der Wahlkampfarena diskutieren.

Ich halte das wie gesagt für sehr spannend — nun beteilige ich mich an solchen Sachen eher weniger, auch aus der Erfahrung mit dem Freitag selbst heraus. Aber das Lesen der unterschiedlichen Standpunkte erweitert mit Sicherheit den eigenen Horizont. Die aktuelle Frage zum Beispiel lautet: Wird das Internet die Wahlbeteiligung steigern? Manche Antworten erinnern — klar — an Twitter, besser bekannt als Web-2.0-Bulimie. Man sollte nicht um des Antwortens wegen antworten. Nichtdestotrotz ist es ein durchaus interessantes Experiment.

Ich behaupte sogar: Ähnlich aufgesetzt, mit mehr Features, kann man daraus ein eigenes Web-2.0-Startup basteln. Naja, wahrscheinlich wird es das schon geben… 😉

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8 Antworten zu “Freitagsfragen”

  1. Tessa sagt:

    Hallo Chris,

    die Freitagsfragen sind noch «beta» und daher noch mit Testinhalten befüllt. Daher sind einige der Fragen auch eher spielerisch. Fertig programmiert und offiziell gelauncht wird die Seite nächsten Donnerstag.
    Die Frage, die wir gerade testweise am intensivsten debattieren findet sich auf dieser Seite. Sie lautet: Ist es sinnvoll, Kinderpornografie auf Kosten individueller Grundrechte zu bekämpfen?
    Dort wird das Statistik-Tool auch schon besser sichtbar.

    Viele Grüße
    Tessa

  2. War gerade bei der KiPo Umfrage. Schicke Sache.

    Unauffälliges gutes Detail o. re.: Der Link zum RSS Feed für die einzelne Umfrage inkl. Pro/Contra Angabe z.B. RSS — DER FREITAG: Freitagsfrage ‘Ist es sinnvoll, Kinderpornografie auf Kosten individueller Grundrechte zu bekämpfen?’

    Immer noch extrem schlecht: keine Permalinks für einzelne Kommentare. So kann man keine Debatte nach außen tragen.

    Schlechte Usability: Unangemeldet auf ‘meine Stimme’ drücken bringt was?

    Unverständlich: «2 Kommentar(e), 4 Stimme(n)» zu einem (!) Kommentar (!) bedeutet was?

    Eine Tabelle für die Pro/Contra Daten wäre auch schön.

  3. Wahlkampfarena sagt:

    Hallo Markus,

    danke für Dein Feedback. Unangemeldet auf «Meine Stimme» drücken bringt nichts. Da muss man sich schon anmelden, dann fliesst Deine Stimme in die Statistik ein.
    2 Kommentare 4 Stimmen zu einem Meinungsbeitrag bedeuten, dass der Beitrag 2 Kommentare bekommen hat und 4 User dieser Meinung zustimmten.
    In Kommentaren kann man Links setzen, und zwar einfach mit http://www.…de.
    Mehr dazu dann, wenn die Seite offiziell gelauncht wird — in den FAQs.

    Bis dahin bitte noch etwas Geduld.

    Viele Grüße,
    die Wahlkampfarena

  4. Phil sagt:

    Also ich habe mir jetzt mehrer Exemplare des gedruckten Freitags zu gemüte gezogen und muss sagen, mir gefällt die Aufmachung. Manchmal ein wenig sehr langatmig im Text jedoch sonst in Ordnung. Auch die farbliche Abtrennung von Kommentaren, Artikeln etc. finde ich gut.

    Was ich jedoch bescheiden finde: Das Format ist für meine Begriffe, wie bei anderen Zeitungen auch, einfach zu groß und damit zu unhandlich. Ich finde ein dem DIN A4 nachempfundenes Format wesentlich besser zu lesen und handzuhaben.

    Ob man nun einer Welt, Zeit, FR und wie sie nicht alle heißen, soviel Inhalt spendieren muss, dass sie in einem wesentlich kleineren Format noch unhandlicher werden, ist wiederum eine andere Frage.
    Seit ich nämlich dieses Format mal in Wien kennenlernen durfte — zwar war es nur ein Revolverblatt — liebe ich es um so mehr.
    Hat ein Hamburger Blatt nicht auch solch ein Format, Cris, Olli?

  5. Chris sagt:

    Ich bin hier der Hamburger. 😉

    Du meinst das Tabloid-Format. Hier in HH erscheint die Mopo in dieser Form.

  6. Phil sagt:

    Ja, genau das meine ich und ja, die MoPo erscheint in diesem Format, danke. Einfach göttlich dieses Format xD.

  7. Ich habe die Tage die FAZ abonniert. Ich habe lange gezögert. Letztlich war das Feuilleton ausschlaggebend. Auch wenn man sich eher links verortet, findet man schwerlich etwas besseres, wenn man nicht auf Monatszeitschriften ausweichen möchte, bzw. einem dies ein zu großes Intervall ist.
    Auf den Freitag hab ich mich noch nie verlaufen. Auch am Kiosk hat es mich irgendwie nie gereizt, ihn einzustecken. Da waren mir andere Zeitungen und Zeitschriften schon irgendwie näher. Bis auf die paar Beiträge hier ist er mir nie großartig ins Blickfeld gerückt.

  8. Hallo Chris,

    ein bisschen später doch noch eine direkte Antwort zu deinem WKA-Beitrag. Danke für dein positives Feedback. Es freut sich die Projektgruppe Wildcard, die das Wahlkampfarena-Konzept in den letzten Monaten entwickelt hat — zumal wir dich als sehr kritischen, lesenswerten Blogger schätzen. An eine eigenständige Plattform hatten wir auch anfangs gedacht, da wir aber alle noch andere Pläne haben, fiel dann die Entscheidung, unsere Idee zusammen mit dem Freitag zu entwickeln — da uns deren experimentelles Online-Konzept (ebenso wie die alte Wochenzeitung) sehr zusagt.

    Der Link, den du zur WKA gesetzt hast, ist noch ein Screen aus der Testphase, auch die Frage «Wird das Internet die Wahlbeteiligung steigern?» ist nur exemplarisch und wurde ad hoc in einer Politcamp-Session entwickelt — auch die Antworten wurden ohne Rücksicht auf inhaltliche Qualität eingegeben, schlicht um die Funktionsweise der WKA zu erklären. Was die klassische Web-2.0-Bulimie angeht, würden wir das gerne vermeiden und hoffen deshalb auf viele spannende Fragen und Antworten mit hoher Argumentationsqualität. Das kann nur funktionieren, wenn sich politisch interessierte Menschen wie du auf der Debatte einfinden — und vielleicht überlegst du dir ja doch noch, es zumindest mal auszuprobieren. Wir würden uns freuen,

    Schöne Grüße von Sonja & den Wildcards

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